Während meines Aufenthalts in Kapstadt arbeitete ich am International Centre for Genetic Engineering and Biotechnology (ICGEB), einer internationalen Forschungseinrichtung mit einem starken Fokus auf biomedizinische Forschung. Dort war ich für zwei Monate Teil einer virologischen Forschungsgruppe und erhielt spannende Einblicke in den Alltag eines internationalen Forschungslabors.
Besonders positiv überrascht hat mich bereits der Start meines Praktikums. Meine Gruppenleiterin nahm sich viel Zeit, um mit mir über meine bisherigen Erfahrungen und Interessen zu sprechen. Sie fragte mich, welche Methoden ich bereits kannte, welche Themen mich besonders interessierten und was ich während meines Aufenthalts gerne lernen würde. Auf dieser Grundlage passte sie mein Projekt teilweise an meine Interessen an.
Ein Schwerpunkt meiner Arbeit lag im Bereich der Zellkultur. Darüber hinaus führte ich verschiedene Experimente durch, bei denen unter anderem unterschiedliche Wirkstoffe untersucht wurden. Besonders spannend fand ich die große Vielfalt der Aufgaben. Da sich Experimente oft über mehrere Tage erstreckten und nicht immer wie geplant verliefen, war kein Arbeitstag wie der andere. Dadurch unterschieden sich auch meine Arbeitszeiten teilweise deutlich. Manche Tage bestanden vor allem aus der Vorbereitung von Experimenten, während an anderen Tagen viele Auswertungen oder zeitkritische Arbeitsschritte anstanden.
Während des Praktikums konnte ich viele Inhalte aus meinem Studium praktisch anwenden. Insbesondere theoretische Kenntnisse aus der Virologie und Molekularbiologie halfen mir dabei, die Experimente besser zu verstehen und die Ergebnisse einzuordnen. Gleichzeitig lernte ich zahlreiche neue Methoden kennen.
Im Vergleich zu Laboren in Deutschland fielen mir einige Unterschiede auf. Die technische Ausstattung war teilweise etwas weniger modern als die, die ich von deutschen Forschungseinrichtungen kannte. Dennoch war ich beeindruckt, wie lösungsorientiert die Forschenden mit den vorhandenen Ressourcen arbeiteten.
Ein weiterer Aspekt, der meinen Aufenthalt besonders bereichert hat, war das internationale Umfeld. Viele Forschende kamen aus unterschiedlichen Regionen Südafrikas, andere wiederum aus verschiedenen Ländern Afrikas oder aus anderen Teilen der Welt. Einige meiner Kolleginnen und Kollegen hatten bislang nur selten Studierende aus Deutschland oder Europa betreut und waren sehr interessiert daran, mehr über mein Studium und das Leben in Deutschland zu erfahren.
Genauso spannend war es für mich, mehr über ihre Lebenswege und kulturellen Hintergründe zu erfahren. Viele Gespräche gingen weit über wissenschaftliche Themen hinaus und gaben mir Einblicke in das Leben in Südafrika, die man als Tourist vermutlich nie erhalten würde. Da Kapstadt ein wichtiges Forschungszentrum des Landes ist, waren viele meiner Kolleginnen und Kollegen eigens für Studium oder Arbeit dorthin gezogen. Dadurch ergaben sich zahlreiche interessante Gespräche über die Vielfalt Südafrikas, unterschiedliche Lebensrealitäten und die Bedeutung von Wissenschaft für die Entwicklung des Landes.







Lassen Sie einen Kommentar da