Zwei Wochen bin ich nun schon in Lissabon. Was ist bis jetzt passiert?
Mein Projekt im Labor in der Uni ist nun gestartet. Darüber hatte ich im letzten Beitrag noch gar nicht so viel berichtet. Ich arbeite im “Centre for ecology, evolution and environmental changes” in einer Arbeitsgruppe, die sich mit experimenteller Evolution beschäftigt. In meinem Projekt geht es um die gegenseitigen und evolutionären Einflüsse die Pflanzen und bestimmte Milben aufeinander haben (können). In dieser Woche haben wir das Experiment angesetzt und schon einige Messpunkte aufgenommen. Ich finde es super, dass ich bei manchen Aktionen ein bisschen ins kalte Wasser geworfen werde oder selbst überlegen soll, wie manche Abläufe ablaufen sollten. Und trotzdem kann ich jederzeit nach Hilfe fragen und muss mich dafür auch nicht schämen, selbst wenn es mal etwas sehr banales ist. Ich arbeite mit einem anderen Praktikanten an diesem Projekt. Er kommt aus Lissabon und studiert Medizin. So ist es gerade am Anfang auch ganz gut, wenn wir uns untereinander fragen und besprechen können, bevor wir zur Betreuerin laufen müssen. Woran ich mich aber immer noch gewöhnen muss: die Arbeitsweise ist schon etwas anders als daheim. Während ich es aus Deutschland so kenne, dass man relativ kurze Pausen macht, um möglichst schnell die Arbeit zu erledigen und immer versucht möglichst effizient zu arbeiten, ist das erste, was ich hier lerne: wenn gutes Wetter ist und man noch ein bisschen Pause haben möchte, holt man sich einfach noch einen Kaffee oder ein Eis. Denn dafür ist immer Zeit. Und so kann eine Mittagspause auch mal schnell 1 1/2 Stunden lang sein.
IMG_2162 (Video von den Spinnenmilden. Also nicht für Menschen mit Spinnenphobie gedacht!)
Von dem guten Wetter hatten wir diese Woche aber leider nicht so viel. Es hat viel geregnet oder es war bewölkt und windig. Deswegen habe ich nicht so viel schönes erlebt. Mir fällt immer mehr auf, dass Lissabon ein Ort ist, der von der Sonne lebt. Man könnte natürlich auch in ein Museum gehen, da kann ich mich -vor allem nach einem Labortag- aber nicht wirklich für begeistern. Deswegen habe ich mir die Woche Bumble Friends zugelegt. Das kann ich sehr empfehlen. Auch wenn der Anfang schleppend war und ich grundsätzlich das Prinzip über eine App Freund*innen zu finden eher schwierig für mich finde, hat es hier super geklappt. Ich habe mich nach ein paar kurzen Texten schon mit drei anderen Leuten getroffen, die jeweils auch ein Praktikum (in der Uni oder in einem Unternehmen) oder ein Erasmus Semester hier machen. Alle Treffen waren sehr nett und weitere stehen auf jeden Fall in Aussicht!
IMG_2206 (Video von verregneten Straßen in der Altstadt)
So konnte ich schon in den Genuss von sehr leckerem italienischen Focaccia
und Oliven kommen. Das ist zwar nicht portugiesisch, aber ich habe schon berichtet bekommen, dass die Italiener hier sehr gut sein sollen – und das hat sich bestätigt. Am Wochenende habe ich einen botanischen Garten (Estufia
Fria) besichtigt. Das kann ich sehr empfehlen. Für nur 1.85€ für Studierende gibt es sehr viel zu sehen. Außerdem habe ich einen Flohmarkt ausgekundschaftet und war eine Limo am Fluss trinken – in der Sonne, denn Sonntag kam die Sonne wieder.
So langsam komme ich hier also an, habe auch schon einige Trips geplant und freue mich noch einige schöne Ecken von Lissabon und Umgebung kennenzulernen.




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