Ich bin für mein Praktisches Jahr, genauer für das Innere-Medizin-Tertial, in die Schweiz gezogen, nach Davos, um dort vier Monate zu verbringen. Was mich dahin gezogen hat, war einerseits das Land mit seiner Natur und den Bergen, andererseits der Reiz, das Gesundheitssystem eines anderen Landes kennenzulernen.
Davos kannte ich vorher eigentlich nur als Veranstaltungsort des Weltwirtschaftsforums, wo sich unter anderem Trump jedes Jahr hinbegibt. Hier habe ich dann gelernt, dass es mit rund 1560 Metern über dem Meeresspiegel die höchstgelegene Stadt Europas ist, mit nur knapp 10.000 Einwohnern. Und noch etwas ist mir sofort aufgefallen: Davos ist eine extrem sportliche Stadt mit unglaublich vielen Athletinnen und Athleten und Hochleistungssportlern, die entweder hier groß geworden oder für den Sport hergezogen sind, ob Langläufer, Mountainbiker oder Rennradfahrer in jeder Altersklasse. Genau diese sportliche Faszination hat mich sofort mitgenommen, und für mich war das ein perfekter Fit. Ich habe hier wieder angefangen zu laufen, verschiedene Sportarten ausprobiert und an diversen Läufen teilgenommen, sowohl bei den Davoser Seeläufen als auch beim Greifenseelauf in Uster im Kanton Zürich.
Was in den ersten Tagen natürlich auffällt, sind die andere Währung und die spürbar höheren Preise. Beim Einkaufen schluckt man anfangs regelmäßig und es dauert eine ganze Weile, bis man sich daran gewöhnt und einfach anders rechnet. Auch spürte ich erstmals die Bedeutung davon, außerhalb der EU zu leben und bei allen Bestellungen zu überprüfen, ob noch eine Zollgebühr oder Paketkontrolle anfällt. Dazu kam der ganze Papierkram des Ankommens: Weil ich länger als drei Monate bleibe, musste ich mich beim Einwohneramt anmelden, ein Schweizer Bankkonto eröffnen und mich um einige weitere Formalitäten kümmern. Das war ungewohnt und anfangs etwas mühsam, gehört aber dazu, wenn man nicht nur zu Besuch, sondern wirklich für eine Weile hier lebt.
Auch mit der Sprache hatte ich anfangs zu kämpfen. Mit dem Schweizerdeutsch tat ich mich anfangs extrem schwer, und zugegebenermaßen tue ich mich bis zum Ende meines Praktikums an manchen Stellen immer noch schwer damit. Nichtsdestotrotz waren alle Menschen, die ich hier kennengelernt habe, im Krankenhaus wie in der freien Natur, respektvoll, zuvorkommend, freundlich und offen. Dazu kommt, dass in Davos sehr viele internationale Studierende aus den unterschiedlichsten Ländern sind, sodass man schnell Freundschaften mit Menschen aus ganz verschiedenen Herkünften knüpft.
Weil ich im Sommer hier war, habe ich vor allem die Sommer-Action mitbekommen: Wandern, Laufen, Chillen am Davosersee, Volleyball etc. Den Winter mit Skifahren und Snowboarden habe ich dafür leider verpasst, was für mich nur einen Grund mehr darstellt, Davos nach meinem Praktikum noch einmal zu besuchen.




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