
Debatten gestalten, Zukunft prägen
Die Welt von heute und morgen ist voller Herausforderungen. Um die Probleme zu bewältigen, brauchen wir Menschen, die kritisch denken, verantwortungsvoll handeln und Lösungen finden können. Diese drei Aspekte bestimmen die Lehre des Fachbereichs 6. Dank der Vermittlung fachlicher und persönlicher Kompetenzen aus den Sozial- und Erziehungswissenschaften werden die Studierenden dazu befähigt, gesellschaftspolitische Debatten mitzugestalten.
Kriege, humanitäre Notlagen, ein überhitzter Planet, Pandemien, wirtschaftliche Unsicherheit: Fast jeden Tag erreichen uns neue Nachrichten aus Krisengebieten, über Naturkatastrophen oder politische Konflikte. Gerade deshalb ist es wichtiger denn je, gesellschaftliche, politische, ökologische sowie ökonomische Strategien und Ziele ständig zu überprüfen. Dafür ist auch die Expertise aus den Sozial- und Erziehungswissenschaften hilfreich. Und so verwundert es nicht, dass die Lehre des Fachbereichs 6 darauf abzielt, Studierenden fachliche und persönliche Kompetenzen zu vermitteln, damit sie die aktuellen und zukünftigen Debatten mitgestalten. „Wir legen großen Wert darauf, die Herausforderungen der Gesellschaft von heute und morgen in unser Lehrangebot einfließen zu lassen“, betont der Dekan des Fachbereichs, Prof. Dr. Thorsten Quandt. Die Institute für Erziehungs-, Kommunikations- und Politikwissenschaft sowie Soziologie zählen zu den ältesten und größten in Deutschland. „Die Lösung von Problemen, die kritische Einordnung und das verantwortungsvolle Handeln sind drei zentrale Aspekte unserer Lehre“, ergänzt Prof. Dr. Matthias Freise, Prodekan für Studienangelegenheiten und Digitalisierung. Damit einhergehend binden die vier wissenschaftlichen Einrichtungen forschendes Lernen – Studierende erarbeiten selbstständig eigene Forschungsprojekte – in die fachbezogenen Studiengänge und in die Lehrkräftebildung ein.
Institut für Erziehungswissenschaft: Mit inhaltlicher und methodischer Vielfalt in 400 Veranstaltungen pro Semester punkten
Ob Familie, Kindergarten, Schule, Beruf oder Freizeit: Bildung spielt eine bedeutende Rolle in jedem Lebensalter und in allen Lebensbereichen. Studierende der Erziehungswissenschaft lernen, Kinder, Jugendliche und Erwachsene dabei zu begleiten und zu unterstützen. Vielfalt – sowohl inhaltlich als auch methodisch-didaktisch – steht im Mittelpunkt der rund 400 Lehrveranstaltungen pro Semester des Instituts für Erziehungswissenschaft (IfE). Durch die Größe der Einrichtung bieten die Dozentinnen und Dozenten nicht nur eine grundlegende erziehungs- und bildungswissenschaftliche Lehre an. Es gibt auch Vorlesungen und Seminare, in denen es um aktuelle Themen wie Demokratiebildung, Digitalisierung oder inklusive Bildung geht. Ein Schwerpunkt des IfE ist die bildungswissenschaftliche Qualifizierung von Lehrkräften aller Schulformen. Darüber hinaus gibt es erziehungswissenschaftliche Fachstudiengänge und die Lehrkräftebildung im Unterrichtsfach Pädagogik.
Institut für Kommunikationswissenschaft: Mit Theorie und Praxis verantwortungsbewusste Kommunikation von morgen prägen
Das Studium der Kommunikationswissenschaft vermittelt Methoden, Kenntnisse und medienpraktische Fertigkeiten, die für eine selbstständige und verantwortungsbewusste Tätigkeit in Medien- und Kommunikationsberufen ebenso wie in der angewandten und universitären Forschung qualifizieren. Das Institut für Kommunikationswissenschaft (IfK) zeichnet sich durch kleine Lerngruppen, eine enge Betreuung sowie die Kombination aus wissenschaftlicher Befähigung und dem Sammeln erster Berufserfahrungen im Journalismus, in der strategischen Kommunikation oder in der Medienwirtschaft aus. In Forschungsseminaren bearbeiten Studierende eigenständig Themen wie den Social-Media-Aktivismus, die Politisierung des Sportjournalismus oder eine barriere- und diskriminierungsfreie Kommunikation. Vorträge von Expertinnen und Experten aus der Berufspraxis sowie Exkursionen in Redaktionen, Agenturen und Unternehmen ergänzen das Lehrangebot. Neben den Bachelor- und Masterstudiengängen „Kommunikationswissenschaft“ und „Strategische Kommunikation“ bietet das IfK seit dem Wintersemester 2025/2026 den Masterstudiengang „Knowledge and Communication“ an.

Institut für Politikwissenschaft: Mit einem internationalen Lehrangebot seit 25 Jahren eine Vorreiterrolle einnehmen
Was Politik umfasst, beantwortete Gerhard Lehmbruch, einer der Mitbegründer der deutschen Politikwissenschaft, folgendermaßen: „Politik ist jenes menschliche Handeln, das auf die Herstellung allgemein verbindlicher Regelungen und Entscheidungen in und zwischen Gruppen von Menschen abzielt.“ Die Lehre des Instituts für Politikwissenschaft (IfPol) zeichnet sich durch vielfältige Fächerkombinationen, Spezialisierungsmöglichkeiten und Berufsorientierung aus. Eine Besonderheit ist die Internationalisierung: Bereits seit 25 Jahren arbeitet das IfPol mit der französischen Hochschule für Politikwissenschaft, Sciences Po Lille, und der Universität Twente in Enschede zusammen. Mit diesen Partnern bietet das Institut vier Kooperationsstudiengänge auf Englisch, Französisch und Deutsch an. Damit nimmt es eine universitäre Vorreiterrolle ein. Außerdem ist die Lehreinheit Sozialwissenschaften, an der sich das IfPol neben dem Institut für Soziologie und dem Institut für Ökonomische Bildung beteiligt, die größte Ausbildungseinrichtung in Nordrhein-Westfalen für Lehrkräfte aller Schulformen im Fach Sozialwissenschaften.
Institut für Soziologie: Mit sozialwissenschaftlichen Methoden gesellschaftliche Entwicklungen erklären
Ein zentrales Merkmal der Lehre des Instituts für Soziologie (IfS) ist die Vermittlung eines breiten Spektrums sozialwissenschaftlicher Methoden. Dazu zählen standardisierte Befragungen, qualitative Interviews und moderne Videoanalysen. Seit 1993 setzt das IfS mit den „Westfälischen Nachrichten“ beispielsweise das Münster-Barometer um. Die Lokalbefragung durch Studierende ist damit das Forschungsprojekt mit der längsten Laufzeit an der Universität Münster. Während in den Bachelorstudiengängen der Aufbau eines theoretischen, empirischen und methodischen Grundlagenwissens im Vordergrund steht, bieten die Masterstudiengänge ein forschungsnahes Lernumfeld. Die Studierenden lernen in kleinen Gruppen, erstellen gemeinsam empirische Studien in Forschungsseminaren und nehmen an Exkursionen teil. Dies ermöglicht neben der individuellen Betreuung eine vertiefte Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen. Eine weitere Besonderheit ist der im Wintersemester 2025/26 gestartete Masterstudiengang „Diversität und soziale Ungleichheit“.
Text: Kathrin Nolte