Vortrag zur ältesten Kirche Armeniens

© AGAP

Der Direktor des Archäologischen Museums, Prof. Achim Lichtenberger, und Kurator Dr. Torben Schreiber erzählen nächsten Mittwoch (22. April) von ihren Grabungen in der antiken Stadt Artaxta im heutigen Armenien. Dort haben sie unter anderem die älteste bisher bekannte christliche Kirche Armeniens, einen Achteckbau mit kreuzförmigen Anbauten, entdeckt. In den Anbauten entdeckten die Forscher Überreste von Holzplattformen, die mithilfe der Radiokarbondatierung auf die Mitte des vierten Jahrhunderts nach Christus datiert werden konnten. Das Gebäude, dessen Oktogon einen Durchmesser von circa 30 Metern hat, war mit einem einfachen Mörtelfußboden und Terrakottaplatten ausgestattet. Funde aus Marmor deuten darauf hin, dass es aufwändig mit diesem aus dem Mittelmeerraum importierten Material geschmückt war.

Der Vortrag findet um 18 Uhr im Hörsaal F4 des Fürstenberghauses, Domplatz 20-22, statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt ist frei.

Der Duft von Jasmin

Dr. Thorsten Kruse (Zypern-Institut), Eleni Mouzourou, Marianna Christofides (Kulturattachée der zyprischen Botschaft), Dr. Torben Schreiber (Archäologisches Museum), Natis (v.l.)
Dr. Thorsten Kruse (Zypern-Institut), Eleni Mouzourou, Marianna Christofides (Kulturattachée der zyprischen Botschaft), Dr. Torben Schreiber (Archäologisches Museum), Natis (v.l.)

Die strategische Lage Zyperns führte schon seit vorhistorischen Zeiten dazu, dass die Mittelmeerinsel zu einem Schmelztiegel der Kulturen wurde. Vom Festland kamen nicht nur Griechen, Perser, Römer, Türken, sondern auch Pflanzen. Eine von ihnen ist der auf Zypern weitverbreitete Jasmin, der am 28. April im Mittelpunkt einer Performance der zyprischen Künstler*innen Eleni Mouzourou und Natis steht. Die Zierpflanze ist verankert in lokalen und entstehenden zypriotischen Gemeinschaften und dient als Ausgangspunkt für Geschichten von Hybridität und Veränderung. Die Lecture Performance „Distillation Conversations_yasemin“ findet um 18 Uhr im Archäologischen Museum in englischer Sprache statt. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung wegen des begrenzten Platzangebots bis zum 24. April unter zypern@uni-muenster.de notwendig.

Wissenschaftler aus dem Sudan zu Gast

Prof. Dr. Mohamed Albdri Sliman Bashir und Prof. Dr. Angelika Lohwasser
Prof. Dr. Mohamed Albdri Sliman Bashir und Prof. Dr. Angelika Lohwasser
© Uni MS/Brigitte Heeke

In der aktuellen Ausgabe der Universitätszeitung schildert der sudanesische Archäologe Prof. Mohamed Albdri Sliman Bashir die Zerstörungen, die der Krieg, der seit 2023 in seinem Heimatland wütet, auch unter den archäologischen Schätzen des afrikanischen Landes hervorgerufen hat. Der Professor der University of Khartoum ist derzeit auf Einladung von Prof. Angelika Lohwasser, Direktorin des Instituts für Ägyptologie und Koptologie, in Münster.

An der dortigen Forschungsstelle Alter Sudan forscht er zur Archäologie des Sudan. Bashir ist Spezialist für Siedlungsmuster und die antike Urbanisierung im Königreich Kusch (etwa 1000 vor bis 350 nach Christus). In seiner aktuellen Forschung verbindet er traditionelle archäologische Analysen mit molekularen Ansätzen, etwa DNA- und Isotopenuntersuchungen, und Interviews mit lokalen Gemeinschaften, um so ein umfassendes Verständnis der Vergangenheit und Gegenwart der Region zu erlangen.