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Malta – ein Praktikum in der Schule

„Miss Julia, tomorrow you come again?“ – Dieser kleine Satz eines Erstklässlers zeigte mir mehr über meinen Berufswunsch als jedes Seminar.

Hi, mein Name ist Julia und ich absolviere aktuell ein Praktikum an einer Grundschule auf Malta. Anfang Januar bin ich auf die Insel aufgebrochen – mit dem Wunsch, nach meinem Lehramtsstudium wertvolle Praxiserfahrungen zu sammeln und gleichzeitig eine besondere Zeit an einem besonderen Ort zu verbringen.

Dass diese Wochen so intensiv, lehrreich und wunderschön werden würden, hätte ich zu Beginn niemals erwartet. Ehrlich gesagt wusste ich kaum etwas über Malta und seine Kultur. Für mich war dieses Land lange eher unauffällig – heute ist es ein Ort, der einen festen Platz in meinem Herzen hat.

Seit Anfang Januar lebe ich nun hier und kann mit voller Überzeugung sagen: Malta ist beeindruckend. Kleine Städte mit verwinkelten Gassen, traumhafte Strände, kristallklares Wasser  und selbst in den Wintermonaten von Januar bis März ist es angenehm warm. Die Sonne scheint oft schon morgens um sieben Uhr und taucht alles in ein goldenes Licht.

Anfangs war die Sprache für mich eine kleine Herausforderung. Maltesisch (eine Mischung aus Arabisch, Italienisch und Englisch) klang für meine Ohren zunächst ungewohnt. Ich reiste mit der Vorstellung an, dass überall selbstverständlich Englisch gesprochen wird. Diese Sorge legte sich jedoch bereits nach zwei Tagen an der Grundschule in Sliema. Die Kinder sprechen fließend Englisch, auch im Unterricht wird überwiegend Englisch verwendet. Meine anfängliche Unsicherheit war also völlig unbegründet.

Von Beginn an wurde ich in der Schule herzlich aufgenommen. Nach wenigen Wochen fühlte ich mich nicht mehr wie „die Praktikantin“, sondern wie ein echtes Teammitglied. Auch die Kinder akzeptierten mich schnell als Lehrerin – ein Gefühl, das mich sehr bestärkt hat. Ich durfte direkt unterstützen, Verantwortung übernehmen und erhielt durchweg positives Feedback.

Besonders beeindruckt hat mich das gelebte Verständnis von Inklusion und Integration. Diversität ist hier kein Schlagwort, sondern gelebter Schulalltag. Kinder im Alter von fünf bis sechs Jahren begegnen sich mit einer Selbstverständlichkeit, Offenheit und Hilfsbereitschaft, die mich tief berührt hat.

Ich habe mich bewusst für ein freiwilliges Praktikum entschieden und arbeite montags bis freitags von 7:50 bis 13:20 Uhr in der Schule. Innerhalb des multiprofessionellen Teams unterstütze ich die Lehrkräfte im Unterricht, übernehme zunehmend eigene Aufgaben, wirke bei der Planung von Schulaufführungen mit und betreue Schüler*innen auch im Eins-zu-eins-Setting. Mit jeder Woche wächst meine Verantwortung und ebenso mein Selbstvertrauen.

An den Wochenenden entdecke ich die Insel, genieße gutes Essen, lerne neue Orte kennen und sammle Erinnerungen, die weit über diesen Lebensabschnitt hinausreichen werden.

Diese Zeit hat mir noch einmal deutlich gezeigt, warum ich Lehrerin werden möchte. Sie hat mich motiviert, gestärkt und in meiner Berufswahl bestärkt. Und genau deshalb bedeutet mir dieser kleine Satz eines Erstklässlers so viel:

„Miss Julia, tomorrow you come again?“

Denn wenn ein Kind sich wünscht, dass man wiederkommt, dann weiß man, dass man genau am richtigen Ort ist.

Julia

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