4 Monate auf der Insel

September… Oktober… November… Dezember. Auf einmal waren die vier Monate rum. Seit drei Wochen bin ich jetzt wieder in Deutschland und der Abschied in Norwich fiel mir definitiv schwer. Ich war traurig, mich von meinen lieben Kolleginnen und Kollegen, vor allem von zwei der Fremdsprachenassistentinnen, die nun beide gute Freundinnen von mir sind, und von der schönen Stadt Norwich zu verabschieden.

Schon am Morgen meines letzten Tages konnte ich mir bei der feierlichen Versammlung in der Kathedrale ein paar Tränen nicht verdrücken, als die Band gespielt hat und eine Schülerin „All I want for Christmas“ gesungen hat. Danach haben wir bei unserem wöchentlichen Department Meeting mit den Deutschlehrerinnen und -lehrern zusammen Lebkuchen gegessen, Weihnachtskarten ausgetauscht und eine kleine Abschiedsfeier für mich gehalten. In den vier Monaten habe ich sie alle sehr ins Herz geschlossen. Dass meine Zeit an der Schule schon vorbei sein würde, konnte ich gar nicht richtig begreifen.

Einerseits kommt es mir so vor, als sei die Zeit in Norwich extrem schnell vergangen. Wenn ich aber an meinen ersten Tag zurückdenke, als ich noch etwas verwirrt durch die Schule gelaufen bin, kommt es mir wie eine Ewigkeit vor. All diese Eindrücke können doch unmöglich in knapp vier Monaten geschehen sein. Ich habe mich sehr auf Zuhause gefreut, vor allem natürlich auf meine Familie und meine Freunde. Als ich dann realisiert habe, dass ich aber auch Abschied nehmen muss, war ich gleichzeitig traurig darüber, dass die Zeit schon vorbei ist. Die ersten paar Tage zurück in Deutschland kam es mir ganz unwirklich vor, wenn ich daran gedacht habe, dass ich vor wenigen Tagen noch in England war und Unterricht geplant habe.

Und was habe ich aus der Zeit mitgenommen? Ich esse auf jeden Fall gern Baked Beans und zum Frühstück gibt es bei mir jetzt immer Porridge. Ich konnte mich aber nie daran gewöhnen, beim Überqueren der Straße zuerst nach rechts zu schauen und nicht nach links.

Aber jetzt mal Ernst gesprochen: Die Zeit an der Norwich School hat mir viel für meinen weiteren beruflichen Werdegang gebracht. Ich hatte zuvor erst zwei Praktika à vier Wochen absolviert und nur ein paar Stunden komplett eigenständig unterrichtet. An der Norwich School habe ich zahlreiche Möglichkeiten bekommen, selbst zu unterrichten. Die Planung und Durchführung lag dann komplett in meiner Hand, was auf jeden Fall eine Herausforderung war und mich anfangs auch echt nervös gemacht hat. Ich habe aber mit der Zeit gemerkt, dass ich viel sicherer wurde als Lehrerin. Dass ich als angehende Grundschullehrerin auch recht viel in der Mittel- und Oberstufe unterrichtet habe, war für mich sehr interessant. Allerdings hat sich wieder bestätigt, dass Grundschullehramt das Richtige für mich ist. Den Unterricht in den drei Grundschulklassen habe ich in den letzten vier Wochen komplett übernommen und von meiner Mentorin Feedback zum Unterricht bekommen. Es machte mir am meisten Spaß und ich habe mich dort immer am wohlsten gefühlt.

Im Plantation Garden

Ich bin sehr dankbar, von allen so herzlich aufgenommen geworden zu sein. Generell habe ich die Atmosphäre an der Schule immer als sehr positiv wahrgenommen und mich schnell integriert gefühlt. Mehrere Monate an so einer besonderen Schule zu sein, war eine tolle Erfahrung. Als ich mich vor circa einem Jahr beworben habe, war ich beeindruckt von der Schule und habe so sehr gehofft, dass es klappen würde. Ich bin auf jeden Fall froh, dass ich genommen wurde und werde mich gerne an die Zeit zurückerinnern.

Abschließend kann ich noch einmal festhalten, dass mir das Auslandspraktikum an der Norwich School viel für meinen zukünftigen Beruf geholfen hat. Außerdem war es eine spannende Erfahrung, weg von Zuhause in einem anderen Land alleine zurechtkommen zu müssen. Davor hatte ich anfangs großen Respekt und bin auch etwas stolz, das gemeistert zu haben. Ich kann ein Praktikum an der Norwich School jedem empfehlen! 🙂

Vielen Dank für das Lesen meines Blogs!

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