Herzlich willkommen am Institut für Erziehungswissenschaft (IfE) der Universität Münster
Mit 24 Professuren und 23 Arbeitsgruppen zählt das IfE zu den bundesweit größten Instituten der Erziehungswissenschaft. Auf dieser Website finden Sie aktuelle Informationen zu Forschung und Lehre, den erziehungswissenschaftlichen Studiengängen sowie dem Personal an unserem Institut.
| Aus der AG Begabungsforschung / Individuelle Förderung
Begabung ist kein rein kognitives Phänomen, sondern umspannt weitere Dimensionen und bildet sich in unterschiedlichen Domänen ab. Das Buch Musische und (kin-)ästhetische Begabungen fördern mit fiktionaler Literatur widmet sich einem Bereich, der bislang noch vergleichsweise wenig bearbeitet ist. Im Sammelband, herausgegeben von Beate Laudenberg, Jenny Winterscheid (beide PH Karlsruhe) und David Rott, werden musische und (kin-)ästhetische Begabungen untersucht. Es geht um Fragen der Förderung und Entfaltung im Rahmen des regulären Schulunterrichts, insbesondere in Kunst, Musik, Sport und Theater. Dabei werden innovative Impulse erarbeitet, die mit fiktionalen Erzählungen, Serien und Medien, vor allem der Kinder- und Jugendliteratur, für den Unterricht verschiedener Schul- und Jahrgangsstufen genutzt werden können. Der Herausgebendenband richtet sich an Personen in der wissenschaftlichen wie auch der pädagogischen Praxis und bietet unterschiedliche Erkundungen musisch-(kin-)ästhetischer Begabungen an. Erschienen ist er im Waxmann Verlag als 19. Band der von Christian Fischer herausgegebenen Reihe Begabungsförderung: Individuelle Förderung und Inklusive Bildung.
Laudenberg, B., Rott, D., & Winterscheid, J. (Hrsg.) (2026). Musische und (kin-)ästhetische Begabungen fördern mit fiktionaler Literatur. Waxmann.
Mit ihrer erfolgreichen Disputation hat Esma Eroğlu am 20 August 2026 als Promovendin der Arbeitsgruppe Grundschulpädagogik das Promotionsverfahren mit dem Prädikat magna cum laude abgeschlossen. In ihrer Dissertationsschrift untersucht sie Effekte einer Intervention zur Förderung achtsamer Lehrkraftsprache im Primarschulunterricht. Dazu nutzt sie ein quasi-experimentelles längsschnittliches Kontrollgruppendesign mit 90 Lehrkräften und 1160 Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 1 bis 4 aus Grundschulen in Nordrhein-Westfalen und Bayern. Die Ergebnisse verweisen auf positive Effekte der Intervention in Hinblick auf zentrale Aspekte schulischer Lehr-Lern-Prozesse. Insbesondere verbessert sich das wahrgenommene Klassenklima sowohl aus Perspektive sowohl der Lehrkräfte als auch der Schülerinnen und Schüler. Darüber hinaus zeigt sich bei den Lehrkräften eine erhöhte Selbstwirksamkeitserwartung. Aus Sicht der Schülerinnen und Schüler ergeben sich Verbesserungen hinsichtlich der sozialen Integration sowie des schulischen Selbstkonzepts. Zudem lassen sich langfristige positive Effekte auf die Lernfreude und das Gefühl des Angenommenseins beobachten. Die Befunde legen nahe, dass achtsame Lehrkraftsprache einen relevanten Beitrag zur Förderung positiver Lernbedingungen leistet und damit als bedeutsame Ressource professionellen pädagogischen Handelns betrachtet werden kann. Im Rahmen der Promotion entstand auch eine Handreichung für Lehrkräfte zu achtsamer Sprache im Unterricht, die Teil der Intervention war und die bereits vom Verlag Lingua Eterna veröffentlicht wurde.
Prof. em. Dr. Bernd Zymek ist am 5. August 2026 im Alter von 82 Jahren verstorben. Mit ihm verliert das IfE einen national und international geschätzten Bildungshistoriker und Erziehungswissenschaftler, der an den Universitäten Bochum und Münster über lange Jahrzehnte gelehrt und geforscht hat und die sozialhistorische Bildungsforschung entscheidend mitgestaltet hat. Nach dem Studium der Geschichte, Germanistik und Erziehungswissenschaft in Würzburg und Bochum, das er 1969 mit dem Staatsexamen abschloss, hat er bereits mit der Promotion (1974) einen eigenständigen wissenschaftlichen Weg eingeschlagen. Seine Dissertation „Das Ausland als Argument in der pädagogischen Reformdiskussion“ (1975) hat lange im Diskurs nachgewirkt. 1981 hat er sich dann im Rahmen des von der DFG geförderten Verbundprojekts „Qualifikationskrisen und Struktur-wandel des Bildungssystems“ an der Ruhr-Universität Bochum mit einer Arbeit zum Strukturwandel im höheren Schulsystem Preußens habilitiert. Das in diesem Kontext – nicht zuletzt von Detlef K. Müller – vorangetriebene Forschungsprogramm einer „Sozialgeschichte der Bildung“ blieb für ihn maßgeblich. Es war zugleich Ausdruck und Motor des disziplingeschichtlichen Wandels von der alten historischen Pädagogik zur historischen Bildungsforschung, der von Bernd Zymek entscheidend mitgeprägt wurde. 1997 folgte er einem Ruf nach Münster auf eine Professur für Allgemeine und Historische Erziehungswissenschaft, die er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2009 innehatte. Seine Antrittsvorlesung zeigt einen Schwerpunkt seiner späteren Arbeiten, nämlich eine bildungshistorisch kontextualisierende kritische Auseinandersetzung mit bildungspolitischen Reformagenden. Die politischen, sozialen und weltanschaulichen Konflikte um Reformprogramme und -prozesse im Bildungssystem werden dabei in ihrer Verflochtenheit mit sozialen Strukturen und mentalen Traditionen beleuchtet. Statt selbst Teil einer Reformagenda zu werden, trägt eine so ausgerichtete historische Bildungsforschung zu analytisch-kritischer Distanz bei. Historische Kontextualisierung kann so die in Bildungsforschung und Bildungspolitik oftmals reklamierten universalistischen Ansprüche irritieren und Reformambitionen zu einem neuen Realismus verhelfen. Bernd Zymek war auf Tagungen und Konferenzen ein gefragter Referent und Diskutant. In Erinnerung bleiben uns nicht nur seine wissenschaftlichen Beiträge, sondern auch sein wissenschaftliches Ethos, das auf seine Weise sachlichen Ernst mit Leidenschaft und Temperament verband.
Die 9. Erziehungswissenschaftliche Ethnografietagung steht unter dem Titel „Zukünfte in der erziehungswissenschaftlichen Ethnografie“ und findet vom 03. bis 05. September 2026 an der Universität Münster statt.
Das Nachdenken über Erziehung und Bildung ist eng mit Vorstellungen von Zukunft verbunden. Begriffe wie Erziehung, Bildung, Sozialisation, Entwicklung, Generation oder Kindheit verweisen auf Prozesse, die auf zukünftige Entwicklungen ausgerichtet sind. Gleichzeitig erscheinen Zukünfte heute zunehmend als unsicher und von Krisen geprägt, etwa im Kontext globaler ökologischer und gesellschaftlicher Herausforderungen.
Die Tagung widmet sich der Frage, wie sich das Verhältnis von Erziehung, Bildung und Zukunft ethnografisch untersuchen lässt. Im Mittelpunkt steht, wie Zukunft in pädagogischen Institutionen, sozialen Praktiken und alltäglichen Lebenswelten thematisch wird und welche Bedeutung zeitliche Bezüge zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft für pädagogische Felder haben.
Zugleich richtet sich der Blick auf die Zukunft der erziehungswissenschaftlichen Ethnografie selbst. Welche theoretischen Perspektiven, methodologischen Zugänge und Forschungspraktiken werden relevant, wenn ethnografische Forschung sich mit Fragen von Zukunft auseinandersetzt?
Moritz Tebbe hat am 10. Juli 2026 als Promovierender der Arbeitsgruppe Sozialpädagogik seine Disputation mit Auszeichnung bestanden und das Promotionsverfahren mit dem Prädikat summa cum laude abgeschlossen. In seiner Dissertationsschrift untersucht er auf Basis selbst erhobener und ausgewerteter qualitativer Interviews, wie Adressat:innen die Qualifizierte Assistenz in der Gemeindepsychiatrie wahrnehmen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie diese Angebote aus Perspektive der Befragten zur Alltagsbewältigung beitragen und welche Rolle ihre Nutzung bei der Verarbeitung biographischer Krisen spielt. Im kontrastiven Vergleich biographischer Dynamiken und Positionierungspraktiken rekonstruiert Moritz Tebbe eine materiale, gegenstandsverankerte Theorie. Diese fasst die Bewältigung biographischer Krisen bei allen Befragten unter dem von ihm geprägten Begriff der „Vertikalisierung“ zusammen. In Anlehnung an die Grounded-Theory-Methodologie nach Charmaz zeigt er auf, wie sich Subjekte in Lebenskrisen entlang einer vertikal konstruierten Hierarchie und Wertigkeit von Lebensentwürfen verorten. Dies arbeitet er an den grundlegenden Lebensbereichen Wohnen, Arbeit und Care-Arbeit heraus.
Im Sommersemester 2026 fand zum ersten Mal das Peer-Kolloquium des Qualifizierungsnetzwerks des Instituts für Erziehungswissenschaft statt. Das Kolloquium bietet einen Raum für den gemeinsamen Austausch von Wissenschaftler:innen in Qualifizierungsphasen zu verschiedenen Methoden und/oder erhobenen Daten sowie für die gegenseitige Beratung zu Forschungsvorhaben der Teilnehmenden. In der ersten Sitzung stellte Dr. Markus Kluge Interviewmaterial zu seinem Forschungsprojekt „(Unerfüllter) Kinderwunsch aus erziehungswissenschaftlicher Perspektive“ vor, das gemeinsam analysiert wurde. Maxime Kops berichtete von ihrem Forschungsvorhaben „Umgang junger Menschen mit Desinformation“ und gemeinsam wurde die angedachte (schulische) Intervention diskutiert. Beim letzten Treffen in diesem Semester stellte Dr. Jozef Zelinka sein Habilitationsvorhaben „Akademische Selbst-Governance im Wandel: Erziehungswissenschaftliche Perspektiven auf die Produktion akademischer Subjektivitäten (Arbeitstitel)“ vor und Anregungen der Kolleg*innen wurden diskutiert. Auch ein gemeinsames Abendessen zum Abschluss bot Möglichkeit zum Austausch der Arbeitsbereiche untereinander und zum besseren Kennenlernen. Im kommenden Wintersemester wird das Peer-Kolloquium fortgesetzt und wir freuen uns auf weitere spannende Diskussionen. Dazu laden wir alle Mitglieder des akademischen Mittelbaus herzlich ein, sich mit Beiträgen zu Qualifikationsarbeiten und aktuellen Forschungsprojekten einzubringen.
| Aus der AG Allgemeine Didaktik und Unterrichtsforschung
Die Grete-Henry-Hermann-Stiftung der GEW fördert das von Dr. Patrick Gollub (AG Allgemeine Didaktik und Unterrichtsforschung) und Prof.in Dr. Nicola Zaruba (Hochschule Magdeburg-Stendal) beantragte und geleitete Projekt „LEAD – Lehramt im dualen Studium“. Untersucht wird, wie Studierende dualer Lehramtsstudiengänge ihr Studium erleben und welche Lern- und Entwicklungsprozesse sie durchlaufen. Im Zentrum steht die Frage, ob duale Lehramtsstudiengänge zentrale bildungspolitische Erwartungen erfüllen können: eine engere „Theorie-Praxis-Verzahnung“, eine stärkere Bindung an den Lehrkräfteberuf sowie eine qualitativ hochwertige professionelle Entwicklung bei stabilem Wohlbefinden. Hintergrund ist der anhaltende Lehrkräftemangel in Deutschland. Mehrere Bundesländer haben als eine Maßnahme duale Lehramtsstudiengänge eingerichtet, um schulpraktische Anteile auszuweiten, Studierende früher an den Beruf heranzuführen und die Attraktivität des Lehramts zu erhöhen. Gleichzeitig liegen bislang kaum empirische Befunde zu diesen neuen Studienformaten vor. LEAD adressiert diese Forschungslücke durch eine bundeslandübergreifende Untersuchung und baut auf einer vorausgehenden Dokumentenanalyse bestehender dualer Modelle auf.
| Aus der AG Didaktik der Pädagogik / Fachdidaktik Pädagogik
Die Studienfachberatung und Studiengangsleitung für den Teilstudiengang Pädagogik innerhalb des Studiengangs Master of Education (MEd) für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen sowie für den Teilstudiengang Pädagogik im Studiengang Master of Education für das Lehramt an Berufskollegs initiiert eine Informationsveranstaltung zu diesen auf das Lehramt mit dem schulischen Unterrichtsfach Pädagogik vorbereitenden MEd-Studiengängen. Dieses Informationsveranstaltung richtet sich insbesondere an Bachelor-Studierende der Universität Münster, die das Fach Erziehungswissenschaft studieren und beabsichtigen, in einen dieser Studiengänge zu wechseln (insbesondere an Studierende in den Studiengängen Erziehungswissenschaft im Zwei-Fach-Bachelor und Erziehungswissenschaft im Bachelor Berufskolleg). Sie kann auch weiteren an diesen Studiengängen Interessierten entsprechende Informationen vermitteln. Für diese Teilstudiengänge informiert Prof. Dr. Jörn Schützenmeister über Zielsetzungen, Aufbau, Inhalte, Schwerpunkte und Studienorganisation. Die Informationsveranstaltung findet am 22.07.2026 (Mittwoch) von 16.15 bis max. 17.45 Uhr im Hörsaal F5 (Fürstenberghaus, Domplatz 20-22) statt.
| Aus den AGen Berufspädagogik und Berufsorientierung
Der u.a. von Wilhelm Koschel und Katja Driesel-Lange herausgegebene Sammelband mit dem Titel „Professionalität und Professionalisierung des beruflichen Bildungspersonals“ würdigt das hochschul- und berufspolitische Engagement von Ulrike Weyland. Das Sammelwerk bündelt berufspädagogische Forschung zu Professionalität und Professionalisierung des schulischen und betrieblichen Bildungspersonals. Die Beiträge widmen sich der Entwicklung von Kompetenzen und zur Professionalisierung in der Lehrer:innenbildung. Dabei stehen das Spannungsfeld zwischen Wissen und Können, Praxisphasen und Mikroformen von Praxis sowie aktuelle Denkfiguren zur Theorie-Praxis-Verzahnung im Fokus. Ein weiterer Akzent liegt auf der Modellierung, Messung und Förderung von Kompetenzen, u.a. mit Bezügen zu ASCOT/ASCOT+ und der Qualitätsoffensive Lehrerbildung. Der Wirkungsbereich von Ulrike Weyland nimmt den Gesundheits- und Pflegebereich in besonderem Maße in den Blick, was sich auch in den Beiträgen widerspiegelt. Diese Veröffentlichung wurde durch den Open-Access-Publikationsfonds der Universität Münster, das Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Münster sowie die Hochschule Bielefeld – University of Applied Sciences and Arts gefördert.
Koschel, W., Kaufhold, M., Wittmann, E., & Driesel-Lange, K. (Hrsg.) (2026). Professionalität und Professionalisierung des beruflichen Bildungspersonals. wbv Publikation. doi: 10.3278/9783763979424.
Das Institut für Erziehungswissenschaft (IfE) der Universität Münster wirkt maßgeblich an der Entwicklung und Umsetzung eines neuen Qualifizierungsformats für Startchancen-Schulen in Nordrhein-Westfalen mit. Das Angebot des Landeskompetenzzentrums für Individuelle Förderung NRW (LIF) trägt den Titel „Diagnose und Individuelle Förderung – Sicherung von Basiskompetenzen, Stärkung von Selbstregulationskompetenzen“. Seitens des IfE sind Prof. Dr. Christian Fischer, Prof. Dr. Timo Dexel und Prof. Dr.‘in Vera Busse an dem Projekt beteiligt. Weitere Projektpartner an der Universität Münster sind Dr. Marcus Nührenbörger vom Institut für grundlegende und inklusive mathematische Bildung (GIMB) sowie Prof. Dr. Elmar Souvignier vom Institut für Psychologie in Bildung und Erziehung (IPBE). Das Qualifizierungsformat ist Teil der Unterstützungsangebote des Landes Nordrhein-Westfalen für die 923 Schulen, die am Startchancen-Programm teilnehmen. Es richtet sich an Lehrkräfte und weiteres pädagogisches Personal an Grundschulen, weiterführenden Schulen und Berufskollegs. Im Mittelpunkt stehen die Sicherung der Basiskompetenzen in Deutsch und Mathematik sowie die Förderung von Selbstregulationskompetenzen und sozial-emotionalen Kompetenzen der Schüler:innen. Der Start der Qualifizierungen ist für das Schuljahr 2026/27 vorgesehen. Das mit 2,95 Millionen Euro geförderte Projekt läuft zunächst bis zum Ende des Schuljahres 2028/29. Die Universität Münster übernimmt sowohl die Durchführung der Fortbildungen als auch deren wissenschaftliche Begleitung und Evaluation.
Mit der heutigen Bekannmachung beginnt nach §15 1,2 der Wahlordnung die 10-tägige Einspruchsfrist gegen das Wahlergebnis.
Jede(r) Wahlberechtigte kann binnen einer Frist von 10 Tagen vom Tage der Bekanntgabe des Wahlergebnisses an, die Wahl durch schriftlichen Einspruch bei dem Vorsitzenden des Wahlausschusses anfechten. Der Einspruch ist begründet, wenn wesentliche Vorschriften über die Ermittlung der Mandate, die Wahlberechtigung, die Wählbarkeit oder das Wahlverfahren verletzt worden sind und durch den Verstoß das Wahlergebnis beeinflusst worden sein könnte.
| Aus der AG International und Vergleichende Erziehungswissenschaft
Im Rahmen des Vortrags wird Prof.’in Dr.’in Ana Larissa A. M. Oliveira (Federal University of Minas Gerais, Brazil und CAPES-Brazil Chair University of Münster) der Frage nachgehen, inwiefern sich digitale öffentliche Sphären auf demokratische Kommunikation auswirken und wie sich daraus pluralistische Gesellschaften herausfordernden Veränderungen gegenübersehen. Erörtert wird, welche Auswirkungen ein ausschließender Diskurs über Gender und Rassismus auf kerndemokratische Werte hat. Im Kern steht die Frage, ob Konfliktsprache ein Symptom oder ein Treiber demokratischer Transformation ist. Dabei wird insbesondere auf die Rolle interdisziplinärer Forschung für ein profundes Verständnis und die effektive Bewältigung dieses Phänomens hingewiesen. Die Veranstaltung wird im Rahmen des CAPES-Brazil Chair der Universität Münster von Prof.‘in Dr.‘ Julia Metag (Institut für Kommunikationswissenschaft) und Prof. Dr. Marcelo Parreira do Amaral (Institut für Erziehungswissenschaft) organisiert. Die Anmeldungen erfolgen an Prof. Parreira do Amaral.
Im Rahmen der diesjährigen SIG Writing Konferenz der EARLI (European Association for Research on Learning and Instruction), einer der zentralen wissenschaftlichen Konferenzen im Bereich der internationalen Schreibforschung, ist Dr. Lisa Haake aus der Arbeitsgruppe Mehrsprachigkeit und Bildung mit dem renommierten John R. Hayes Award für ihren Forschungsartikel Does the relationship between executive functions and L2 writing depend on language proficiency? ausgezeichnet worden. Die Studie untersucht, wie sich verfügbare Aufmerksamkeitsressourcen auf das Schreiben in einer Zweitsprache auswirken. Die Ergebnisse zeigen, dass die Herausforderungen beim Verfassen von Texten sowohl von der Sprachkompetenz der Schreibenden als auch von den sprachlichen Anforderungen der jeweiligen Aufgabe abhängen. Mit dem John R. Hayes Award werden herausragende Beiträge zur internationalen Schreibforschung gewürdigt und er zählt zu den bedeutendsten Auszeichnungen auf diesem Gebiet.
| Aus der AG International und Vergleichende Erziehungswissenschaft
Prof. Dr. Sudeshna Lahiri von der Universität Calcutta in Indien wird am 01.07.2026 (14-16) einen Gastvortrag mit dem Titel „Internationalization of Higher Education in India: Policies and contextual realities“ halten. Der Vortrag wird im Raum SCH 121.555 stattfinden und wird von Prof. Marcelo Parreira do Amaral aus der Arbeitsgruppe International und Vergleichende Erziehungswissenschaft organisiert und moderiert. Weitere Informationen finden Sie hier.
Im Sommersemester 2026 startet die Studien- und Forschungswerkstatt „Inklusion, Diversität und Heterogenität“ (kurz: InDi) mit zwei praxisnahen Workshops. Studierende aller Lehrämter sind herzlich eingeladen, an den spannenden und thematisch vielfältigen Veranstaltungen teilzunehmen. Unter dem Titel „How to …?“ finden in diesem Semester folgende Workshops statt:
08.06.2026 | 18:15–20:15 Uhr: „Konflikte in Schule und Unterricht annehmen – Beziehungsorientierte und verstehende Perspektiven auf herausfordernde Verhaltensdynamiken“ mit Malte Thiede
24.06.2026 | 18:15–20:15 Uhr: „Silent Signals – starke Wirkung. Unterricht mit Händen und weiteren Hilfsmitteln erfolgreich strukturieren“ mit Marcel Feichtinger
Die beiden Workshops bieten Studierenden konkrete Impulse für Studium und Praxis sowie Raum für Austausch und neue Perspektiven. Anmeldungen für die kostenfreien Workshops sind ganz einfach per Mail an Sophie Mensing möglich. Weitere Informationen zu den Workshops sowie der Studien- und Forschungswerkstatt finden Sie hier (Plakat zum Download).
Das Service-Büro und die Studienfachberatung für den Ein-Fach-Bachelor Erziehungswissenschaft am IfE beteiligen sich mit einem eigenen Beratungsangebot am Langen Abend der Studienberatung der Universität Münster, der am 25. Juni 2026 durch die Zentrale Studienberatung organisiert wird. Der Lange Abend der Studienberatung ist eine Initiative der Zentralen Studienberatungsstellen des Landes NRW, die Studieninteressierte vor dem Bewerbungsschluss mit Informations- und Beratungsangeboten unterstützt. Für den Ein-Fach-Bachelor Erziehungswissenschaft informieren Dr.in Corinna Schwamborn und Petra Gruhn über Aufbau, Inhalte und Schwerpunkte des Studienfachs und geben Auskunft zu den fachlichen Voraussetzungen und Anforderungen sowie möglichen Berufsfeldern nach dem Studium. Die Beratung zum Ein-Fach-Bachelor Erziehungswissenschaft für Studieninteressierte findet von 17 bis 19 Uhr im Service-Büro des IfE (Bispinghof 9-14, Raum E02) statt.
Im Sommersemester 2026 bietet das von Timo Dexel, Julia Gasterstädt, Karolina Urton und Jürgen Wilbert organisierte ZEIF-Kolloquium erneut eine Plattform für den Austausch über aktuelle empirische Erkenntnisse und Diskussionen zur Umsetzung eines inklusiven Bildungssystems. Dabei stehen insbesondere Perspektiven der Sonder- und Inklusionspädagogik im Fokus.
Ziel der Veranstaltungsreihe ist es, die Zusammenarbeit zwischen den Arbeitsbereichen Schulpädagogik und inklusive Bildung am Institut für Erziehungswissenschaft zu stärken sowie den Dialog mit weiteren (inter-)nationalen Wissenschaftler:innen zu fördern. Hierfür werden regelmäßig Expert:innen aus der Inklusions- und Sonderpädagogik eingeladen, die aus unterschiedlichen Blickwinkeln Einblicke in ihre aktuellen Forschungsprojekte geben.
Alle Interessierten sind herzlich willkommen!
Hier finden Sie das Plakat und weitere Informationen zum Kolloquium.
Das ab dem Sommersemester 2026 am Institut für Erziehungswissenschaft unter der Leitung von Dr. Raphael Fehrmann angesiedelte Lehrprojekt „Build with bricks for innovative schools“ wird durch die CLAAS Stiftung gefördert. Zentrales Ziel ist es, angehende Lehrkräfte nicht nur theoretisch auf ihren zukünftigen Bildungsauftrag vorzubereiten, sondern mit ihnen praktische Visionen der Schule der Zukunft zu entwickeln und ihnen Methoden an die Hand zu geben, mit denen sie den Wandel aktiv gestalten können. Dr. Raphael Fehrmann implementiert hierfür die international anerkannte Methode LEGO® Serious Play® in die Lehramtsausbildung. LEGO® Serious Play® ist eine wissenschaftlich fundierte, moderierte Denk-, Kommunikations- und Problemlösungsmethode, bei der durch die haptische Verbindung von Hand und Gehirn tiefgreifende Reflexionsprozesse über komplexe Themen angeregt werden. LEGO® Serious Play® eignet sich besonders für Lehramtsstudierende, weil die Methode komplexe pädagogische Fragestellungen – etwa zu Unterrichtsgestaltung, Inklusion oder Digitalisierung – in konkrete, anschauliche Modelle übersetzt und so Reflexionen über das eigene professionelle Selbstverständnis vertieft. Zugleich trainiert LEGO® Serious Play® zentrale Zukunftskompetenzen von Lehrkräften. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.
Seit zehn Jahren arbeiten am Zentrum für Interdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung (ZIN) der Universität Münster Wissenschaftler:innen disziplinenübergreifend zusammen, um die Transformation zur Nachhaltigkeit zu erforschen und transformativ voranzutreiben – darunter auch diverse Akteur:innen des IfE. Die vom ZIN ausgetragene Tagung „wissen(schafft)zukunft“ lädt dazu ein, gemeinsam auf Erkenntnisse und Entwicklungen im Kontext Nachhaltigkeit zurückzublicken, aktuelle Herausforderungen zu diskutieren und zukünftige Anliegen zu identifizieren. Zum Panel „Wie lernen wir Zukunft?“ wurden Dr. Raphael Fehrmann (IfE, Panelist) und Prof. Dr. Christian Fischer (IfE, Moderation) als Experten eingeladen, um gemeinsam mit Dr.’in Dörthe Masemann (MExLab), Prof. Dr. Christian Klein-Bösing (Institut für Kernphysik) und Prof.’in Dr. Regina Jucks (IPBE) zu diskutieren, wie Bildung im Zeichen der Transformation ausgestaltet werden kann: Wie können Lernende befähigt werden, gesellschaftliche, technologische und ökologische Wandlungsprozesse kritisch zu reflektieren und Lösungen verantwortungsvoll aktiv mitzugestalten? Eine Anmeldung zur Teilnahme ist bis zum 15.3.2026 über die Tagungshomepage möglich.
| Neues aus der AG Begabungsforschung und Individuelle Förderung
Begabungsförderung als zentraler Anlass der Schul- und Unterrichtsentwicklung ist der zentrale Untersuchungsgegenstand, der in dem Forschungsprojekt Begabungsförderung am Sächsischen Landesgymnasium Sankt Afra zu Meißen untersucht werden soll. Das Landesgymnasium hat sich ein neues Schulprogramm gegeben und will nun die aktuellen Entwicklungen wissenschaftlich begleiten lassen. Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt. Dabei werden die Perspektiven der Schüler*innen, Lehrpersonen, pädagogischen Mitarbeitenden im Internat sowie der Schulleitung und der Erziehungsberechtigten eingebunden. Das Projekt wurde von der Arbeitsgruppe Begabungsforschung und Individuelle Förderung unter der Leitung von Christian Fischer eingeworben. Fragen des Mentorings, also der engmaschigen Begleitung der Schüler*innen, werden durch Carly Abbenhaus bearbeitet. Die weitergehenden Aspekte, etwa zu veränderten Stundentafeln und zur Begabungsförderung werden von David Rott übernommen. Nach einigen Vorgesprächen seit dem vergangenen Sommer kam es nun zu einem ersten Schulbesuch in Meißen, in dem das Vorgehen für die Projektphase konkretisiert wurde. Die Ergebnisse werden für die datengestützte Schul- und Unterrichtsentwicklung genutzt und darüber hinaus in wissenschaftliche Publikationen überführt.
Zukünftig wird die Zeitschrift „Schule. Bildung. Inklusion – Zeitschrift für Qualifizierung und Transformation“ als eine double blind peer-reviewte und open access zugängliche Online-Fachzeitschrift am IfE erscheinen. Die Zeitschrift ist als Weiterentwicklung der QfI – Qualifizierung für Inklusion entstanden und wird unter anderem vom Team der AG Didaktik und Schulforschung in der inklusiven Bildung und Grundlagen der inklusiven Bildung und Sonderpädagogik herausgegeben. Die SBI versteht sich als interdisziplinär und multiparadigmatisch ausgerichtetes Medium, das für alle zu Bildungsprozessen forschenden Disziplinen offen steht. Publiziert werden theoretische und empirische Beiträge von z. B. didaktischer und konzeptioneller, theoretischer oder auch methodologischer Relevanz. Der Call für die erste Ausgabe 01.2027 ist gerade erschienen und richtet den Fokus auf Transformation. Weitere Informationen finden Sie hier.
Mit der Disputation hat Laura McCullagh (Arbeitsgruppe Forschungsmethoden / Empirische Bildungsforschung) ihr Promotionsverfahren am 5. Februar 2026 erfolgreich mit dem Prädikat summa cum laude abgeschlossen. In ihrer Arbeit mit dem Titel „The Measurement of Student Engagement: A Critical Examination of Operational Definitions and the Development of German-Language Scale“ widmete sie sich der Untersuchung des Konstrukts „Student Engagement“, das kognitive, behaviorale und affektive Dimensionen der Beteiligung im Unterricht erfasst. Obwohl es sich um ein im englischsprachigen Raum weit verbreitetes Konstrukt handelt, sind die Definition und Operationalisierung von Student Engagement umstritten. In ihrer Dissertation analysiert Frau McCullagh die theoretischen Unklarheiten, die zu der uneinheitlichen Operationalisierung des Konstrukts beitragen, und entwickelt Lösungsansätze. Aufbauend auf einer qualitativen Inhaltsanalyse englischsprachiger Selbstberichtskalen entwickelte sie anschließend ein deutschsprachiges Messinstrument. Im Rahmen einer konfirmatorischen Faktorenanalyse erzielte das a priori postulierte Messmodell gute Fit-Werte. Die Ergebnisse von Messinvarianz- und Item-Analysen sowie eine evaluative Inhaltsanalyse kognitiver Interviews bestätigen die Konstruktvalidität der Skala für die Verwendung mit Schüler:innen der Klassen 4 bis 6. Mit der Publikation der Dissertationsschrift wird die Skala für wissenschaftliche Zwecke frei verfügbar sein.
Die AG Berufsorientierung hat in Kooperation mit der InterVal GmbH zwei Forschungsprojekte zur Evaluation des bundesweiten Berufsorientierungsprogramms (BOP) erfolgreich eingeworben. Seit 2008 unterstützt das BOP Schüler*innen dabei, ihre Stärken zu erkennen, berufliche Perspektiven zu erkunden und ihre Berufswahlkompetenz weiterzuentwickeln. Das BOP ist Teil der Initiative Bildungsketten und wird vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) gefördert. Betreut wird das BOP durch die Servicestelle Berufliche Orientierung/Bildungsketten im Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in Bonn. Die Forschungsaufträge werden in Kooperation zwischen der InterVal GmbH (Hauptauftragnehmerin) und der Universität Münster (Unterauftragnehmerin), vertreten durch Prof.in Dr. Katja Driesel-Lange, umgesetzt. Die AG Berufsorientierung bringt ihre Expertise bei der Instrumentenentwicklung und Datenanalyse ein. Die von September 2025 bis Dezember 2026 laufende Evaluation umfasst zwei Projekte: Der erste Forschungsauftrag untersucht die Umsetzung und Wirkung der Potenzialanalysen und Berufsorientierungstage nach den neuen Qualitätsstandards von 2024. Der zweite Forschungsauftrag befasst sich mit den landesspezifischen Varianten der Ausgestaltung des BOP und deren strukturellen Rahmenbedingungen. Um die Forschungsfragen zu beantworten, wird ein umfassendes Mixed-Methods-Design angelegt, das relevante Akteure wie Schüler*innen, Lehrkräfte, Bildungsstätten und Verantwortliche in der Verwaltung einbezieht. Das Ziel der Untersuchung besteht darin, Handlungsempfehlungen zur Weiterentwicklung des Programms zu formulieren. Weitere Informationen zum Projekt finden sich hier.
In der Dokumentation „Die Entdeckung der Kindheit in der Kunst“ (Regie: Nicola Graef) hat Markus Kluge (AG Pädagogik der frühen Kindheit) als Interviewpartner mitgewirkt. Die Dokumentation zeigt anhand von Kinderporträts aus großen europäischen Museen, wie sich der Blick auf die Kinder vom 17. bis zum 20. Jahrhundert geändert hat. Sie begleitet die Ausstellung Kinder, Kinder! Zwischen Repräsentation und Wirklichkeit (28.11.2025-06.04.2026) im Bucerius Kunst Forum, Hamburg. Die Dokumentation wurde am 14.12.2025 bei ARTE ausgestrahlt und ist noch bis zum 13.03.2026 in der ARTE-Mediathek zu sehen.
Prof. em. Dr. Marianne Krüger-Potratz ist am 18. Januar 2026 im Alter von 82 Jahren in Berlin verstorben ist. 1984 wurde Marianne Krüger-Potratz als Professorin an die Universität Münster berufen. Hier lehrte und forschte sie bis 2009 im Feld der Interkulturellen und International Vergleichenden Erziehungswissenschaft. Seit 1986 leitete sie die Arbeitsstelle Interkulturelle Pädagogik und koordinierte den Zusatzstudiengang Deutsch als Zweitsprache/Interkulturelle Pädagogik. Von 2007-2010 leitete sie an der Universität Münster gemeinsam mit Prof. Dr. Siegfried Gehrmann das Internationale Zentrum für europäische Bildung. Marianne Krüger-Potratz war Mitgründerin der Kommission Interkulturelle Bildung in der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft. Als eine der Ersten wirkte sie daran mit, dass die Bedeutung migrationsgesellschaftlicher Diversität für institutionelle Erziehungs- und Bildungsprozesse von der Erziehungswissenschaft erkannt und systematisch bearbeitet wurde. Gleichzeitig machte sie durch ihre historische Forschung zu Bildungs- und Schulpolitiken deutlich, dass die Thematisierung von Migration und Diversität in institutionellen Bildungskontexten eine lange Vergangenheit hat – trotz der kurzen Geschichte der Fachdisziplin der Interkulturen Pädagogik. Auch nach ihrer Versetzung in den Ruhestand blieb Marianne Krüger-Potratz ihren Forschungsthemen verbunden, etwa im Herausgeber*innengremium der Zeitschrift Die Deutsche Schule, durch die aktive Teilnahme an wissenschaftlichen Tagungen und im Rat für Migration. Marianne Krüger-Potratz hat sowohl Mitarbeiter*innen als auch Studierende geprägt und für ihre Themen begeistert. Mit ihrer direkten, freundlichen und humorvollen Art hat sie sich immer respektvoll und wertschätzend für ihre Studierenden eingesetzt. Das Institut für Erziehungswissenschaft und die Universität Münster werden Marianne Krüger-Potratz als engagierte und ausgesprochen warmherzige Hochschullehrerin in dankbarer Erinnerung behalten.