DFG fördert neue Untersuchungen zu "Münster-Mumie"

© Archäologisches Museum/Lianna Hecht

Wer war der Mann, dessen Mumie im Untergeschoss des Archäologischen Museums der Universität Münster ausgestellt ist? Wieso wurde er in einem Sarg, der einige Jahrhunderte älter ist als er selbst, bestattet? Und wie kamen Mumie und Sarg in den Besitz des Kaufmanns Wilhelm Schmitz-Scholl, einem Spross der Tengelmann-Gründerfamilie? Wahrscheinlich werden diese spezifischen Fragen für immer ungeklärt bleiben. Doch Ägyptologin Prof. Dr. Angelika Lohwasser und Projektmitarbeiter Dr. Marc Loth sowie das Team des Archäologischen Museums hoffen, dass sich durch das neue, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit 170.000 Euro geförderte Projekt "Geschichte(n) in einem "dichten Befund" - eine multidisziplinäre Untersuchung des ägyptischen Sarges mit Mumie in Münster" zahlreiche neue Erkenntnisse zum Alltag in Ägypten vor 3.000 Jahren ergeben.

Emanzipation durch Bildung

Alexander Haindorf und seine Enkelkinder Robert und Agnes (Gemälde von Caspar Görke, 1854)
Alexander Haindorf und seine Enkelkinder Robert und Agnes (Gemälde von Caspar Görke, 1854)
© Caspar Görke/LWL-Museum für Kunst und Kultur

Das Archäologische Museum würdigt bis zum 16. November Dr. Alexander Haindorf, den ersten jüdischen Privatdozent der Universität Münster, und die Marks-Haindorf-Stiftung mit einer Sondervitrine. Ausgewählte historische Objekte und Dokumente geben Einblicke in Haindorfs Bildungsvision und die wechselvolle Geschichte der von ihm begründeten Institution. Ein besonderes Highlight ist ein Ehrenpokal aus dem Jahr 1850, den die "Israelitische Gemeinde" Alexander Haindorf anlässlich des 25-jährigen Bestehens seiner Bildungsinitiative widmete.