Mein Praktikum absolvierte ich am Gurdon Institute, einem Ort, an dem sich alles um die frühe menschliche Entwicklung dreht. Im Zentrum stand für mich die Frage, wie menschliche pluripotente Stammzellen entscheiden, in welches Zellschicksal sie sich entwickeln.
Spannend war für mich vor allem, wie die Balance zwischen der Differenzierung in Richtung spezieller Zelltypen oder Endoderm durch bestimmte Faktoren gesteuert wird und welche Signale hier den Ausschlag geben.
Konkret habe ich mich in meinem Projekt mit der gezielten Depletion eines Proteins beschäftigt. Dafür habe ich ein spezielles System genutzt, das es ermöglicht, die Proteinmenge kontrolliert zu verringern. Mein Alltag bestand aus einer Mischung aus Zellkultur, FACS-Analysen und qPCR-Messungen, um Marker für die verschiedenen Zellzustände zu verfolgen. Man verbringt viel Zeit mit der Vorbereitung, dem Pipettieren und dem Warten auf Ergebnisse, was einen manchmal sehr geduldig sein lässt.
Die Arbeit war intensiv, aber genau das macht für mich den Reiz an der Forschung aus. Man lernt, wie wichtig saubere Kontrollen, ein genaues Timing und eine präzise Dokumentation sind. Besonders faszinierend war für mich zu sehen, wie die Depletion des Proteins die Zellschicksalsentscheidung beeinflussen kann und wie wir durch die Daten eine Verschiebung zwischen einem PGC-ähnlichen Zustand und Endoderm nachweisen konnten. Es ist einfach ein tolles Gefühl, wenn man merkt, wie die Theorie plötzlich mit den Daten aus dem Labor übereinstimmt und man selbst ein Stück zur Lösung einer wissenschaftlichen Frage beitragen kann. Natürlich lief nicht immer alles glatt. Es gab Phasen, in denen Experimente trotz aller Mühe nicht wie geplant funktionierten, was natürlich frustrierend sein kann. Aber genau das gehört dazu, um zu lernen, wie man Probleme systematisch angeht, Fehlerquellen findet und wieder mit frischer Energie an die nächste Wiederholung geht.






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