Am 10. November 2026 findet das eintägige Kurzsymposium „TRANCEcolonial. Performing Provenance – Art, Memory and Colonial Resonances“ statt. Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Kolleg-Forschungsgruppe „Zugang zu kulturellen Gütern im digitalen Wandel“ mit dem LWL-Museum für Kunst und Kultur, Münster, im Rahmen des internationalen Forschungsprojekts „Performing Provenance: Contemporary Art, Digital Spaces, and Things from the Cameroon Grasslands“ (PERFORM). Das Kurzsymposium verbindet künstlerische, wissenschaftliche und museale Perspektiven auf koloniale Provenienzen, historische Gewalterfahrungen und die gegenwärtige Verantwortung von Museen miteinander. Anlässlich des Symposiums bringt das LWL-Museum für Kunst und Kultur Münster ein Werk von Hervé Youmbi, einem aus Kamerun stammenden Künstler und Artist-in-Residence der Kolleg-Forschungsgruppe, mit Objekten aus der Sammlung in einen Dialog. Die Veranstaltung in Münster bildet den Auftakt zu einer im Rahmen des internationalen Forschungsprojekts PERFORM initiierten Veranstaltungsreihe, die anschließend im Kontext der Ausstellung „return“ im Rautenstrauch-Joest-Museum Köln am 12. und 13. November 2026 fortgesetzt wird.
Die Erstellung von 3D-Modellen von Kunstwerken ist eine zunehmend verbreitete Praxis in der Kunstvermittlung, die neue Zugänge zu Objekten eröffnet. Im Rahmen des Masterseminars im Wintersemester 2025/26 „Einführung in die Konzeption von 3D-Objekten und Ausstellungen“ an der Technischen Universität Dresden erfassten die Studierenden 3D-Scans von ausgewählten Objekten des Meissen Porzellan-Museums. Leiterin des Seminars war PD Dr. Angela Dreßen, Senior Fellow in der Kolleg-Forschungsgruppe. Thematisch aufbereitet sind die Objekte nun in der immersiven Ausstellung „Meissener Porzellan im virtuellen Fokus“ für Besucher:innen aus der ganzen Welt erlebbar.
Die Kolleg-Forschungsgruppe „Zugang zu kulturellen Gütern im digitalen Wandel“ ist einer der zwölf Sieger des DFG-Fotowettbewerbs und mit dem März-Bild im DFG-Fotokalender 2026 vertreten. Gezeigt werden Postkarten von Kasper König. Kasper König war Mitbegründer der Skulptur Projekte Münster und Direktor des Museum Ludwig in Köln. Über Jahrzehnte verschickte er etliche collagierte Postkarten voller Witz und mit klar erkennbarem Duktus an Künstler:innen, Kolleg:innen und Weggefährt:innen. Als Zeugnisse der Netzwerke, auf denen kuratorische Praktiken beruhen, verweisen die Karten auf biografische Spuren, deuten Beziehungen und persönliche wie professionelle Konstellationen an. Für die Ausstellung „Zugänge zu kuratorischen Netzwerken“ der Kolleg-Forschungsgruppe haben Studierende erstmals Postkartensammlungen mehrerer Kontakte Königs zusammengetragen und so das informelle Kommunikationssystem freigelegt.
Vom 3. Juli bis 5. September 2025 fand die Ausstellung „case study #2: Re:Set: Vom Dia zur Datenbank – Medienwandel in der Kunstgeschichte“ der Kolleg-Forschungsgruppe statt – eine Ausstellung von Studierenden des Instituts für Kunstgeschichte. Sie nahm den Medienwandel in der Kunstgeschichte zum Ausgangspunkt, um die historischen, ästhetischen und erkenntnistheoretischen Dimensionen kunsthistorischer Bildpraktiken zu beleuchten. Unter anderem waren Posterpräsentationen sowie eine Installation des Künstlers Dr. Philipp Goldbach mit historischen Glasdias zu sehen. Am 27. August 2025 berichtete Georg Imdahl im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung unter dem Titel „Glas hinter Glas – Studenten stellen in Münster die Hilfsmittel aus, mit denen Kunsthistoriker früher sehen lernten“ über die Ausstellung.
Die digitale Ausstellung „Zugänge zu kuratorischen Netzwerken – Postkarten von Kasper König“ macht einen Teil der im Rahmen der „case study #1“ vom 26. Mai bis 22. Juni 2025 im Bibliotheksfoyer des Philosophikums ausgestellten Auswahl collagierter Karten, die Kasper König (1943–2024) über Jahrzehnte an Künstler:innen, Kolleg:innen und Weggefährt:innen verschickte, nun auch digital zugänglich. In der Ansicht der digitalen Ausstellung lassen sich die Karten nicht nur durch einfaches Anklicken wenden; auch Transkriptionen und ein Vollbild-Modus, der es erlaubt, die Karten durchzugehen und jede Karte im Detail aus verschiedenen Richtungen zu betrachten, sind über die den Karten überlagerten Buttons zugänglich.
Vom 26. Mai bis 22. Juni 2025 fand die Ausstellung „case study #1: Zugänge zu kuratorischen Netzwerken – Postkarten von Kasper König“ der Kolleg-Forschungsgruppe im Bibliotheksfoyer des Philosophikums statt. Die Ausstellung wurde von Studierenden des Kolloquiums von Ursula Frohne und Berit Hummel konzipiert. Sie zeigte collagierte Karten, die Kasper König (1943–2024), Mitbegründer und langjähriger künstlerischer Leiter der Skulptur Projekte Münster sowie Direktor des Museums Ludwig, an Künstler:innen, Kolleg:innen und Weggefährt:innen schickte. Die persönlichen Mitteilungen sind ein einzigartiges Zeugnis seiner kuratorischen Praxis.
Im Wintersemester 2023/24 präsentierte das Studienprojekt „Kunststoffalltage“ des Instituts für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie seine Ergebnisse mit einer Ausstellung. Kunststoffartefakte wurden als „Mitbewohner:innen“ studentischen Alltags präsentiert: Anhand von Objekten wie Fernbedienung und Zahnputzbecher wurden Alltagsdimensionen des Kunststoffgebrauchs gedeutet. Die Projektleitung hatte Prof. Dr. Lioba Keller-Drescher, Professorin für Europäische Ethnologie und In-House-Fellow der Kolleg-Forschungsgruppe. Einen Einblick in die Ausstellung gibt dieses Video.
Jon Wiggermann, Student der Kunstgeschichte und Philosophie, erläutert im Video die Besonderheiten des „Reclining Pan“ von Oliver Laric – und welche Fragen das Kunstwerk aufwirft. Vom 4. bis 30. Oktober 2023 war Oliver Larics Skulptur im Archäologischen Museum der Universität Münster zu sehen. Die Ausstellung war eine Kooperation der Kolleg-Forschungsgruppe mit dem Museum anlässlich der Tagung „Zugang gestalten! Hindernisse überwinden“.
Vom 4. bis 30. Oktober 2023 war Oliver Larics Skulptur „Reclining Pan“ im Archäologischen Museum der Universität Münster zu sehen. Die Ausstellung war eine Kooperation der Kolleg-Forschungsgruppe mit dem Museum anlässlich der Tagung „Zugang gestalten! Hindernisse überwinden“. Ausgehend von der Idee des Scannens und der Digitalisierung misst Oliver Laric archäologische Funde wie Skulpturen und Reliefs aus und überführt die 3D-Daten in ein digitales Archiv, wodurch die Möglichkeit gegeben wird, sich an der Herstellung, Verbreitung und Interpretation seiner Werke zu beteiligen.