| Münze des Monats Mai
Münze des Monats Mai

Maßgeschneiderte Kopie

© Archäologisches Museum/Robert Dylka

Während die ersten Münzen in Griechenland und Rom bereits im sechsten Jahrhundert vor Christus verwendet wurden, lernten die Kelten das Konzept des Münzgeldes erst im vierten und dritten vor Christus bei Wanderungen nach Italien, Griechenland und Kleinasien kennen. Deshalb orientierten sich die ersten keltischen Münzen an griechischen Vorbildern, insbesondere an den goldenen Stateren und silbernen Tetradrachmen Philipps II. von Makedonien und seines Sohnes, Alexander des Großen. Im Laufe der Zeit wurden die kopierten Münzbildmotive jedoch zunehmend vereinfacht und verfremdet, so dass schließlich eigene Münztypen entstanden.

Unsere "Münze des Monats" zeigt besonders deutlich diese Evolution der Zahlungsmittel. Die so genannte Tetradrachme des "Kroisbacher Typs" wurde zwischen 150 und 50 vor Christus in Österreich oder Westungarn geprägt. Auf dem Avers (Bild 2) ist ein Kopf abgebildet, dessen Vorbild vermutlich ein Apollonkopf mit "griechischem Profil" war. Auf dem Revers (Bild 1) ist ein Reiter zu erkennen, dessen Körperformen auf Arm und Kopf reduziert sind, vermutlich diente der "Königsreiter" der Tetradrachmen Philipps II. von Makedonien als Inspiration.