Mein Praktikum an der SMA Kolese De Britto in Yogyakarta

Von der Schule wurden wir (Johanna, mit der ich das Praktikum mache und ich) herzlich empfangen. Am ersten Schultag gab es ein offizielles Treffen mit dem Schulleiter und den beiden Deutschlehrern Binta und Iwan an der SMA Kolese de Britto.

Es handelt sich bei dieser Oberschule um eine katholische Jungenschule. Die Schule besteht aus sechs zehnten, elften und zwölften Klassen, die allesamt zwei Stunden Deutsch als Fremdsprache die Woche haben. In der ersten Praktikumswoche haben wir erstmal im Deutschunterricht hospitiert, um das System der Schule, die Struktur des Unterrichts und die Schüler kennenzulernen.

In der zweiten Woche haben Johanna und ich dann losgelegt und zusammen den Deutschunterricht für die zehnte und die elfte Klasse vorbereitet, geplant und durchgeführt. Der Unterricht innerhalb einer Klassenstufe läuft parallel ab, also wird stets ein Unterricht für die gesamte Klassenstufe vorbereitet. Für uns wirkte das erstmal ungewohnt. Was ist mit der Heterogenität der Klassen und der Individualität der Schüler, von der wir in der Uni andauernd hören und auf die wir im deutschen Bildungssystem so sehr achten? Für uns war das aber erstmal ein sehr gutes Vorgehen den Unterricht zu planen. Die erste Stunde war immer erstmal eine Herausforderung, aber direkt in der nächsten Stunde wurde es besser, da man die Dinge, die nicht gut liefen, verbessern konnte. Man hatte also mehrere Chancen für eine Unterrichtsstunde, was einfach genial für Lehranfänger wie uns ist.

Ab der dritten Praktikumswoche habe ich dann selbst den Unterricht vorbereitet und gehalten. Abwechselnd habe ich jeweils Stunden von Binta und von Iwan unterrichtet. Während unserer Praktikumszeit hielten Johanna und ich drei Workshops. Im ersten Workshop zum Thema Münster stellten wir verschiedene Sehenswürdigkeiten Münsters vor sowie das Leben als Student in Münster. Der zweite Workshop wurde als Spielenachmittag betitelt, wo wir verschiedene Spiele mit den Schülern spielten, wie zum Beispiel Obstsalat; Feuer, Wasser, Luft; Untertauchen etc. und zusammen deutsche Lieder sangen. Der dritte Workshop war an Deutschlehrer*innen aus Yogyakarta gerichtet und hatte „Spielend Deutsch lernen“ zum Thema. Wir bereiteten mit den anderen deutschen Praktikanten*innen verschiedene Deutschspiele vor, die wir zu Beginn gemeinsam gespielt haben und uns anschließend in Gruppen aufgeteilt und in Stationen verschiedene Sprachspiele vorgestellt und gespielt, die die Lehrer*innen in ihren  Schulen und Klassen einsetzen können. So viel erstmal zu Tätigkeiten und Aktionen, die ich an der SMA Kolese De Britto High School nachgehe.

Nun vielleicht nochmal zu einigen Unterschieden, die mir innerhalb meiner sechswöchigen Praktikumszeit aufgefallen sind. Erstmal sind die Schüler an der De Britto sehr motiviert, Deutsch zu lernen. Sie sehen Deutschland als attraktives Land an, um dort zu studieren. Daher sind sie auch generell sehr interessiert und sehr dankbar, dass Praktikanten, deren Muttersprache Deutsch ist, sie unterrichten. Sie bedanken sich während und nach dem Unterricht, was einem einfach ein super gutes Gefühl gibt! Die Schüler sind generell sehr hilfsbereit und helfen sich vor allem untereinander, zum Beispiel wenn ein Schüler drangenommen wird und grad mal nicht aufgepasst hat. Außerdem ist das hier mit dem Melden nicht so gewöhnlich, daher antwortet eigentlich immer die ganze Klasse im Chor, wenn ich eine Frage gestellt habe. Klingt erstmal witzig, aber eine eigene Leistung kann man da nicht wirklich abfragen 😀

Im Rahmen des Praktikums konnte ich eine Stunde Gamelan in der Schule mitmachen. Gamelan ist ein Musikensemble, das aus einzelnen Bronzegongs und Metallophone besteht. Die Schüler waren sehr motiviert uns zu zeigen, wie es funktioniert. Mit der Gruppe hat die Gamelan-Stunde super viel Spaß gemacht, auch wenn es irgendwann echt auf die Ohren ging 😀

Das Praktikum hat mir super viel Spaß gemacht und ich habe vielfältige Erfahrungen im DaF-Bereich und generell im Unterrichten gewonnen. Ich habe gelernt, mich in der Rolle der Lehrperson auszuprobieren und auszuleben. Zu meiner ausführlichen Reflexion zu dem DaF-Praktikum und zum Leben in Indonesien könnt ihr dann in meinem letzten Blogeintrag lesen.

Bis dahin, hati-hati!

 

Eure Camilla

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