Als ich erfahren habe, dass ich für zwei Monate ein Forschungspraktikum in Kapstadt absolvieren würde, war die Freude zunächst riesig. Gleichzeitig hatte ich aber auch großen Respekt vor der Reise. In Gesprächen mit Freunden, Bekannten und durch Berichte in den Medien hatte ich immer wieder von Kriminalität und Sicherheitsproblemen in Südafrika gehört. Entsprechend war ich vor meiner Abreise etwas nervös und wusste nicht genau, was mich erwarten würde.
Umso beruhigender war es, dass ich gemeinsam mit einer Kommilitonin aus Münster nach Kapstadt reisen konnte. Schon vor der Reise bekamen wir von Bekannten zahlreiche Sicherheitstipps mit auf den Weg: nachts nicht alleine unterwegs sein, keine Wertsachen offen zeigen, auf Schmuck verzichten und bestimmte Gegenden meiden. Da mich das Thema Sicherheit ohnehin beschäftigte, informierte ich mich zusätzlich im Internet über die Stadt und machte mich mit den Empfehlungen für Besucherinnen und Besucher vertraut.
Meine anfänglichen Sorgen rückten jedoch schnell in den Hintergrund. Bereits bei der Ankunft war ich überwältigt von der beeindruckenden Landschaft. Der Blick auf den Tafelberg, die Küste und die umliegenden Berge machte sofort deutlich, warum Kapstadt als eine der schönsten Städte der Welt gilt.
Auch mit unserer Unterkunft hatten wir großes Glück. Wir wohnten im Stadtteil Green Point, einer lebendigen und zugleich sehr angenehmen Gegend. Zahlreiche Restaurants, Cafés und kleine Geschäfte waren bequem zu Fuß erreichbar, sodass wir uns schnell einleben konnten und uns von Anfang an wohlfühlten.
Interessanterweise stand Kapstadt ursprünglich gar nicht auf meiner persönlichen Reiseliste. Die Entscheidung für Südafrika ergab sich vor allem durch die Möglichkeit, das Forschungspraktikum am ICGEB zu absolvieren. Gleichzeitig war mir die Stadt in den vergangenen Jahren immer wieder auf Social Media begegnet. Dort scheint es eine regelrechte „Kapstadt-Bubble“ zu geben: beeindruckende Sonnenuntergänge, stylische Cafés, Wanderungen mit spektakulären Ausblicken und ein scheinbar endloser Sommer. Natürlich war mir bewusst, dass diese Einblicke nur einen kleinen Ausschnitt des Lebens vor Ort zeigen und nicht den Alltag der meisten Menschen widerspiegeln. Gerade deshalb war ich sehr neugierig darauf, Kapstadt selbst kennenzulernen und herauszufinden, wie die Stadt tatsächlich ist.
Da ich vorher nur wenige Berührungspunkte mit Südafrika hatte, hatte ich auch keine konkreten Erwartungen an die Menschen vor Ort. Umso positiver überrascht war ich von der Offenheit und Herzlichkeit, die uns überall begegnete. Schon unser Vermieter empfing uns ausgesprochen freundlich und stand uns bei Fragen jederzeit zur Seite. Auch im Labor wurden wir sofort herzlich aufgenommen. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir, dass meine Betreuerin uns bereits in der ersten Woche fragte, ob wir am Wochenende gemeinsam mit der Arbeitsgruppe wandern gehen möchten. Diese Offenheit und Gastfreundschaft zog sich durch meinen gesamten Aufenthalt und sorgte dafür, dass ich mich schnell willkommen fühlte.




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