Anfang Februar konnte ich dem deutschen Winter entfliehen und habe mich auf den Weg nach Rabat, die Hauptstadt Marokkos, gemacht, um dort für zwei Monate ein Praktikum am Lycée Descartes zu absolvieren.
Bereits im Vorfeld stand ich in engem Kontakt zu der Schule, die mir ein paar Kontakte für die Wohnungssuche weitergegeben hatte. So konnte ich relativ problemlos ein Zimmer in einer WG finden und wurde an meinem ersten Abend in Rabat schon sehr freundlich empfangen. Von der Stadt war ich direkt begeistert: Sie ist groß genug, um vielfältige Freizeitmöglichkeiten und ein großes kulturelles Angebot zu bieten, aber noch klein genug, um schnell einen Überblick über die Stadt zu haben und sich nicht verloren zu fühlen. Außerdem liegt sie direkt am Meer und hat eine wunderschöne Altstadt.
Um in Rabat von A nach B zu kommen gibt es zahlreiche Busse und zwei Straßenbahnlinien, doch direkt in den ersten Tagen wurde mir klar, dass der Großteil des Nahverkehrs sich über die kleinen blauen Taxis abspielt, die man wirklich in jeder Ecke der Stadt finden kann. Anders als in den touristischeren Städten Marokkos sind die Preise hier fix und unterwegs werden oft noch andere Mitfahrende eingesammelt. Lebensmittel findet man am günstigsten und vielfältigsten auf verschiedenen Märkten und in der Altstadt, es gibt allerdings auch zahlreiche Supermärkte, in denen man alles für das tägliche Leben findet. Außerdem gibt es an fast jeder Ecke sogenannte Hanouts, die oft nur wie ein kleiner Kiosk aussehen, aber über Obst, Gemüse und Lebensmittel bis zu Klopapier, Simkarten und Katzenfutter alles in ihren Regalen haben.
Da in Rabat viele internationale Organisationen sowie die Botschaften ansässig sind, ist die Stadt sehr international und man kommt mit Französisch fast überall zurecht, häufig auch mit Englisch. Noch freundlicher als ohnehin schon wird einem jedoch begegnet, wenn man zumindest auch ein paar Phrasen Darija, den marokkanischen Dialekt des Arabischen, beherrscht.
Interessant war für mich auch, dass mein Aufenthalt in die Zeit des Ramadans fiel. Im Ramadan waren die allermeisten Geschäfte und Restaurants tagsüber geschlossen und generell waren die Tage langsamer und entspannter. Zur Zeit des Fastenbrechens waren die Straßen dann wie leergefegt und es war fast gespenstisch ruhig auf den Straßen. Im Anschluss daran war aber dafür umso mehr los und die Menschen haben sich bis tief in die Nacht draußen auf den Straßen, in Cafés oder Restaurants getroffen. Ich habe die lebendige Atmosphäre in den Ramadan-Nächten sehr genossen.
In meiner Freizeit habe ich es sehr genossen, mich durch die Gassen der Altstadt treiben zu lassen oder in Cafés zu sitzen, außerdem habe ich in einem Chor gesungen und mich im Surfen versucht. Insgesamt ist mir die Stadt in der kurzen Zeit sehr ans Herz gewachsen. 




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