Die Stadt des Lächelns – Mein Praktikum am Århuser Universitätsklinikum II

Hej igen!

Wie bereits im letzten Post beschrieben, absolviere ich einen Teil meines PJ an der AUH, dem Aarhuser Universitätklinikum. Mit über 1100 Betten und mehreren Helikopterlandeplätzen handelt es sich dabei um den Maximalversorger der Region. Zudem wurde es seit über 10 Jahren regelmäßig zum besten dänischen Krankenhaus mit der höchsten Patientenzufriedenheit gewählt.

Im Gegensatz zu den Gepflogenheiten fallen hier sofort die wesentlich flacheren Hierarchien auf. Wie allgemein in Dänemark üblich, wird sich geduzt- unabhängig von Position und Aufgabe im Krankenhaus.

Zudem ist der Austausch mit den Krankenpfleger:innen noch stärker ausgeprägt. Die Aufgaben der Pfleger:innen sind zudem noch vielfältiger als in Deutschland: Die Gabe von Transfusionen (bspw. Erythrozyten) ist hier keine ärztliche Aufgabe, sondern pflegerische Kompetenz.

Auch die täglich anstehenden Blutentnahmen werden hier von eigens dafür angestellten Pflegenden übernommen.

Ein weiterer Vorteil hier ist die wesentlich weiter vorangeschrittene Digitalisierung des Gesundheitssystems. So sind bespielsweise Medikationspläne von Patien:innen mit deren CPR-Nummer (einer Art Sozialversicherungsnummer) verknüpft. Ein:e Ärzt:in im Krankenhaus kann daher stets auf den von der Haus:ärztin ausgestellten Plan zugreifen. Medikationsfehler treten daher seltener auf.

Noch ein Detail am AUH hat mich sehr begeistert:  Vor einiger Zeit wurden verstärkte Umbau- und Neubaumaßnahmen ergriffen. Dies hatte zur Folge, dass das Krankenhaus verstärkt in die Breite gewachsen ist und die Wege zwischen den verschiedenen Abteilung mitunter sehr weit wurden. Um dem zu begegnen, wurden daher für jede Abteilung Dienstfahrräder angeschafft. Mit diesen kann dann über die Krankenhausflure gedüst werden- ein weiterer Beleg für die Radbegeisterung der Aarhusianer!

Eine lange Reihe parkender Diensträder – mitunter ist es gar nicht so einfach, noch einen Parkplatz zu ergattern

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine weitere Tradition meiner Abteilung hat es mir sehr angetan: Im Sommer nutzen viele einen großen Teil ihres Jahresurlaubs für ausgedehntere Ferien in einem Sommerhaus oder für Reisen in fernere Länder. Es ist daher Tradition, dass man den Kolleg:innen, die keinen Urlaub haben werden, die Zeit ebenfalls etwas versüßt. Am letzten Tag bevor es in den Urlaub geht, werden daher Gebäck oder Süßigkeiten mitgebracht und mit allen gemeinsam verzehrt.

Klassische dänische Romkugler zum gemeinsamen Verzehren

Trotz aller Pluspunkte, so hat das dänische Gesundheitssystem mit ähnlichen Problemen zu kämpfen wie das deutsche: Auch hier besteht ein Mangel an Pflegekräften  und lange Wartezeiten für Termine bei Fachärzt:innen.

Zudem verändert sich, ähnlich wie in Deutschland, auch die Krankenhauslandschaft. Der Trend der Kompetenzbündelung ist hier jedoch deutlich weiter fortgeschritten. So gibt es beispielsweise nur zwei Krankenhäuser in ganz Dänemark, die über ECMOs verfügen: Kopenhagen und Aarhus.

Ich bin sehr gespannt, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede mir in der restlichen Zeit hier in Dänemark noch auffallen werden. Bisher war mein Praktikum hier sehr lehrreich und ich finde den Vergleich zweier Systeme sehr interessiert!

Vi ses!

 

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