

(Bio)Diversität im Schulgarten – Impulse aus Rostock für den Natur.Campus
Vom 23. bis 25. September 2026 fand in Rostock die Jahrestagung der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Schulgarten e. V. unter dem Titel „(Bio)Diversität im Schulgarten erleben, erkennen und erforschen“ statt. Auch das Zentrum für Didaktik der Biologie der Universität Münster war vor Ort vertreten. Die Tagung bot zahlreiche Einblicke in die Gestaltung naturnaher Lern- und Erfahrungsräume und lieferte zugleich einige Impulse für die Weiterentwicklung des neu gestalteten Freigeländes am Leonardo-Campus, dem Natur.Campus.
Im Mittelpunkt der verschiedenen Vorträge und Workshops stand die Frage, wie Schulgärten und naturnahe Außenräume dazu beitragen können, Kindern und Jugendlichen Natur unmittelbar erfahrbar zu machen. Dabei wurde insbesondere die aktive Beteiligung von Kindern bei der Planung und Gestaltung hervorgehoben. Sie sollen nicht nur gefragt werden, was sie sich für einen Außenraum wünschen, sondern überlegen, was sie dort erleben möchten. Durch die eigene Mitgestaltung können Selbstwirksamkeit, Gemeinschaftsgefühl und Verantwortungsbewusstsein gestärkt werden.
Besonders anschaulich wurde dies am Beispiel eines ursprünglich stark versiegelten Schulhofs, der zu einem naturnahen NaturErlebnisRaum umgestaltet wurde. Heimische Wildpflanzen, unterschiedliche Geländeebenen, natürliche Materialien und vielfältige Strukturen schaffen dort Möglichkeiten zum Spielen, Beobachten, Verstecken und Entdecken. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Pflanzen in solchen Räumen nicht nur dekorative Elemente sind, sondern Lebensräume schaffen und Biodiversität fördern.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der zunehmenden Naturentfremdung von Kindern und Jugendlichen. Urbanisierung, Digitalisierung und veränderte Alltagsstrukturen führen dazu, dass unmittelbare Naturerfahrungen für viele Kinder weniger selbstverständlich werden. Naturnahe Lernorte können hier einen wichtigen Beitrag leisten: Sie ermöglichen körperliche, soziale und mentale Erfahrungen und fördern gleichzeitig das Verständnis für ökologische Zusammenhänge und Umweltbewusstsein. Am Zentrum für Didaktik der Biologie widmet sich derzeit das Promotionsvorhaben von Sören Werner (Betreuung: Prof. Dr. Marcus Hammann) diesen Fragestellungen.
Viele dieser Impulse lassen sich unmittelbar auf die Weiterentwicklung des Natur.Campus in Münster übertragen. Auch hier soll ein vielfältiger Lernort entstehen, an dem Biodiversität nicht nur theoretisch vermittelt, sondern beobachtet, erforscht und erlebt werden kann. Besonders die Gestaltung mit heimischen Pflanzen, unterschiedlichen Strukturen und naturnahen Lebensräumen bietet hierfür zahlreiche Anknüpfungspunkte.
Im Workshop zur Permakultur standen anschließend praktische Fragen der Gartengestaltung im Mittelpunkt. Thematisiert wurden unter anderem Boden, Hochbeete und Wasserkreisläufe – Bereiche, die auch für die weitere Entwicklung des Natur.Campus relevant sind. Zusätzlich konnten Materialien und Ideen für verschiedene Gartenaktionen mitgenommen werden, die zukünftig in Lernangebote auf dem Campus einfließen können.
Neben den fachlichen Impulsen zu Fragen, wie etwa Biodiversität nicht nur theoretisch vermittelt, sondern beobachtet, erforscht und erlebt werden kann oder Permakulturen, standen praktische Fragen zur Gartengestaltung im Mittelpunkt der Tagung.
Die Teilnahme an der Schulgartentagung hat damit nicht nur neue Perspektiven auf naturnahe Lernorte eröffnet, sondern auch konkrete Anregungen für die weitere Gestaltung unseres Natur.Campus geliefert. Die Verbindung von Biodiversität, Naturerfahrung, Partizipation und nachhaltiger Gartengestaltung soll dabei auch zukünftig eine zentrale Rolle spielen.
Zur Tagungshomepage BAG Schulgarten 2026
Interesse geweckt? Zum Thema Natur.Campus können Abschlussarbeiten (Bachelor- und Masterarbeiten) geschrieben werden.




















