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Zwischen NHS, Nordsee und Highlands – Ankommen in Aberdeen

Wenn ich in den vergangenen Wochen von meinem Plan erzählt habe, ein halbes Tertial meines PJs in Schottland zu verbringen, waren die Reaktionen sehr unterschiedlich. Sie reichten von: „Warum denn ausgerechnet dort? Da regnet es doch immer. Warum gehst du nicht irgendwo hin wo es Strände gibt?“ bis hin zu: „Die Landschaft muss atemberaubend schön sein, da will ich auch irgendwann mal hin.“

Durch die besondere Architektur wird Aberdeen auch häufig als Granite City bezeichnet

Ein kurzer Blick auf die Karte verrät: Strand gibt es in Aberdeen tatsächlich auch, fairerweise aber an der sehr kalten Nordsee. Hier machen die Schotten aber aus der Not eine Tugend und haben mobile Saunen an der Strandpromenade aufgebaut. Zusätzlich hat man kilometerlange, fast menschenleere Sandstrände, schroffe Klippen und beeindruckende Küstenwanderungen, die direkt von der Stadt aus starten.

Es war zwar oft kühl, aber Regen war während meines Aufenthalts erstaunlich selten. Das kenne ich aus Münster auch anders. Fast alle Schott*innen versicherten mir, dass dieser Sommer ein absoluter Glücksfall ist und das Wetter sonst deutlich rauer ausfällt. Beim gemeinsamen Beschweren über Wind, Temperaturen und Regen wird schnell klar, wie ähnlich sich unsere Kulturen sind: über das Wetter zu jammern ist offenbar eine internationale Sprache. Zum Vergleich: In Aberdeen liegen die Temperaturen im Juli und August meist bei etwa 15 bis 18 °C, während es in Münster im gleichen Zeitraum häufig 25 bis 30 °C warm wird. Wer Hochsommer sucht ist hier also falsch, wer gerne viel draußen aktiv ist dem sagen diese eher frühlingshaften Temperaturen vielleicht mehr zu.

Die Menschen in Aberdeen sind außerdem durchweg super freundlich und hilfsbereit. Die ersten Tage musste ich mich noch an den schottischen Akzent gewöhnen, vor allem, wenn durch die Struktur des NHS viele Patienten von den nördlichen Inseln wie Orkney oder Shetland eingeflogen werden. Man findet außerdem sehr schnell Anschluss: Schon an meinem ersten Wochenende war ich auf einem Folk-Musik-Festival in Stonehaven, einer wunderschönen Stadt ein Stück südlich von Aberdeen, die man bequem mit dem Zug erreicht. Die Zugfahrt an sich ist auch schon ein Highlight, mit schönen Ausblicken auf die Küstenlandschaft. Dort merkt man sofort das gesellige und zusammengehörige Miteinander, sei es bei spontanen Sessions auf der Straße oder beim traditionellen Wasser-Ceileidh. Auch außerhalb des Festivals ist Stonehaven und insbesondere Dunnottar-Castle ein lohnenswertes Ausflugsziel.

Dunnottar-Castle in Stonehaven
Rieke

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