InDi – Studien- und Forschungswerkstatt: Inklusion, Heterogenität und Diversität

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Aktuelles Programm

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Informationen zum aktuellen Programm


08.06.26 Workshop:

Konflikte in Schule und Unterricht annehmen – Beziehungsorientierte und verstehende Perspektiven auf herausfordernde Verhaltensdynamiken

Schüler*innen, die durch ihr Verhalten im schulischen Alltag auffallen, stellen Lehrkräfte insbesondere in inklusiven Settings vor komplexe Herausforderungen. Dies gilt in besonderem Maße für Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf im Förderschwerpunkt Emotionale und Soziale Entwicklung (FSP ESE).

Während im deutschsprachigen Raum bislang vor allem Programme dominieren, die auf eine unmittelbare Verhaltensänderung abzielen und somit häufig reaktiv ausgerichtet sind, setzt dieser Workshop einen bewusst anderen Schwerpunkt: Im Zentrum steht ein verstehender Zugang zu Verhalten.

Im Workshop wird der Umbraise-Ansatz vermittelt, der belastendes Verhalten nicht vorschnell sanktioniert, sondern als Ausdruck individueller Sinnkonstruktionen und Bewältigungsstrategien versteht. Ziel ist es, diese Perspektive für die pädagogische Praxis nutzbar zu machen und nachhaltige Handlungsmöglichkeiten zu eröffnen.

Die Teilnehmenden lernen, auch in herausfordernden Situationen ein tragfähiges und bedingungsloses Beziehungsangebot aufrechtzuerhalten bzw. wiederherzustellen. Anhand konkreter Fallbeispiele – idealerweise aus der eigenen Praxis der Teilnehmenden – werden gemeinsam neue Zugänge zum Umgang mit Konflikten und belastendem Verhalten erarbeitet.

Der Workshop eröffnet damit neue Perspektiven auf pädagogisches Handeln: Weg von der reinen Verhaltensdisziplinierung, hin zu einem tieferen Verstehen von Schüler*innen und ihren individuellen Lebensrealitäten.

Infos zum Dozierenden:

Thiede, Malte, M.A., Institut für Erziehungswissenschaft, AG Inklusive Pädagogik und Diversität, Universität Duisburg-Essen, Deutschland.

Arbeits- und Forschungsschwerpunkte: Verstehende Perspektiven auf Herausforderndes Verhalten (in Schule), Geschlechterforschung mit dem Fokus Männlichkeiten und Intersektionalität malte.thiede@uni-due.de
 


24.06.26 Workshop:

Silent Signals – starke Wirkung. Unterricht mit Händen und weiteren Hilfsmitteln erfolgreich strukturieren.

Heterogenen Lerngruppen kann mit einem durchdachten Classroom-Management, auf Basis einer wertschätzenden Lehrer-Schüler*innen-Beziehung, zu mehr Struktur und zu einem positiven Lernklima verholfen werden. In nahezu allen einschlägigen Werken zum Thema wird gefordert, dass Lehrkräfte Zeichen, Signale, Gesten oder Handzeichen einsetzen sollen – doch welche Handzeichen dies konkret sein können, wird in der Regel nicht thematisiert. In diesem Workshop werden, nach einem theoretischen Input, etwa 50 Handzeichen mit den Teilnehmer*innen eingeübt. Die Handzeichen beruhen auf Darstellungen aus der Deutschen Gebärdensprache (DGS). In Kombination mit weiteren Strukturierungshilfen, die ebenfalls Inhalt des Workshops sind, wird das Verstehen sozialer Zusammenhänge unterstützt und die Transparenz des Unterrichtsablaufs erhöht. Dadurch können inklusive Praktiken und Strukturen etabliert werden.

Infos zum Dozierenden:

Marcel Feichtinger ist Diplom-Pädagoge und Lehrer für sonderpädagogische Förderung. Seit 2002 unterrichtet er in Förderschulen und inklusiven Kontexten im Primar- und Sekundarbereich. Er war mehrere Jahre in der Lehrerfortbildung und Beratungssystemen im Auftrag der Schulaufsichten tätig. Aktuell promoviert er an der Technischen Universität Dortmund, wo er als abgeordnete Lehrkraft mit der Ausbildung von Lehrer*innen beauftragt ist.

Informationen zur InDi

Der Umgang mit Heterogenität, Diversität und Differenz stellt pädagogische Akteure vor die Herausforderung, professionelles Handeln an den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen orientiert zu entwickeln. Anspruch ist es dabei im Sinne inklusiver Bildung möglichst viel Teilhabe zu ermöglichen und Diskriminierung zu vermeiden.

Die Studien- und Forschungswerkstatt stellt einen Ort forschenden Lernens, interdisziplinären Dialogs und praktischer Erfahrung an der Universität Münster dar, um die Bandbreite der mit diesem Anspruch verbundenen Themen und Konzepte kennen zu lernen.

Studierende aller Lehrämter und der Erziehungswissenschaft sind eingeladen, in der Werkstatt Themen, Materialien und Konzepte aus dem Bereich inklusiver Bildung und Sonderpädagogik zu entdecken und sich dazu miteinander auszutauschen. Das geht einerseits integriert im Lehramtstudium im Rahmen von Begleitveranstaltungen unterschiedlicher Praxisphasen oder in außercurricularen Workshops für Studierende, die das reguläre Lehrangebot ergänzen und z.B. Themen wie alternative Sprachsysteme (z.B. Gebärden, Braille-Schrift, Unterstütze Kommunikation) aufgreifen.

Mitarbeiter:innen und Hochschullehrende können den Ort gern für Arbeitstreffen, Workshops und Veranstaltungen nutzen. Wenden Sie sich dazu an Sophie Mensing.

Dabei befindet sich die Werkstatt aktuell im Aufbau. Weitere Informationen folgen.