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Meine Safari im Kruger-Nationalpark

Der Höhepunkt meiner Reise nach Südafrika war ohne Zweifel die Safari im Kruger-Nationalpark. Tiere, die ich bisher nur aus Dokumentationen, von Fotos oder von früher aus dem Zoo kannte, plötzlich in freier Wildbahn zu erleben, war überwältigend. In diesem Blogbeitrag möchte ich von diesem besonderen Abenteuer erzählen.

Als wir vom Flughafen in Johannesburg Richtung Kruger-Nationalpark fuhren, hatte ich schnell das Gefühl, mich in einem völlig anderen Land zu befinden. Links und rechts der Straße erstreckten sich Felder und Wiesen bis zum Horizont. Kühe und sogar Strauße grasten am Straßenrand, nichts erinnerte mehr an die Großstadt, die wir wenige Stunden zuvor verlassen hatten. Ich bekam eine Ahnung davon, wie groß Südafrika ist. Die Fahrt dauerte insgesamt etwa sechs Stunden. In unserem Auto saßen neben dem Fahrer Solly noch zwei Frauen von Réunion. Mittags hielten wir in dem letzten Ort vor dem Nationalpark, wie es uns angekündigt worden war. Der Ort bestand aus fünf Restaurants, zwei Bars und einer Tankstelle. Danach fuhren wir weitere zwei Stunden bis zu unserem ersten Camp, das außerhalb des Parks in einem privaten Game Reserve lag. Diese Reservate sind zwar nicht so weitläufig wie der Kruger selbst, beherbergen aber ebenfalls zahlreiche Wildtiere. Kaum angekommen, ging es auch schon los: Nur 15 Minuten später startete unser erster Game Drive.

Gleich zu Beginn sahen wir einen Elefanten, der sich nur etwa zehn Meter von unserem Camp entfernt befand. Er wedelte mit seinen großen Ohren und schien uns genauso neugierig zu mustern wie wir ihn. Es war atemberaubend, einem so riesigen Tier so nah zu sein. Ich hätte stundenlang dort sitzen und einfach nur beobachten können, doch nach wenigen Minuten fuhren wir weiter. Vorne auf dem Safari-Jeep sitzt ein Ranger, der nach den Tieren Ausschau hält und dann noch einer im Jeep, der das Auto fährt. Dabei hatte ich die ganze Zeit Angst, dass der Ranger vorne herunterfällt, weil die Fahrt durch das Gelände sehr schaukelig war.

Mein erste Game Drive: 

Unser Ranger erklärte uns, dass ein Game Drive wie ein Spiel sei: Man brauche Glück, denn Tierbegegnungen seien nie garantiert. Er forderte uns auf, aufmerksam zu bleiben und jede Bewegung im Busch zu beobachten. Diese Herausforderung weckte meinen Ehrgeiz  und tatsächlich entdeckte ich kurze Zeit später eine Hyäne, die hinter einem kleinen Baum lag. Stolz meldete ich meine Sichtung. Wir hielten und beobachteten das Tier. Langsam ging die Sonne unter, und obwohl es Abend wurde, war es noch immer sehr heiß. In Kapstadt weht fast ständig der „Cape Doctor“, ein konstanter und starker Wind, doch hier im Busch war außer dem Fahrtwind kaum etwas zu spüren. Je tiefer wir in das Reservat hineinfuhren, desto stiller wurde es und desto mehr Tiere konnten wir entdecken.

Als es bereits dunkel war, hielten wir mitten im Game Reserve für unser Abendessen. Über eine kleine Brücke gelangten wir zu einem Tisch, der mit Kerzen und Campinggeschirr gedeckt war. Es gab typischen Maisbrei, Chakalaka und Amarula-Schnaps. Über uns hing ein Baum mit genau den Früchten, aus denen dieser Likör hergestellt wird. Schon beim Essen fiel mir auf, wie viele Insekten um uns herumschwirrten: groß, laut und selbst aus der Ferne noch als dunkle Punkte in der Luft zu erkennen. Die Gespräche beim Abendessen waren sehr witzig und interessant. Die Frauen von Réunion animierten uns, unser Schulfranzösisch aufzufrischen, wir fragten unsere Ranger über Südafrika und den südafrikanischen Busch aus und erzählten selbst von unserem Studienalltag in Deutschland. Auf dem Rückweg leuchteten die Ranger mit starken Taschenlampen in den Busch, um mögliche Tiere rechtzeitig zu sehen. Der Lichtkegel schwang hin und her, sodass eine Seite des Autos für einen kurzen Augenblick im Dunkeln blieb und ein gewisser Überraschungsmoment entstand, wenn die Lampe in die entsprechende Richtung gehalten wurde. Auf der Rückfahrt entdeckten wir noch Giraffen, eine Herde Zebras und eine Elefantenfamilie. Das Elefantenkalb erschrak, als wir plötzlich vor ihm standen, und rannte trompetend zu seinen Eltern. Das Geräusch werde ich nie vergessen.

Wir übernachteten in einem Zelt mitten im Busch. Vorher mussten wir ein Dokument unterschreiben, in dem wir erklärten, dass wir uns der Gefahr bewusst seien: kein Zaun, keine Mauern, nur wir und die Wildnis. Wollte man nachts zur Toilette, musste man den Ranger per Funk rufen, der einen dann begleitete. Als ich auf meinem Feldbett lag, war mir mulmig zumute. All die Tiere, die wir tagsüber gesehen hatten, konnten theoretisch jederzeit an meinem Zelt vorbeilaufen. Doch außer dem Zirpen der Grillen war nichts zu hören. Das heißt, die Insekten waren unglaublich laut, es war wie ein ständiges Dröhnen auf den Ohren. In der Nacht hörte ich einmal das Lachen einer Hyäne und glaubte, einen Schatten an der Zeltwand zu sehen. Aber vielleicht habe ich das auch nur geträumt. Am Morgen entdeckte ich den Schatten eines riesigen Insekts direkt über meinem Kopfkissen, zum Glück außerhalb des Zeltes.

Nach dem Frühstück, das wir in einem umzäunten Camp einnahmen, fuhren wir in den Kruger-Nationalpark. Während des Essens beobachteten wir eine Hyäne bei ihrem morgendlichen Bad. Danach wurden wir in unsere Reisegruppen für den Ausflug geteilt. Die Fahrt zum Park dauerte etwa 45 Minuten. Unser Ranger ließ die Planen des Jeeps herunter, damit es ruhiger und weniger windig war. Am Eingangstor mussten wir uns anmelden, tanken und dann begann der zweite Game Drive. Die Tankstelle sah aus, als wäre eine Attrappe inmitten der unberührten Wildnis. Und auch als wir Mittags zum Essen an einem Camp hielten, das 4 Stunden entfernt vom Gate lag, fragte ich mich, wie das Restaurant wohl beliefert würde und wie die ganze Infrastruktur innerhalb des Parks errichtet und aufrechterhalten wird. In der Mittagspause fragte ich unseren Ranger, ob er noch aufgeregt sei, wenn er die Tiere im Park sehe, schließlich sieht er sie jeden Tag. Er sagte, dass es ihn immer noch faszinieren würde, vor allem die Tiere, bei denen man Glück hatte, wenn man sie zu Gesicht bekäme, wie Leoparden, Geparden, Löwen oder Nilpferde.

Die Ranger verständigen sich über WhatsApp, wenn irgendwo ein Tier gesichtet wird. Impalas, Zebras und Elefanten begegneten uns häufig, doch jede Begegnung blieb einzigartig. Als eine Elefantenherde ganz nah an unserem Jeep vorbeizog, hielten wir alle den Atem an. Kaum zu glauben, wie leise sich diese riesigen Tiere bewegen können.

Zum Beispiel zeigte er uns eine Pflanze, mit der man sich im Busch die Zähne putzen könnte oder eine, die bei Kopfschmerzen helfen würde. Er hatte auch interessante Dinge von seiner Ranger-Ausbildung zu berichten, beispielsweise, dass er während dieser Zeit in eine Höhle übernachten musste und bot uns an uns einmal probeweise in eine hineinzulegen, die wir auf unserem Walk passierten.

Plötzlich erhielt unser Ranger die Nachricht, dass in der Nähe ein Gepard gesichtet worden war,  ein absolutes Highlight, denn viele Besucher sehen in mehreren Wochen keinen einzigen. Wir fuhren sofort dorthin. Die Tiere lagen weit entfernt im Schatten eines Baumes. Hätte ich nicht gewusst, dass dort drei Geparden liegen würden, hätte ich sie niemals entdeckt. Auf meinen Fotos sind sie nur mit viel Fantasie zu erkennen. Trotzdem konnte ich durchs Fernglas alle drei beobachten wie sie dort im Schatten lagen. Es war auch schön zu sehen, wie verzückt unser Ranger war und versuchte alle vorbeifahrenden Autos auf die Tiere aufmerksam zu machen. Am Nachmittag entdeckten wir schließlich noch einen Löwen, der am Wegesrand neben einem Busch lag. Zuerst hielt ich ihn für einen Stein, bis er sich bewegte. Der Löwe war ungefähr 7 Meter von unserem Auto entfernt, trotzdem hatte er sich gut im Gestrüpp versteckt. Seine Tatzen konnte man dennoch erblicken.

Abends fuhren wir vom Kruger Park  direkt zu unserem neuen Camp für die Nacht. Diesmal war es nur 20 Minuten vom Park entfernt. Es gab eine Rezeption mit Pool und Feuerstelle. Dort saßen wir eine Weile mit den beiden Frauen von Réunion, die tagsüber einen Buschwalk unternommen hatten, während wir mit einer anderen Gruppe in dem Safari-Jeep saßen. Nur durch Zufall waren wir wieder in derselben Unterkunft gelandet. Wir wurden zu unserer Hütte geführt, die ungefähr 10 Minuten entfernt von der Rezeption lag. Auf dem Weg dorthin sahen wir eine Herde Imapalas. Unser Zimmer bestand aus einer Lehmhütte mit Strohdach. Das Dach hatte einige Lücken, sodass Mücken und wie wir später feststellten auch Leguane in unser Zimmer gelangen konnten. Als ich mein Mückennetz um meine Matratze spannen wollte, entdeckte ich einen Leguan direkt an meinem Kopfkissen.Ich versuchte schnell einzuschlafen, um möglichst nicht zu bemerken, dass ein Leguan auf mir herum kletterte. Das Einschlafen dauerte lange, doch glücklicherweise war auch kein Leguan zu sehen.

Am nächsten Morgen gingen wir vor dem Frühstück auf einen Buschwalk. Unser Guide erklärte uns, dass wir ohne das Auto weniger geschützt seien und von den Tieren nicht mehr als großes Ganzes, sondern kleiner wahrgenommen würden. Für die Büffel musste er ein Gewehr mitnehmen, nur zur Sicherheit, weil diese Tiere am unberechenbarsten von allen seien.Wir sahen Zebras und Impalas. Ich war eigentlich ganz froh, dass wir keinen anderen Tieren begegneten. Unser Guide erläuterte uns viel über Pflanzen, das Überleben im Busch und südafrikanische Rituale, die mit bestimmten Bäumen oder Naturphänomenen zusammenhängen. Zum Beispiel zeigte er uns eine Pflanze, mit der man sich im Busch die Zähne putzen könnte oder eine, die bei Kopfschmerzen helfen würde. Er hatte auch interessante Dinge von seiner Ranger-Ausbildung zu berichten, beispielsweise, dass er während dieser Zeit in eine Höhle übernachten musste und bot uns an uns einmal probeweise in eine hineinzulegen, die wir auf unserem Walk passierten. Danach war unser Busch-Abenteuer auch schon zu Ende und nach dem Frühstück wurden wir wieder zu dem Flughafen in Johannesburg gefahren. Wieder zurück in Kapstadt kam mir unsere dreitägige Safari wie ein Traum vor.

Lilli

Ich bin Lilli, 23 Jahre alt und studiere Kommunikationswissenschaft und Philosophie an der Uni Münster. Von Oktober 2025 bis April 2026 habe ich ein Auslandspraktikum bei live&learn in Südafrika gemacht.

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