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PJler/ Unterassistent im Spital Davos

Ich habe hier vier Monate im Spital Davos gearbeitet. Das Spital hat vor allem eine internistische und eine chirurgische Abteilung sowie eine gemischte Notaufnahme. Zusätzlich ist eine hausärztliche Praxis mit sportmedizinischem Fokus angebunden, was in einer so sportverrückten Stadt natürlich Sinn ergibt.

Ein großer Unterschied zu Deutschland zeigt sich schon beim Namen: PJler heißen hier Unterassistenten, und so wie ich es erlebt habe, wird man auch deutlich mehr in den Arbeitsalltag integriert und bekommt mehr Verantwortung. Vertraglich vereinbart waren 50 Wochenstunden plus regelmäßige Bereitschafts- und Wochenenddienste.

Als Unterassistent in der Inneren Medizin hatte man entweder Dienste auf der internistischen Station oder in der gemischten Notaufnahme, meist rund zehn Stunden an fünf Tagen die Woche. Die Zeit verging aber fast immer schnell, weil man viel zu tun hatte, enorm viel gelernt hat und direkt mittendrin war. Wenn nichts zu tun war, durfte man auch mal früher gehen und das gute Wetter genießen.

Ein typischer Stationstag bestand darin, die eigenen Patientinnen und Patienten mit internistischen Beschwerden zu betreuen. Es begann morgens mit der Besprechung aller stationären Patienten, danach die Visite und darauf folgte dann die stationäre Arbeit: Medikamente optimieren, weitere diagnostische Schritte und Therapien evaluieren und mitentscheiden, ob jemand entlassen, ambulant weiterbehandelt oder doch länger im Haus behalten werden kann. Dazu gehört natürlich auch die weniger glamouröse Büroarbeit: Arztbriefe und andere Dokumente verfassen, mit Hausärzten telefonieren und Unterlagen anfordern, um die bestmögliche Versorgung sicherzustellen. Mittags gab es eine erneute Besprechung der Patienten mit anschließender Fortbildung und im Nachmittag wurden die ganzen besprochenen Vorhaben ausgeführt und geplant.

In der Notaufnahme war dagegen jeder Tag anders. Mal chirurgisch, etwa ein Wanderunfall oder ein Sturz vom Mountainbike, mal internistische Notfälle wie ein Herzinfarkt oder eine Lungenembolie, dazu pädiatrische und gynäkologische Fälle, also ein wirklich breites Spektrum von allem. Das Schöne war, dass man oft den Erstkontakt mit den Patientinnen und Patienten hatte, aktiv mitdenken und unter Rücksprache selbst bei Diagnostik und Therapie mitentscheiden durfte. Und dabei wurde man ganz essentiell in die Entscheidungsfindung mit eingebunden.

Wenn es die Zeit zuließ, durfte ich außerdem bei diversen Sprechstunden dabei sein und grundsätzlich überall reinschauen, sei es kardiologisch, pneumologisch, sportmedizinisch, gastroenterologisch. Gerade der sportmedizinische Fokus hat mich als sportbegeisterten Menschen besonders gereizt, und dass man mich so offen überall mitnehmen und lernen ließ, hat die Zeit fachlich noch einmal enorm bereichert.

Was die Zeit zusätzlich so angenehm gemacht hat, war das Team. Die Stimmung im ganzen Haus war kollegial, man war von Tag eins überall auf „du”, und gerade mit den Assistenzärztinnen und -ärzten hat man auch privat viel unternommen, während der Kontakt zu Ober- und Chefärzten genauso angenehm war. Die Hierarchien waren insgesamt sehr flach, sodass man sich auch als Unterassistent wohl und wertgeschätzt gefühlt hat. Dazu gab es regelmäßig Fortbildungen der Oberärzte, und auch man selbst musste als Unterassistent regelmäßig kurze Präsentationen zu selbstgewählten Themen vorbereiten, die hier liebevoll „Knorrli” heißen.

Das vielleicht Coolste war aber, das theoretische Wissen aus dem Studium und besonders aus der Vorbereitung aufs zweite Staatsexamen endlich praktisch anwenden zu können. Gerade bei komplizierten Fällen mit älteren oder mehrfach erkrankten Patientinnen und Patienten konnte man die Krankheitsbilder, die man sonst nur aus dem Buch kennt, aktiv sehen, einordnen und mitbehandeln. Genau dafür macht man das Ganze.

Assiel

Ich bin Assiel, 25 Jahre alt und im PJ meines Medizinstudiums. Ich mache mein letztes Tertial in der Inneren Medizin in Davos in der Schweiz.

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