Einige von Euch kennen Lille und den Norden Frankreichs vielleicht aus dem berühmten Film “Willkommen bei den Sch’tis” und wer ihn noch nicht kennt, sollte sich diese sehr unterhaltsame Komödie auf jeden Fall mal anschauen. Zwar wird in dem Film mit vielen Klischees über den Norden gespielt, doch man merkt auch, dass der Norden Frankreichs eine ganz besondere Region mit vielen schönen Orten ist.
Aber beschäftigen wir uns erst einmal mit der Hauptstadt der Region Hauts-de-France: Insgesamt hat die Kernstadt Lille ca. 235.000 Einwohner*innen, die aber mit der Métropole Européenne de Lille, bestehend aus 95 Gemeinden, auf über 1,1 Millionen Menschen kommt. Ihr seht: Lille und seine umliegenden Kommunen sind eine lebhafte Gegend, die auch nicht weit entfernt von Paris, Brüssel und London ist.
Zunächst einmal ähnelt Lille Münster vor allem in einem Punkt: nämlich den Studierenden. Wie in Münster gibt es auch in Lille zahlreiche Studierende. Insgesamt machen sie mit 120.000 Menschen ca. 10 % der Bevölkerung aus. Das bedeutet also auch, dass es nicht allzu schwierig ist, abends auszugehen. Auch nach dem Feierabend während meines Praktikums war ich gelegentlich in Bars. Dadurch, dass ich mein Praktikum im Sommer gemacht habe, konnte ich auch das Leben in Lille bei bestem Sonnenschein entdecken. Das gute Wetter hat mich natürlich auch für den ein oder anderen Ausflug motiviert. Zwar ist Lille vielleicht nicht die grünste Stadt Frankreichs, jedoch hat sie ein paar schöne Grünflächen. So bin ich im Parc bei der Citadelle laufen gegangen oder habe noch eine Fahrradtour zum See du Héron gemacht.

Ein weiteres Highlight in Lille ist auch der Marché de Wazemmes, der dreimal die Woche stattfindet und durch seine Markthalle und die umliegenden Marktstände sehr besticht. Jedes Mal herrscht dort ein buntes Treiben und man kann viele leckere Lebensmittel kaufen. Es lohnt sich schon allein für das Ambiente!
Besonders schön finde ich an Lille auch, dass die Stadt eine perfekte Größe hat – also gut überschaubar und sehr angenehm im Alltag. Es gibt ein praktisches Fahrradleihsystem, zwei Metrolinien, eine schöne Innenstadt und viele besondere Orte, wie zum Beispiel das Écoquartier Fives Cail, das ich sehr empfehlen kann. Hier gibt es einen Food Court mit vielen kleinen Restaurants, wo man sich etwas zu essen kaufen kann. Parallel kann man sich von der dort ansässigen Brauerei ein frisch gezapftes Bier (oder andere Getränke) kaufen und mit ein bisschen Glück gibt es zum Beispiel ein Karaoke-Event auf der kleinen Bühne. Auch verirren sich hier selten Tourist*innen hin, sodass man wirklich die Einwohner*innen des Stadtviertels treffen kann.


Der letzte wichtige Punkt waren die Olympischen Spiele, die im Sommer 2024 in Frankreich stattgefunden haben. Zwar war die Mehrzahl der Wettkämpfe in Paris, aber Lille hatte das Glück, dass hier Basketball und Handball ausgetragen worden sind. Diese Gelegenheit konnte ich mir natürlich nicht nehmen lassen und habe mir mehrere Male Wettkämpfe dieser beiden Sportarten angeschaut. Auch als nicht die größte sportbegeisterte Person hat mich das Feuer der Olympischen Spiele gepackt und so gab es keinen Tag auf der Arbeit oder in der Freizeit, wo Leute nicht über Olympia gesprochen haben. Je nachdem, wo man also sein Praktikum macht, hat man vielleicht das Glück, dass irgendwelche großen Ereignisse stattfinden, die man so schnell nicht vergisst. Neben dem Praktikum habe ich also auch das Leben in Lille sehr gut kennenlernen können und es hat großen Spaß gemacht, die Stadt mit ihren schönen Orten und Menschen besser zu entdecken.





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