Slán Galway Steiner National School

Unglaublich, dass 13 Wochen vorbei sind und somit meine Zeit an der GSNS auch schon zu Ende ist. Zum Abschluss möchte ich noch ein kurzes Fazit schreiben.

Kennt ihr die Fünf-Finger- Reflektion? Jetzt lernt ihr sie kennen:

Daumen – Das fand ich gut: Ich fand super, wie herzlich wir Praktikanten in das Team und die Schulgemeinde aufgenommen wurden. Wir konnten immer Fragen stellen, Einwände einbringen und Vorschläge machen, die ernst genommen wurden. Gut fand ich auch, dass jeder seine eigenen Aufgaben hatte, damit der Tag runder abläuft.

Zeigefinger- das habe ich gelernt: Das Praktikum hat mir gezeigt, dass meine Wahl Lehramt zu studieren die Richtige war, vielleicht hätte ich nur lieber Grundschulehramt machen sollen… Zudem hat es mich sehr von der Waldorfpädagogik überzeugt, wenn man es in einem gewissen Maß hält und nicht allzu anthroposophisch wird. Die Gedichte von Steiner, die wir jeden Morgen im Circle gelesen haben – keiner hat sie meines Erachtens wirklich ernst genommen oder verstanden – waren schon sehr `alternativ´. Ich werde garantiert nicht zum Steiner-Anhänger oder Anthroposophen mutieren, aber viele Aspekte seiner Pädagogik, wie das informelle Lernen und die Wichtigkeit der Kreativität, kann man ja auch so in seinen normalen Unterricht einbauen.

Im Praktikum habe ich vor allem gelernt, wie man mit jüngeren Kindern umgeht und im Team zu arbeiten bzw. zu unterrichten. Irland hat mich gelehrt, gutes Wetter auszunutzen und spontaner zu sein.  Außerdem hab ich gelernt, Klassenräume einzurichten, dass Health and Safety Aspekte in einer irischen Grundschule noch strikter als in Deutschland sein können und wie man alles mit einer Geschichte vermitteln kann. Natürlich nehme ich auch so kleine Sachen mit wie „Kekse und Tee schmecken bei schlechtem Wetter viel besser“ und „Tummy Time“ für bewussteres Essen, und das hin und wieder eine verrückte Aktion das Leben verschönern kann.

Mittelfinger- das fand ich schei**: Manchmal hat das viele Hin- und Herschleppen von Möbeln und das Saubermachen schon genervt. Allerdings ist die Schule gerade auch noch im Aufbau und hatte dieses Jahr einen Brand. Sodass zukünftige Praktikanten hoffentlich nicht so viel schleppen müssen.

Ringfinger- so habe ich mich gefühlt: Gut aufgehoben und glücklich. Es gab kaum Zeiten, wo ich mich überfordert gefühlt habe, am Anfang manchmal ein bisschen mit dem irischen Akzent von manchen Leuten und Kindern. Einsam habe ich mich eigentlich auch nicht gefühlt, selbst nicht, als ich für drei Tage alleine verreist bin. Man lernt ja schnell neue Leute kennen. Ich war sehr froh so viele andere Praktikanten an meiner Schule zu haben. Und es war sehr interessant auch etwas über Katalonien (wo viele andere Praktikantinnen herkamen) zu lernen.

Kleiner Finger- das kam mir zu kurz: Selber zu unterrichten. Allerdings gab es auch so gut wie keinen Frontalunterricht. Die anderen drei Praktikantinnen in der ersten, zweiten, dritten Klasse konnten alle Projekte durchführen, weil sie diese für ihre Uni brauchten. Wer also viele Unterrichtstunden planen und selber durchführen möchte, sollte in die älteren Klassen gehen.

Ich hoffe, diese Reflektion hat euch ein Bild von meinem Praktikum gemalt. Falls ihr überlegt auch ein Praktikum im Ausland zu machen, kann ich es nur empfehlen! Auch wenn es euch für euer Studium vielleicht nicht so viel weiter bringt, lernt man trotzdem viel dazu. Falls ihr Interesse an einem Praktikum an der Galway Steiner NS habt, kann ich euch das auch nur empfehlen! Alles in Allem fand ich mein Praktikum eine super Erfahrung und habe nicht bereut, deshalb ein Semester länger zu studieren.

Slán! Caro

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