Torquay 2.0

Ich muss ja zugeben, dass mir dieses therapeutische Schreiben gefehlt hat.
Falls tatsächlich eine Person über diesen Blog stolpert, hi! Du bist die einzige Person hier, aber das macht das Ganze etwas persönlicher, also herzlich willkommen zu meinem Tagebuch der etwas anderen Art.

Es ist nicht so gefährlich, aber auch nicht halb so cool wie das von Tom Riddle, aber wie auch immer. Ich bin Pia und ich war letztes Jahr schonmal in Torquay und bin jetzt nach meinem Bachelor zurück für ein halbes Jahr. Wie so vieles im Leben haben mich die Menschen hier wieder zurückgeführt. England an sich ist zwar schön, aber ich kann mir nicht vorstellen, hier tatsächlich auf Dauer zu leben. Auch wenn es auf den ersten Blick gar nicht so viele Unterschiede zwischen Deutschland und England geben mag, sind sie für mich doch ziemlich groß.

Wahrscheinlich ist es von Person zu Person unterschiedlich, aber ich finde, dass die den Engländern zugesprochene Höflichkeit nicht so ganz zutrifft. Es ist super schwierig zu beschreiben, aber ich versuch’s einfach mal. Es wird zehntausend mal nach dem Wohlbefinden gefragt, aber eine richtige Antwort wollen sie nicht unbedingt hören, und es wird sich für absolut alles bedankt, aber irgendwie verliert das Danke dadurch ein bisschen seine Wirkung, wie ich finde. Aber naja, das kommt von einer Deutschen, also bin ich natürlich parteiisch was das angeht. 😀 Aber die Schüler bedanken sich zum Beispiel absolut jedes Mal, wenn sie mein Büro wieder verlassen, und ich weiß ganz genau, dass viele nicht dankbar sind und sich wünschten, sie müssten kein Deutsch lernen.

Generell finde ich, dass man erst patriotisch wird, wenn man sich im Ausland befindet. Glaub mir, ich bin sonst die erste, die die Augen rollt, wenn irgendwer sagt, er sei stolz Deutscher zu sein. (Was für eine Schwachsinns-Aussage, auf etwas stolz zu sein, worauf man überhaupt keinen Einfluss hat!) Ich würde niemals eine Deutschlandflagge schwenken, aber hier in England schätze ich meine Heimat immer mehr wert und versuche, Deutschland so positiv wie möglich zu präsentieren. Außerdem bin ich teilweise stolz auf das Land Deutschland und echt froh, dass ich dort lebe.

Dinge, die ich außerdem in Deutschland besser finde, beinhalten unter anderem:
– die Architektur! Die Wärmedämmung englischer Häuser ist ein Witz! Und da Engländern absolut nie kalt ist, wird nur morgens und abends kurz die Heizung angemacht, was bedeutet, dass den Rest des Tages gefroren wird.
– das Essen. Ich habe es schonmal gesagt und werde es wieder sagen. Pommes selbst zu Reis zu servieren, ist in meinen Augen einfach ein bisschen viel.

Außerdem noch ein paar andere, ernstere Dinge, aber die packe ich dann in den nächsten Eintrag.

Adios y hasta luego! 🙂

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