Meine Zeit in Brasilien ist zum Ende gekommen, mittlerweile bin ich wieder in Deutschland angekommen. Brasilien trage ich jedoch weiter im Herzen. Die drei Monate in Brasilien sind wie im Flug vergangen und gleichzeitig fühlt sich mein Ankommen Anfang Dezember in Salvador an, als sei es ein Jahr her, so reich an Eindrücken und Erfahrungen war die Zeit. Ich bin dankbar, die Möglichkeit genutzt zu haben, die Vielfalt dieses riesigen Landes zumindest im Ansatz erfahren zu haben. Wohl kaum ein anderes Land ist so divers in seinen Menschen und nur das Praktikum in Florianopolis allein mit seinen eher europäischen Einflüssen wäre Brasilien nicht gerecht geworden. Ich brauchte meine Zeit, um mich mit Florianopolis und dem Praktikum in der Allgemeinchirurgie anzufreunden. Am Ende schaue ich jedoch sehr zufrieden auf die gesamte Erfahrung, auch auf die Zeit des Praktikums, besonders die Zeit in der Notaufnahme war eindrücklich und das brasilianische Gesundheitssystem funktioniert trotz seiner Herausforderungen beeindruckend gut. Ich kann behaupten, das Beste aus der Erfahrung herausgeholt zu haben, mir meine Nischen gesucht zu haben, um meine Lernerfahrung zu maximieren. Ich habe Freundschaften geschlossen, die sicherlich über die Wochen in Florianopolis hinausgehen werden, viel Lob für mein Portugiesisch bekommen, viel Forro getanzt und mit dem Motorrad die Gegend und traumhafte Strände und Berglandschaften erkundet. Die Reise zu den beeindruckenden Wasserfällen von Foz de Iguazu und besonders den brasilianischen Karneval mitzuerleben war ein Highlight zum Abschied.
Ein wichtiger Bestandteil des Karnevals in Brasilien sind die Desfiles der Sambaschulen. In Rio sind diese Umzüge weltbekannt und überwältigend riesig, doch auch in Florianopolis finden sie in einer kleineren, lokaleren Version statt. Eine brasilianische Freundin hatte mich im Vorfeld mit der Möglichkeit überrascht, gemeinsam bei einem solchen Umzug mitlaufen zu können, eine einmalige Gelegenheit, die Stimmung in der Passarela, der speziellen Umzugsarena, nicht nur als Zuschauerin, sondern als Teilnehmerin mitzuerleben. Jede Schule wählt jedes Jahr ein neues Thema mit entsprechender Sambamusik, Kostümen, Showwagen etc. Die Auftritte folgen einer bestimmten Ordnung, beginnend mit einer Tanzgruppe mit aufwändiger Choreografie, gefolgt von verschiedenen Abteilungen unter anderem aus Sambatänzern, die Flagge der Schule tragenden Tanzpaaren, den älteren Damen der Baianas in weiten Röcken, und schließlich einfach frei tanzenden Abteilungen. Erst beim Auftritt merkte ich, wie anstrengend es eigentlich ist, so eine lange Zeit dauerhaft zu lächeln, zu tanzen und Stimmung zu machen. Vor uns die knapp bekleidete Sambatänzerin, hinter uns der riesige dekorierte Wagen, es war tolles Gefühl, Teil des Ganzen zu sein und ich war sehr dankbar, diese sehr besondere Erfahrung gemacht zu haben. Es ist wirklich beeindruckend, wie viel Arbeit und Hingabe von Hunderten von Menschen in diesem Projekt steckt und was für einen großen Stellenwert der Karneval für die Brasilianer hat.
Ich kehre voller intensiver Eindrücke, mit einer neuen Sprache im Repertoire und positiven Erinnerungen zurück. Die letzte Woche in Floripa, wie Florianopolis liebevoll genannt wird, war eine kleine Sammlung glücklicher Momente, exemplarisch für meine Zeit dort. Letzte Abschiede im Krankenhaus, Forro tanzen mit Freunden, friedliche Momente an der Lagoa da Conceição, Massen an typisch brasilianischem Acai essen, einer Art Fruchteis mit vielerlei Toppings, kleine Wanderungen zu Wasserfällen in der Nähe unternehmen. Beim Abflug erhaschte ich einen letzter Blick auf den strahlenden Sonnenaufgang über der wunderschönen Insel, die die letzten Wochen mein Zuhause war. Die Zeit in Florianopolis und generell Brasilien wird mir für immer in positiver Erinnerung bleiben.







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