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Ansicht von Famagusta aus Konrad Grünenbergs "Beschreibung der Reise von Konstanz nach Jerusalem" (ca. 1487)
© gemeinfrei

Vortrag


Prof. Dr. Michele Bacci (Université Fribourg/Schweiz)
„Die Schaffung neuer heiliger Orte auf Zypern im Spätmittelalter“
Vortrag im Rahmen des Forschungskolloquiums „400-1500. Mittelalter“ - in Kooperation mit dem Institut für Byzantinistik und Neogräzistik.
Mittwoch, 5. Juni 2019, 18 Uhr c.t.
Hörsaal F3 im Fürstenberghaus, Domplatz 20-22, Münster

Im Spätmittelalter stellte Zypern eine wichtige Zwischenstation für die (meist) venezianischen Schiffe dar, welche die westeuropäischen Pilger in das Heilige Land transportierten. Auf ihrer Seereise neigten die Besucher dazu, die lokalen heiligen Orte als materielle Vorwegnahmen der in Ägypten und Palästina gelegenen loca sancta und der damit verbundenen Kultpraxis umzudeuten und als Etappen einer ununterbrochenen, homogenen Wallfahrtserfahrung wahrzunehmen.
Im Vortrag werden die besonderen Dynamiken untersucht, welche zur Entstehung einer lokalen Wallfahrtstopographie und zur Erschaffung neuer, mit den Hauptzielen der Pilger assoziierter Heiligtümer auf Zypern geführt haben – mit besonderer Berücksichtigung einiger in den mittelalterlichen Quellen oft erwähnter heiliger Orte in Famagusta, Pafos, und entlang der südlichen Küste der Insel.

Salamis, die Ausgrabungen im Jahr 1973
Salamis, die Ausgrabungen im Jahr 1973
© Department of Antiquities, Cyprus

Erscheint in Kürze


Salamis of Cyprus – History and Archaeology from the Earliest Times to Late Antiquity

Herausgeber: Sabine Rogge, Christina Ioannou und Theodoros Mavrojannis
Schriften des Instituts für Interdisziplinäre Zypern-Studien, Band 13,
ca. 960 Seiten, geb., mit zahlreichen, teils farbigen Abbildungen
94,00 €, ISBN 978-3-8309-3479-0
E-Book: 84,99 €, ISBN 978-3-8309-8479-5

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Förderung eines neuen Teilprojekts


Im Rahmen des am Zypern-Institut angesiedelten Forschungsprojekts "Religion und Politik - der Umgang mit Friedhöfen, Gotteshäusern und religiösen Gedenkstätten in Zypern" wurde am 1. September 2018 mit einem neuen Teilprojekt begonnen.

Ermöglicht wird das neue Teilprojekt mit dem Arbeitstitel "The religious heritage of Cyprus: a survey in the districts of Kyrenia and Larnaca" durch eine Förderung des Außenministeriums der Niederlande. Die Projektlaufzeit beträgt 10 Monate und hat zum Ziel, den Zustand des religiösen Erbes in zwei Distrikten der geteilten Mittelmeerinsel zu dokumentieren. Im Kyrenia-Distrikt im Norden der Insel wird der Schwerpunkt auf den griechisch-orthodoxen Gotteshäusern und Friedhöfen der griechischen Zyprioten liegen, die seit der Teilung der Insel de facto nur noch sehr eingeschränkt bzw. gar nicht mehr genutzt werden können. Im Larnaka-Distrikt stehen die religiösen Orte und Gebäude der islamisch geprägten türkischen Zyprioten im Mittelpunkt. Auch hier sorgte die Teilung der Insel dafür, dass diese Stätten fast im gesamten Distrikt nicht mehr genutzt werden.