Die Schüler:innen der Klassenstufen 9–11 arbeiteten an mehreren Stationen und sezierten u. a. eigenständig Herzen und Lungen. Darüber hinaus wurden eigene digitale EKG-Messungen sowie Spirometrien zur Bestimmung der Vitalkapazität durchgeführt und ausgewertet. Der Einsatz von VR-Brillen zur virtuellen Erkundung des Herzens und weiteren Organen ergänzte die praktischen Arbeiten und ermöglichte Einblicke in digitale Lernformate im naturwissenschaftlichen Unterricht.
Begleitend zum Projekttag wurden Daten zum Einsatz digitaler Medien sowie zum Umgang mit diesen im Biologieunterricht erhoben. Die Ergebnisse fließen in weitere Forschungsarbeiten insbesondere im Bereich der Biologiedidaktik ein.
Von Montag, dem 26.01.2026, bis Dienstag, dem 03.02.2026, fand die internationale CARN D.A.CH.-Tagung unter dem Motto „Transformation - Nachhaltigkeit - Aktion“ in digitaler Form statt.
Mit dabei waren auch zwei Studierende der Universität Münster, Cem Baykan und Nele Franke. Im Wintersemester 2024/2025 sowie im Sommersemester 2025 nahmen die Studierenden an der One Health Teaching Clinic (OHTC) unter der Leitung von Prof. Dr. Benedikt Heuckmann teil.
Im Rahmen der Tagung gaben die Studierenden Einblicke in ihre Forschungsergebnisse und Praxiserfahrungen aus der OHTC. Cem Baykan widmete sich dem Thema „Nachhaltige Lebensmittelproduktion - Veränderung des Verständnisses und Kennenlernen neuer Perspektiven für eine zukunftsfähige Lebensmittelproduktion“ und präsentierte, wie die Schüler*innen durch die Proportional-Piling-Methode in ihrer Beurteilung von Nachhaltigkeitsdimensionen zum Fleischkonsum beeinflusst und demokratische Diskurse zu Transformationsstrategien geführt werden.
Nele Franke zeigte in ihrem Vortrag „Metabolische Umweltdisruptoren als Unterrichtsgegenstand im Kontext von One Health und Science-in-the-Making“, wie eine aktuelle und komplexe Forschungsthematik durch handlungsorientiertes Stationenlernen erfolgreich in die schulische Bildung integriert werden kann.
Die Tagung bot eine wertvolle Plattform für den fachlichen Austausch mit den zwei weiteren OHTC-Standorten, der Universität Wien sowie der Justus-Liebig-Universität Gießen und verdeutlichte das Potenzial aktueller One Health-Themen für eine zukunftsorientierte Bildung.
ZDB-Teilnahme am Forschungsdialog des FB06: "KI als Zäsur?"
Am Donnerstag, dem 15. Januar 2026, fand am Fachbereich 06 der Forschungsdialog „KI als Zäsur? Implikationen algorithmischer Wissensproduktion für Wissenschaft und Gesellschaft“ statt. Moderiert von Prof. Dr. Sebastian Wachs diskutierten Prof. Dr. Benedikt Heuckmann, Prof. Dr. Jakob Jünger und David Bardiau, was die scheinbar unaufhaltsame Ausbreitung von KI für Gesellschaft, Forschung und Lehre bedeutet.
Benedikt Heuckmann zeigte aus Sicht der Biologiedidaktik, wie KI vormals aufwendige Prozesse praktisch über Nacht beschleunigt hat: etwa wenn algorithmische Mustererkennung dazu eingesetzt wird, um das Wohlbefinden von Tieren in Ställen über die Analyse von Tiergeräuschen einzuschätzen oder das Blühstadium von Pflanzen zu bestimmen.
Jakob Jünger spannte den historischen Bogen von „Karl Klammer“ und der Rechtschreibkorrektur in Word bis zurück ins 3. Jahrtausend v. Chr., als Informationen bei den Sumerern bereits systematisch in dauerhafte Medien eingeschrieben und damit kommunikative Prozesse automatisiert wurden.
David Bardiau schließlich machte aus der Sicht eines Sozialwissenschaftlers und Programmierers deutlich, dass KI das Potenzial hat, den Menschen schrittweise zu ersetzen und gerade in der Programmierung „links und rechts“ zu überholen.
Zusammenfassend hat der Forschungsdialog die fachübergreifenden Herausforderungen für Studium und Lehre verdeutlicht und insbesondere gezeigt, dass es nach wie vor an einheitlichen Regelungen und Kriterien fehlt, um die durch und mit KI generierten Leistungen zu bewerten.
Stakeholderinnen und Stakeholder treffen sich zur ersten Konferenz des DUDa-Projekts
Am vergangenen Wochenende (28.–29. November 2025) haben sich die Teilprojekte des DUDa-Projekts in Kassel zur ersten StakeholderInnenkonferenz getroffen. Zu diesem Anlass waren Lehrkräfte aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hessen als Vertreterinnen und Vertreter aus der Schulpraxis eingeladen, um gemeinsam mit den Vertreterinnen und Vertretern der Universitäten aus Kassel, Gießen und Münster daran zu arbeiten, ein Unterrichtsdesign zu entwickeln, mit dem die Datenkompetenz von Schülerinnen und Schülern im Biologie- und Mathematikunterricht in einem interdisziplinären Ansatz gefördert werden kann.
Prof. Dr. Birgit Gemeinholzer leitete die Konferenz mit einer Keynote ein, in der sie den Umgang mit großen und authentischen Daten in der Wissenschaft im Bereich der Botanik thematisierte. Im weiteren Verlauf der Konferenz wurde in verschiedenen Workshopphasen der aktuelle Stand aus den Teilprojekten zunächst aus disziplinärer und anschließend aus interdisziplinärer Perspektive präsentiert und diskutiert. Den Workshop aus dem Teilprojekt Gesundheitsforschung führten Tim Göddenhenrich und Prof. Dr. Benedikt Heuckmann durch. Durch die Perspektive der Lehrkräfte ergaben sich spannende Diskussionen und Impulse für die weitere Planung und Umsetzung des Projekts. Abgerundet wurde die Konferenz durch einen Workshop aus dem Teilprojekt Bildungstechnologie, der den Teilnehmenden spannende Einblicke in den Bereich künstliche Intelligenz in Bezug auf den Einsatz im Unterricht bot und aufzeigte, wie diese technologische Innovation Schülerinnen und Schüler bei ihrem Lernprozess adaptiv unterstützen kann.
Von der ersten Konferenz des DUDa-Projekts wird die positive Einstellung und Euphorie der Stakeholderinnen und Stakeholder gegenüber den Inhalten des Projekts besonders Erinnerung bleiben. Alle Beteiligten freuen sich bereits auf die nächste Konferenz, die im kommenden Jahr in Gießen stattfindet.
Workshop zu digitalem Modellieren im Mathematik- und Biologieunterricht
Am 29. November 2025 führten Dr. Jascha Quarder (Institut für Didaktik der Mathematik und der Informatik) und Simon Blauza (Zentrum für Didaktik der Biologie) einen Workshop zum Thema „Digitales Modellieren im Mathematik- und Biologieunterricht – ein Workshop zu GeoGebra und Scratch“ durch.
Der Workshop richtete sich an Oberstufenschüler*innen aus Münster und Hamm, die im Rahmen des MiLeNa-Basisworkshops zu Gast am Institut für grundlegende und inklusive mathematische Bildung (GIMB) waren. MiLeNa ist ein Programm zur MINT-Lehrkräfte-Nachwuchsförderung und bietet Schüler*innen die Möglichkeit, Einblicke in das Lehramtsstudium sowie in unterrichtspraktische Ansätze zu gewinnen.
Der Workshop bot damit die Gelegenheit, sowohl GeoGebra als auch Scratch kennenzulernen und sich mit verschiedenen Formen des digitalen Modellierens bzw. Simulierens im Mathematik- und Biologieunterricht auseinanderzusetzen.
„Die Stever versorgt mehr als eine Millionen Menschen im Münsterland mit Trinkwasser. Ein intaktes Ökosystem im Fluss ist daher essentiell für die Menschen in der Region. Als Beitrag zur Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) schafft das Projekt ein Verständnis für den Einfluss des Menschen auf das Ökosystem der Stever und ihres Umfeldes, früher wie heute. Es zeigt Gestaltungsmöglichkeiten menschlichen Handelns in Zeiten des Klimawandels auf.“
Darüber hinaus wurden den Studierenden aktuelle wie künftige Möglichkeiten zur aktiven Beteiligung daran aufgezeigt. Denn das Projekt zielt darauf ab, Expertise verschiedener Akteure und Initiativen zu beteiligen und zu vernetzen, um fundierte wie innovative und praktische BNE verzahnt mit modernen digitalen Bildungsangeboten anzubieten.
Bioreaktor-Vortrag im DPG-Workshop „Maker-Technologien im Physikunterricht“
Wie kann ein fachübergreifender Biologie- und Physikunterricht im Kontext von Making Education gestaltet werden? Dieser Frage gingen Prof. Dr. Benedikt Heuckmann (Zentrum für Didaktik der Biologie) und Dr. Alexander Pusch (Institut für Didaktik der Physik) am 14.11.2025 im Rahmen des Workshops „Maker-Technologien im Physikunterricht“ im Physikzentrum Bad Honnef der Deutschen Physikalischen Gesellschaft nach.
Den rund 80 teilnehmenden Lehrkräfte stellten Benedikt Heuckmann und Alexander Pusch dafür zunächst die zunehmende Bedeutung von Bioreaktoren als Zukunftstechnologie moderner Biowissenschaften vor. Mit ihnen können etwa im Schulunterricht unterschiedlich komplexe Wechselwirkung abiotischer und biotischer Faktoren auf Wachstums- und Herstellungsprozesse untersucht werden (z. B. von einfachen Wachstumsprozessen bei Bäckerhefe bis hin zur biotechnologischen Herstellung von Spirulina Algen für Smoothies oder zur Kultivierung von nachhaltigen Düngemitteln aus Pseudomonaden). Für die schulpraktische Umsetzung wurde dafür im Projekt BioR3D ein low-cost Bioreaktor aus dem 3D-Drucker entwickelt. Im Sinne der Making Education – bei dem das „selbst machen“ und eigene Herstellen im Fokus steht – kann der Reaktor von Schüler:innen und Lehrkräften kostengünstig in der Schule selbst nachgebaut werden, wobei Kompetenzen im Bereich 3D-Druck sowie Microcontrolling geschult werden. Für den BioR3D Bioreaktor stehen alle Materialien unter www.physikkommunizieren.de/bioreaktor zum Nachbau zur Verfügung.
Anhand einfacher Experimentierbeispiele stellten Benedikt Heuckmann und Alexander Pusch Einsatzmöglichkeiten für den Schulunterricht vor (vom Regelunterricht bis zur MINT-AG). Der Bioreaktor erfreute sich großer Beliebtheit und die Möglichkeit, die modularen Bestandteile des Bioreaktors dank 3D-Druck Technik und Microcontrolling einfach an die in der Schule verfügbaren Messgeräte (z. B. die eingesetzten pH-Meter) anzupassen, stieß auf großes Interesse.
Lehramtsstudierende vertreten Universität Münster bei den Pilzfestspielen in Wien
Wie lässt sich die faszinierende Welt der Pilze in Bildung und Gesellschaft sichtbar machen? Dieser Frage widmete sich der Citizen Science & Education-Tag im Rahmen der Pilzfestspiele Wien 2025. Mit dabei waren auch zwei Studierende der Universität Münster, Kristin Schlemmer und Friederike Peter. Im Naturhistorischen Museum Wien berichteten sie über ihre Erfahrungen, die sie im Zuge der One Health Teaching Clinic (OHTC) zu mykologischen Lehr-Lernsettings gesammelt hatten.
Im Sommersemester 2025 nahmen die beiden Studierenden im Rahmen ihres Lehramtsmasters am Fortgeschrittenenmodul „One Health Teaching Clinic (OHTC): Forschendes Lernen und Lehren zu One Health“ unter der Leitung von Prof. Dr. Benedikt Heuckmann teil. Innerhalb des One Health-Ansatzes, der die enge Verflechtung der Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt betont, legten sie ihren Schwerpunkt auf den Aspekt der Bodengesundheit. In Zusammenarbeit mit Dr. Wolfgang Hinterdobler, Fungal Biotechnologist und Mitgründer des Unternehmens MyPilz, entwickelten sie eine Unterrichtsintervention mit dem Titel „Nie wieder Pestizide? – Pilze als Nützlinge in der Landwirtschaft am Beispiel Trichoderma“, die sie im Rahmen des SchlauRaum-Festivals Münster mit einer fünften Klasse umsetzten.
Im Mittelpunkt ihres Vortrags in Wien stand die Frage, wie Pilze im Sinne des One Health-Konzepts als Bildungsanlass für Themen wie Nachhaltigkeit, Bodenökologie und Gesundheit genutzt werden können. Begleitet wurden die Studierenden von Jan Heht (studentischer Mitarbeiter in der Didaktik der Biologie). Die Teilnahme erfolgte in enger Zusammenarbeit mit Dr. Wolfgang Hinterdobler sowie Franziska Messenböck, Research Assistant und Koordinatorin der OHTC an der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik (HAUP) Wien, die zugleich Teil des Organisationsteams der Pilzfestspiele war.
Der Austausch in Wien zeigte eindrucksvoll, wie wissenschaftliche Erkenntnisse, kreative Lehrkonzepte und gesellschaftliche Perspektiven zusammenwirken können, um Pilze als Schlüsselorganismen für Nachhaltigkeit und Bildung ins Zentrum zu rücken.
Simon Blauza, Prof. Dr. Kerstin Kremer & Prof. Dr. Benedikt Heuckmann: Das Verständnis Lernender zu Unsicherheit und Ungewissheit mit Computersimulationen diagnostizieren: Auf dem Weg zu Niveaustufen
Symposium „Professionsforschung 360 Grad: Durch wen gelingt Biologieunterricht?“
Sarah Wilken & Prof. Dr. Benedikt Heuckmann: Die Domänenspezifizität von technologiebezogenen Überzeugungen angehender Biologielehrkräfte – Eine empirische Analyse mit ESEM
Einzelvorträge
Philipp Schwegmann & Prof. Dr. Benedikt Heuckmann: Überzeugungen von Biologielehrkräften zu Dimensionen personaler Gesundheitskompetenz im Jugendalter
Marie Neumann & Prof. Dr. Benedikt Heuckmann: Technologiebezogene Enacted Beliefs im Biologieunterricht: Eine methodische Exploration des Plan-Teach-Reflect-Zyklus
Posterpräsentationen
Dr. Miriam Pott, Marie Neumann, Johanna Focks & Prof. Dr. Benedikt Heuckmann: One Health Education in Action – Entwicklung und Durchführung eines Patient-Education-Angebots zur Prävention von Schistosomiasis in Malawi
Prof. Dr. Benedikt Heuckmann & Dr. Alexander Pusch: Biotechnologie im naturwissenschaftlichen Unterricht am Beispiel eines Low-Cost-Bioreaktors aus dem 3D-Drucker mit Microcontrollern
Weitere Formate
Round Table: Prof. Dr. Benedikt Heuckmann beteiligte sich am Roundtable zum Thema „Künstliche Intelligenz – Wunderwerkzeug oder Risikofaktor für die (biologie-)didaktische Bildung & Forschung?!“
Vortrag im Symposium „Biologiedidaktik inklusiv: Ansätze, Projekte und Perspektiven“: Gemeinsam mit Kolleg:innen aus Köln und Bielefeld präsentierten Sarah Wilken, Marie Neumann und Prof. Dr. Benedikt Heuckmann Ergebnisse aus dem Projekt BInQ-Bio zu Effekten inklusiver OER-Module auf Wissen und Selbstwirksamkeit angehender Lehrkräfte.
Vortrag im Symposium „Nachhaltigkeitsorientierte Lehrkräftebildung: Ansätze, Konzepte und Visionen“: Gemeinsam mit Kolleg:innen aus Gießen und Wien präsentierte Prof. Dr. Benedikt Heuckmann Ergebnisse einer Positionsbestimmung mit einer globalen Expert:innengemeinschaft zu One Health-BNE für den Biologieunterricht
Forum „Wissenschaft & Schule“: Beteiligung von Prof. Dr. Benedikt Heuckmann bei der Organisation und Durchfühung
Ausblick
Das ZDB blickt auf eine intensive, erkenntnisreiche und erstklassig organisierte Tagung zurück und freut sich bereits auf die nächste FDdB-Tagung 2027, die gemeinsam mit der GDCP an der Universität Duisburg-Essen stattfinden wird.
One Health in Action – Angebote des ZDB beim SchlauRaum 2025
Vom 05. – 11.07. nahmen Forschende und Studierende des Zentrums für Didaktik der Biologie am SchlauRaum Wissenschaftsfestival 2025 teil. Das diesjährige Motto „Wieso? Weshalb? Gesund?“ widmete sich dem übergeordneten Thema der Gesundheit – und das ZDB leistete im Rahmen seiner Arbeit rund um die One Health Teaching Clinic (OHTC) spannende Beiträge.
Am Eröffnungswochenende gestalteten Studierende der One Health Teaching Clinic gemeinsam mit Wissenschaftler:innen der One Health Platform einen Pavillon auf der Stubengasse. Unter dem Titel „One Health – Die eine Gesundheit von Mensch, Tier, und Umwelt“ stellte zunächst Prof. Dr. Stefan Ludwig, Sprecher der One Health Platform, die Initiative und aktuelle One Health Beispiele auf der Hauptbühne des Open-Air Hörsaals vor. Studierende des ZDB präsentierten den SchlauRaum-Gästen parallel von 10 bis 16 Uhr ihre Forschungsarbeiten aus der OHTC, die sich motivierenden Fragen wie „Wie gefährlich ist der Verzehr von Cookie Dough und rohem Keksteig?“, „Nachhaltige Lebensmittelproduktion – Ist Rindfleisch besser als sein Ruf?“ oder „Pandemie in Globalia“ und „Wie die Gesundheit eines Oppossums in Panama mit meiner Gesundheit in Münster zusammenhängt“? widmeten. Bei intensiven Diskussionen und interessierten Nachfragen erhielten Jung und Alt Einblicke in One Health und lernten deren Bedeutung angesichts einer Bildung für nachhaltige Entwicklung kennen.
Am Montag, 07.07. besuchten knapp 120 Schülerinnen und Schüler lokaler und regionaler Schulen die Universität Münster und nahmen am Angebot „Gesund vernetzt - One Health in Action“ des ZDB teil. An vier Wissensorten lernten Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 – 9 One Health Themen kennen, die sich den Themenfeldern „Biodiversitätsverlust“, „Bodengesundheit“, „Mobile Labore“ sowie „Metabolische Umweltdisruptoren“ widmeten. Hierbei wurden in interaktiven Hands-On Formaten Experimente, Escape Games und Lernspiele durchgeführt und Einblicke in aktuelle One Health Forschung gegeben, die die Studierenden im Verlauf der Sommersemesters 2025 gemeinsam mit Forschenden aus Deutschland und Österreich erarbeitet haben.
„Der SchlauRaum 2025 hat uns gezeigt, dass das Thema „One Health“ auf großes Interesse in allen Altersgruppen trifft. Gleichzeitig besteht aber noch viel Aufklärungsbedarf über das Zusammenwirkungen der Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt und der Stellenwert, der diesem Zusammenspiel zukünftig zuteil wird“, kommentierte Prof. Dr. Benedikt Heuckmann, Leiter der OHTC Münster, die Bestrebungen während des Wissenschaftsfestivals.
Wir bedanken uns beim Gymnasium Paulinum Münster, Annette-Gymnasium Münster, Geschwister-Scholl-Gymnasium, Lohburg Gymnasium Johanneum, Ostbevern für die Teilnahme am SchlauRaum Angebot.
Mitwirkende Studierende und Lehrende: Sebastian Sprengel, Marina Orth, Jan Heht, Nicolas Farges, Jasmin Jabbes, Cem Baykan, Susana Del Rio, Franziska Messenböck, Cathrin Nauhauser, Friederike Rechtien, Luis Wilper, Dr. Friederike Janssen, Prof. Dr. Stefan Ludwig, Dr. Ulrich Hobusch, Prof. Dr. Benedikt Heuckmann, Johannes Ponge, Felix Friedrich, Viktoria Herbolt, Lea Dinsing, Jasmin Kaiser, Kristin Schlemmer, Doreen Albers, Michelle Albrecht, Nele Franke, Leonie Hagemann, Friederike Peter, Maria Ratzlaff, Gesa Tenger
Am 6. Juni 2025 fand der fünfte GLOHRA Day in Berlin statt – dem jährlichen Symposium der German Alliance for Global Health Research. Ziel der Veranstaltung ist der interdisziplinäre Austausch zu aktuellen Themen der globalen Gesundheitsforschung.
In der Postersession stellte Johanna Focks Ergebnisse aus dem EDUROL-Projekt vor. Das Poster „Global Health in Action – Development of a Patient Education Program for Prevention of Schistosomiasis in Malawi“ thematisierte die Entwicklung eines patientenorientierten Bildungsprogramms zur Prävention von Schistosomiasis. Mithilfe eines modifizierten Prototype-Willingness-Modells wurde untersucht, welche psychosozialen Faktoren die Inanspruchnahme diagnostischer Angebote in der malawischen Bevölkerung beeinflussen. Darüber hinaus stelle Johanna Focks die Bildungsangebote vor, die im Rahmen des EDUROL Projekts vom Münsteraner Team (Marie Neumann, Dr. Carolin Christmann, Sebastian Linnartz, Zoe Venegas, Johanna Focks, Prof. Dr. Benedikt Heuckmann) zusammen mit den medizinischen Kooperationspartnern und lokalen Akteuren in Zomba, Mangochi und Manchinga entwickelt und implementiert wurden. Neben Angeboten der Patientenedukation zum Verständnis einer Infektion mit S. haematobium umfasst dies auch interaktive Lernangebote für Schulen in Malawi.
Highlights des GLOHRA Days 2025 waren unter anderem vielfältige Roundtables, intensiver und interdisziplinärer Austausch und die Keynote von Prof. Ntobeko Ntusi (SAMRC) zum Wandel globaler Gesundheitsforschung. Erstmals wurde zudem der GLOHRA Prize für herausragende Projekte verliehen.
Am 19.05.2025 haben sich die Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen Teilprojekte der Universität Kassel, der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Universität Münster am Standort Kassel zum Kick-Off-Projekttag getroffen, um sich gegenseitig kennenzulernen und erste inhaltliche Ideen zum Projekt DUDa (Digitale, adaptive Unterstützung generischer und fachbezogener Datenkompetenz) untereinander auszutauschen. Das ZDB wurde dabei durch Prof. Dr. Benedikt Heuckmann und Tim Göddenhenrich vertreten. Im Rahmen des Projekts DUDa wird ein innovativer, interdisziplinärer Ansatz zur Förderung von Data Literacy bei Schülerinnen und Schülern erforscht, indem neben fachbezogenen biologischen Perspektiven (Biodiversitäts- & Gesundheitsforschung) auch mathematikdidaktische und wirtschaftsinformatische Perspektiven berücksichtigt werden. Außerdem beschäftigt sich das Projekt mit der Fragestellung, inwiefern KI-Tools Schülerinnen und Schüler im Umgang mit großen (un-)strukturierten Datensätzen (Big Data) unterstützen können.
Nachdem alle Teilprojekte ihre ersten Visionen zum Projekt und dessen Umsetzung vorgestellt haben, wurden die neuen Impulse eifrig debattiert, um ein gemeinsames Verständnis von Data Literacy im Schulkontext zu entwickeln und sich auf ein erstes gemeinsames Vorgehen zu einigen. Nach einem intensiven Projekttag an der Universität Kassel, der seinen Abschluss mit einem Gruppenfoto und einem gemeinsamen Abendessen gefunden hat, blicken alle Teilnehmenden den nächsten gemeinsamen Projektjahren freudig und optimistisch entgegen.
Erfolgreiche Fachtagung „Computersimulationen in der MINT-Bildung“
Am 16. und 17. Mai 2025 versammelten sich auf dem Schlossplatz und in der Orangerie des Botanischen Gartens der Universität Münster fast 80 Expertinnen und Experten aus MINT-Bildungsforschung und MINT-Unterrichtspraxis zur Fachtagung „Computersimulationen in der MINT-Bildung“. Die Fachtagung, die in dieser Form erstmals stattfand, wurde im Rahmen des BMBF-Verbundprojekts „Komplexe MINT-Themen verstehen: Mit Simulationen Kompetenzen für das 21. Jahrhundert fördern“ (siMINT) organisiert. Die Teilnehmenden reisten aus 27 Standorten in Deutschland, Österreich und der Schweiz an und nutzten bei strahlendem Sonnenschein die inspirierende Atmosphäre für einen intensiven fachlichen Austausch.
Prof. Dr. Benedikt Heuckmann, Gesamtprojektleiter von siMINT und örtlicher Tagungsleiter, hob in seiner Begrüßung die wachsende Bedeutung von Computersimulationen hervor: „Simulationen eröffnen uns nicht nur schnelle, kostengünstige Zugänge zu komplexen Fragestellungen – vom Klimawandel bis hin zu biomedizinischen Prozessen wie Pandemien. Sie tragen neben Theorie und Experiment auch zunehmend Gewinnung neuer Erkenntnisse bei und helfen, Forschungsergebnisse verständlich für die breite Öffentlichkeit aufzubereiten“. Prof. Dr. Ulrike Weyland, Prorektorin für Studium und Lehre der Universität Münster, unterstrich in ihrem Grußwort die Bedeutung des interdisziplinären und ko-konstruktiven Austausches für die MINT-Bildung, der sich auch in den intensiven Diskussionen während der Fachtagung zeigte.
Keynotes mit Zukunftsperspektiven
Die Fachtagung rahmten zwei Keynote-Vorträge. Prof. Dr. Lisa Stinken-Rösner (Universität Bielefeld) und Prof. Dr. Salome Flegr(TU Dresden) fragten in „Simulationen in der MINT-Bildung– Innovation oder Auslaufmodell?“ nach den empirischen Befundlagen und Entwicklungen der letzten Jahrzehnte und zeichneten mögliche nächste Schritte nach, die sich etwa durch technologische Entwicklungen wie Augmented und Virtual Reality für den zukünftigen Einsatz von Simulationsumgebungen im Schulunterricht ergeben. Am zweiten Tag erörterte Prof. Dr. Axel Gelfert (TU Berlin) in seiner Keynote „Computersimulation und Modellierung als Erkenntnisinstrument und Modell für wissenschaftliche Praxis“ eine wissenschaftsphilosophische Perspektive auf Simulationen und betonte auch angesichts zunehmender Wissenschaftsfeindlichkeit die bedeutende Rolle von Simulationen in der MINT-Bildung, um das Verständnis für Wissenschaft zu fördern.
Praxissessions und Diskussionsrunden
In sieben Round-Table-Sessions mit über 30 Einzelbeiträgen diskutierten die Teilnehmenden ein breites Spektrum von Forschungsthemen und Anwendungsbeispielen:
System Thinking und Fachwissen
Simulieren, Modellieren und Experimentieren zur Erkenntnisgewinnung
Computational Thinking und Problemlösen
Kompetenzorientierung mit Simulationen
Hürden bei der Implementierung von Simulationen an Schulen und Hochschulen
Förderung des Wissenschaftsverständnisses durch Simulationen
Im abschließenden Podiumsgespräch betonten Lehrkräfte sowie Forschende gleichermaßen ihre Verantwortung, Schülerinnen und Schüler, Studierende und (angehende) Lehrkräfte dazu zu befähigen, Simulationen in der MINT-Bildung kritisch-konstruktiv als Erkenntniswerkzeug zu nutzen.
Die Teilnehmenden und Organisator:innen zeigten sich zufrieden mit der Tagung und schnell war eine zweite Auflage im Gespräch. Das Ziel der Fachtagung, zur Vernetzung zwischen MINT-Unterrichtspraxis und fachdidaktischer MINT-Forschung beizutragen, wurde vollständig erreicht.
Digitaler Biologieunterricht: Workshop zum blockbasierten Programmieren mit Scratch
Wie lassen sich biologische Inhalte mit digitalen Werkzeugen anschaulich und interaktiv vermitteln? Dieser Frage widmete sich ein Workshop im Rahmen des Fortgeschrittenenmoduls „Mit Simulationen digital Biologie unterrichten?“, der unter der Leitung von Kevin Kärcher (Pädagogische Hochschule Ludwigsburg) am 16.05.2025 stattfand.
Im Zentrum stand die blockbasierte Programmiersprache Scratch. Die teilnehmenden Lehramtsstudierenden erhielten eine praxisorientierte Einführung in zentrale Konzepte der digitalen Bildung (ICT Literacy und Computational Thinking) sowie zu grundlegenden informatischen Begriffen.
Ein besonderer Schwerpunkt des Workshops lag auf der Erstellung eigener Computersimulationen: Die Teilnehmenden entwickelten individuelle Scratch-Simulationen zur Diffusion und reflektierten im Anschluss deren Potenziale für den unterrichtlichen Einsatz.
Das Modul ist Teil des Projekts BIOSIMPLEX, das von der Joachim Herz Stiftung gefördert wird und unter der Leitung von Simon Blauza in Kooperation mit Prof. Dr. Benedikt Heuckmann und Prof. Dr. Erich Bornberg-Bauer entwickelt wurde. Ziel des Projektes ist es, die Verbindung zwischen aktueller biowissenschaftlicher Forschung und der Lehramtsausbildung durch den Einsatz von Computersimulationen herzustellen.
Vom 1. bis 4. Mai 2025 fand der 115. MNU-Bundeskongress an der Ruhr-Universität Bochum statt. Der MNU – Verband zur Förderung des MINT-Unterrichts – bringt jährlich Lehrkräfte, Fachdidaktiker:innen und Bildungsakteur:innen zusammen, um aktuelle Themen des naturwissenschaftlichen Unterrichts zu diskutieren.
Auch das ZDB war vertreten: Isa Marie Korfmacher bot einen Workshop zum Thema „Was die Wissenschaft einmal sagt, gilt für immer?! – Ungewissheit als wichtigen Aspekt von Nature of Science vermitteln“ an. Der Workshop richtete sich an Biologielehrkräfte und zeigte anhand von Unterrichtsmaterial zu den Themen Evolution und Angepasstheit von Lebewesen, wie verschiedene Formen wissenschaftlicher Ungewissheit im Biologieunterricht thematisiert werden können.
Ebenfalls vertreten waren Arpi Khachatryan und Jutta Lumer, die in einem Vortrag „Sprachliche Schwierigkeiten von Schüler:innen in Biologieklausuren“ thematisierten. Vorgestellt wurden zentrale Ergebnisse einer kriteriengeleiteten Analyse im Hinblick auf die sprachliche Darstellungsleistung von Textprodukten aus dem Biologieunterricht der Oberstufe. Die aufgezeigten Schwierigkeiten weisen wie auch gelungene, bildungssprachlich ausgefeilte Passagen wertvolle Anknüpfungspunkte für gezielte, unterrichtliche Maßnahmen auf. So konnten einige Impulse für einen schreib- und sprachbewussten Biologieunterricht mit den Zuhörer:innen diskutiert werden.
Der Kongress bot insgesamt vielfältige Einblicke, neue Impulse für die Unterrichtsgestaltung und eine willkommene Gelegenheit zum Austausch mit engagierten Lehrkräften und Fachkolleg:innen.
Das Zentrum für Didaktik der Biologie freut sich, Tim Göddenhenrich als neuen wissenschaftlichen Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Benedikt Heuckmann begrüßen zu dürfen. Tim Göddenhenrich, der vor kurzem sein zweites Staatsexamen erfolgreich bestanden hat, ist im Rahmen des BMBF-Forschungsprojekts „Digitale, adaptive Unterstützung generischer und fachbezogener Datenkompetenz“ (DUDa) tätig. Insgesamt teilt sich das Projekt DUDa drei verschiedene Teilprojekte mit verschiedenen Schwerpunkten an den Standorten Kassel, Gießen und Münster: Teilprojekt generische Datenkompetenz (Kassel), Teilprojekt fachbezogene Datenkompetenz - Biodiversität (Gießen), Teilprojekt fachbezogene Datenkompetenz - Gesundheitsforschung (Münster). Tim Göddenhenrich forscht, unter der Leitung von Prof. Dr. Benedikt Heuckmann, im Kontext der Gesundheitsforschung zur Förderung von Data Literacy von Schülerinnen und Schülern mit Hilfe von KI-gestützten Bildungstechnologien, das die Lernenden adaptiv unterstützt. Als Data Literacy bezeichnet man die Fähigkeit, große (un-)strukturierten Datensätze (Big Data) zu nutzen, um Fragestellungen zu generieren und diese reflektiert beantworten zu können. Diese Fähigkeit ist elementar, um den Lernenden die Teilhabe an einer zunehmend digitalisierten Welt zu ermöglichen, in der ein kompetenter Umgang mit Daten zunehmend zur Schlüsselkompetenz gehört. Um die gesetzten Ziele zu erreichen, arbeiten Stakeholder aus der Wissenschaft und der Schulpraxis ko-konstruktiv im Projekt zusammen.
Prof. Dr. Benedikt Heuckmann erhält „Ars legendi-Fakultätenpreis“
Prof. Dr. Benedikt Heuckmann vom Zentrum für Didaktik der Biologie der Universität Münster hat den mit 5000 Euro dotierten „Ars legendi-Fakultätenpreis Mathematik und Naturwissenschaften 2025“ in der Kategorie Biologie erhalten. Die Jury hob vor allem seine gelungene Vernetzung von Fachwissenschaft und Didaktik sowie die umfassende Digitalisierung seines Angebots für Lehramtsstudierende hervor.
Gute universitäre Lehre im Lehramtsstudium ist für Benedikt Heuckmann eng an den aktuellen Erkenntnissen der fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Forschung orientiert. Die Konzentration auf die Themen „Gesundheit“ und „Digitalisierung“ ermöglicht ihm die Anbindung traditioneller biologischer Unterrichtsthemen wie Ökosysteme, Krankheiten und Evolution an moderne Forschungsansätze der Biowissenschaften sowie an aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen und Querschnittsthemen der Lehrkräftebildung, darunter Inklusion, Diversität und künstliche Intelligenz (KI). Seine Lehrveranstaltungen bereitet er sowohl digital als auch in Präsenz methodisch vielfältig auf: Er integriert das fachspezifische Lernen und Lehren mit digitalen Werkzeugen, Blended-Learning-Ansätze, bei dem Präsenzveranstaltungen mit E-Learning kombiniert werden, und Online-Assessments.
Zwei Beispiele, die die Jury besonders überzeugt haben:
Lehr-Lern-Labor: Humanbiologie mit digitalen Tools unterrichten
Lehr-Lern-Labore sind außerschulische Lernorte, die es Lehramtsstudierenden ermöglichen, Schülerinnen und Schüler beim naturwissenschaftlichen Arbeiten zu begleiten und dabei praxisnahe Lehrerfahrungen zu sammeln. Benedikt Heuckmann und sein Team haben dieses Instrument in Hinblick auf die Digitalisierung weiterentwickelt und um „Fachwissenschafts-Fachdidaktik-Tandems“ ergänzt. Dabei erarbeiten die Studierenden in fachwissenschaftlichen Laboren des Instituts für integrative Zellbiologie und Physiologie mit Experimenten zunächst die fachlichen Grundlagen zur Anatomie und Physiologie des menschlichen Körpers, lernen parallel die fachdidaktischen Grundlagen des Einsatzes digitaler Medien kennen und planen auf dieser Basis ein eigenes Lehr-Lern-Labor-Szenario. Die Studierenden führen schließlich mit regionalen Schulklassen einen Praxistag an der Universität Münster durch. Dabei werden Sie mit 360-Grad-Kameras gefilmt und durch die Nachbesprechung der Praxiseinheit in ihrer Professionalisierung unterstützt.
One Health Teaching Clinic (OHTC): Forschendes Lernen zu „One Health“
Dieses Format vermittelt das Konzept „One Health“, also den Ansatz, dass die Gesundheit von Menschen, Tieren und Umwelt untrennbar miteinander verbunden ist. In der OHTC arbeiten die Studierenden eng mit One-Health-Forschern aus der ganzen Welt zusammen. Sie fungieren als sogenannte Change Agents, nutzen vielfältige digitale Kommunikationsplattformen und transferieren – begleitet durch fachdidaktische Seminarelemente – aktuelle One-Health-Forschung in die Schulpraxis. Die OHTC Münster ist eingebunden in ein „One Health Teaching Clinic Netzwerk“ in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Damit trägt das Lehrformat auch zum internationalen Austausch unter den Studierenden bei.
Der „Ars legendi-Fakultätenpreis Mathematik und Naturwissenschaften“
Der Preis zeichnet herausragende, innovative und beispielgebende Leistungen in der Hochschullehre aus. Er wird jährlich gemeinsam vom Stifterverband, dem Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland, der Gesellschaft Deutscher Chemiker, der Deutschen Mathematiker-Vereinigung und der Deutschen Physikalischen Gesellschaft in den Kategorien Biologie, Chemie, Mathematik und Physik vergeben.
Vom 21. bis 26. März 2025 fand in National Harbor, Maryland (USA) die 98. NARST Annual International Conference statt. Auch Mitarbeitende des Zentrums für Didaktik der Biologie (ZDB) waren mit vielfältigen Beiträgen vertreten und präsentierten aktuelle Forschungsergebnisse zu zentralen Themen der naturwissenschaftlichen Bildung.
Unsicherheit und Ungewissheit in der naturwissenschaftlichen Bildung
Simon Blauza, Prof. Dr. Kerstin Kremer (Justus-Liebig-Universität Gießen) und Prof. Dr. Benedikt Heuckmann stellten in ihrem Vortrag „Towards an Integrative Framework on Uncertainty in Science Teaching“ ein aus einer Delphi-Studie entwickeltes, integriertes Framework vor. Es bietet eine strukturierte Übersicht über verschiedene Typen von Unsicherheit bzw. Ungewissheit (UU) und über die Kompetenzen, die für einen reflektierten Umgang damit im naturwissenschaftlichen Unterricht erforderlich sind.
Im Vortrag „Dealing with Uncertainty in Science Education: A Systematic Review“ präsentierten Isa Marie Korfmacher, Dr. Christiane Konnemann und Prof. Dr. Marcus Hammann die Ergebnisse eines systematischen Reviews. Die Analyse widmet sich der Frage, wie unterschiedliche Formen von UU mit naturwissenschaftlichen Bildungszielen und konkreten Umgangsstrategien verknüpft sind.
Beide Autor*innenteams brachten sich außerdem mit Posterbeiträgen (Blauza et al.: Integrating Perspectives on (Navigating) Uncertainty in STEM education: A Delphi Study; Korfmacher et al.: Educational Implications for Dealing with (Consensus) Uncertainty in Science Education: Insights from a Systematic Review) in das internationale Symposium „Uncertainty in Science Education: Shaping a Research Agenda for an Emerging Field“ ein. Dieses wurde von Prof. Dr. Marcus Kubsch (FU Berlin) organisiert und widmete sich der wachsenden Relevanz von Unsicherheit als Thema in Forschung und Bildungspraxis.
Digitale Überzeugungen angehender Lehrkräfte
Sarah Wilken und Prof. Dr. Benedikt Heuckmann stellten unter dem Titel „Exploring Preservice Biology Teachers’ Technology-Related Beliefs: A Network Analysis“ eine Netzwerkanalyse vor, die zeigt: Lehramtsstudierende im Fach Biologie haben vielfältige, eng miteinander verknüpfte Überzeugungen zur Rolle digitaler Technologien im Unterricht. Diese Überzeugungen sind sowohl fachspezifisch als auch überfachlich geprägt – ein Befund, der wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der Lehrkräftebildung liefert.
One Health und Scientific Literacy
Einen weiteren wichtigen Akzent setzte der Vortrag „Bringing Together Global Experts’ Insights on One Health Education to Enhance Scientific Literacy“, den Prof. Dr. Benedikt Heuckmann gemeinsam mit Sascha Johann (Justus-Liebig-Universität Gießen), Dr. Ulrich Hobusch (Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik Wien) und Prof. Dr. Kerstin Kremer vorstellte. Im Mittelpunkt standen Forschungsergebnisse zur „One Health“-Bildung, die verdeutlichen: Um diesen Bildungsansatz wirksam in der Gesellschaft zu verankern, braucht es über bestehende Kompetenzrahmen hinaus auch kognitive, soziale und handlungsbezogene Kompetenzen.
26. Frühjahrsschule (FJS) der Fachsektion Didaktik der Biologie (FDdB) im VBIO an der Humboldt-Universität zu Berlin
Vom 4. bis zum 7. März 2025 fand an der Humboldt-Universität zu Berlin die 26. Frühjahrsschule (FJS) der Fachsektion Didaktik der Biologie (FDdB) im VBIO statt. Das Zentrum für Didaktik der Biologie (ZDB) wurde in diesem Jahr von der Doktorandin Marie Neumann vertreten, die ihr Promotionsvorhaben in Form eines Posters präsentierte. Unter dem Titel „Vom RCM zu stated und enacted beliefs: Stellenwert und Rolle technologiebezogener Überzeugungen für das Lehrkräftehandeln“ gab sie erste Einblicke in ihre explorative Fallstudie. Darin untersucht sie mithilfe von Artefakten des plan-teach-reflect-Zyklus des Refined Consensus Models, wie der Durchführung und Analyse von Unterrichtsvideos und stimulated recalls, sowohl implizite als auch zentrale technologiebezogene Überzeugungen angehender Lehrkräfte.
Neben anregenden Diskussionen an den Postern und nach den Vorträgen der Promovierenden erweiterten Workshops zu wissenschaftlichen Methoden und Tools das Programm. Einen weiteren Höhepunkt bildete die Keynote von Prof. Dr. Martin Lercher (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) zum Thema „Night Science“, die den Austausch und die Vernetzung unter den Teilnehmenden zusätzlich förderte.
Simon Blauza präsentierte gemeinsam mit Prof. Dr. Kerstin Kremer (Justus-Liebig-Universität Gießen) und Prof. Dr. Benedikt Heuckmann den Beitrag Umgang mit Unsicherheit und Ungewissheit als Teil von Erkenntnisgewinnung: Untersuchungen zu Kompetenzniveaus in der Teilkompetenz „Unsicherheit und Ungewissheit verstehen“. Die Studie im BMBF-Projekt siMINT untersuchte, wie Schüler:innen und Studierende Unsicherheiten und Ungewissheiten in naturwissenschaftlichen Computersimulationen wahrnehmen und verstehen. Darüber hinaus wurden Ansätze zur Modellierung der Kompetenz Unsicherheit und Ungewissheit verstehen vorgestellt.
Im Rahmen des Roundtables Nature of Science und Ungewissheit im Kontext von Erkenntnisgewinnungskompetenz diskutierten die Teilnehmenden unter der Leitung von Prof. Dr. Dirk Krüger (Freie Universität Berlin) aktuelle Forschungsergebnisse sowie praxisnahe Ansätze für den naturwissenschaftlichen Unterricht.
Die Tagung bot eine wertvolle Plattform für den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis und unterstrich die Bedeutung der Thematisierung von Unsicherheit und Ungewissheit im naturwissenschaftlichen Unterricht.
Vom 03.02.2025 bis zum 05.02.2025 ist bereits zum zweiten Mal erfolgreich ein MINT-EC Camp am Zentrum für Didaktik der Biologie durchgeführt worden. In Kooperation mit Frau Dr. Reinhart und haben unter der Leitung von Sarah Wilken, Marie Neumann und Benedikt Heuckmann 20 Schülerinnen und Schüler aus dem Münsterland die Universität besucht- In den drei Tagen haben sie digital aufbereitete Inhalte zum kardiovaskulären und respiratorischen System erarbeitet, einen digital gestützten Erste-Hilfe-Kurs gemacht und in einer Laborführung Einblicke in naturwissenschaftliche Forschung bekommen. An der Durchführung sind die Studierenden des FGM „Lehr-Lern-Labor: Humanbiologie digital unterrichten“ beteiligt gewesen, die im Laufe des Semesters Lehr-Lern-Einheiten mit Apps wie dem Atas der Humananatomie aus dem Projekt KoLeHu oder digitalen Messgeräten aus dem Projekt EER-LLL vorbereitet haben.
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