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„Mehr als ein Praktikum – mein Fazit aus Neuseeland“

Mein Fazit: Was bleibt von meinem Praktikum in Neuseeland?

Am Ende meines Praktikums in Neuseeland blicke ich auf eine intensive, lehrreiche und persönlich prägende Zeit zurück. Der Aufenthalt hat mir nicht nur neue fachliche Einblicke ermöglicht, sondern auch meine Perspektive auf Schule, Unterricht und meine eigene Rolle als angehende Lehrkraft nachhaltig verändert.

 

Was ich aus dem Praktikum mitnehme

Besonders prägend war für mich die enge Zusammenarbeit im Schulalltag und der hohe Stellenwert von Vertrauen und Eigenverantwortung. Das neuseeländische Bildungssystem hat mir einen Ansatz von Bildung aufgezeigt, der stark auf Fostering und Wellbeing ausgerichtet ist. Fostering meint dabei nicht nur fachliche Förderung, sondern vor allem das bewusste Begleiten von Lern‑, Persönlichkeits‑ und Beziehungsprozessen. Ziel ist es, Schüler:innen in ihrer gesamten Entwicklung zu stärken und ihnen einen sicheren, unterstützenden Lernrahmen zu bieten. Lernen wurde nicht nur als kognitiver Prozess verstanden, sondern stets im Zusammenhang mit dem emotionalen und sozialen Wohlbefinden der Schüler:innen betrachtet.

Als Praktikant wurde ich nicht nur beobachtend eingesetzt, sondern aktiv in den Unterricht eingebunden. Die Möglichkeit, Schüler:innen individuell zu unterstützen, Lernprozesse zu begleiten und pädagogische Entscheidungen mitzutragen, hat mein Verständnis von guter Unterrichtspraxis deutlich vertieft. Besonders eindrücklich war dabei, wie viel Zeit sich Lehrkräfte nehmen konnten, um wirklich auf einzelne Schüler:innen einzugehen, Beziehungen aufzubauen und individuelle Bedürfnisse wahrzunehmen. Diese Erfahrung hat mir gezeigt, wie entscheidend Zeit, Vertrauen und Beziehung für nachhaltiges Lernen sind.

Darüber hinaus habe ich gelernt, wie wichtig eine durchdachte Lernumgebung für erfolgreiches Lernen ist – nicht als Selbstzweck, sondern als bewusste Unterstützung für unterschiedliche Lernvoraussetzungen. Die offenen Raumkonzepte, die Arbeit in Gruppen und die gezielte Nutzung von Rückzugsorten haben mir gezeigt, wie Lernräume gestaltet sein können, um unterschiedliche Bedürfnisse von Schüler:innen besser zu berücksichtigen.

Veränderte Perspektiven

Während meines Aufenthalts hat sich vor allem mein Blick auf die Rolle von Schule verändert. Schule wurde hier nicht ausschließlich als Ort der Wissensvermittlung verstanden, sondern als Lebensraum, in dem Beziehung, Wohlbefinden und individuelle Entwicklung eine zentrale Rolle spielen. Diese Haltung hat mich dazu angeregt, meine eigenen Vorstellungen von Unterricht und meiner zukünftigen Rolle als Lehrkraft kritisch zu reflektieren und neu zu justieren.

Auch mein Verständnis von Zusammenarbeit im Kollegium hat sich erweitert. Die offene Kommunikation, das Arbeiten auf Augenhöhe und der selbstverständliche Austausch über Unterricht haben mir gezeigt, wie wichtig Teamarbeit für einen gelingenden Schulalltag ist.

Blick auf die Rückkehr

Mit der Rückkehr nach Deutschland nehme ich viele neue Impulse, Ideen und auch Fragen mit, wie Schule gestaltet sein kann und sollte. Gleichzeitig blicke ich mit einem geschärften Blick auf das deutsche Schulsystem und freue mich darauf, Erfahrungen aus Neuseeland – soweit möglich – in mein weiteres Studium und meine zukünftige schulische Praxis einfließen zu lassen.

Der Abschied fiel mir nicht leicht, da ich mich sowohl fachlich als auch persönlich sehr wohlgefühlt habe. Dennoch gehe ich mit großer Dankbarkeit aus dieser Zeit hervor. Das Praktikum hat mir nicht nur fachliche Sicherheit gegeben, sondern auch meine Motivation bestärkt, den Lehrberuf weiterzuverfolgen.

Rückblickend war der Auslandsaufenthalt eine kurze, aber äußerst wertvolle Erfahrung, die meinen Horizont erweitert und mich sowohl als angehende Lehrkraft als auch als Mensch nachhaltig geprägt hat.

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