Zugang zu kulturellen Gütern ist nicht nur Forschungsgegenstand der Kolleg-Forschungsgruppe, sondern auch Anspruch an die eigene Arbeit. Im Sinne der Transferstrategie der Universität Münster ist die Ermöglichung unterschiedlicher Wege des Zugangs zu den Ergebnissen ihrer Forschung fester Bestandteil des Arbeitsprogramms der Kolleg-Forschungsgruppe (KFG). Vielfältige Transferangebote richten sich an Museen, Bibliotheken, Archive und andere Kulturerbe-Institutionen, an die Kunst- und Museumspädagogik, an Gesetzgebung und Rechtspolitik sowie an die interessierte nationale und internationale Öffentlichkeit. Seit 2023 wurde ein breites Spektrum an Formaten entwickelt: wissenschaftliche Publikationen, Zeitungs- und Zeitschriftenartikel, Interviews, Podcasts, Filmreihen, lokale und virtuelle Ausstellungen, Masterclasses und Summer Schools, Tagungen mit Beiträgen aus Wissenschaft, Kunst, kuratorischer Praxis und Inklusionsarbeit – bis hin zur Mitwirkung an Gesetzgebungsprozessen in Deutschland und Sri Lanka.

  • Ausstellungen: Künstlerische Forschungsimpulse

    Ausstellungen sind ein zentraler Modus, in dem die Kolleg-Forschungsgruppe ihre Fragen und Ergebnisse vermittelt – oft gemeinsam mit Museen und unter Beteiligung ihrer Artists-in-Residence. Den Auftakt bildete im Oktober 2023 die Präsentation von Oliver Larics Skulptur „Reclining Pan“ im Archäologischen Museum der Universität Münster: ein Werk, das auf einem 3D-Scan beruht und dessen digitale Daten der Künstler frei zum Download bereitstellt – Zugang als künstlerisches Prinzip.

    2025 entstand mit Studierenden die Ausstellungsreihe „case study“. Ihr erster Teil, „Zugänge zu kuratorischen Netzwerken“, zeigte collagierte Postkarten des Kurators Kasper König mit Leihgaben unter anderem von Museumsleiterinnen und Kuratorinnen aus Brücke-Museum, Kunsthaus Dahlem und LWL-Museum für Kunst und Kultur. Die Ausstellung ist inzwischen auch digital zugänglich. Eine Aufnahme aus ihr wurde im Fotowettbewerb der Deutschen Forschungsgemeinschaft für den DFG-Kalender 2026 ausgewählt. Der zweite Teil, „Re:Set. Vom Dia zur Datenbank“, machte den Medienwandel der Kunstgeschichte vom Kupferstich über das Glasdia bis zur digitalen Reproduktion anschaulich mit einer Installation von Artist-in-Residence Philipp Goldbach.

    Im Herbst 2026 steht der kamerunische Künstler und Artist-in-Residence Hervé Youmbi im Mittelpunkt: Anlässlich eines in Kooperation der Kolleg-Forschungsgruppe mit dem LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster, durchgeführten Symposiums bringt das Museum ein Werk von Hervé Youmbi mit Objekten aus der Sammlung in einen Dialog.

  • Masterclasses und Summer Schools: Angebote für den wissenschaftlichen und musealen Nachwuchs

    Besonderes Gewicht legt die Kolleg-Forschungsgruppe auf die Qualifizierung des wissenschaftlichen und kuratorischen Nachwuchses. Gemeinsam mit dem Institut für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie der Universität Münster und dem LWL-Museum Hellerlecht (vormals LWL-Freilichtmuseum Detmold) veranstaltet und fördert sie seit 2024 die Summer School Museologie. In einer intensiven Praxiswoche im Detmolder Freilichtmuseum entwickeln Masterstudierende und Promovierende mit Museumsfachleuten und Gastkurator:innen eigene kuratorische und vermittelnde Projekte – 2026 etwa eine Ausstellung zu vierzehn Objekten aus der Keramiksammlung des Museums.

    Die Masterclass „Zugang zu sensiblen Sammlungen – digital und analog“ brachte im April 2025 Studierende, Promovierende und wissenschaftliche Volontär:innen mit Expert:innen aus Häusern wie dem Museum Ludwig, dem Museum Folkwang, dem Brücke-Museum, dem Linden-Museum und dem Kunstmuseum Ahlen zusammen. Im Zentrum standen koloniale Sammlungskontexte, Objektbiographien, Fragen der Deakzession und der verantwortliche Umgang mit dem Zugang zu sensiblen Beständen.

  • Tagungen und Netzwerke: Wissenschaft trifft Praxis

    Gemeinsam mit der Initiative „Zugang gestalten! Mehr Verantwortung für das kulturelle Erbe“ – getragen unter anderem von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, dem Bundesarchiv, der Deutschen Nationalbibliothek, der Deutschen Digitalen Bibliothek, Wikimedia Deutschland und dem Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) Karlsruhe – veranstaltete die Kolleg-Forschungsgruppe im Oktober 2023 unter reger Beteiligung aus Kulturerbe-Institutionen eine Konferenz unter dem Titel „Hindernisse überwinden!“. Mit mehr als fünfzig Referierenden ging es unter anderem um die Frage, wie rechtliche Regelungen digitale Zugänge ermöglichen, aber auch kuratorische Entscheidungen beeinflussen, und um unterschiedliche Ansätze zum Abbau von Zugangshindernissen in Bezug auf Bilder, historische Dokumente, Musik und nicht verfügbare Werke in öffentlichen Sammlungen. Auch in den Jahren 2024 bis 2026 beteiligten sich Mitglieder der Kolleg-Forschungsgruppe als Referent:innen und Teilnehmer:innen an der jährlichen Konferenz dieser Konferenzreihe. Seit 2026 ist die KFG als Partnerinstitution beteiligt.

    Seither bringt die Kolleg-Forschungsgruppe Wissenschaft und Praxis regelmäßig zusammen – etwa bei der Tagung „Zugänge zum Textilen“ in Zusammenarbeit mit der Kommission für Materielle Kultur und Museum in der Deutschen Gesellschaft für Empirische Kulturwissenschaft e. V. (2024), dem Workshop „Digital Restitution“ (2025), der Tagung „Strukturwandel des Publikums?“ zu Konsequenzen des digitalen Wandels für den Zugang zum Theater mit Beteiligten aus der Theaterpraxis (2026), der internationalen Konferenz „Digital Curating: Ethics of Access and Sustainability“ mit Vertreter:innen unter anderem des Städel Museums und des London Museum (2026) sowie der vollständig in Deutsche Gebärdensprache und in Leichte Sprache übertragenen Tagung „Kulturelle Teilhabe im digitalen Wandel“ zum Zugang von Menschen mit Behinderungen (2026). Bei einem Wikipedia Edit-a-thon mit dem ZKM Karlsruhe und Wikimedia Deutschland arbeiteten Teilnehmende an Wikipedia-Artikeln zu Medienkünstler:innen aus der Sammlung des ZKM. Auf dem UNESCO-Forum „How can Equitable Access to Heritage help solve Global Challenges? An Exploratory Dialogue“ in Paris war die Kolleg-Forschungsgruppe 2026 an der internationalen Debatte über einen gerechten Zugang zum kulturellen Erbe beteiligt.

  • Recht und Politik: Zugangsregeln gestalten – von Niedersachsen bis Sri Lanka

    Die Kolleg-Forschungsgruppe begleitet die rechtliche Entwicklung in Bezug auf den Zugang zu kulturellen Gütern auf Länder-, Bundes- und internationaler Ebene aus kunstwissenschaftlicher, ethischer und rechtswissenschaftlicher Sicht – kritisch und konstruktiv. Gemeinsam mit dem Projekt „Zentrum für Legistik“ im Bundesministerium der Justiz veranstaltete die Kolleg-Forschungsgruppe im Juni 2024 eine Forschungsklausur, in der Mitglieder der Kolleg-Forschungsgruppe mit Legist:innen an Fallbeispielen urheber-, datenschutz-, persönlichkeits- und haftungsrechtliche Zugangshindernisse analysierten und Lösungswege erörterten. Auf Landesebene hat Eric Steinhauer, Permanent Fellow der Kolleg-Forschungsgruppe, unter anderem das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur bei der Erarbeitung des Entwurfs für das Niedersächsische Pflichtexemplargesetz (NPflExG) beraten, das am 27. März 2025 verkündet wurde.  Nach diesem Gesetz sind nun ausdrücklich auch Online-Publikationen aus Niedersachsen oder mit Bezug zu Niedersachsen in die Sammlung und dauerhafte Sicherung des digitalen kulturellen Gedächtnisses in der Niedersächsischen Landesbibliothek – Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek Hannover einbezogen.

    Gemeinsam mit Rechts- und Bibliothekswissenschaftler:innen der University of Colombo, der University of Kelaniya und der Open University of Sri Lanka vergleicht ein Forschungsvorhaben die rechtlichen Rahmenbedingungen für den digitalen Zugang zu Bibliotheksbeständen in Deutschland und Sri Lanka. Nach Vorträgen und Diskussionen in Colombo, Kelaniya und Peradeniya (2024) und Münster (2024, 2025) erarbeitete eine deutsch-sri-lankische Forschungsklausur im April 2026 Diskussionsgrundlagen für den fachlichen und politischen Austausch in Sri Lanka – darunter einen Entwurf für ein Bibliotheksgesetz sowie Vorschläge für eine zugangsfreundlichere Reform der gesetzlichen Erlaubnistatbestände (Limitations and Exceptions) im sri-lankischen Copyright Law.

  • Forschung im Gespräch: Filmreihen, Podcasts und mehr

    Ein breites Publikum erreicht die Kolleg-Forschungsgruppe mit Filmreihen und Filmvorführungen – etwa „Zugang und Rückgabe: Restitution im Film“ (2025) in Kooperation mit dem LWL-Museum für Kunst und Kultur oder dem Dokumentarfilm „In den Uffizien“ mit anschließendem Gespräch mit der Filmemacherin Corinna Belz im Schlosstheater Münster (2026) –, mit Podcasts, Interviews und Vortragsvideos sowie mit dem Access Hub, der Informationen über anstehende Workshops, Ausschreibungen und digitale Ressourcen rund um den Zugang zu kulturellen Gütern bündelt.

| Veranstaltungen
© Universität Münster | Lioba Keller-Drescher

Tagung: „Das (post-)partizipative Museum – wissenschaftliche, kuratorische und digitale Perspektiven“

Am 15. Februar 2027 findet die Tagung „Das (post‑)partizipative Museum – wissenschaftliche, kuratorische und digitale Perspektiven“ statt. Sie wird veranstaltet von der Kommission Materielle Kultur und Museum in der Deutschen Gesellschaft für Empirische Kulturwissenschaft und der Kolleg-Forschungsgruppe „Zugang zu kulturellen Gütern im digitalen Wandel“ der Universität Münster. Das Programm mit vier eingeladenen Fachvorträgen wird mit Kurzbeiträgen und Postern aus Wissenschaft und Museum ergänzt. Partizipation, verstanden als Zugangs- und Beitragsmöglichkeit zu kulturellen Gütern und Institutionen, leitet sich vom Grundrecht auf kulturelle Teilhabe ab und versucht dieses auszugestalten. Die Tagung möchte das Konzept Partizipation konstruktiv-kritisch diskutieren. Dabei sollen insbesondere Aspekte der wissenschaftlichen, kuratorischen und digitalen Arbeit in Museen berücksichtigt werden. 

| Veranstaltungen
© Zora Snake, L’Opéra du villageois, Festival Sens Interdits, Théâtre de la Renaissance. Foto: Julie Cherki

Tagung: „TRANCEcolonial | Beyond Restitution: Reconnecting – Reimagining – Repairing Relations“

Am 12. und 13. November 2026 findet die Tagung „TRANCEcolonial | Beyond Restitution: Reconnecting – Reimagining – Repairing Relations“ im Rautenstrauch-Joest-Museum (Köln) statt. Sie ist Abschlussveranstaltung des Forschungsvorhabens „PERFORM – Performing Provenance: Contemporary Art, Digital Spaces, and Things from the Cameroon Grasslands“. Während sich das Auftaktsymposium in Münster (10. November 2026) speziell auf die Cameroon Grasslands konzentriert, bietet die Kölner Konferenz (12.–13. November 2026) eine ergänzende Perspektive. Sie nimmt Kamerun als Ausgangspunkt und öffnet die Diskussion für weiterreichende künstlerische, philosophische und gesellschaftliche Fragen rund um Provenienzforschung, Restitution und Rematriation. Anstatt Kamerun als isolierten oder essentialisierten Fall zu behandeln, stellt das Symposium einen Dialog mit künstlerischen Positionen und kritischen Perspektiven aus verschiedenen Teilen der Welt her. Das Symposium findet im Rahmen der Ausstellung „return – zwischen Vergangenheit und Zukunft entsteht ein anderer Ort“ (17. September bis 6. Dezember 2026) statt.

| Veranstaltungen & Ausstellungen
© Hervé Youmbi, Les masques célèstes, 2017. LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster

Symposium: „TRANCEcolonial. Performing Provenance – Art, Memory and Colonial Resonances“

Am 10. November 2026 findet das eintägige Kurzsymposium „TRANCEcolonial. Performing Provenance – Art, Memory and Colonial Resonances“ statt. Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Kolleg-Forschungsgruppe „Zugang zu kulturellen Gütern im digitalen Wandel“ mit dem LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster, im Rahmen des internationalen Forschungsprojekts „Performing Provenance: Contemporary Art, Digital Spaces, and Things from the Cameroon Grasslands“ (PERFORM). Das Kurzsymposium verbindet künstlerische, wissenschaftliche und museale Perspektiven auf koloniale Provenienzen, historische Gewalterfahrungen und die gegenwärtige Verantwortung von Museen miteinander. Anlässlich des Symposiums bringt das LWL-Museum für Kunst und Kultur Münster ein Werk von Hervé Youmbi, einem aus Kamerun stammenden Künstler und Artist-in-Residence der Kolleg-Forschungsgruppe, mit Objekten aus der Sammlung in einen Dialog. Die Veranstaltung in Münster bildet den Auftakt zu einer im Rahmen des internationalen Forschungsprojekts PERFORM initiierten Veranstaltungsreihe, die anschließend im Kontext der Ausstellung „return“ im Rautenstrauch-Joest-Museum Köln am 12. und 13. November 2026 fortgesetzt wird.

| Film & Veranstaltungen
© UN SERPENT AU MUSÉE (Still), Zora Snake Performance im Forum der Völker, Werl / Kamera: Arnaud Alain. 2026.

Künstlerische Neuproduktion: UN SERPENT AU MUSÉE

Im Oktober 2026 entstand im Rahmen des Forschungsprojekts „PERFORM – Performing Provenance“ die neue Filmarbeit „UN SERPENT AU MUSÉE“ des kamerunischen Performancekünstlers und Choreografen Zora Snake. Ausgangspunkt und Schauplatz der künstlerischen Auseinandersetzung ist das ehemalige Missionsmuseum „Forum der Völker“ in Werl, dessen ethnografische Sammlung mit rund 15.000 Objekten 2025 an den Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) überging. Seine künstlerische Arbeit verbindet zeitgenössischen Tanz und Performance mit Fragen nach kultureller Erinnerung, Widerstand und dem Fortwirken kolonialer Machtverhältnisse. Die Filmarbeit wird erstmals am 10. November 2026 im Rahmen des Symposiums „TRANCEcolonial. Performing Provenance – Art, Memory and Colonial Resonances“ im LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster präsentiert.

| Veranstaltungen
© Hansgeorg Schöner (dasschöne.de), CC BY-SA 4.0

Tagung: „Zugang gestalten! 2026: Geschichtspolitik und Erinnerung“

Vom 30. September bis 2. Oktober 2026 fand die Tagung „Zugang gestalten! Mehr Verantwortung für das kulturelle Erbe“ 2026 in der Staatsbibliothek zu Berlin statt. Die Kolleg-Forschungsgruppe war einer der Partner der Konferenz. Drei Mitglieder der Kolleg-Forschungsgruppe waren mit Beiträgen vertreten. Das Schwerpunktthema der diesjährigen Konferenz war „Geschichtspolitik und Erinnerung“: Wie gehen Einrichtungen des Kulturerbes mit den Zeugnissen der Vergangenheit um? Nutzen sie diese, um bestimmte Sichtweisen historischer Entwicklungen zu stützen, oder überlassen sie die Bewertung den Nutzenden und ermöglichen vor allem den Zugang zu den Quellen? Während Museen mit kuratierten Ausstellungen häufig stärker interpretierend arbeiten, verstehen sich Archive und Bibliotheken traditionell eher als Einrichtungen, die sich auf den Zugang zu ihren Beständen konzentrieren. Diese Rollenverteilung gerät jedoch unter Druck, wenn es um ein schwieriges Erbe – etwa rassistische oder antisemitische Zeugnisse – geht. Diese Fragen berühren unmittelbar auch die rechtlichen Rahmenbedingungen, unter denen Kulturerbeeinrichtungen handeln. Insbesondere das Urheberrecht beeinflusst maßgeblich, welche Zeugnisse der Vergangenheit in welcher Form präsentiert oder digital zugänglich gemacht werden können. Die Reflexion über solche – nicht intendierten, aber faktisch wirksamen – Effekte des Rechts auf Erinnerungskultur und Geschichtsbilder prägt diese Konferenzreihe von Beginn an und stand auch im Jahr 2026 erneut im Mittelpunkt.

| Videos & Veranstaltungen
© Hansgeorg Schöner (dasschöne.de), CC BY 4.0

Video: Vortrag „Access Denied: Moralische Gründe für ein Recht auf Zugang und Zugangsbeschränkungen“

Im Rahmen der Tagung „Zugang gestalten! Mehr Verantwortung für das kulturelle Erbe“ 2026 in der Staatsbibliothek zu Berlin hielt Dr. Eberhard Ortland, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Kolleg-Forschungsgruppe, am 30. September 2026 den Vortrag „Access Denied: Moralische Gründe für ein Recht auf Zugang und Zugangsbeschränkungen“ im Panel „Zugang zu Erinnerung: Recht, Moral und Verantwortung“. 

| Transfer
© NRW AWK | Engel-Albustin 2025

Kunst vs. KI: Ist ein Bild ohne Kamera noch ein Foto?

KI-generierte Bilder sind eine Herausforderung, die Einordnung fällt schwer: Ist das nun Kunst oder Manipulation? Ein Blick auf die Geschichte der Fotografie zeigt: Kontroversen gab es schon immer. Hierzu war Prof. Dr. Ursula Frohne, Ko-Sprecherin der Kolleg-Forschungsgruppe, mit tagesschau.de im Gespräch. Von den Anfängen der Fotografie bei Joseph Nicéphore Niépce (1826) und – in Deutschland – Franz von Kobell (1836) über Fotomontagen und manipulativ bearbeitete Fotos in den 1990er-Jahren bis hin zur Promptografie bei Boris Eldagsen 2023 gibt sie einen Überblick in die Geschichte der Fotografie und was sie uns – auch im Kontrast zur Malerei – für den Umgang mit KI-generierten Bildern lehren kann. 

| Veranstaltungen
© Universität Münster | Leonie Spielbrink

Sechste Summer School Museologie: Materialitäten kuratieren

Eine Woche forschen und vermitteln, lernen und leben (mitten) im Museum: Vom 27. Juli bis 1. August 2026 veranstalteten die Kolleg-Forschungsgruppe „Zugang zu kulturellen Gütern im digitalen Wandel“ und das Institut für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie der Universität Münster gemeinsam mit dem LWL-Museum Hellerlecht, Detmold, Westfälisches Landesmuseum für Kultur und Geschichte, einen einwöchigen Praxiskurs zu aktuellen Themen und Aufgaben von Museen. Unter dem Titel „Materialitäten kuratieren“ erhielten die Teilnehmer:innen vertiefende Einblicke in das Museum als Praxisfeld, als Forschungsort, als Sammlungs- und Vermittlungsinstitution und vieles mehr. Die Leitung hatten Prof. Dr. Lioba Keller-Drescher (Münster), Professorin für Europäische Ethnologie und In-House Fellow der Kolleg-Forschungsgruppe sowie die Internationale Gastkuratorin Hon.Prof. Dr. Birgit Johler (Wien), Kuratorin am Heeresgeschichtlichen Museum Wien, Honorarprofessorin am Institut für Europäische Ethnologie der Universität Wien und Senior Fellow der Kolleg-Forschungsgruppe. Teilnehmen konnten Masterstudierende der Kulturanthropologie, der Geschichts­­wissenschaft, der Kunstgeschichte und anderer Studiengänge des Fachbereichs 8 (Geschichte/Philosophie) der Universität Münster. Das Angebot richtete sich zusätzlich an Masterstudierende museumsaffiner Fächer und Promovierende anderer Universitäten. Den Abschluss der Summer School bildete die Ausstellung „(Un-)vergessene Alltagsstars – 14 Objekte aus der Keramik-Sammlung des LWL-Museums Hellerlecht“.

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© pixabay | jensphotography

Filmerbe in Gefahr

Im späten 19. Jahrhundert lernten die Bilder laufen; das 20. Jahrhundert ist die historische Epoche, die sich auf Filmen verewigt hat. Doch diese Ewigkeit ist nicht von Dauer. Das bis 1950 verwendete Filmmaterial auf Celluloid-Basis war leicht entzündlich und explosiv. Seit den 1920er Jahren wurde als „Sicherheitsfilm“ ein Material aus Celluloseacetat entwickelt, das schwerer entflammbar ist. Leider zersetzen sich diese Filme unter Anwesenheit von Feuchtigkeit zu Essigsäure. Dadurch geht die Bewegtbildinformation der Nachwelt unwiederbringlich verloren, wenn die Filme nicht rechtzeitig auf ein stabileres Material umkopiert werden. Aus ökonomischen Gründen und wegen der inzwischen erfolgten Umstellung der Kinos auf digitale Vorführtechnologie ist die Digitalisierung die einzige Möglichkeit, das Filmerbe des 20. Jahrhunderts der Nachwelt zu überliefern und für die Gegenwart zugänglich zu machen. Das Problem wurde von den Institutionen, die sich um die Bewahrung des Filmerbes kümmern, schon vor längerer Zeit erkannt und Maßnahmen zur Rettung zumindest eines als repräsentativ oder besonders wertvoll geltenden Teils der filmischen Überlieferung eingeleitet. Das 2019 aufgelegte Förderprogramm zur Digitalisierung des deutschen Filmerbes wurde allerdings in den letzten Jahren massiv gekürzt und läuft 2028 aus. Deshalb kommt es jetzt darauf an, über die Laufzeit des reduzierten Förderprogramms Filmerbe hinaus eine neue Perspektive zu finden, wie der langjährige Leiter der Deutschen Kinemathek, Rainer Rother, in der FAZ vom 13. Juli 2026 schreibt: Rainer Rother: „Diese Bilder dürfen nicht verschwinden”, Frankfurter Allgemeine Zeitung Nr. 159.

| Veranstaltungen
© Corinna Belz

Filmvorführung: „In den Uffizien“ – Ein Dokumentarfilm von Corinna Belz und Enrique Sánchez Lansch

Am 1. Juni 2026 wurde der Dokumentarfilm „In den Uffizien“ von Corinna Belz und Enrique Sánchez Lansch im Schlosstheater Münster  gezeigt. Die Filmpräsentation fand im Rahmen des Seminars „Die Ausstellung – ein Format im Wandel“ von Prof. Dr. Ursula Frohne (Ko-Sprecherin der Kolleg-Forschungsgruppe) statt, mit freundlicher Unterstützung durch den filmclub münster innerhalb des Jahresthemas „Grenzenlos“. Der Film eröffnet Zugänge zum Kuratorischen, indem er zeigt, wie Entscheidungen oftmals in Form kleiner, unscheinbarer Eingriffe neue Perspektiven auf Kunst eröffnen und ermöglichen. Er begleitet Museumsdirektor Eike Schmidt, der den digitalen Wandel für die Uffizien wesentlich prägte, bei Gesprächen mit Künstler:innen, Restaurator:innen und technischem Personal sowie bei der Planung einer Ausstellung mit Skulpturen von Antony Gormley. Die komplexen Prozesse hinter Ausstellungen lassen erahnen, wie kuratorisches Arbeiten über institutionelle, geografische und mediale Grenzen hinauswirkt. Im Anschluss an die Filmvorführung fand ein Gespräch mit Filmemacherin Corinna Belz statt, moderiert von Corinna Kühn und Berit Hummel.

| Veranstaltungen
© Anna Tumadóttir

UNESCO-Forum: „How can Equitable Access to Heritage help solve Global Challenges?“

Am 29. April fand in Paris das UNESCO-Forum „How can Equitable Access to Heritage help solve Global Challenges? An Exploratory Dialogue“ („Wie kann gleichberechtigter Zugang zum kulturellen Erbe zur Lösung globaler Herausforderungen beitragen? Ein Dialog zur Erkundung“) statt. Das Forum brachte über hundert Vertreter aus UNESCO, Kultureinrichtungen, Politik und Zivilgesellschaft zusammen, um sich für einen gerechteren digitalen Zugang zum gemeinfreien Kulturerbe einzusetzen. Geleitet wurde das Forum von der Überzeugung, dass offener Zugang zu Kulturerbe die Ziele der UNESCO in Bereichen wie Bildung, kulturelle Vielfalt, soziale Inklusion, Klimaschutz und ethische Künstliche Intelligenz wesentlich fördern kann, während bestehende Zugangsbarrieren diesem Potenzial entgegenstehen. Die Teilnehmer betonten, dass internationale Zusammenarbeit und eine stärkere politische Unterstützung notwendig sind, um diese Hindernisse abzubauen und das Recht auf Teilhabe am kulturellen Leben zu verwirklichen. Auch Prof. Dr. Ruben Apressyan, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Kolleg-Forschungsgruppe „Zugang zu kulturellen Gütern im digitalen Wandel“, und Prof. Dr. Paul Klimpel, Senior Fellow der Kolleg-Forschungsgruppe, nahmen an der Veranstaltung teil und kamen mit Teilnehmern aus aller Welt ins Gespräch. Unter anderem wurde Ruben Apressyans kurz zuvor in der Schriftenreihe der Kolleg-Forschungsgruppe, Access Points, erschienene Publikation „Access to Cultural Goods in UNESCO Normative Documents“ (Access Points #4) informell diskutiert.

| Veranstaltungen
© KFG 33

Forschungsklausur: „Enabling Knowledge: New Directions for Copyright and Library Law in Sri Lanka“

Vom 20. bis 27. April 2026 fand die Forschungsklausur „Enabling Knowledge – New Directions for Copyright and Library Law in Sri Lanka“ statt. Die Veranstaltung ist Teil des Forschungs­vorhabens „Digital Access to Library Content – Legal Frameworks in Germany and Sri Lanka“ der Kolleg-Forschungsgruppe. Die Forschungsklausur widmete sich der Frage, wie rechtliche Rahmenbedingungen gestaltet sein müssen, um den Zugang zu Wissen und kulturellem Erbe im digitalen Zeitalter nachhaltig zu sichern. Im Zentrum standen einerseits eine Diskussion über die Schrankenbestimmungen im Copyright Law von Sri Lanka (Sect. 11 und 12, Intellectual Property Act No. 36 of 2003) und die Frage, wie die Spezifikationen des „Fair Use“, die in diesem Gesetz geregelt sind, im Hinblick auf die neuen Möglichkeiten des Zugangs zu kulturellen Gütern im Rahmen digitaler Medien aktualisiert werden sollten; andererseits die Entwicklung eines Vorschlags für ein Bibliotheksgesetz in Sri Lanka, das internationale Erfahrungen aufgreift und mit den spezifischen rechtlichen und gesellschaftlichen Bedingungen des Landes verbindet. Teilnehmende waren Juristinnen und Juristen sowie Politik- und Bibliotheks­wissenschaftlerinnen und ‑wissenschaftler aus Sri Lanka und Deutschland, ergänzt durch philosophische Expertise zu den normativen und ethischen Fragen von Zugangsordnungen im digitalen Wandel.

| Veranstaltungen
© Stefan Klatt

Tagung: „Kulturelle Teilhabe im digitalen Wandel – Ethik, Ästhetik und Praxis des Zugangs zu kulturellen Gütern von Menschen mit Behinderungen“

Wie verändert die Digitalisierung die kulturelle Teilhabe von Menschen mit Behinderungen? Eröffnet sie neue Zugänge, Ausdrucksformen und Räume der Selbstbestimmung – oder entstehen neue Barrieren, Normierungen und Ausschlüsse? Die Tagung „Kulturelle Teilhabe im digitalen Wandel – Ethik, Ästhetik und Praxis des Zugangs zu kulturellen Gütern von Menschen mit Behinderungen“ widmete sich vom 18. bis 20. März 2026 diesen Fragen aus ethischer, ästhetischer, und praktischer Perspektive. Sie brachte wissenschaftliche, künstlerische und aktivistische Wissensformen miteinander ins Gespräch und schuf Raum für Dialog, Reflexion und gemeinsame Praxis. Das Programm umfasste Vorträge, künstlerische Beiträge und partizipative Formate zu Themen wie Universellem Design, inklusiver Gestaltung, ethischen, rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen sowie medien- und technologiebezogenen Perspektiven. Die Veranstaltung richtete sich an Forschende, Studierende, Kulturschaffende, Menschen mit Behinderungen, Vertreter:innen aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft sowie an eine interessierte Öffentlichkeit.
 

| Podcasts
© Stefan Klatt

Podcast: „Digitalgespräch“ mit Prof. Dr. Reinold Schmücker

Im Podcast „Digitalgespräch“ des Zentrums verantwortungsbewusste Digitalisierung (ZEVEDI) der Technischen Universität Darmstadt ist Prof. Dr. Reinold Schmücker, Sprecher der Kolleg-Forschungsgruppe, zu Gast. Er spricht über digitalen Zugang zu Kulturgütern. Wertvolle Kunstwerke und historische Urkunden mögen gut behütet an besonderen Orten aufbewahrt werden, zu denen die Allgemeinheit nur unter bestimmten Bedingungen – oder gar nicht! – Zugang hat: Wenn digitale Abbildungen das erfassen, was uns an einem interessanten Objekten wesentlich erscheint, genügt uns in vielen Fällen der Blick auf diese Kopie. Und der, das ist die Erwartung in demokratischen Gesellschaften, sollte möglichst wenig verstellt sein. Open Access ist das Stichwort. Zudem schaffen digitale Aufbereitungen über die bloße Abbildung hinaus ganz neue Möglichkeiten des Zugangs, durch die sogar Barrieren in der Rezeption abgebaut werden könnten. Zur Realität der Digitalität gehören aber auch Software, Hardware und Lizenzverträge – die historischen Entwicklungen und Verfallsprozessen unterworfen sind, und Macht legen in die Hände privater, globaler, und nach eigenen Regeln handelnder Unternehmen. Was bedeutet das für ein zeitgemäßes Verantwortungsbewusstsein im Kunst- und Kulturbetrieb?

 

| Veranstaltungen & Videos
© Anna Sokolova

Videos der Tagung „Digital Curating: Ethics of Access and Sustainability“

Videos der Vorträge der internationalen Tagung „Digital Curating: Ethics of Access and Sustainability“ (Digitales Kuratieren: Ethik des Zugangs und Fragen der Nachhaltigkeit) sind online. Die Tagung widmete sich den Veränderungen kuratorischer Praktiken im Zuge der digitalen Transformation und den daraus entstehenden ethischen, ökologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen. Expertinnen und Experten aus Museen, Universitäten und kulturellen Institutionen diskutierten, wie digitale Technologien den Zugang zu kulturellem Erbe erweitern, bestehende Hierarchien hinterfragen und neue Formen partizipativer Wissensproduktion ermöglichen.

| Veranstaltungen
© Anna Sokolova

Tagung: „Digital Curating: Ethics of Access and Sustainability“

Die internationale Tagung „Digital Curating: Ethics of Access and Sustainability“ (Digitales Kuratieren: Ethik des Zugangs und Fragen der Nachhaltigkeit) widmete sich vom 4. bis 6. März 2026 den Veränderungen kuratorischer Praktiken im Zuge der digitalen Transformation und den daraus entstehenden ethischen, ökologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen. Expertinnen und Experten aus Museen, Universitäten und kulturellen Institutionen diskutierten, wie digitale Technologien den Zugang zu kulturellem Erbe erweitern, bestehende Hierarchien hinterfragen und neue Formen partizipativer Wissensproduktion ermöglichen. Im Mittelpunkt standen Fragen nach Authentizität, Repräsentation und Verantwortung im Umgang mit digitalen Artefakten, Reproduktionen und virtuellen Räumen. Ebenso wurden die Möglichkeiten und Risiken von Künstlicher Intelligenz für kuratorische Prozesse sowie die ökologischen Auswirkungen digitaler Infrastrukturen thematisiert. Ziel der Tagung war es, Perspektiven auf eine nachhaltige und gerechte Gestaltung kulturellen Zugangs im digitalen Zeitalter zu eröffnen sowie die ästhetischen, ethischen und ökologischen Dimensionen einer global vernetzten Kulturpraxis zusammenzuführen.

| Transfer
© KFG 33

Fotowettbewerb: KFG-Beitrag im DFG-Kalender

Die Kolleg-Forschungsgruppe „Zugang zu kulturellen Gütern im digitalen Wandel“ ist einer der zwölf Sieger des DFG-Fotowettbewerbs und mit dem März-Bild im DFG-Fotokalender 2026 vertreten. Gezeigt werden Postkarten von Kasper König. Kasper König war Mitbegründer der Skulptur Projekte Münster und Direktor des Museum Ludwig in Köln. Über Jahrzehnte verschickte er etliche collagierte Postkarten voller Witz und mit klar erkennbarem Duktus an Künstler:innen, Kolleg:innen und Weggefährt:innen. Als Zeugnisse der Netzwerke, auf denen kuratorische Praktiken beruhen, verweisen die Karten auf biografische Spuren, deuten Beziehungen und persönliche wie professionelle Konstellationen an. Für die Ausstellung „Zugänge zu kuratorischen Netzwerken“ der Kolleg-Forschungsgruppe haben Studierende erstmals Postkartensammlungen mehrerer Kontakte Königs zusammengetragen und so das informelle Kommunikationssystem freigelegt. 

| Veranstaltungen
Abbildung KI-generiert
Abbildung KI-generiert

Wikipedia Edit-a-thon – Workshop in Kooperation mit dem ZKM Karlsruhe

Vom 27. Februar bis 1. März 2026 fand der Workshop „Wikipedia Edit-a-thon – Medienkunst sichtbar machen“ am ZKM Karlsruhe statt. Die Veranstaltung war eine Kooperation der Kolleg-Forschungsgruppe „Zugang zu kulturellen Gütern im Digitalen Wandel“, des Zentrums für Kunst und Medien | ZKM Karlsruhe und Wikimedia Deutschland. Wer entscheidet darüber, welche Künstler:innen gesehen werden – und welche kaum Beachtung finden? Soziale Medien spielen dabei eine Rolle, doch die wichtigste und verlässlichste Informationsquelle im Internet ist weiterhin Wikipedia. Hier entsteht Wissen, das weltweit gelesen und genutzt wird. Beim zweiten Edit-a-thon am ZKM Karlsruhe konnten Studierende selbst mitgestalten und dabei helfen, Medienkünstler:innen online mehr Sichtbarkeit zu verschaffen.

| Transfer
© Kunsthalle Osnabrück/Universität Osnabrück | Angela von Brill

Keynote beim Thementag „Stille Monumente. Sprechende Geister“ in der Kunsthalle Osnabrück

Im Rahmen des Thementags „Stille Monumente. Sprechende Geister“ an der Kunsthalle Osnabrück hielt Prof. Dr. Ursula Frohne, Ko-Sprecherin der Kolleg-Forschungsgruppe, die Keynote mit dem Titel „Stille Monumente, neue Stimmen: Kunst im öffentlichen Raum zwischen Erinnerung, Archiv und Zukunft“. Der Vortrag untersuchte zeitgenössische künstlerische Strategien im öffentlichen Raum, die tradierte Monumentalität hinterfragen und neue Formen der Erinnerungsarbeit entwickeln. Im Zentrum standen künstlerische Positionen, die Denkmäler nicht als abgeschlossene historische Setzungen begreifen, sondern als dynamische, prozessuale Gefüge zwischen Archiv, Gegenwart und Zukunft. Dabei wurde deutlich, wie „stille“ Monumente durch performative, mediale oder partizipative Interventionen neue Stimmen gewinnen können – insbesondere im Spannungsfeld von Erinnerungspolitik, Sichtbarkeit und gesellschaftlicher Aushandlung. Darüber hinaus wurde reflektiert, wie sich durch digitale Archive, vernetzte Bildpraktiken und hybride Öffentlichkeiten die Bedingungen von Zugang, Rezeption und kultureller Teilhabe verschieben. Kunst im öffentlichen Raum erscheint so als ein Feld, in dem sich analoge Erinnerungskulturen und digitale Wissenszirkulation zunehmend verschränken.

| Publikationen
© Abbildung: gemeinfrei (Cäsar Willich: Richard Wagner, ca. 1862)

Access Points #3 erschienen: „Abbildungen in der Kunstwissenschaft. Eine kleine Rechtsfibel““

Band 3 der Publikationsreihe Access Points, „Abbildungen in der Kunstwissenschaft. Eine kleine Rechtsfibel“, ist erschienen. Diese Rechtsfibel von Paul Klimpel zur Nutzung von Abbildungen in der Kunstwissenschaft reagiert auf ein verbreitetes Dilemma: Bilder sind für die Kunstgeschichte unerlässlich, doch die Unsicherheit über Bildrechte und Lizenzen behindert die Publikation. Die Fibel zeigt, dass meist Abbildungen legal ohne kostenpflichtige Lizenzen genutzt werden können, und beleuchtet die urheberrechtlichen Rahmenbedingungen.

| Veranstaltungen
Abbildung KI-generiert

Tagung: „Strukturwandel des Publikums? Konsequenzen des digitalen Wandels für den Zugang zum Theater“

Im Zentrum der Tagung „Strukturwandel des Publikums? Konsequenzen des digitalen Wandels für den Zugang zum Theater“ vom 5. bis 7. Februar 2026 stand die Auseinandersetzung mit dem Wandel des Theaters in der Gegenwart. Zuschauer:innen und Akteur:innen teilen nicht mehr in allen Fällen denselben physischen Raum; die unmittelbare Ko-Präsenz wird durch digitale Formate verändert. Theater-Streamings, hybride Aufführungen, immersive Räume oder interaktive Vorstellungen modifizieren das Verhältnis von Bühne und Publikum und werfen auch die Frage auf, wer Theater macht – und für wen. Wie verändert der digitale Wandel die Zugangsbedingungen zum Theater, sowohl hinsichtlich neuer Möglichkeiten der Teilhabe als auch hinsichtlich potenzieller Herausforderungen? Wie verändern sich Ästhetik und soziale Funktionen des Theaters und welche Konsequenzen hat das für das Verhältnis zwischen Bühne und Publikum? Stellt das Theater noch eine eigenständige Kunstform neben Film und Gaming dar?

| Videos
© Universität Münster | Stefan Klatt

Video: Vortrag „Mastering the Art of Systematic Literature Review“

Am 22. Januar 2026 hielt Prof. Dr. Nosheen Fatima Warraich, Senior Fellow der Kolleg-Forschungsgruppe und Professorin am Institut für Informationsmanagement der University of the Punjab in Lahore (Pakistan), einen Vortrag für Studierende zum Thema „Mastering the Art of Systematic Literature Review – Techniques, Tools, and Best Practices“ in der Universitätsbibliothek der FernUniversität Hagen. Der Vortrag ist als Video abrufbar. 

| Podcast
© pixabay/wokandapix

Podcast: „RadiHum“ mit Prof. Dr. Ursula Frohne und Prof. Dr. Reinold Schmücker

Im „RadiHum – Digital Humanities Podcast“ sind Prof. Dr. Ursula Frohne und Prof. Dr. Reinold Schmücker, das Sprecherteam der Kolleg-Forschungsgruppe, zu Gast. Im Rahmen der Staffel „Barrieren, Hürden und Partizipationsmöglich­keiten in den digitalen Geisteswissenschaften“ sprechen sie über das Thema „Zugang zu kulturellen Gütern im digitalen Raum“. Schwerpunkte des Gesprächs sind sogenannte Zugangsbedingungen zweiter Ordnung (wie proprietäre Software, Lizenzbedingungen oder infrastrukturelle Entscheidungen großer Konzerne), Sicherheit und Authentizität im digitalen Raum, digitale Barrierearmut sowie Fallbeispiele zu menschenrechtlichen und ethischen Aspekten. Ab Minute 33:33 erfahren die Hörer:innen mehr aus dem Alltag der Kolleg-Forschungsgruppe „Zugang zu kulturellen Gütern im digitalen Wandel“.

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© Hansgeorg Schöner (dasschöne.de), CC BY 4.0

Tagung: „Zugang gestalten! 2025: Künstliche Intelligenz“

Die Tagung „Zugang gestalten! Mehr Verantwortung für das kulturelle Erbe“ 2025 fand vom 22. bis 24. Oktober 2025 unter dem Thema „Künstliche Intelligenz“ in der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig statt. Im Zentrum stand die Auseinandersetzung mit dem Wandel des Zugangs zu kulturellem Erbe durch künstliche Intelligenz. Die Konferenz beschäftigte sich mit den gesellschaftlichen, politischen und rechtlichen Auswirkungen der Künstlichen Intelligenz auf den Zugang zum kulturellen Erbe. Dabei wurde diskutiert, ob und inwieweit digitalisierte Bestände als Trainingsdaten für KI-Modelle genutzt werden könnten, und wer darüber entscheiden sollte. Außerdem wurden die Chancen und Risiken von KI bei der Erfassung, Katalogisierung, Erschließung und Auffindbarkeit kultureller Bestände thematisiert. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den Auswirkungen von KI auf die Kunst und auf neuen Produktionsprozessen sowie deren Bedeutung für die dauerhafte Archivierung. Zudem wurden auch ethische Fragen mit Bezug auf Künstliche Intelligenz diskutiert. 

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© H. Wiedemann, S. Rittmeier, S. Hopkins

Workshop: „Digital Restitution: Bridging Access, Conservation, and Ethical Challenges“

Vom 3. bis 5. September 2025 fand der Workshop „Digital Restitution: Bridging Access, Conservation, and Ethical Challenges“ der Kolleg-Forschungsgruppe statt.Der Workshop befasste sich mit der Neugestaltung der Restitution im digitalen Zeitalter, in dem Kulturerbe, Ethik, Technik und Nachhaltigkeit zusammenwirken und die Zukunft der Kulturgütererhaltung maßgeblich prägen. Er brachte Wissenschaftler:innen, Museumsfachleute, Kulturerbe-Expert:innen und Digitaltechnolog:innen zusammen, um am interdisziplinären Diskurs über die digitale Erhaltung des Kulturerbes und die ethischen Dimensionen der kulturellen Digitalisierung im Bereich der Restitutionspolitik teilzunehmen.

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© Natascha Unkart

Fünfte Summer School Museologie

Eine Woche forschen und vermitteln, lernen und leben (mitten) im Museum: Vom 21. bis 26. Juli 2025 veranstaltete das Institut für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie gemeinsam mit dem LWL-Freilichtmuseum Detmold (Westfälisches Landesmuseum für Alltagskultur) und der Kolleg-Forschungsgruppe „Zugang zu kulturellen Gütern im digitalen Wandel“ einen einwöchigen Praxiskurs zu aktuellen Themen und Aufgaben von Museen. Die Teilnehmer:innen erhielten vertiefende Einblicke in das Museum als Praxisfeld, als Forschungsort, als Sammlungs- und Vermittlungsinstitution und vieles mehr. Die Leitung haten Prof. Dr. Lioba Keller-Drescher, In-House Fellow der Kolleg-Forschungsgruppe. Gastkuratorin war Hon.-Prof. Dr. Birgit Johler, Senior Fellow der Kolleg-Forschungsgruppe.

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© Universität Münster | Stefan Klatt

Ausstellung: „Re:Set: Vom Dia zur Datenbank – Medienwandel in der Kunstgeschichte“

Vom 3. Juli bis 5. September 2025 fand die Ausstellung „case study #2: Re:Set: Vom Dia zur Datenbank – Medienwandel in der Kunstgeschichte“ der Kolleg-Forschungsgruppe statt – eine Ausstellung von Studierenden des Instituts für Kunstgeschichte. Sie nahm den Medienwandel in der Kunstgeschichte zum Ausgangspunkt, um die historischen, ästhetischen und erkenntnistheoretischen Dimensionen kunsthistorischer Bildpraktiken zu beleuchten. Unter anderem waren Posterpräsentationen sowie eine Installation des Künstlers Dr. Philipp Goldbach mit historischen Glasdias zu sehen. Am 27. August 2025 berichtete Georg Imdahl im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung unter dem Titel „Glas hinter Glas – Studenten stellen in Münster die Hilfsmittel aus, mit denen Kunsthistoriker früher sehen lernten“ über die Ausstellung.

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© Universität Münster | Stefan Klatt

Digitale Ausstellung: „Zugänge zu kuratorischen Netzwerken – Postkarten von Kasper König“

Die digitale Ausstellung „Zugänge zu kuratorischen Netzwerken – Postkarten von Kasper König“ macht einen Teil der im Rahmen der „case study #1“ vom 26. Mai bis 22. Juni 2025 im Bibliotheksfoyer des Philosophikums ausgestellten Auswahl collagierter Karten, die Kasper König (1943–2024) über Jahrzehnte an Künstler:innen, Kolleg:innen und Weggefährt:innen verschickte, nun auch digital zugänglich. In der Ansicht der digitalen Ausstellung lassen sich die Karten nicht nur durch einfaches Anklicken wenden; auch Transkriptionen und ein Vollbild-Modus, der es erlaubt, die Karten durchzugehen und jede Karte im Detail aus verschiedenen Richtungen zu betrachten, sind über die den Karten überlagerten Buttons zugänglich.

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© Universität Münster | Stefan Klatt

Ausstellung: „Zugänge zu kuratorischen Netzwerken – Postkarten von Kasper König“

Vom 26. Mai bis 22. Juni 2025 fand die Ausstellung „case study #1: Zugänge zu kuratorischen Netzwerken – Postkarten von Kasper König“ der Kolleg-Forschungsgruppe im Bibliotheksfoyer des Philosophikums statt. Die Ausstellung wurde von Studierenden des Kolloquiums von Ursula Frohne und Berit Hummel konzipiert. Sie zeigte collagierte Karten, die Kasper König (1943–2024), Mitbegründer und langjähriger künstlerischer Leiter der Skulptur Projekte Münster sowie Direktor des Museums Ludwig, an Künstler:innen, Kolleg:innen und Weggefährt:innen schickte. Die persönlichen Mitteilungen sind ein einzigartiges Zeugnis seiner kuratorischen Praxis.

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© Nii Kwate Owoo & Arsenal (Nii Kwate Owoo, YOU HIDE ME, 1970)

Filmreihe: „Zugang und Rückgabe: Restitution im Film“

Was bedeutet es, wenn ein Stück Geschichte fehlt, kulturelle Identität geraubt wurde? Dem Ringen um kulturelle Selbstbestimmung, dem Umgang mit fortbestehenden kolonialen Machtverhältnissen und der Frage, was Rückgabe heute bedeutet und bedeuten kann, widmete sich die Filmreihe „Zugang und Rückgabe: Restitution im Film“ mit den Schwerpunkten „Restitution als Akt der Anerkennung“ (17. Juni 2025), „Gegenstimmen und Rhythmen des Widerstands“ (24. Juni 2025) und „Reparative Praktiken des Erinnerns“ (1. Juli 2025). Sie lud ein, dorthin zu schauen, wo Objekte abwesend sind – und Restitution dadurch nicht nur als Geste der Wiedergutmachung, sondern als gesellschaftliche Herausforderung zu verstehen. Die Filmreihe fand in Kooperation mit dem LWL-Museum für Kunst und Kultur statt.

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© Kunsthaus Dahlem | Yevheniia Havrylenko

Podiumsdiskussion mit KFG-Fellow Josina Dehn im Kunsthaus Dahlem

Josina Dehn, Junior Fellow der Kolleg-Forschungsgruppe, war am 15. Juni 2025 Podiumsgast beim „Lunch Talk: Rethinking Curatorial and Museum Approaches: Current Challenges“ im Kunsthaus Dahlem. Gemeinsam mit María Fernanda López-Canaán (Moderation und Übersetzung), Izaira López Sánchez und Philine Pahnke (v.l.n.r.) sprach sie über aktuelle kuratorische Herausforderungen in Museen. Die Veranstaltung fand im Rahmen des Jubiläumsfestivals des Kunsthauses Dahlem „10 JAHRE – 10 TAGE!“ statt und war eine Kooperation mit „ARENET – The Americas Research Network“. 

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© Universität Münster | Stefan Klatt

Podcast: „Digitalgespräch“ mit Dr. Thomas Kater

Im Podcast „Digitalgespräch“ des Zentrums verantwortungsbewusste Digitalisierung (ZEVEDI) der Technischen Universität Darmstadt ist Dr. Thomas Kater, Senior Fellow der Kolleg-Forschungsgruppe, zu Gast. Er spricht über sein Forschungsthema „Literatur vereinfachen – mit KI? Digitalität und kulturelle Teilhabe“. Der Zugang zu Kulturgütern und Kunstwerken soll möglichst vielen Menschen offenstehen. „Zugang“ meint dabei einerseits die sinnliche Erfahrbarkeit wesentlicher Aspekte des Werks, aber auch die Möglichkeit eines Verstehens dessen, womit man sich dabei konfrontiert. Im Fall der Literatur stellt anspruchsvolle Schriftsprache allerdings für viele Menschen ein Hindernis dar. Soll man hier eingreifen, indem man die literarischen Werke selbst – vielleicht sogar mittels KI – verändert? Um den Ansatz, Literatur  zum Teil radikal zu vereinfachen, ist eine leidenschaftliche Kontroverse entstanden, über die Thomas Kater einen Überblick gibt. 

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© Universität Münster | Stefan Klatt

„Strukturprobleme des digitalen kulturellen Gedächtnisses – am Beispiel des neuen niedersächsischen Pflichtexemplargesetzes“

Am 19. Mai 2025 hielt Prof. Dr. Eric Steinhauer (Hagen) einen Vortrag zum Thema „Strukturprobleme des digitalen kulturellen Gedächtnisses – am Beispiel des neuen niedersächsischen Pflichtexemplargesetzes“. Im Vortrag ging es um die Frage, wie digitale Publikationen, vor allem aber Netzpublikationen dauerhaft archiviert und zugänglich gemacht werden können. Anhand des jüngst verabschiedeten Gesetzes aus Niedersachsen wurden die Herausforderungen an die digitale Sammlungspflicht von Bibliotheken aufgezeigt; im weiteren Sinne ging es im Vortrag um die Spannungen zwischen kultureller Überlieferungspflicht, rechtlicher Kontrolle und digitaler Vergänglichkeit.

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© Universität Münster | Nora Kluck

Führung zur Kunst auf dem Campus

Am 13. Mai 2025 fand die Führung „Art on the Campus“ für KFG-Mitglieder statt. Dr. Eckhard Kluth, Leiter Zentrale Kustodie & Kulturbüro der Universität Münster, gab einen Einblick in die Kunstwerke auf dem Altstadt-Campus. Im Universitätsalltag treffen wir immer wieder auf Kunstwerke. Mit z. B. Kunst-am-Bau oder den Skulptur Projekte-Ausstellungen ist eine heterogene Sammlung von Kunstwerken entstanden, die als „Kunst auf dem Campus“ vom Alltag permanent herausgefordert wird. Bei der Begegnung mit den verschiedenen Arbeiten werden daher auch Fragen von Zugang, Teilhabe und Gebrauch in der analogen Welt zum Thema.

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© „Whose Expression? Die Künstler der Brücke im kolonialen Kontext“, Brücke-Museum, 2021. Foto: Roman März

Masterclass „Zugang zu sensiblen Sammlungen – digital und analog“

Vom 2. bis 4. April 2025 fand die Masterclass „Zugang zu sensiblen Sammlungen – digital und analog“ der Kolleg-Forschungsgruppe Zugang zu kulturellen Gütern im digitalen Wandel statt. Eingeladen waren Master- und Promotionsstudierende, Postdocs und wissenschaftliche Volontär:innen an einem Museum oder einer Kunstinstitution, die sich mit Sammlungen mit kolonialem Hintergrund oder Kunstwerken und Artefakten mit sensiblen Inhalten auseinandersetzen. Die Masterclass bot ihnen Gelegenheit, gemeinsam mit Kolleg:innen aus Museen und Kunstinstitutionen in einem interdisziplinären Umfeld zu erörtern, welche neuen Perspektiven oder Herausforderungen sich durch digitale Zugänge zu sensiblen Sammlungsbeständen ergeben.

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© Lioba Keller-Drescher

Tagung „Zugänge zum Textilen“

Vom 11. bis 12. November 2024 fand die Tagung „Zugänge zum Textilen. Wissenschaftliche, kuratorische und digitale Perspektiven. Tagung der Kommission für Materielle Kultur und Museum in der Deutschen Gesellschaft für Empirische Kulturwissenschaft e. V. (DGEKW)“ im Erbdrostenhof in Münster statt. Sie befasste sich unter anderem mit den Fragen, wie ein Zugang zu Textilsammlungen wieder oder neu gefunden werden kann, welche Rolle die Digitalisierung bei der wissenschaftlichen und kuratorischen Neubeachtung spielt und wie sich durch Digitalität der Zugang zum Textilen verändert. Organisiert wurde die Tagung durch Prof. Dr. Lioba Keller-Drescher (Institut für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie, In-House Fellow der Kolleg-Forschungsgruppe „Zugang zu kulturellen Gütern im digitalen Wandel“) und Dr. Kirsten Bernhardt (LWL-Museumsamt für Westfalen, Münster).

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© Hansgeorg Schöner (dasschöne.de), CC BY-SA 4.0 (Foto der Tagung "Zugang gestalten 2024")

Vortrag bei „Zugang gestalten! Mehr Verantwortung für das kulturelle Erbe“ 2024

Am 25. Oktober 2024 hielt Dr. Eberhard Ortland, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Kolleg-Forschungsgruppe, einen Vortrag bei der 14. Ausgabe der Konferenzreihe „Zugang gestalten! Mehr Verantwortung für das kulturelle Erbe“ 2024, die mit dem Schwerpunktthema „Das Erbe antreten“ stattfand. Im Literaturhaus Stuttgart sprach Eberhard Ortland im Panel „Kulturerbe global“ zum Thema „Keramische Kopien berühmter Bilder im ‚Garden of Fine Art‘ in Kyoto“.

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© Natascha Unkart

Vierte Summer School Museologie

Eine Woche forschen und vermitteln, lernen und leben (mitten) im Museum: Vom 22. bis 27. Juli 2024 veranstaltete das Institut für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie gemeinsam mit dem LWL-Freilichtmuseum Detmold (Westfälisches Landesmuseum für Alltagskultur) einen einwöchigen Praxiskurs zu aktuellen Themen und Aufgaben von Museen. Die Teilnehmer:innen erhielten vertiefende Einblicke in das Museum als Praxisfeld, als Forschungsort, als Sammlungs- und Vermittlungsinstitution und vieles mehr. Die Leitung hatte Prof. Dr. Lioba Keller-Drescher, In-House Fellow der Kolleg-Forschungsgruppe. Gastkuratorin war Dr. Birgit Johler, Senior Fellow der Kolleg-Forschungsgruppe.

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© Universität Münster | Daniel Schlageter

Forschungsklausur: „Zugang zu kulturellen Gütern: (Rechtliche) Gründe für Zugangshindernisse — (rechtliche) Lösungsmöglichkeiten?“

Vom 7. bis 10. Juni 2024 fand die Forschungsklausur „Zugang zu kulturellen Gütern: (Rechtliche) Gründe für Zugangshindernisse — (rechtliche) Lösungsmöglichkeiten?“ in Gerswalde (Uckermark) statt. Die Forschungsklausur war eine Kooperation mit dem Projekt „Zentrum für Legistik“ des Bundesministeriums der Justiz. Die Forschungsklausur analysierte eine Reihe von Zugangskonflikten und Zugangshindernissen in unterschiedlichen Fallkonstellationen. Neben den unmittelbar Ansprüche auf die Einschränkung des Zugangs zu bestimmten Gegenständen, Informationen oder Darstellungen begründenden Normen kamen dabei auch prozedurale Normen und Regelungen des Haftungsrechts in den Blick, die in manchen Fällen das Risiko einer Einräumung von Zugängen zu – sei es auch nur potenziell – rechtebewehrten Objekten den verantwortlichen Akteuren unvertretbar erscheinen lassen. Aufbauend auf der Analyse der Zugangskonflikte wurden verschiedene Lösungsansätze diskutiert, die zur Verringerung oder Vermeidung vermeidbar erscheinender Zugangsbeschränkungen beitragen könnten. 

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© Universität Münster | Stefan Klatt

„Wo die Kunststoffe wohnen“: Video zur Ausstellung online

Im Wintersemester 2023/24 präsentierte das Studienprojekt „Kunststoffalltage“ des Instituts für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie seine Ergebnisse mit einer Ausstellung. Kunststoffartefakte wurden als „Mitbewohner:innen“ studentischen Alltags präsentiert: Anhand von Objekten wie Fernbedienung und Zahnputzbecher wurden Alltagsdimensionen des Kunststoffgebrauchs gedeutet. Die Projektleitung hatte Prof. Dr. Lioba Keller-Drescher, Professorin für Europäische Ethnologie und In-House-Fellow der Kolleg-Forschungsgruppe. Einen Einblick in die Ausstellung gibt dieses Video.

Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie auf der Homepage des Instituts für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie.

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© Universität Münster | Stefan Klatt

Kurzvideo zum „Reclining Pan“

Jon Wiggermann, Student der Kunstgeschichte und Philosophie, erläutert im Video die Besonderheiten des „Reclining Pan“ von Oliver Laric – und welche Fragen das Kunstwerk aufwirft. Vom 4. bis 30. Oktober 2023 war Oliver Larics Skulptur im Archäologischen Museum der Universität Münster zu sehen. Die Ausstellung war eine Kooperation der Kolleg-Forschungsgruppe mit dem Museum anlässlich der Tagung „Zugang gestalten! Hindernisse überwinden“.

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© Foto: Hansgeorg Schöner | Video: Stefan Klatt

Video: Vortrag „Zugang und Kontrollverlust – Die neuen Abhängigkeiten im Zeitalter von KI“

Mit der Digitalisierung geht für die etablierten Kulturerbe-Einrichtungen der Verlust von Kontrolle und Deutungshoheit einher, gleichzeitig bieten sich aber auch neue Möglichkeiten der Partizipation. Wie lässt sich diese Chance nutzen und gleichwohl der Verbreitung von „wirkungsmächtigen Lügen“ entgegentreten? Der Vortrag „Zugang und Kontrollverlust – Die neuen Abhängigkeiten im Zeitalter von KI“ des Kulturwissenschaftlers Dr. Michael Seemann im Rahmen der Tagung „Zugang gestalten!“ ist hier als Video verfügbar.

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© Hansgeog Schöner (dasschöne.de), CC BY-SA 4.0

Tagung „Zugang gestalten!“

Vom 4. bis 6. Oktober 2023 war die Kolleg-Forschungsgruppe Gastgeberin der Tagung „Zugang gestalten! Mehr Verantwortung für das kulturelle Erbe“. Die 13. Ausgabe der Konferenzreihe widmete sich dem Thema „Hindernisse überwinden“: Was steht der Digitalisierung des kulturellen Erbes, was steht der Zugänglichkeit im Weg? Über 50 Referentinnen und Referenten brachten ihre Expertise in Vorträgen und Arbeitsgruppen ein. Leiter der Konferenzreihe ist Prof. Dr. Paul Klimpel, der derzeit Fellow der Kolleg-Forschungsgruppe ist.

Die Veranstaltung wurde live gestreamt. Die Aufzeichnung des Livestreams finden Sie hier:

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© Universität Münster | Stefan Klatt

Oliver Laric – „Reclining Pan“: Ausstellung und Vorträge

Vom 4. bis 30. Oktober 2023 war Oliver Larics Skulptur „Reclining Pan“ im Archäologischen Museum der Universität Münster zu sehen. Die Ausstellung war eine Kooperation der Kolleg-Forschungsgruppe mit dem Museum anlässlich der Tagung „Zugang gestalten! Hindernisse überwinden“. Ausgehend von der Idee des Scannens und der Digitalisierung misst Oliver Laric archäologische Funde wie Skulpturen und Reliefs aus und überführt die 3D-Daten in ein digitales Archiv, wodurch die Möglichkeit gegeben wird, sich an der Herstellung, Verbreitung und Interpretation seiner Werke zu beteiligen.