Symposium: „TRANCEcolonial. Performing Provenance – Art, Memory and Colonial Resonances“
© Hervé Youmbi, Les masques célèstes, 2017. Acquired with the generous support of Yasmine & Peter König, LWL-Museum f. Kunst und Kultur.

Am 10. November 2026 findet das eintägige Kurzsymposium „TRANCEcolonial. Performing Provenance – Art, Memory and Colonial Resonances“ statt. Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Kolleg-Forschungsgruppe „Zugang zu kulturellen Gütern im digitalen Wandel“ mit dem LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster, im Rahmen des internationalen Forschungsprojekts „Performing Provenance: Contemporary Art, Digital Spaces, and Things from the Cameroon Grasslands“ (PERFORM). 

Ort: Auditorium, LWL-Museum für Kunst und Kultur Münster, Domplatz 10, 48143 Münster.

Anmeldung: Bis zum 6. November an kfg.zugang@uni-muenster.de.

Konzept und wissenschaftliche Leitung: Marlene Knut (LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster), Prof. Dr. Ursula Frohne and Jolanda Saal-Basar (Kolleg-Forschungsgruppe „Zugang zu kulturellen Gütern im digitalen Wandel“, Münster)

Die Veranstaltung findet in englischer und französischer Sprache statt. Alle englischen Beiträge werden ins Französische, alle französischen Beiträge werden ins Englische übersetzt. Handouts in deutscher Sprache werden zur Verfügung gestellt.

Das Kurzsymposium verbindet künstlerische, wissenschaftliche und museale Perspektiven auf koloniale Provenienzen, historische Gewalterfahrungen und die gegenwärtige Verantwortung von Museen miteinander. Anlässlich des Symposiums bringt das LWL-Museum für Kunst und Kultur Münster ein Werk von Hervé Youmbi, einem aus Kamerun stammenden Künstler und Artist-in-Residence der Kolleg-Forschungsgruppe, mit Objekten aus der Sammlung in einen Dialog. Die Veranstaltung in Münster bildet den Auftakt zu einer im Rahmen des internationalen Forschungsprojekts PERFORM initiierten Veranstaltungsreihe, die anschließend im Kontext der Ausstellung „return“ im Rautenstrauch-Joest-Museum Köln am 12. und 13. November 2026 fortgesetzt wird.

Im Ausstellungsraum begegnet Youmbis Arbeit „Les masques célèstes“, die 2017 für die Skulptur Projekte Münster entstand, erstmals dem mittelalterlichen Bockhorster Triumphkreuz, einem zentralen Zeugnis der christlichen Glaubens- und Bildtradition. Zudem treten die Masken in einen Dialog mit zwei ausgewählten Objekten aus der Sammlung des Forums der Völker in Werl, die vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe übernommen wurde. Die Konstellation erzeugt Resonanzen zwischen unterschiedlichen religiösen, kulturellen und historischen Bedeutungssystemen. Im Mittelpunkt dieser transkulturellen Präsentation stehen Erfahrungen von Entzug, Gewalt, Erinnerung und Trauma, die in musealen Sammlungskontexten häufig unsichtbar bleiben. Sowohl die ausgestellten Objekte als auch die Beiträge von Künstler:innen, Wissenschaftler:innen und Museumsexpert:innen laden dazu ein, koloniale Objektgeschichten aus gegenwärtiger Perspektive zu befragen. Ebenso eröffnen künstlerische und performative Praktiken neue Zugänge zu diesen Geschichten: Sie zeigen Leerstellen und erschließen Perspektiven, in denen bislang ausgeblendete oder übersehene Bedeutungen, Beziehungen und Affekte neu wahrnehmbar werden.

Referent:innen

  • Nina Baudonnière (École des hautes études en sciences sociales, Paris)
  • Dr. Ruth Colette Afane Belinga (Künstlerin, Universität Ebolowa, Kamerun)
  • Marlene Knut (LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster)
  • Yohannes Mulat Mekonnen (Universität Bonn, Global Heritage Lab, Rautenstrauch-Joest-Museum, Köln)
  • Dr. Sylvia Necker (LWL-Preußenmuseum, Minden)
  • Joyce Noufélé (Volkshochschule Osnabrück)
  • Julie Peghini (Universität Paris 8)
  • Prof. Dr. Ursula Frohne (Professorin für moderne Kunstgeschichte, Universität Münster / Ko-Sprecherin, Kolleg-Forschungsgruppe „Zugang zu kulturellen Gütern im digitalen Wandel“, Münster)
  • Jolanda Saal-Basar (Kolleg-Forschungsgruppe „Zugang zu kulturellen Gütern im digitalen Wandel“, Münster)
  • Zora Snake (Künstler, Compagnie Zora Snake, Kamerun)
  • Hervé Youmbi (Künstler, Cercle Kapsiki, Douala, Kamerun)
  • Joël Zouna (École normale supérieure de Paris – PSL | Technische Universität Berlin | Institut national d’histoire de l’art – INHA)

Programm

Dienstag, 10. November 2026

11:00 Uhr
Begrüßung  
Dr. Hermann Arnhold (Direktor, LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster)

11:15 Uhr
Einführung
Prof. Dr. Ursula Frohne (Professorin für moderne Kunstgeschichte, Universität Münster / Ko-Sprecherin, Kolleg-Forschungsgruppe „Zugang zu kulturellen Gütern im digitalen Wandel“, Münster), Julie Peghini (Anthropologin, Filmemacherin und Dozentin, Paris 8 University), Jolanda Saal-Basar (Junior Fellow, Kolleg-Forschungsgruppe „Zugang zu kulturellen Gütern im digitalen Wandel“, Münster), Marlene Knut (Provenienzforscherin, LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster) 

11:30 Uhr
The Werl Collection. A valuable addition or another man's child?
Dr. Sylvia Necker (Direktorin, LWL-Preußenmuseum, Minden)

12:00 Uhr
Topologien des Heiligen: Missionarische Sammlungen und die Ordnung spiritueller Welten
Yohannes Mulat Mekonnen (Fellow, Global Heritage Lab, Universität Bonn)

12:30 Uhr
Mittagspause

13:15 Uhr
Künstlergespräch
Hervé Youmbi (Künstler, Douala, Kamerun| Artist-in-Residence, Kolleg-Forschungsgruppe „Zugang zu kulturellen Gütern im digitalen Wandel“)
Moderation: Dr. Marianne Wagner (Kuratorin, LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster)

13:45 Uhr
Podiumsdiskussion
Dr. Ruth Colette Afane Belinga (Dozentin und Künstlerin, Universität Ebolowa, Kamerun| Senior Fellow, Kolleg-Forschungsgruppe „Zugang zu kulturellen Gütern im digitalen Wandel“), Zora Snake (Künstler, Compagnie Zora Snake, Kamerun), Hervé Youmbi (Künstler, Cercle Kapsiki, Douala, Kamerun)
Moderation: Joël Zouna (Doktorand, École normale supérieure de Paris – PSL & TU Berlin, Research Fellow, Institut national d’histoire de l’art – INHA)

14:45 Uhr
UN SERPENT AU MUSÉE
Videoarbeit zur Performance im Forum der Völker, Werl
Zora Snake, 2026
anschließend Get-together