Mein Leben in der Karibik

Ich bin nun bereits fünf Wochen im Paradies, wie die meisten es hier bezeichnen. Ich habe mich unglaublich gut eingelebt. Ich wohne in einem Haus am Strand mit einem fantastischen Ausblick auf eine tolle Bucht. Ich habe auch das Glück, dass es noch nicht kalt wurde und ich noch nicht einmal etwas Warmes anziehen musste.

wallpaperDie Menschen hier auf dieser Insel erscheinen mir sehr freundlich und offen. Sie sind stets bereit, einander in jeder Lage so gut sie können zu helfen . Den Eindruck bekomme ich dadurch, dass ich jeden Tag  gefragt werde wie es mir geht und wenn ich Fragen habe, wie ich beispielsweise zur Immigration komme, oder eine Fahrgelegenheit ins Valley (Hauptstadt) brauche.  Alle lachen und winken freundlich und scheinen immer gut gelaunt zu sein.  Natürlich darf auch das Leben zwischen der Arbeit und dem Alltag nicht zu kurz kommen. Ich wohne in Sandy Ground, einem typisch karibischen Dorf und einer langen Straße zwischen Salt Pond und Meer. Das spärliche Nachtleben der Insel findet hier statt, mit vielen kleinen Strandbars und Restaurants, Life-Musik und Sportveranstaltungen, die auf einer riesigen Leinwand übertragen werden. Es lohnt sich also immer, auszugehen und ein oder auch zwei Rumpunches zu trinken.

1383776_10202202946825269_1528472028_nAber wie oben schon erwähnt, findet auch hier Arbeit und Alltag statt. In einer Straße zu wohnen, in der so viele Bars sind, hat auch für mich Nachteile. Es ist sehr laut und das die ganze Nacht, von Montag- Sonntag.  Der Parkplatz ist neben dem Haus, somit hört man nicht nur die karibische Musik und die sehr lauten Bässe, sondern auch die Menschen. Das macht es einem manchmal schwer, morgens aufzustehen.  Aber ich will mich nicht beschweren.

In meiner Freizeit gehe ich natürlich oft an den Strand und genieße die heilige Zeit                    -Lunchtime- . Ich genieße hier also zwischen der Arbeit das Leben so gut ich es kann.

Ich möchte aber auch  die Unterschiede zu Deutschland herausstellen, denn die finde ich teilweise beachtlich. Ich unterhalte mich viel mit den Menschen, die hier geboren sind, aber lieber noch mit denen, die zugezogen sind. Bei Ihnen habe ich den Eindruck, man könnte offener über die Kultur sprechen.  Aber nun zu den Dingen die hier „anders“ sind.

In Anguilla

…gilt der Linksverkehr und es werden keine Alkoholkontrollen nachts vorgenommen, was natürlich dazu verleitet, nicht immer die 0,0 Promille einzuhalten. Marihuana ist illegal, wird aber als „Herb“ oder Heilkraut bezeichnet.

… sind die meisten Menschen sehr religiös und es gibt sehr viele verschiedene Konfessionen. Sie gehen hier zu jeder Tageszeit in eine Messe, was deutlich an den Parkplätzen vor den Kirchen erkennbar ist.  Durch Freunde meiner Mentorin erfuhr ich, dass wenn man in der Frühe nicht in der Kirche war, sollte man auf jeden Fall nach der Arbeit die Spätmesse besuchen. Die Religion ist für die Anguillaner ein sehr wichtiger Bestandteil des Lebens. Bei meiner Anreise wurde mir direkt gesagt, dass ich aus Respekt vor den Einheimischen nicht sagen sollte, dass ich Atheistin bin. Von meiner Mentorin und  ihren zwei Kindern, die hier aufgewachsen sind, habe ich erfahren, dass die Kirche und der Glaube auch der Grund ist, warum die menschliche Evolution in der Schule nicht unterrichtet wird. Sowohl im Tier- als auch im Pflanzenreich wird die Evolution unterrichtet, aber der Mensch stammt von Adam und Eva ab. Ebenso wird wohl auch die Sexualerziehung in der Schule praktiziert.  Es werden während des Unterrichts nur Bilder gezeigt , auf denen die Geschlechtsorgane mit schwarzen Balken überdeckt werden und Sex sollte nur aus Liebe und in der Ehe praktiziert werden.

… ist die Schule anders.  Alle Schüler müssen hier Schuluniformen tragen. Diese sind in den Farben von Schule zu Schule unterschiedlich.  Aber der für mich deutlichste Unterschied zur deutschen Schule ist,  dass die Kinder in der Schule körperlich bestraft werden dürfen.

…wird auf Umweltschutz, Mülltrennung und Recycling kein Wert gelegt. Aus Deutschland kommend ist diese Gleichgültigkeit ein Schock.  Egal was für ein Müll – Glas, Dosen, Biomüll oder Plastik – es wird alles zusammen in eine Tonne geschmissen und auf der Müllverbrennungsanlage verbrannt. Leider sieht man auch immer wieder Müll am Wegrand.

…gibt es eine sehr hohe Aidsrate.  Auch dies berichtete mir meine Mentorin und wies mich zugleich darauf hin, dass hier die Erziehung zur Benutzung von Kondomen erst kürzlich intensiviert wurde.  Bisher wurde die Sexualerziehung und die Aufklärung über solche Themen in der Schule vernachlässigt.  Sex allgemein ist hier ein sehr verschwiegenes Thema.  Aus früheren Gesprächen meiner Mentorin mit anderen Eltern ging hervor,  dass die Kommunikation zwischen Eltern und Kindern zu diesem Thema eher spärlich ist. Es besteht die Meinung, dies wäre ein „Freischein“ zu unehelichem Sex. Nun sind aber viele Jugendliche nicht davon abzuhalten. Selbst während des Lunchs in der Schule,  der 1:10 h dauert, vergnügen sich wohl die Schüler unter der Sporttribüne. Von befreundeten Lehrern erfuhr ich, dass Jugendschwangerschaften hier keine Seltenheiten sind. Ein Lehrer erzählte mir, dass ein ganzer Wald abgeholzt wurde, damit den Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit genommen wird sich dort zu treffen.

…haben sie einen sehr starken karibischen Dialekt, der mit Englischkenntnissen aus der Schule nur schwer zu verstehen ist.  Das Englisch hier zu verstehen, ist eine echte Herausforderung. Es wird jedoch von Tag zu Tag besser mit dem Verstehen.

… Neben 34 wunderschönen Stränden, gibt es hier einen der Top 10  Strände der Welt.wrack

… ist das Wasser so klar, dass man, sogar wenn man bis zum Hals im Wasser steht, seine Füße noch sehen kann.

… sind die Menschen so freundlich, relaxed und offen wie ich es noch nie erlebt habe.

… sind hier unglaublich viele wohlhabende Touristen anzutreffen.  Tourismus ist die Industrie Nr. 1 in Anguilla. Am Sonntag habe ich die Produzentin von Highlander kennen lernen dürfen, die zugleich noch die Patentochter von Sean Connery ist.

… ist das Wetter, selbst wenn es regnet, noch traumhaft.

…gibt es die schönsten Sonnenuntergänge, die ich je gesehen habe.

Dies ist einer der traumhaften Sonnenuntergänge
Dies ist einer der traumhaften Sonnenuntergänge

… gibt es sehr viele Kokusnusspalmen und ich habe noch nicht eine Kokusnuss gegessen. =)

… gibt es so viel leckeren frischen Fisch, der vom Meer direkt auf dem Teller landet.

… gibt es Moskitos, die es lieben mich zu stechen. Für kurze Zeit sah ich aus, als hätte ich die Windpocken.

… gibt es unglaublich schöne Riffe, an denen man sehr viele bunte und vielfältige Fische sowie andere Meeresbewohner sehen kann.

 

Dies sind die ersten Eindrücke, die ich von dieser Insel gesammelt habe. Bis jetzt komme ich mit Mensch und Land sehr gut zurecht und bin sehr froh diese Insel ausgesucht zu haben.

2 Gedanken zu „Mein Leben in der Karibik

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