Herzlich willkommen am GKM

Im Centrum für Geschichte und Kultur des östlichen Mittelmeerraums (GKM) sind sämtliche Altertumswissenschaften der Universität Münster vernetzt: von A wie Altorientalistik bis Z wie Zyperninstitut. Unter den beteiligten Disziplinen sind neben den Historien besonders die Vielzahl an antiken Philologien, Archäologien sowie christliche und islamische Theologie und Judaistik herauszustellen.
Das GKM ist das altertumswissenschaftliche Rückgrat des Exzellenzclusters "Religion und Politik", der nun in der dritten Förderphase ist.
Mit dem interdisziplinären Masterstudiengang "Antike Kulturen des östlichen Mittelmeerraums (AKOEM)" wird das Netzwerk auch für die Lehre aktiviert.

Kurzfilm

3D-SCANNING im Archäologischen Museum

© WWU

Im Archäologischen Museum der Universität Münster werden mit Hilfe eines 3D-Scanners virtuelle Kopien erstellt. Die eingescannten Objekte können von Expert:innen auf der ganzen Welt genutzt werden. Dier ersten Gefäße, Münzen, Abgüsse und Steinfragmente wurden schon erfasst. Sie können nun digital beliebig gedreht sowie von allen Seiten betrachtet werden und geben so weit mehr Informationen als die Originale. Einen Einblick in das neu einigerichtete 3D-Labor des Archäologischen Museums gibt ein Image-Film der WWU.
Das 3D-Labor befindet sich im Erdgeschoss des Archäologischen Museums. Interessierte Besucher können durch eine Glasscheibe den Studierenden bei der Arbeit zuschauen.
Viel Spaß beim Anschauen des Films ... oder kommen Sie doch einfach einmal persönlich im 3D-Labor am Domplatz vorbei.

Wintersemester 2021/22

Altertumswissenschaftliche Vortragsreihen im Wintersemester

Im Wintersemester bieten die im GKM vernetzten Seminare und Institute wieder Vortragsreihen mit Münsteraner und auswärtigen Referierenden an.
Das vielfältige Angebot wird häufig wieder in Präsenz angeboten. Beachten Sie dazu bitte die aktuellen 3G-Regeln der WWU. Einige Veranstaltungen sind auch hybrid geplant.
Zudem organisiert das Netzwerk "Archäologie Diagonal" eine Ringvorlesung mit dem Thema "Den Blick weiten: Archäologie global".
Herzliche Einladung!

Ankündigung

Ringvorlesung im Wintersemester 2021/2022 - "Den Blick weiten: Archäologie global"

Das Netzwerk "Archäologie Diagonal" wird im Wintersemester 10 Jahre und lädt aus diesem Anlass herzlich zu der Ringvorlesung "Den Blick weiten: Archäologie global" ein.
Auswärtige Referent:innen werden über ihre Projekte in Südamerika, Zentralafrika sowie Ost- und Südostasien berichten. Die Vorträge werden zu Regionen führen, die ansonsten nicht im archäologischen Fokus der Universität Münster sind.

Den Auftakt macht Dr. GUNVOR LINDSTRÖM (Deutsches Archäologisches Institut – Eurasien Abteilung) mit dem Vortrag "Torbulok: ein Heiligtum im hellenistischen Fernen Osten".
Zeit: Montag, 18. Oktober, 18-20 Uhr
Ort: F2 im Fürstenberghaus, Domplatz 20-22 oder Zoom (Meeting-ID: 624 7015 9662 Kenncode: 438993)

FELDFORSCHUNG 2021: Bericht über die archäologischen Sommerkampagnen

ARTAXATA (Hauptstadt des antiken Königreichs Armenien) - Blick von Hügel XIII auf den Ararat
© WWU

Die ersten Archäologinnen und Archäologen der Universität Münster haben ihre Feldforschungen aufgenommen. In der vorlesungsfreien Zeit werden die Grabungen in Armenien, Bulgarien, Israel, im Irak und in der Türkei fortgesetzt. Auch Studierende können nun wieder mitfahren. Und der von der WWU neu angeschaffte 3D-Scanner wird ebenfalls mit im Gepäck sein.

In den nächsten Wochen werden wir die Projekte und die Erwartungen der Forschenden hier vorstellen.

Link zur Sommerreportage

NEWS: August 2021

Studierende machen antike Räume mit VR-Brillen erlebbar

© WWU_Kreppner

3D-Technologie hat für die Archäologie in den letzten Jahren stark an Popularität zugenommen. Um unsere Studierenden an diese Entwicklung heranzuführen, wurde bereits im Wintersemester 2020/21 auf Initiative von Professor Kreppner die Lehrveranstaltung "Modellierung von virtuellen Rekonstruktionen in der Archäologie" gestartet. Zunächst wurden Theorien und Methoden der wissenschaftlichen archäologischen Rekonstruktion vermittelt. Dann führte Sebastian Hageneuer von der Universität Köln in die Nutzung der Modellierungssoftware Cinema 4D ein. Der zweite Teil des Seminars fand in Form von Gruppenprojekten statt, bei denen die Teilnehmer:innen eigene Ideen etnwickelten und umsetzten. Anfang August wurden die Ergebnisse nun erlebbar. Im Senatssaal der Universität tauchten die Studierenden mit VR-Brillen in die von ihnen virtuell rekonstruierten Objekte und Räume ein. Sie waren begeistert davon, Altertum auf diese Weise zu erleben.

NEWS: August 2021

Jahrestagung der "European Academy of Religion" ab Ende August in Münster

Mitglieder des GKM mit Panels und Vorträgen dabei
© EuARe

Die „European Academy of Religion“ (EuARe) kommt mit ihrer Jahrestagung 2021 vom 30. August bis 2. September erstmals nach Deutschland. Unter dem Titel „Religion and Change“ (Religion und Wandel) werden an der Universität Münster 900 internationale Wissenschaftler:innen der interdisziplinären Religionsforschung erwartet. Der Exzellenzcluster „Religion und Politik“ richtet als Gründungsmitglied der Academy 15 der rund 160 Panels mit Themen aus seinem laufenden Forschungsprogramm aus. Anmeldungen sind noch bis zum 27. August möglich.

Mitglieder des GKM gestalten folgende Panels:

30. August
„Apocalyptic Images and Human Agency“
(Panelleitung: Judaist und evangelischer Theologe Prof. Dr. Lutz Doering; Vortrag unter anderem von Theologe Florian Neitmann)

31. August
„Text and Ritual in the Hebrew Bible and the Ancient Near East“
(Panelleitung: Alttestamentler Prof. Dr. Reinhard Achenbach und Prof. Dr. Christophe Nihan; Vorträge unter anderem von dem Theologen Prof. Dr. Rüdiger Schmitt)

1. September
„Religion in Antiquity“

(Panelleitung: Ägyptologin Prof. Dr. Angelika Lohwasser und Althistoriker Prof. Dr. Hans Beck; Vorträge unter anderem von den Althistorikern Prof. Dr. Johannes Hahn, Prof. Dr. Patrick Sänger und Marian Helm sowie der Archäologin Dr. Sophia Nomicos)

Das komplette Programm finden Sie hier

NEWS: August 2021

53. Deutscher Historikertag vom 5. bis 8. Oktober

© Historikertag 2021

Unter dem Motto "Deutungskämpfe" wurde ein umfangreiches Programm zusammengestellt, das weitestgehend digital stattfinden wird. "Die Geschichtswissenschaft kann konkurrierende Narrative offenlegen und ein tiefergehendes Verständnis für die Komplexität historischer Entwicklungen ermög- lichen", erläutert die Vorsitzende des VHD, Prof. Dr. Eva Schlotheuber, die Wahl des Themas. Israel ist das Partnerland des 53. Deutschen Historikertages. Damit soll die besondere Bedeutung der Geschichte Israels und des Nahen Ostens insgesamt für die deutsche und europäische Wissenschaftslandschaft unterstrichen werden. 
Promovierende und Young Professionals sind nicht nur an den Sektionen beteiligt, es gibt für sie auch spezielle Angebote.
Aus dem GKM sind folgende Mitglieder als Referent:innen dabei: Prof. Dr. Hans Beck, Prof. Dr. Drews, Prof.in Dr. Kathrin Kogman-Appel, Prof. Dr. Dieter Vieweger.

NEWS: Juni 2021

Umweltbelastung schon in der Antike

Archäologische Funde aus der antiken Stadt Gerasa belegen Schwermetalle im Boden
© Danish-German Jerash Northwest Quarter Project

Umweltverschmutzung ist aktuellen Forschungen zu Folge kein Phänomen der Moderne. Schon in der Antike litten Menschen beispielsweise unter Bleivergiftungen. Die Römer nutzten das Schwermetall in großem Stil als Material für Wasserrohre und mitunter sogar zum Süßen von Wein. Archäologen und Geologen der Universitäten Münster, Aarhus, St. Andrews und Stirling haben nun entdeckt, dass sich im Umfeld mittelgroßer antiker Städte über Jahrhunderte hinweg bereits viele kleine Mengen des Schadstoffs im Boden angesammelt haben. Zwar geschah die Umweltzerstörung noch nicht im gleichen globalen Maßstab wie heute, verseuchter Boden und belastetes Trinkwasser machten jedoch auch schon damals krank.

Seit 2011 forscht ein deutsch-dänisches Team des „Jerash Northwest Quarter Project“ unter der Leitung von Achim Lichtenberger aus Münster und Prof. Dr. Rubina Raja aus Aarhus in der antiken Stadt Gerasa auf dem Gebiet des heutigen Jordanien. Immer wieder wunderten sich die Forscher über die Belastung des Bodens mit Schwermetallen, denn Bleirohre wurden in Gerasa nur sehr selten entdeckt, ebenso wenig gab es dort Metallindustrie oder Bergbau. Neu bei der archäologischen Erforschung ist, dass handwerkliche und alltägliche Aktivitäten in den Blick genommen wurden, also kleinste Verursacher. Prof. Dr. Achim Lichtenberger vom Institut für Klassische Archäologie bringt es auf einen Nenner: "Das Prinzip Kleinvieh macht auch Mist, galt schon damals."  Eine Studie zeigt nun, dass alltägliche Aktivitäten wie die Herstellung und Nutzung von Metallgegenständen für die hohen Schwermetall-Belastungen verantwortlich waren. Nicht einzelne Großproduzenten haben diese Umweltverschmutzung verursacht, sondern zahlreiche Kleinaktivitäten, die auf eine hohe Bevölkerungsdichte und Urbanisierung zurückzuführen sind.

„Die Kontaminationspfade spiegeln eine langfristige menschengemachte Umweltverschmutzung auf lokaler und regionaler Ebene seit der Römerzeit wider“, unterstreichen die Autoren der Studie, die im Juni in der internationalen Online-Fachzeitschrift der Public Library of Science „PLOS ONE“ veröffentlich wurde. Sie fordern, dass die alltägliche städtische Nutzung und Wiederverwendung von Schwermetallquellen künftig bei historischen Untersuchungen mitberücksichtigt werden.

NEWS: Mai 2021
© Sandberg

Johannes Hahn wird Ehrentitel der Universität Budapest verliehen

Dem Althistoriker Prof. Dr. JOHANNES HAHN wurde am 7. Mai 2021 der Titel "Doctor et Professor Honoris Causa" von der Eötvös Loránd Universität Budapest verliehen. Die Zeremonie fand wegen der Covid19-Pandemie online statt. Wir gratulieren herzlich!

NEWS: Mai 2021

Frühjahrskampagne 2021 in Armenien: Hinweise auf ausgedehnte antike Bebauung in Artaxata

© WWU_Schreiber

Seit 2018 erforscht ein Team von armenischen und deutschen Wissenschaftler:innen unter der Leitung von Prof. Dr. Achim Lichtenberger (WWU Münster), Dr. Mkrtich Zardaryan (Armenische Akademie der Wissenschaften) und Dr. Torben Schreiber (WWU Münster) die hellenistische Metropole Artaxata in der Ararat-Ebene (Armenien). In diesem Frühjahr konnte - gefördert von der DFG - eine kleine Gruppe von Forscher:innen in einer Kampagne die Ausdehnung des Stadtareals untersuchen. Auch der von der WWU finanzierte 3D-Handscanner kam bei der Kampagne zum Einsatz. Im Sommer hofft das Team darauf, auch wieder Studierende mit nach Artaxata nehmen zu können.      

NEWS: April 2021

Der Olymp: viele Götter, aber menschenleer

Forschungspodcast "Religion und Politik" - Folge 2 mit dem Archäologen Professor Achim Lichtenberger
© WWU_EXC

Der Olymp - das berühmte Bergmassiv war nach griechischer Mythologie von Göttern bevölkert, im wahren Leben aber laut Archäologen über Jahrtausende fast menschenleer. So konnte der höchste Berg des Landes vom Altertum bis heute zur Projektionsfläche für ungewöhnlich viele menschliche Phantasien werden – religiös, politisch oder popkulturell. Der Archäologe Prof. Dr. Achim Lichtenberger hat soeben das erste Grundlagenwerk zum Olymp seit fast hundert Jahren vorgelegt. Der "Sitz der Götter" wurde in der Antike kaum betreten und selbst in der Neuzeit erst 1912 bestiegen. Der Experte wirft in der zweiten Folge des Forschungspodcasts "Religion und Politik" Licht auf diesen Berg.

NEWS: März 2021
© WWU

Zwei Altertumswissenschaftlerinnen Fellow im Stipendienprogramm WiRe

Women in Research (WiRe) ist ein Stipendienprogramm für internationale Forscherinnen ab dem Postdoc-Level für einen Forschungsaufenthalt an der WWU. Es bietet Nachwuchswissen- schaftlerinnen die Möglichkeit, an die Universität Münster zu kommen, um die Forschungs- und Entwicklungsmöglichkeiten der Universität sowie die Stadt Münster kennenzulernen.
Die Archäologin Dr. ALEKSANDRA KUBIAK-SCHNEIDER forscht am Institut für Klassische und Christliche Archäologie. Sie wird in diesem Umfeld ihr Projekt "Pre-Roman roots of cult of the god Bel in Syria and Jordan from the 1st to the 3rd centuries CE" voranbringen.
Die Althistorikerin Dr. JULIETTE STEINHAUER (University College London) ist seit dem 1. März am Seminar für Alte Geschichte. Sie arbeitet mit Professor Beck am EXC Forschungsprojekt 'Lokale Religionen im Antiken Griechenland', mit einem Schwerpunkt auf religiösen Kommunikationen in der Ägäis.

NEWS: März 2021
© Aschendorff Medien

Start der Kinder-Uni 2021: AUSGRABUNGEN oder Was erzählen Scherben über die Vergangenheit?

Die Kinder-Uni startet in diesem Jahr mit einer Reise in die Vergangenheit. Prof. Dr. Florian Janoscha Kreppner vom Institut für Altorientalistik und Vorderasiatische Archäologie der Universität Münster (WWU) erklärt anhand anschaulicher Beispiele, was Archäologen bei wissenschaftlichen Ausgrabungen finden und was ihnen diese Funde über das Leben der Menschen vor vielen Tausend Jahren erzählen.
Er wird dabei unter anderem folgenden Fragen nachgehen: Wie haben die Menschen in weit zurückliegenden Jahren gewohnt? Wozu haben die Menschen damals welche Gefäße verwendet? Warum werden Grabungsstätten oft ausgeraubt, und wieso ist das ein großes Problem?
Die Kinder-Vorlesung wird digital stattfinden (Zoom).
Zeit: Die Veranstaltung beginnt am Freitag, 12. März, um 16:15 Uhr.

NEWS: Februar 2021
© EXC "Religion und Politik"

Masterclass mit JAN ASSMANN

Am Donnerstag, 4. Februar 2021 fand an der Universität Münster eine Masterclass mit Professor Jan Assmann unter dem Titel "Religion – Gewalt – Gedächtnis" statt. Der Kulturwissenschaftler und Ägyptologe ist derzeit Hans-Blumenberg-Gastprofessor am Exzellenzcluster „ Religion und Politik“ der WWU.
Studierende und Doktoranden der WWU, die sich im Rahmen ihrer Forschung mit Fragestellungen zu religiöser Gewalt und Erinne- rungskulturen befassen, waren herzlich dazu eingeladen. Die Teilnehmenden trugen mit einem Inputreferat über ihre Forschung zu einem fruchtbaren Austausch bei und setzten so Impulse für die interdisziplinäre Diskussion.

Plakat zur Ausschreibung

NEWS: Dezember 2020
© privat

Millionen-Förderung für Altorientalistin

Der Europäische Forschungsrat (ERC) hat die neu an die Universität Münster berufene Altorientalistin Prof. Dr. Kristin Kleber mit dem ERC "Consolidator Grant" ausgezeichnet. Für das Projekt mit dem Titel "Governance in Babylon: Negotiating the Rule of Three Empires" (GoviB) erhält sie für die kommenden fünf Jahre etwa zwei Millionen Euro.
Bei dem Projekt handelt es sich um eine historische Studie des Regierens in der antiken Hauptstadt Babylon. Das Projekt untersucht, wie Herrschaft verhandelt und realisiert wurde, insbesondere im Spannungsfeld zwischen den lokalen Eliten der Hauptstadt und der Königsherrschaft. Dafür stehen mit den Privatarchiven der lokalen Eliten in Babylon neu zu erschließende Quellen zur Verfügung. Kristin Kleber wird eine Erstedition dieser Texte anfertigen, die sich heute im Vorderasiatischen Museum in Berlin befinden.

© WWU_Forschungsstelle Asia Minor
BERICHTE

Grabungskampagne 2020 in Doliche (Osttürkei)

Das Team der Forschungsstelle Asia Minor war auch in diesem Sommer wieder auf ihrem Grabungs- gelände in der Osttürkei. Im August und September wurden im Stadtgebiet von Doliche und im Heiligtum des Jupiter Dolichenus auf dem Dülük Baba Tepesi Grabungs- und Konservierungsmaßnahmen durchgeführt. Acht Wochen lang legten die Wissenschaftler um Prof. Dr. Engelbert Winter reich ornamentierte Mosaike mit Fisch-Darstellungen sowie bemalte Marmorreliefs frei. „Die Funde werfen ein neues Licht auf die Entwicklung des Kirchenbaus im Nahen Osten zwischen dem 4. und 7. Jahrhundert nach Christus“, erläutert Engelbert Winter von der Forschungsstelle Asia Minor im Seminar für Alte Geschichte.
Inzwischen sind die Expert*innen wieder zurück und die Grabung ist winterfest.

© WWU_Lianne Hecht
THEMA: Kleine Fächer

Kleine Fächer - Große Potenziale

Die globale Welt wandelt sich schnell und ständig. Die hohe Dynamik ist eine Herausforderung, die es zu bewältigen gilt. Bewaffnete Konflikte, Menschenrechtsverletzungen und Umweltverschmutzung sind nur drei der gesellschaftlichen Probleme, für die es Lösungen braucht. Einen Beitrag dazu leisten die "Kleinen Fächer" in den Geisteswissenschaften.
In der Sonderausstellung "WeltWeit Unverzichtbar. Kleine Fächer für große Themen" zeigte das Archäologische Museum der Universität Münster von Januar bis März 2020 , wie sich globale Phänomene besser verstehen lassen. Inzwischen ist diese Sonderausstellung zu einer digitalen Ausstellung geworden, die kontinuierlich erweitert wird.  

2021 laden HRK und BMBF zu einer digitalen Themenwoche Kleine Fächer ein, die vom 8. bis zum 11. März stattfinden wird. Sie hat zum Ziel, die Situation der Kleinen Fächer und ihre Entwicklungsperspektiven im deutschen und europäischen Wissenschaftssystem mit einer breiten Fachöffentlichkeit zu diskutieren.

© WWU
THEMA: Digitalisierung an der Universität Münster

Digitalisierung in den altertumswissenschaftlichen Fächern

Dokumentations- und Analysekitts, Multimediareportagen und online-Lernplattformen: Digital Humanities ist für die Altertumswissenschaften ein hochdynamisches Forschungsfeld, das die Erkenntnisinteressen der Geistes- und Kulturwissenschaften mit den datenverarbeitenden Verfahren der Informatik verbindet.
Digitale Arbeitsweisen, Methoden und Techniken können wissenschaftliche Arbeiten erheblich ver- einfachen und beschleunigen. Dadurch sind ganz neue Fragestellungen möglich.  Digitale Technologien spielen gerade in den Archäologien eine stetig wachsende Rolle, die in den Projekten der Universität Münster zum Einsatz kommen.
Die Digitalisierung von Texten, die Erarbeitung komplexer digitaler Editionen und die Herstellung maschinell analysierbarer Korpora sind eine Grundlage zukunftweisender Forschungen in den Text- wissenschaften. Die digitale Technologie unterstützt Prozesse, die zuvor in mühsamer Handarbeit durchgeführt werden mussten. Bei der Präsentation und Publikation des Materials bietet die Digita- lisierung neue Möglichkeiten, die insbesondere auch der Öffentlichkeit Forschungsergebnisse besser zugänglich machen.
Diese Entwicklungen in der altertumswissenschaftlichen Forschung und Lehre an der WWU zielen darauf ab, dass die Studierenden ein Verständnis für Digitalität erwerben, das sie handlungsfähig macht in Bezug auf neue Technologien und die damit verbundenen Veränderungen in den geisteswissen- schaftlichen Disziplinen.

© DEIAHL2020
THEMA: Biblische Archäologie

Ausgrabungen auf dem Zionsberg

Die Grabungen unseres Kooperationspartners, das Deutsche Evangelische Institut für Altertumswissenschaft des Heiligen Landes (DEI), auf dem Zionsberg haben das Ziel, den seit über einem Jahrhundert diskutierten Fragen nach dem Verlauf der eisenzeitlichen Stadtmauern Jerusalems nachzugehen. Die bisherigen Kampagenen zeigen: Unsere Vorstellungen vom alttestamentlichen Jerusalem des 8. Jh. v. Chr. müssen deutlich verändert werden - die Stadt war offenkundig kleiner als bisher gedacht.
Die alttestamentliche Stadt des 8. Jh. v. Chr. unter dem König Hiskia war ummauert. Sie war größer als die heutige Davidstadt, die bereits im 18. Jh. v. Chr. angelegt wurde (Kanaanäer) und im 10. Jh. von David erobert wurde. Die Stadt des 8. Jh. v. Chr., die König Sanherib belagerte, muss die assyrischen Flüchtlinge aus dem israelischen Norden mit eingeschlossen haben – war also deutlich größer als die Davidstadt. In den bisherigen Rekonstruktionen wurde die Stadt des 8. Jh. unter Einschluss des gesamten Zionsberges recht weitläufig, um nicht zu sagen ‚riesig‘ rekonstruiert. Von dieser Idee muss man sicher Abstand nehmen und sich mit kleineren Lösungen anfreunden. In den kommenden Jahren wird dies archäologisch nachzuweisen sein …, das wird aber einige Zeit dauern. Wir stehen mit dieser Frage wieder am Anfang!

arkuBiD - Archäologisch-kunsthistorische Bilddatenbank

Lizenz steht GKM-Mitgliedern zur Verfügung