

Vom 4. bis 6. März 2026 fand die internationale Tagung „Digital Curating: Ethics of Access and Sustainability“ (Digitales Kuratieren: Ethik des Zugangs und Fragen der Nachhaltigkeit) der Kolleg-Forschungsgruppe „Zugang zu kulturellen Gütern im digitalen Wandel“ statt. Sie widmete sich den Veränderungen kuratorischer Praktiken im Zuge der digitalen Transformation und den daraus entstehenden ethischen, ökologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen. Expertinnen und Experten aus Museen, Universitäten und kulturellen Institutionen diskutierten, wie digitale Technologien den Zugang zu kulturellem Erbe erweitern, bestehende Hierarchien hinterfragen und neue Formen partizipativer Wissensproduktion ermöglichen.
„Curating with the Carrier Bag: Institutional Critique and Feminist Collectivity in the Digital Realm?“

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In ihrem Vortrag untersucht Marie-France Rafael (Zürcher Hochschule der Künste), wie neue diskursive künstlerische Praktiken des Kuratierens unter den aktuellen sozialen und technischen Bedingungen gezielt feministische und kollektive Ansätze nutzen, um reflexive Formen der Sinnstiftung zu schaffen und die institutionalisierten sowie infrastrukturellen Hierarchien in digitalen Archiven und Ausstellungen in Frage zu stellen.
„Changing Museums with Swarm Curation“

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In ihrem Vortrag stellen Marina Nething und Alina Fuchte „nextmuseum.io“ vor, eine digitale Plattform für swarm curation in Museen. Vor dem Hintergrund des digitalen Wandels und gesellschaftlicher Veränderungen erprobt das Projekt neue partizipative Ansätze. Es befasst sich mit Plattformentwicklung, offenen Ausschreibungen und digitalen Experimenten. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Schwarmintelligenz kuratorische Prozesse verändert und welche Herausforderungen sich daraus ergeben.
„Droste Worlds: How Digital Technology is Opening New Memorial Space“

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In seinem Vortrag stellt Jörg Albrecht die „Droste Welten“ vor, ein Projekt von Burg Hülshoff, das physische Kulturerbestätten mit dem digitalen Raum verbindet. Albrecht unterscheidet zwischen „Kuratieren im digitalen Zeitalter“ und digitalem Kuratieren, das in einer langen Geschichte der Digitalität verwurzelt ist. Der Vortrag skizziert drei Kernpunkte: den Zugang zu vielschichtigen Zeit- und Textstrukturen zu schaffen, technische Störungen und Fehler zu akzeptieren sowie Umgebungen zu gestalten, die etablierte Narrative hinterfragen.
„Sculpture in the Expanded Field? Digital Access and Art in Public Space“

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In ihrem Vortrag untersucht Berit Hummel (Universität Münster) Kunst im öffentlichen Raum unter dem Aspekt des digitalen Zugangs als einer Form der Übersetzung. Ausgehend von Rosalind Krauss’ Konzept des „expanded field“ und historischen Debatten über skulpturale Darstellung analysiert sie umstrittene Fälle wie Richard Serras „Tilted Arc“ und Olu Oguibes „Monument for Strangers and Refugees“. Mit Schwerpunkt auf Werken der „Skulptur Projekte Münster“ untersucht sie, wie fehlende oder verlegte Kunstwerke im öffentlichen Raum über digitale Plattformen vermittelt werden, und wirft dabei Fragen zu den Parametern solcher Übersetzungen auf, ohne deren inhärente Konflikte aufzulösen.
„Curating the Digital Divide: Ethical Challenges of Cultural Participation in Digital Infrastructures“

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In diesem Vortrag entwickelt Hauke Behrendt (Universität Stuttgart) einen ethischen Rahmen, um zu verstehen, wie digitale kuratorische Praktiken mit dem digital divide interagieren und diese möglicherweise noch verstärken. Er skizziert verschiedene Formen der Benachteiligung, die in digital vermittelten kulturellen Umgebungen auftreten. Diese Muster zeigen, dass digitales Kuratieren nicht nur eine ästhetische oder technische Tätigkeit ist, sondern Teil einer umfassenderen Infrastruktur, die bestimmt, wer unter welchen Bedingungen an kulturellen Praktiken teilnehmen kann. Der Referent identifiziert zentrale normative Überlegungen, mit denen sich Kuratoren und Institutionen auseinandersetzen müssen, wenn digitale Transformationen eine gerechte kulturelle Teilhabe fördern und nicht untergraben sollen.
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