Herzlich willkommen beim Netzwerk "Archäologie Diagonal"

Archäologie Diagonal ist ein 2011 gegründetes Netzwerk archäologischer Wissenschaften an der WWU Münster, welches im gegenseitigen Austausch an der Rekonstruktion vergangener Lebenswelten von Nordeuropa bis in die Sahara, von der iberischen Halbinsel bis Südasien in einem Zeitraum von der Sesshaftwerdung des Menschen bis ins Mittelalter arbeitet. Dem Netzwerk haben sich mittlerweile über 50 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher archäologischer Disziplinen angeschlossen.
Die Universität Münster erweist sich hierbei als außerordentlich produktiver Standort, da hier nahezu alle archäologischen Wissenschaften vertreten sind, die national und international eng vernetzt sind.

Aktuelle Info: Die nächste Sitzung im Wintersemester 2022/23 ist am 30. Januar um 18 Uhr c.t.
© EMCC
© WWU_Moustakis
Aktuelles

Präsidentin des Deutschen Archäologischen Instituts eröffnet Ringvorlesung "Cultural Heritage"

Im Wintersemester bietet das Netzwerk "Archäologie Diagonal" die Ringvorlesung "Cultural Heritage. Herausforderungen globalen Kulturerhalts" an. Das kulturelle Erbe ist Zeugnis der menschlichen Schaffens- und Schöpfungskraft und wird deshalb geschützt, erhalten und dokumentiert. Es kann politisch instrumentalisiert werden, schwebt in latenter und oft eklatanter Gefahr, ist aber für Identitätsbildung und Partizipation fundamental. Die Ringvorlesung beschäftigt sich mit ganz unterschiedlichen Aspekten von "Cultural heritage".

Eröffnet wird die Vorlesungsreihe durch einen Vortrag von Prof. Dr. Dr. h.c. Friederike Fless, der Präsidentin des Deutschen Archäologischen Instituts in Berlin. Das Deutsche Archäologische Institut ist auf fünf Kontinenten in über 350 Projekten archäologisch tätig und damit nicht nur eine der ältesten, sondern auch größten Institutionen der Archäologie überhaupt. Viele der münsteraner Forschungsprojekte der Altertumswissenschaften kooperieren mit dem DAI, und so ist es uns eine große Ehre, dass Frau Fless als Präsidentin des DAI in unserer Ringvorlesung den Auftakt macht. Sie spricht zu dem Thema "Public engagement in archaeology: Zwischen Öffentlichkeitsarbeit und Kulturgutrettung".

Zeit: Montag, 24. Oktober, 18.15 Uhr c.t.

Ort: F2 (Fürstenberghaus, Domplatz 20-22) und hybrid: Zoom-ID 624 7015 9662, Kenncode 438993

Programm der Ringvorlesung

© Archäologisches Museum
November 2022

Sonntagsvorträge im Archäologischen Museum

Die Sonntagsvorträge im archäologischen Museum rücken im November die Münzprägungen der Kleopatra Thea in den Fokus und gehen der Frage nach, inwiefern auf diesen seleukidischen Münzen eine Ptolemäerin gezeigt wird.

Kleopatra Thea wurde 165 v. Chr. als Tochter des ptolemäischen Königs Ptolemaios VI. geboren. Sie hatte drei seleukidische Ehemänner an deren Seite sie als Frau ptolemäischer Herkunft das seleukidische Reich regierte. Nach dem Tod ihres dritten Manns Demetrios II. war sie für einige Monate allein Königin in Ptolemais-Ake, heutiges Akko in Israel. Kurz darauf erhob sie ihren Sohn Antiochos VIII. zum König und regierte als Mutter an dessen Seite bis sie 121 v. Chr. von diesem umgebracht wurde.

Zeit: 6., 13. und 27. November, um 14.15 Uhr

Ort: Domplatz 20-22. Der Vortragsraum F 33 ist über den linken Seiteneingang zugänglich.

© WWU
AKTUELLES

AUF GRABUNG: Die Feldforschungskampagnen 2022 der Münsteraner Archäolog:innen

In der vorlesungsfreien Zeit wurden die Grabungen in Armenien, Bulgarien, in Israel und im Irak fortgesetzt. Neu ist ein Feldforschungsprojekt in Sparta (Griechenland) gestartet. Auch Studierende waren in diesem Sommer wieder mitgefahren und haben ihre Kenntnisse durch praktische Erfahrungen erweitert. Und der mobile 3D-Scanner war ebenfalls wieder mit im Gepäck.

Nun bereiten sich die nächsten Teams für ihre Feldforschungskampagnen in Israel und im Sudan vor, die traditionell in den Wintermonaten stattfinden.  

Die Projekte und Erwartungen stellen wir in unserer  Reportage "Feldforschung 2022" vor.

AKTUELLES

"Neues aus der Alten Welt" - Der Podcast zum antiken Mittelmeerraum - Folge 7

© WWU_NADAW

Welche Relevanz hat die Bibel für die heutige Zeit? Welchen Mehrwert hat die Kombination von alttestamentlicher Textwissenschaft und Altorientalistik? Und warum ist Gremienarbeit in der Universität so wichtig? Diesen und weiteren Fragen gehen Felix Schäfer und Nikola Moustakis im Gespräch mit Ludger Hiepel, Akademischer Rat am Institut für Biblische Exegese und Theologie (IBET) der Katholisch-Theologischen Fakultät, nach.   

Die aktuelle Folge hat zudem folgende Besonderheit: Sie ist ein Joint Venture mit dem Theopodcast, den Herr Hiepel 2020 ins Leben gerufen hat.   

Der Podcast ist auf den gängigen Streamingplattformen wie Spotify, Deezer, AmazonMusic zu finden und ebenso über die Homepage des GKM.

Neue Episoden werden jeweils am dritten Montag des Monats eingestellt.

© privat

Prof. Dr. Angelika Lohwasser in Akademie der Wissenschaften aufgenommen

Die Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz hat die Ägyptologin Prof. Dr. Angelika Lohwasser als neues Ordentliches Mitglied der Geistes- und sozialwissenschaftlichen Klasse aufgenommen.

Die Akademie ist eine überregionale Vereinigung von Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Literatur und Musik. Sie ist ein Ort des Dialogs, in dessen Mittelpunkt der disziplinenübergreifende Austausch steht, und trägt auf diese Weise zur Bewahrung und Förderung des kulturellen Erbes bei.

Neben der WWU-Ägyptologin wurden fünf weitere Mitglieder neu in die Akademie aufgenommen.

Wir gratulieren herzlich zu dieser Auszeichnung.

© WWU

Warum sterben Städte?

Im aktuellen ZIN-Blogbeitrag stellt der Archäologe Achim Lichtenberger Bedingungen für Resilienz von Städten vor und zeigt, wie hilfreich dafür ein Blick in die Geschichte ist. Ein internationales Forschungsteam unter Federführung der Universitäten Aarhus und Münster untersucht seit 2011 die antike Stadt Gerasa (Jordanien). Die Archäologen gehen dabei auch der Frage nach: Weshalb bedeutete das Erdbeben 749 n. Chr. das Ende der  Stadt Gerasa, die lange Zeit resilient gewesen war?

© LWL/Witte

Archäologische Zeitmaschine in Münster - Bielefeld - Bocholt - Siegen - Dortmund

Die LWL-Altertumskommission für Westfalen und die LWL-Archäologie laden zu einer virtuellen Zeitreise ein: Dazu schicken sie im August und September eine "Archäologische Zeitmaschine" auf die Reise durch Westfalen. Der Stand mit der Zeitmaschine wandert vom 8. August bis zum 10. September in fünf Innenstädte (Münster, Bielefeld, Bocholt, Siegen, Dortmund). Die Besucher:innen erleben mit Spezialbrillen Kurzfilme in "Virtual Reality"-Qualität zu drei archäologischen Fundstätten in Westfalen-Lippe. In virtueller Realität (VR) geht es für jeweils drei Minuten in die Jungsteinzeit, die Römerzeit und ins Mittelalter.

Stationen sind Münster (Arkaden) Montag 8.8. bis Samstag 13.8.2022 // Bielefeld (Loom) Montag 15.8. bis Samstag 20.8.2022 // Bocholt (Arkaden) Montag 22.8. bis Samstag 27.8.2022 // Siegen (City Galerie) Montag 29.8. bis Samstag 3.9.2022 // Dortmund (Thier Galerie) Montag 5.9. bis Samstag 10.9.2022

Mit dabei am Stand: der "DeLorean"-Sportwagen aus dem Kult-Kinofilm "Zurück in die Zukunft" (1985).

Wir wünschen gute Reise!

Juli 2022

"Bridges in Antiquity" - International Workshop in Münster (hybrid)

© WWU

River courses, straits and gorges have always formed natural obstacles. Depending on the topographical situation, it was necessary to cross them. Various options were developed in Antiquity such as fords, ferries, or bridges. The type of crossing is related to the natural conditions as well as the technical knowledge. Moreover, it is determined by the demands. For example, crossings can be built for temporary or permanent purposes. They thus form parts of roads and of the infrastructure but their functions and meanings reach beyond that, as written and material sources show.

Likewise, rivers and other obstacles are ascribed various meanings, for example religious ones due to river deities. This can also influence the significances of a crossing. Thus, in addition to physically existing crossings, these are also used as metaphors from philosophical or theological points of view, as for the transition from life to death. For all of these aspects approaches from spatial theory carry special relevance.

 

Organization: Anna Falke, M.A. & Florian Neitmann, Mag. Theol.

Venue: JO 101, Johannisstraße 4, 48143 Münster and via Zoom (see flyer below)

Flyer

Januar 2022

Graben im Gestern – die Erforschung der antiken Stadt Doliche

Ein WWU-Podcast mit Prof. Dr. Engelbert Winter
© WWU - Sophie Pieper

Seit 25 Jahren erforscht Prof. Dr. Engelbert Winter mit seinem Team die antike Stadt Doliche im Südosten der Türkei nahe der syrischen Grenze. Die Ausgrabung der Forschungsstelle Asia Minor zählt zu den am längsten von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekten.  „Die Lage der Stadt ist ein Glücksfall für die archäologische Forschung. Der Stadthügel wurde im 12. Jahrhundert verlassen und seitdem nicht mehr bebaut. Die meisten anderen Städte im antiken Teil Syriens kommen für Grabungen nicht mehr in Frage, weil sie entweder nachträglich bebaut wurden oder durch den syrischen Bürgerkrieg zerstört wurden,“ berichtet der Altertumswissenschaftler. Im Podcast berichtet Engelbert Winter von den Anfängen des Projekts und der Entwicklung bis heute. Dabei geht es beispielsweise um den Alltag während der mehrwöchigen Feldforschungen, um die Frage, wie moderne Technik die archäologische Forschung verändert hat und um die Zusammenarbeit mit den türkischen Ortskräften und der Regierung.

Hier geht es zum Podcast

Nachrichten aus dem Netzwerk

Östlichstes Aquädukt der Römer in Armenien entdeckt

© WWU

Archäologinnen und Archäologen der Universität Münster und der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Republik Armenien haben bei Ausgrabungen in der helle- nistischen Königsstadt Artaxata des antiken Armenien offensichtich die Überreste des östlichsten Bogenaquä- dukts des Römischen Reiches gefunden. Eine Auswertung der bereits im Jahr 2019 freigelegten Funde ist jetzt in der Fachzeitschrift „Archäologischer Anzeiger” erschienen.

Die Publikation macht deutlich, dass die monumentalen Fundamente Teil einer unvollendeten Aquäduktbrücke sind, die zwischen 114 und 117 n. Chr. von der römischen Armee gebaut wurde. Damals sollte Artaxata die Hauptstadt einer römischen Provinz in Armenien werden. Das Bauwerk blieb jedoch unfertig, da nach dem Tod Trajans 117 n. Chr. dessen Nachfolger Hadrian die Provinz Armenia noch vor der Fertigstellung des Aquädukts aufgab.

Pressemitteilung der Universität Münster

Link zur Publikation im Archäologischen Anzeiger

Prof. Dr. Achim Lichtenberger am Institut für Klassische und Christliche Archäologie der Universität Münster

Dr. Torben Schreiber am Institut für Klasssische und Christliche Archäologie der Universität Münster

Nachrichten aus dem Netzwerk

Mumie kehrt zurück ins Archäologische Museum der Universität Münster

Ägyptischer Sarkophag-Deckel im Archäologischen Museum der WWU
© WWU_Dilka

Die "Münster-Mumie", die bereits im Tatort mitgespielt hat, ist von ihrer langen Japan-Reise nun wieder nach Münster zurückgekehrt.

Das Archäologische Museum hatte die Mumie bereits 1978 vom Karl-Ziegler-Gymnasium in Mülheim an der Ruhr als Dauerleihgabe erhalten. Wegen ihres schlechten Zustands schlummerte sie vor ihrem ersten Auftritt in Münster zunächst fast 40 Jahre im Depot. Für etwa zwei Jahre war sie nun mit einer Wanderausstellung in sechs japanischen Städten unterwegs. Ab dem 9. November ist der reich verzierte altägyptische Holzsarg aus der Zeit um 950-890 vor Christus mit der Mumie eines jungen Mannes (ca. 750-580 vor Christus) wieder im Fürstenberghaus zu sehen – als Teil der Dauerausstellung in einer eigens angefertigten Vitrine. Das Museum am Domplatz 20-22 ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet, jeden zweiten Freitag im Monat bis 24 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Eine neue Broschüre „Ägyptische Mumien zwischen Rhein und Ems – Souvenir und Sensation“ von Prof. Dr. Angelika Lohwasser und Lena Rauße vom Institut für Ägyptologie und Koptologie der WWU ist in der Schriftenreihe des Museums erschienen. Die Publikation bietet Einblicke in die aktuelle Forschung und dokumentiert, aus welchen Gründen sich Menschen aller Zeiten für Mumien interessiert haben.

Archäologisches Museum der Universität Münster

Homepage Prof. Dr. Angelika Lohwasser am Institut für Ägyptologie und Koptologie der Universität Münster

10 Jahre "Archäologie Diagonal"

Ringvorlesung im Wintersemester "Den Blick weiten: Archäologie global"

© WWU - Moustakis
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Wir feiern

Das Netzwerk "Archäologie Diagonal" wird im Wintersemester 10 Jahre und lädt aus diesem Anlass herzlich zu der Ringvorlesung "Den Blick weiten: Archäologie global" ein.

Wir laden ein

Auswärtige Referent:innen werden über ihre Projekte in Südamerika, Zentralafrika sowie Ost- und Südostasien berichten. Die Vorträge werden zu Regionen führen, die ansonsten nicht im archäologischen Fokus der Universität Münster sind.

 

Hier können Sie dabei sein

Zeit: Montags, 18-20 Uhr
Ort: F2 im Fürstenberghaus, Domplatz 20-22 oder Zoom (Meeting-ID: 624 7015 9662 Kenncode: 438993)

Aktuelle Information

Die Vorträge am 10. und 24. Januar finden ausschließlich digital statt (per Zoom)!

Kurzfilm

3D-SCANNING im Archäologischen Museum der Universität Münster

Scanning3d
© WWU

Im Archäologischen Museum der Universität Münster werden mit Hilfe eines 3D-Scanner virtuelle Kopien von Originalen erstellt. Die eingescannten Objekte können von Expert:innen  auf der ganzen Welt genutzt werden. Dier ersten Gefäße, Münzen, Abgüsse und Steinfragmente wurden schon erfasst. Sie können nun digital beliebig gedreht sowie von allen Seiten betrachtet werden und geben so weit mehr Informationen als die Originale. Einen Einblick in das neu einigerichtete 3D-Labor des Archäologischen Museums gibt ein Image-Film der WWU
Das 3D-Labor befindet sich im Erdgeschoss des Archäologischen Museums. Interessierte Besucher können durch eine Glasscheibe den Studierenden bei der Arbeit zuschauen.
Viel Spaß beim Anschauen des Films ... oder kommen Sie doch einfach einmal persönlich im 3D-Labor am Domplatz vorbei.
 

08 I 2021
Studium

Studierende machen antike Räume mit VR-Brillen erlebbar

Lehrveranstaltung "Modellierung von virtuellen Rekonstruktionen" erfolgreich abgeschlossen
Gruppenprojekte werden mit der VR-Brille erfahrbar
© WWU_Kreppner

3D-Technologie hat für die Archäologie in den letzten Jahren stark an Popularität zugenommen. Um unsere Studierenden an diese Entwicklung heranzuführen, wurde bereits im Wintersemester 2020/21 auf Initiative von Professor Kreppner die Lehrveranstaltung "Modellierung von virtuellen Rekonstruktionen in der Archäologie" gestartet. Zunächst wurden Theorien und Methoden der wissenschaftlichen archäologischen Rekonstruktion vermittelt. Dann führte Sebastian Hageneuer von der Universität Köln in die Nutzung der Modellierungssoftware Cinema 4D ein. Der zweite Teil des Seminars fand in Form von Gruppenprojekten statt, bei denen die Teilnehmer:innen eigene Ideen etnwickelten und umsetzten. Anfang August wurden die Ergebnisse nun erlebbar. Im Senatssaal der Universität tauchten die Studierenden mit VR-Brillen in die von ihnen virtuell rekonstruierten Objekte und Räume ein. Sie waren begeistert davon, Altertum auf diese Weise zu erleben.

06 I 2021
Forschung

Umweltbelastung schon in der Antike: Funde aus Gerasa belegen Schwermetalle im Boden

© © Jerash Northwest Quarter Project

Umweltverschmutzung ist aktuellen Forschungen zu Folge kein Phänomen der Moderne. Schon in der Antike litten Menschen beispielsweise unter Bleivergiftungen. Die Römer nutzten das Schwermetall in großem Stil als Material für Wasserrohre und mitunter sogar zum Süßen von Wein. Archäologen und Geologen der Universitäten Münster, Aarhus, St. Andrews und Stirling haben nun entdeckt, dass sich im Umfeld mittelgroßer antiker Städte über Jahrhunderte hinweg bereits viele kleine Mengen des Schadstoffs im Boden angesammelt haben. Zwar geschah die Umweltzerstörung noch nicht im gleichen globalen Maßstab wie heute, verseuchter Boden und belastetes Trinkwasser machten jedoch auch schon damals krank.

Seit 2011 forscht ein deutsch-dänisches Team des „Jerash Northwest Quarter Project“ unter der Leitung von Achim Lichtenberger aus Münster und Prof. Dr. Rubina Raja aus Aarhus in der antiken Stadt Gerasa auf dem Gebiet des heutigen Jordanien. Immer wieder wunderten sich die Forscher über die Belastung des Bodens mit Schwermetallen, denn Bleirohre wurden in Gerasa nur sehr selten entdeckt, ebenso wenig gab es dort Metallindustrie oder Bergbau. Neu bei der archäologischen Erforschung ist, dass handwerkliche und alltägliche Aktivitäten in den Blick genommen wurden, also kleinste Verursacher. Prof. Dr. Achim Lichtenberger vom Institut für Klassische Archäologie bringt es auf einen Nenner: "Das Prinzip Kleinvieh macht auch Mist, galt schon damals." Eine Studie zeigt nun, dass alltägliche Aktivitäten wie die Herstellung und Nutzung von Metallgegenständen für die hohen Schwermetall-Belastungen verantwortlich waren. Nicht einzelne Großproduzenten haben diese Umweltverschmutzung verursacht, sondern zahlreiche Kleinaktivitäten, die auf eine hohe Bevölkerungsdichte und Urbanisierung zurückzuführen sind.

„Die Kontaminationspfade spiegeln eine langfristige menschengemachte Umweltverschmutzung auf lokaler und regionaler Ebene seit der Römerzeit wider“, unterstreichen die Autoren der Studie, die im Juni in der internationalen Online-Fachzeitschrift der Public Library of Science „PLOS ONE“ veröffentlich wurde. Sie fordern, dass die alltägliche städtische Nutzung und Wiederverwendung von Schwermetallquellen künftig bei historischen Untersuchungen mitberücksichtigt werden.

06 I 2021
3D-Archäologie

Virtuelle Forschungsreise zu den Ausgrabungen auf dem Oymaağaç Höyük (Türkei)

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© Beuth Hochschule Berlin

im Rahmen der "Langen Nacht der Wissenschaften 2021 Berlin und Potsdam " besteht am Samstag, den 5. Juni 2021 die Möglichkeit eine virtuelle Forschungsreise zu den Ausgrabungen auf dem Oymaağaç Höyük durchzuführen, der die Ruinen der hethitischen Kultstadt Nerik beherbergt. Seit 2006 forschen dort Archäologen der Freien Universität Berlin und der Universität Uşak (Türkei) unter Beteiligung von Prof. Dr. DIRK PAUL MIELKE (Universität Münster). In Zusammenarbeit mit der Beuth Hochschule Berlin wurde eine dreidimensionale Dokumentation der Befunde erstellt und zu einer virtuellen Realität aufbereitet. Diese ermöglicht nun erstmals einer breiten Öffentlichkeit die Ausgrabungen in einer virtuellen Forschungsreise am eigenen PC, Smartphone oder mit eigener VR-Brille zu entdecken. Dazu gibt es einige Begleitvorträge, die am 5. Juni ab 17 Uhr freigeschaltet werden, folgen Sie dazu diesem Link.

10 I 2020
Forschung

Photogrammetrische 3D-Dokumentation von Nassholzfunden aus Oymaağaç Höyük / Nerik

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© WWU_Mieke

Bei den Ausgrabungen auf dem Oymaağaç Höyük wurde  in einer unterirdischen Quellkammer eine große Menge außergewöhnlich gut erhaltener Nasshölzer entdeckt. Die wissenschaftliche Dokumentation dieser einmaligen Funde stellte eine große Herausforderung dar. Für die dreidimensionale Aufnahme wurde das Verfahren der Automatischen Mehrbildphotogrammetrie (Structure from Motion) angewandt. Durch die hohen Qualitätsanforderungen sowie die fotografischen und konservatorischen Probleme der Nasshölzer gestaltete sich die Dokumentation komplex und aufwendig. Dadurch haben die angewandten Lösungen exemplarischen Charakter für die Dokumentation von Nassholzfunden bzw. vergleichbaren archäologischen Objekten.

Ein Artikel, der unter Beteiligung des Archäologie Diagonal-Mitgliedes Prof. Dirk Paul Mielke (Abteilung für Ur- und Frühgeschichtliche Archäologie) erstellt wurde, ist in der aktuellen Ausgabe (2020) der Zeitschrift »Restaurierung und Archäologie« erschienen. Sie ist frei über das open access-Portal der Universitätsbibliothek Heidelberg zugänglich:
https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/restarch/article/view/75392

Michael Breuer / Rainer Maria Czichon / Marko Koch / Monika Lehmann / Dirk Paul Mielke, Photogrammetrische 3D-Dokumentation von Nassholzfunden aus Oymaağaç Höyük/Nerik (Provinz Samsun/TR). Restaurierung und Archäologie 10, 2017 (2020), 47–62.
 

07 I 2020
Forschung

Woher kommt das hochwertige transparente Glas der römischen Kaiserzeit?

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© The Danish-German Jerash Northwest Quarter Project

Die genaue Herkunft von hochwertigem transparenten Glas aus der römischen Kaiserzeit (3. Jahrhundert nach Christus) – zum Beispiel für Gefäße und Fenster- glas – war lange Zeit nicht nachweisbar. Historische Quellen legten wegen der in Quellen gefundenen Bezeichnung "alexandrinisch" den Ursprung in Ägypten nahe, doch ließ sich das bislang nicht nachweisen. Hingegen deutete vieles auf Palästina als Zentrum der spätantiken Glasproduktion hin. Dort wurden bei Grabungen viele Öfen freigelegt. Das Rätsel um das farblose römische Glas ist nun gelöst: "alexandrinisch" steht tatsächlich für die Produktion in der Nähe des Nils in Ägypten. Das geht aus einer internationalen Studie mit einer neuen geochemischen Isotopen-Analyse hervor. Daran beteiligt ist auch der Münsteraner Archäologe Prof. Achim Lichtenberger. Ausgangpunkt der Arbeit waren Glasfunde aus dem dänisch-deutschen "Jerash Northwest Quarter Project".
Veröffentlichung: Barfod, G.H., Freestone, I., Lesher, C.E., Lichtenberger, A. & Raja, R. 'Alexandrian' (2020): Glass Confirmed by Hafnium Isotopes. Scientific Reports; https://doi.org/10.1038/s41598-020-68089-w

Website-Ausstellung

"WeltWeit.Unverzichtbar" - Ausstellung zur Bedeutung der "Kleinen Fächer"

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© WWU_Lianne Hecht

Die aktuelle Situation macht es uns ganz besonders bewusst: Die globale Welt wandelt sich schnell und ständig. Die hohe Dynamik ist eine Herausforderung, die es zu bewältigen gilt. Bewaffnete Konflikte, Menschenrechtsverletzungen und Umweltverschmutzung sind nur drei der gesellschaftlichen Probleme, für die es Lösungen braucht. Einen Beitrag dazu leisten die "Kleinen Fächer" in den Geisteswissenschaften.

In der Sonderausstellung "WeltWeit Unverzichtbar. Kleine Fächer für große Themen" zeigte das Archäologischen Museum der Universität Münster von Januar bis März 2020 , wie sich globale Phänomene besser verstehen lassen. Anhand von drei gesellschaftlichen Herausforderungen – Migration, Kommunikation und Nachhaltigkeit – gab die Ausstellung Einblicke, wie die "Kleinen Fächer" Kernfragen und Probleme der modernen Gesellschaft betrachten und damit zu deren Verständnis beitragen. An der Konzeption waren mehr als 20 geisteswissenschaftliche Fächer der Universität beteiligt.

Auch wenn die Ausstellung aufgrund des Corona-Virus frühzeitig geschlossen werden musste, war sie ein toller Erfolg: mit vielen Besuchern und kreativen Auseinandersetzungen.

Inzwischen ist die Ausstellung zu einer Website-Ausstellung geworden, so dass Sie weiterhin hineinschauen können:  hier geht es zur online Ausstellung.

Multimedia-Reportage

Zeitreise zurück ins 1. Jahrtausend v. Chr. - Seit 1997 forschen Altertums-Experten in Doliche

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© WWU

Viele der archäologischen Funde sind eine Überraschung. Seit 1997 erforschen Altertumswissenschaftler der Forschungsstelle Asia Minor im Seminar für Alte Geschichte der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) die antike Stadt Doliche. Die archäologischen Hinterlassenschaften des Ortes im Südosten der Türkei erzählen zahlreiche bislang unbekannte Geschichten über die historische, religiöse und kulturelle Entwicklung zwischen Taurusgebirge und nordsyrischer Hochebene vom frühen 1. Jahrtausend vor Christus bis in die Kreuzfahrerzeit des 11. und 12. Jahrhunderts nach Christus hinein.
Der Althistoriker Prof. Dr. Engelbert Winter ist seit Beginn der Arbeiten an den Untersuchungen beteiligt. Infos, Karten, Interviews, Fotos und Grafiken: Die neue Multimedia-Reportage „Von der Antike bis in die Gegenwart ein Ort der Verehrung“ der WWU bietet einen umfassenden Einblick in die Forschungsarbeit der Grabungsexperten.

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