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Die Schule und ich

Ein zentraler Ort der meinen Alltag und Erfahrungen in den fünf Monaten in Singapur besonders geprägt haben war natürlich die GESS (German European School Singapore). Die GESS ist eine gemeinnützige deutsche internationale Schule die 1971 von Eltern für sechs Schüler:innen gegründet. Seitdem ist die Schule immer weiter gewachsen, sodass zurzeit insgesamt etwa 1800 Schüler:innen aus über 50 Nationen im Kindergarten, in der Grundschule und der Sekundarstufe an der GESS unterrichtet werden. Dabei besuchen die Schüler:innen eine von zwei Sektionen. In der Deutschen Sektion erfolgt der Unterricht auf Deutsch und nach dem von der KMK geprüften Curricula. Die Schüler:innen der Sekundarstufe können daher die gängigen allgemeinbildenden deutschen Schulabschlüsse (Haupt-, Realschulabschluss und Abitur) erhalten. Die Europäische Sektion führt als IBO World School alle drei IB-Programme (PYP, MYP, IB Diploma) in englischer Sprache durch. Insgesamt werden die Schüler:innen von ca. 500 Voll- und Teilzeitkräften, darunter Lehrkräfte, Teaching Assistants, Academic Coaches, Schulsozialarbeiter:innen, Verwaltungsangestellten und vielen mehr, begleitet. Die Trägerschaft der GESS liegt bei einem Schulverein, der sich in vielen Bereichen an privatwirtschaftlichen Strukturen orientiert. Gleichzeitig wird die Schule durch das Bundesverwaltungsamt gefördert.

Als „Assistant Trainee Teacher“, wie es so schön offiziell heißt, in der Sekundarstufe der deutschen Sektion durfte ich an der GESS nicht nur „bloße“ Praktikumsaufgaben übernehmen, sondern durfte den Schulalltag aktiv unterstützen und mitgestalten. Zu meinen Aufgaben zählten sowohl die Unterstützung in meinen Fächern Englisch und Biologie als auch in Deutsch, Mathe, WiSo und ICT in den Stufen sieben bis zehn. Grundsätzlich entsprach dies Hilfeangeboten während Arbeitsphasen, sowie gezielte Fördermaßnahmen von einzelnen Schüler:innen oder Kleingruppen nach gemeinsamer Reflexion und Absprachen mit den Lehrkräften innerhalb und außerhalb des Klassenverbandes, für die ich auch selbstständig Material erstellen durfte. Insbesondere durch die kleinen Klassengrößen (oft ca. 16 Schüler:innen) und der enge und gemeinschaftliche Austausch mit den engagierten Lehrkräften, bei dem wir uns gegenseitig für Rat und Tat zur Seite standen,  konnte ich schnell eine vertrauensvolle und konstruktive Bindung zu den Schüler:innen aufbauen. Hier hörte es aber nicht auf. In Englisch sowie Bio durfte ich mehrere Reihen selbst planen und halten und habe immer liebes und hilfreiches Feedback erhalten. Auch das Erstellen von Aufgaben, Klassenarbeiten und deren Korrektur durfte ich übernehmen und habe bei Bedarf viel Unterstützung erhalten.

Ein besonderes Highlight war für mich meine erste Klassenfahrt, die ich mitbetreuen durfte. Mit dem siebten Jahrgang, den auch schon im Unterricht viel begleitet habe, ging es an den Küstenort Desaru in Malaysia. Hier gab es fünf Tage lang volles Programm an Outdoor- und Teamaktivitäten, von Strandolympiade bis hin zu eigenständigen Feuer machen im Wald, bei der ich immer eine Gruppe betreut habe. Das ein oder andere Ertappen beim Herumgeschleiche auf den Fluren nach der Nachtruhe oder Trösten bei Heimweh und Ratschern war natürlich wie auf jeder Klassenfahrt auch dabei. Es war auf jeden Fall ein aufregendes Erlebnis nun auch mal auf der anderen Seite zu stehen und die neuen Erkenntnisse und Herausforderungen auch mit Blick auf die eigenen Klassenfahrten zu reflektieren, aber auch den Teamgeist mit den Schüler:innen außerhalb des Unterrichtes stärken zu können. Und dass meine erste Klassenfahrt nach Malaysia und Urlaubsparadies sein würde war tatsächlich nicht auf meiner Lehrerin-Bingokarte.

Leonie

Hi! Ich bin Leonie und 26 Jahre alt. Ich habe an der Uni Münster Englisch und Biologie auf Lehramt (Gym/Ges) studiert und habe in meinem letzten Mastersemester von August bis Dezember 2025 an der GESS (German European School Singapore), der deutschen Auslandschule in Singapur, gearbeitet. Im Mai geht es für mich ins Ref.

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