Mein Arbeitsalltag an einer neuseeländischen Schule
Mein Praktikum absolvierte ich an einer Schule in Neuseeland, deren Schulalltag sich in mehreren Punkten deutlich von dem unterscheidet, was ich aus dem deutschen Schulsystem kenne. Der reguläre Schultag begann um 8:45 Uhr und endete um 15:00 Uhr. Bereits ab 8:30 Uhr konnten die Schüler:innen die Klassenräume betreten und sich auf den Unterricht vorbereiten.
Lernumgebung und Raumkonzept
Die räumliche Gestaltung der Schule war offen und modern. Alle Klassenräume waren mit Teppichboden ausgestattet und verfügten entweder über Einzeltische oder Gruppentische mit passenden Stühlen. Klassische Tafeln gab es nicht – stattdessen arbeiteten die Lehrkräfte mit Whiteboards und Smart-TVs. Die meisten Klassen saßen an Gruppentischen, was kooperatives Arbeiten deutlich erleichterte.
Auffällig waren zudem sogenannte Breakout Spaces: verglaste Nebenräume, die es ermöglichten, in ruhiger Atmosphäre gezielt mit einzelnen Schüler:innen oder Kleingruppen zu arbeiten. Darüber hinaus waren viele Klassenräume durch Glaswände oder Türen miteinander verbunden, was das offene Schulkonzept zusätzlich unterstrich.
Meine Rolle im Schulalltag
Ich kam in der Regel gegen 8:30 Uhr in der Schule an und war einer festen Klasse zugeteilt – dem Homeroom 14 mit insgesamt 25 Schüler:innen. Gemeinsam mit dem Homeroom Teacher gestaltete ich den Unterricht und war fest in den Klassenalltag eingebunden.
Meine Aufgaben ähnelten dabei in weiten Teilen denen eines Teacher Assistant (TA). Ich arbeitete regelmäßig in der Einzelbetreuung mit Schüler:innen, erklärte Aufgaben erneut, gab Hilfestellungen und unterstützte Lernprozesse individuell. Dabei hatte ich große pädagogische Freiheiten und arbeitete eng und auf Augenhöhe mit der Lehrkraft zusammen. Besonders positiv empfand ich das Vertrauen, das mir entgegengebracht wurde, sowie die offene und kollegiale Zusammenarbeit. Dasselbe galt für den Sportunterricht in dem ich den Rest des Tages unterstützend unterwegs war. Hier habe ich die Anleitung von Spielen übernommen oder ab und zu den Schiedsrichter gespielt.
Struktur des Schultages
Der Schultag war klar gegliedert. Die erste Unterrichtsphase bestand aus einer Homeroom-Stunde von 8:45 bis 10:10 Uhr. Diese begann meist mit einem Klassengespräch, gefolgt von Unterricht in Mathematik und Schreiben. Anschließend folgte die Morning Tea-Pause.
Danach schlossen sich die zweite und dritte Unterrichtsstunde an, die jeweils 50 Minuten dauerten. Nach einer 40-minütigen Mittagspause (Lunchbreak) fanden die vierte und fünfte Stunde statt, ebenfalls jeweils 50 Minuten lang.
Während nur die erste Stunde im festen Klassenraum stattfand, wechselten die Schüler:innen anschließend zu ihren Fachlehrer:innen. Dabei belegten sie unter anderem Fächer wie Kunst, Sport, Philosophie, Food Technology oder Hard Technology. Dieses Fachlehrersystem ermöglichte spezialisierteren Unterricht und gab dem Schulalltag eine klare Struktur.
Studienbezug und persönliche Lernerfahrungen
Viele Inhalte meines Studiums konnte ich im Praktikum praktisch anwenden, insbesondere im Bereich der individuellen Lernunterstützung, der Unterrichtsbeobachtung und der pädagogischen Interaktion mit Schüler:innen. Besonders wertvoll war für mich die Erfahrung, Lernprozesse aus einer unterstützenden Perspektive zu begleiten und gleichzeitig Einblicke in ein anderes Bildungssystem zu gewinnen.
Der Schulalltag in Neuseeland war für mich insgesamt sehr bereichernd und hat meinen Blick auf Unterricht, Lernräume und pädagogische Zusammenarbeit nachhaltig erweitert.






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