Arrivata a Roma – Finalmente!

Nach all der Organisiererei vor der Reise nach Rom und der Orientierung in den ersten Wochen fühlt sich das Leben hier nun endlich auch nach Rom an – was vermutlich nicht zuletzt mit dem Wetter zusammenhängt, denn den gefühlten gesamten ersten Monat hier regnete es nur.

Allerdings nicht ein bisschen, auch nicht ein bisschen viel, sondern dermaßen, dass der Tiber übergetreten ist und ich meine in Münster gelassenen Gummistiefel hier schmerzlich vermisste! Tatsächlich war meine erste Investition hier in einen Regenschirm. Aber nun scheint hier die Sonne und alles wirkt gleich viel leichter!

Aber von Anfang an: Mein Name ist Chiara und ich studiere das Lehramt an Grundschulen im Master. Bevor ich ins Ref gehe, wollte ich gerne noch einmal die Chance nutzen, für einige Zeit im Ausland, besonders gerne in Italien, zu leben, um meine Sprachkenntnisse zu erweitern und auch, um diese Erfahrung einfach mal gemacht zu haben. Da sich dieses Ziel mit einem Praktikum an einer der drei Deutschen Auslandsschulen (Rom, Mailand, Genua) auch mit meinem Studium verbinden ließe, informierte ich mich im letzten Jahr über den Bewerbungsvorgang für die DSR (https://www.dsrom.de/grundschule/stellen-praktika/praktika/) und schicke meine Unterlagen im Mai 2017 ab. Da für den Grundschulbereich der DSR jährlich nur sechs Stellen ausgeschrieben sind, freute ich mich umso mehr, als keine zwei Wochen später eine Zusage über ein viermonatiges Praktikum in meinem E-Mail-Postfach eintrudelte.

Danach begann natürlich der organisatorische Kram: Wo sollte ich wohnen? Wie findet man eigentlich Wohnungen in Rom? Wie ist es mit der Erreichbarkeit der Schule durch öffentliche Verkehrsmittel? (Vorweg schon einmal: eine Katastrophe. Das hat aber nichts mit der Lage, sondern der allgemeinen Verkehrssituation in Rom zu tun). Sicher war ich mir darin und das würde ich auch jedem empfehlen, dass ich mir eine WG suchen wollte. Allein schon, um ans Italienischsprechen zu kommen und auch, weil ich es einfach schöner finde, jemanden um mich zu haben, der sich (bestenfalls!) bereits auskennt. Eine Seite wie WG-gesucht, wo WGs selbst ihre Zimmer anbieten, gibt es für Rom aber leider, leider nicht. Vieles läuft hier über Agenturen und das habe ich sehr kritisch gesehen. Also registrierte ich mich trotzdem auf easystanza (https://www.easystanza.it/) und begann fröhlich Nachrichten zu schreiben für Zimmer, die passend erschienen (Nochmal: Schaut euch die Lage und die Anschlussmöglichkeiten zu eurer Praktikumsstelle an!!!). Außerdem habe ich über subito (https://www.subito.it/), was quasi das italienische ebay ist, eine kleine Anzeige geschaltet und darüber unheimlich viele Nachrichten bekommen, mit Adressen und Telefonnummern der Vermieter. Mein ursprünglicher Plan bestand darin, und das würde ich auch jedem empfehlen, der die Zeit dafür hat, vor Beginn des Praktikums nach Rom zu fliegen und vor Ort ein Zimmer zu suchen. Beispielsweise, indem man die Nummern anruft und sich die Wohnungen und Mitbewohner mal anschaut. Ein bisschen Angst, dass ich am Ende ohne ein Zimmer dastehe, weil es dieses doch nicht gibt, hatte ich nämlich schon.  Letztendlich klappte das vorher Hinfliegen aus Zeitgründen aber doch nicht und so war ich sehr froh, dass ich eine sehr persönliche und liebe Nachricht von dem Vermieter meiner italienischen WG bekam, der mir direkt die Nummern meiner zukünftigen Mitbewohner gab. Wir vereinbarten einen Skype-Termin und dann war es für uns alle klar, dass das mein Zuhause für die nächsten Monate wird.

Nun wohne ich also im Stadtteil San Lorenzo (gleich an der Sapienza) in einer WG mit zwei anderen Mädels und ich muss sagen, dass ich wirklich Glück mit den beiden habe! Nicht nur, dass sie sehr geduldig sind, was gelegentliche sprachliche Barrieren angeht, gerade am Anfang, als ich nur die zwei kannte, waren sie schon für gemeinsame Unternehmungen zu haben. Da das Viertel direkt an der Uni ist und offenbar DAS Partyviertel in Rom, sind hier außerdem viele StudentInnen unterwegs und es wirkt immer lebhaft.

                                      

Eine Sache, die ich in Rom immer noch abenteuerlich finde, ist von A nach B zu kommen. Gleich am Anfang der Zeit hier habe ich mir ein Monatsticket besorgt, da ich jeden Tag mit der Metro zur Arbeit fahren muss. Und ich bin wirklich dankbar, dass ich die Metro nehme und nicht den Bus. Oder die Tram. Es gibt nämlich eine Regel, die man bei öffentlichen Verkehsmitteln in Rom beachten muss. Nämlich, dass es keine Regelungen und Regelmäßigkeiten gibt. Und wenn, bin ich noch nicht dahinter gestiegen. Natürlich erreicht man seine Ziele immer mehr oder weniger pünktlich, allerdings ist es ungewohnt, wenn man an einer Haltestelle steht, sich den Fahrplan ansieht und feststellt, das lediglich angegeben ist, von wann bis wann die Busse bzw. Trams fahren und in welche Richtung diese unterwegs sind. Abfahrtszeiten, Anschlüsse oder sonstiges sucht man vergebens. Als sehr praktisch hat sich deshalb die App Moovit erwiesen, die nicht nur anzeigt, wann ein Bus oder die Tram in etwa ankommt, sondern in der man auch nachverfolgen kann, wo man gerade ist. Das ist nämlich ein weiteres Hindernis, besonders wenn man einen Weg das erste Mal fährt: Nicht jeder Bus macht Ansagen, wie die nächste Haltestelle heißt und gehalten wird auch nur, wenn zuvor der Stoppknopf gedrückt wird… Also alles sehr spannend, aber definitiv machbar!

Auch wenn vieles erst einmal ungewohnt und noch sehr aufregend war, ist es bisher eine tolle Zeit hier, in der ich bereits viele Menschen kennenlernen konnte, die mir gerne geholfen haben, mich hier zurechtzufinden. Wie nun mein Arbeitsalltag aussieht und was man in seiner Freizeit alles entdecken kann, folgt beim nächsten Mal.

Cari saluti!

 

 

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