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Mehr als nur ein Praktikum: Mein Leben in Kapstadt und mein Fazit

Wenn ich auf die vergangenen zwei Monate zurückblicke, denke ich nicht nur an die Zeit im Labor, sondern auch an die vielen Erlebnisse außerhalb der Arbeit. Mein Praktikum am ICGEB war natürlich der Grund für meinen Aufenthalt in Südafrika, doch Kapstadt selbst hat die Erfahrung zu etwas ganz Besonderem gemacht.

Schon nach den ersten Wochen hatte ich das Gefühl, dass Kapstadt eine außergewöhnlich lebenswerte Stadt ist. Besonders beeindruckt hat mich die Vielfalt an Freizeitmöglichkeiten. Natürlich denkt man bei Südafrika zunächst an Safaris oder spektakuläre Landschaften. Doch auch im Alltag bietet die Stadt unglaublich viele Möglichkeiten, aktiv zu sein und neue Menschen kennenzulernen.

Da ich selbst gerne Sport mache, habe ich mich über die zahlreichen sportlichen Angebote besonders gefreut. Überall in der Stadt gibt es Laufgruppen, Fitnessangebote und Sportveranstaltungen, die häufig kostenlos und offen für alle sind. Mir fiel auf, wie selbstverständlich viele Menschen ihre Freizeit draußen verbringen. Gerade durch solche Angebote entstanden viele Möglichkeiten, mit Einheimischen und anderen Internationals in Kontakt zu kommen.

 Auch die Wochenenden nutzten wir, um möglichst viel von der Region zu entdecken. Besonders gerne waren wir wandern. Ob auf dem Tafelberg, dem Lion’s Head oder auf anderen Wanderwegen rund um Kapstadt – die Kombination aus Bergen, Meer und Stadt ist einzigartig und hat mich immer wieder begeistert. Daneben unternahmen wir verschiedene Tagesausflüge, beispielsweise in die umliegenden Weinregionen, entlang der Küste oder zu kleineren Orten außerhalb der Stadt. Dabei konnten wir noch einmal ganz andere Seiten Südafrikas kennenlernen.

Was mich rückblickend überrascht hat, ist, wie sehr mir diese Art von Alltag gefallen hat. Vor meiner Reise hatte ich vor allem das Praktikum im Blick und mir wenig Gedanken darüber gemacht, wie ich meine Freizeit verbringen würde. Dass ich mich so schnell in das Leben vor Ort einfinden würde und dass mir die Mischung aus Arbeit, Natur und Freizeitangeboten so gut gefallen würde, hätte ich vorher nicht erwartet.

Rückblickend haben sich auch viele meiner anfänglichen Sorgen bezüglich der Sicherheit relativiert. Die Sicherheitsempfehlungen, die ich vor der Reise erhalten hatte ( z.B nachts nicht alleine unterwegs zu sein oder auf auffälligen Schmuck zu verzichten) habe ich während des gesamten Aufenthalts beachtet. Gleichzeitig hatte ich jedoch nie das Gefühl, mich in einer bedrohlichen oder unsicheren Situation zu befinden. Natürlich sollte man sich der lokalen Gegebenheiten bewusst sein und einige Vorsichtsmaßnahmen beachten, doch meine persönlichen Erfahrungen in Kapstadt waren deutlich positiver, als ich es vor meiner Abreise erwartet hatte.

Natürlich habe ich während meines Aufenthalts auch fachlich viel gelernt. Die Arbeit im Labor hat mir spannende Einblicke in die virologische Forschung ermöglicht und mir gezeigt, wie internationale Zusammenarbeit in der Wissenschaft funktioniert. Gleichzeitig habe ich aber auch gelernt, mich in einem neuen Umfeld zurechtzufinden, offen auf Menschen zuzugehen und mich auf andere Perspektiven einzulassen.

Mit meiner Rückkehr nach Deutschland nehme ich deshalb weit mehr mit als nur neue fachliche Kenntnisse. Besonders in Erinnerung bleiben werden mir die Menschen, die ich kennenlernen durfte, die Herzlichkeit meiner Kolleginnen und Kollegen sowie die vielen gemeinsamen Erlebnisse außerhalb des Labors. Kapstadt hat mich nicht nur als Forschungsstandort beeindruckt, sondern auch als Stadt, die Natur und Kultur  auf besondere Weise verbindet.
Rückblickend bin ich sehr dankbar für diese Erfahrung. Das PROMOS-Stipendium hat mir die Möglichkeit gegeben, nicht nur wissenschaftlich wertvolle Erfahrungen zu sammeln, sondern auch ein Land und eine Kultur kennenzulernen, die mir vorher weitgehend unbekannt waren. Die zwei Monate in Kapstadt haben meinen Horizont erweitert und werden sicherlich zu den prägendsten Erfahrungen meines Studiums gehören.

 

Nele

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