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Mein Praktikum an der University of Queensland: Ein persönlicher Einblick

Nach meiner ersten Woche in Brisbane, in der ich vor allem versucht habe, den Jetlag zu überlisten und nicht komplett in der Wärme zu schmelzen, ging es endlich mit meinem Praktikum an der University of Queensland los. Genauer gesagt an der School of Human Movement and Nutrition Sciences. Obwohl ich mich riesig darauf gefreut hatte, war ich am ersten Tag trotzdem ein bisschen nervös. Neuer Arbeitsplatz, neue Menschen, neue Aufgaben – und all das auf Englisch. Aber wie sich herausstellte, war meine Nervosität völlig unbegründet.

Der St. Lucia Campus ist wunderschön und schon beim ersten Kennenlernen in der Arbeitsgruppe wurde ich unglaublich warm empfangen. Meine Kolleg*innen sind offen, interessiert und haben mich direkt in Gespräche einbezogen. Was mir schnell auffiel: Hier wirkt Arbeit viel weniger streng getrennt vom Privaten. Man redet über Wochenendpläne, über Sport, über seine Familien und man nimmt sich dabei wirklich Zeit füreinander – gerne immer bei einem gemeinsamen Kaffee im Saint Lucy’s Cafe direkt neben dem Büro. Dieser entspannte Umgang nimmt einem viel Druck. Es fühlt sich eher an, als würde man in ein bestehendes, freundliches System hineinrutschen, statt sich mühsam einzufügen. Und gleichzeitig sind alle professionell und engagiert, was eine sehr angenehme Mischung ergibt. Schon nach ein paar gemeinsamen Kaffees verstehe ich die Strukturen im Arbeitsbereich viel besser und lerne mehr Kolleg*innen sowie spannende Projekte im Bereich Public Health kennen. Bereits in den ersten Tagen ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten, mich einzubringen und Einblicke in unterschiedliche Themenfelder und Projekte zu bekommen.
Neben meiner Mitarbeit an zwei Systematic Reviews zum Thema Schlaf unterstütze ich die Datenerhebung in einem Food-Security-Projekt, das auf die Verbesserung des Zugangs zu gesunden Lebensmitteln und Getränken in abgelegenen Regionen Queenslands abzielt. Darüber hinaus wirke ich an der Entwicklung eines digitalen Lernmoduls zum Thema Physische Aktivität für Fachkräfte im Bereich Kind- und Familiengesundheit mit, das sie dabei unterstützt, Eltern in den ersten 2000 Lebenstagen ihres Kindes zu begleiten. Die Vielfalt dieser Aufgaben ermöglicht mir einen besonders breiten Einblick in unterschiedliche Forschungsbereiche der Public Health. Genau das war auch mein Ziel: während meines kurzen Aufenthalts möglichst viele verschiedene Projekte kennenzulernen.
Außerdem lerne ich gleich in den ersten paar Tagen ein paar andere Internationals kennen – PhD-Studierende und andere Praktikant*innen. Wir verstehen uns auf Anhieb richtig gut. Vielleicht, weil wir alle neu sind, weit weg von Zuhause und ähnliche Fragen, Unsicherheiten und Eindrücke teilen. Man verbindet sich auf eine besondere Art, wenn man gemeinsam versucht, sich in einer neuen Stadt, einem neuen Arbeitsumfeld und einem völlig neuen Alltag zurechtzufinden. Diese Begegnungen machen den Start hier noch leichter und geben mir das Gefühl, Teil einer kleinen internationalen Gemeinschaft zu sein. Außerdem zeigen sie mir auch, wie ein möglicher Alltag als PhD Student*in aussehen kann. Weil ich selbst eine Promotion in Erwägung ziehe, ist es besonders spannend, diese Gespräche zu führen und einen direkten Einblick zu erhalten.
Natürlich gibt es auch Momente, in denen mich die Hitze erschlägt, ich mich im Bus verfahre oder mich frage, ob mein Körper irgendwann wieder zu einer vernünftigen Schlafroutine zurückfindet. Aber genau diese Mischung aus Herausforderungen und kleinen Glücksmomenten macht die Erfahrung so wertvoll. Rückblickend fühlt es sich an, als hätte ich in sehr kurzer Zeit wahnsinnig viel erlebt. Gleichzeitig bin ich gespannt, was die nächsten Wochen bringen. Es gibt noch so viel zu entdecken, auszuprobieren und zu lernen.

Franziska

Franziska, 24 Jahre, M.Sc. Sports, Exercise and Human Performance, 3. Semester

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