• 1 Der Name der Stadt

    1659, 1818, 1939: Christianstadt.
    1945: Krystkowice. – 1948: Krzystkowice.

  • 2 Die Lage der Stadt in der Landschaft

    a Naturräumliche Lage

    Im Tal des Bober (Bóbr) auf Sandgrund. Höhe: 75 m.

    b Verkehrslage

    An einer Brücke am Bober (Bóbr), die über die Str. von Naumburg/B. (Nowogród Bobrzański) nach Sommerfeld (Lubsko) und Crossen (Krosno Odrzańskie) führt. Die Brücke 1931 erneuert. 1896 wurde C. an die Eisenbahnlinie von Sorau (Żary) nach Grünberg (Zielona Góra) angeschlossen.
    Der Bhf. wurde 1989 in Nowogród Osiedle umbenannt. Heute liegt C. an der Eisenbahnlinie von Grünberg nach Sorau und der Nationalstr. (DK) 28 von Priebus (Przewóz) nach Grünberg (Zielona Góra) sowie der Wojewodschaftsstr. (DW) 286 von Forst nach Naumburg/B.

  • 3 Der Ursprung der Ortschaft

    b Ortsgeschichte bis zur Stadtentstehung

    Schon im 14. Jh. bestand bei Guskow eine Fähre über den Bober (Bóbr), die 1555 durch eine Brücke ersetzt wurde, bei der eine Zollstätte, ein Wirtshaus und eine Mühle angelegt wurden. Um 1570 Anlage eines Hammers und einer kl. Arbeitersiedlung auf dem Boden des VW Guskow. Daraus entwickelte sich das 1570 erstmals so gen. Dorf Neudorf, das Mitte des 17. Jh. 37 H zählte. Nach Einführung der Gegenreformation in Schlesien 1653 wuchs die Bev. durch Zuzug von ev. Glaubensflüchtlingen aus Schlesien an. Neudorf behielt seine dörfl. Sonderstellung, wurde aber zu den bürgerl. Lasten herangezogen.

  • 4 Stadtentstehung und Stadtherrschaft

    b Ortsherr und „Gründer“ der Stadt

    Der Besitzer der Herrschaft Sorau, Gf. Erdmann von Promnitz, erwirkte von Hz. Christian I. von Sachsen-Merseburg Stadtrecht, das 1659 Nov. 25 verliehen wurde.

    c Rechtsbezeichnungen der Stadt

    1659, 1818, 1939: Stadt.
    1963: Ortschaft (Gromada). – 1984: Dorf. – 1988: Stadtteil.

  • 5 Die Stadt als Siedlung

    a Topografische Entwicklung

    Planmäßige, ursprüngl. halbkreisförmige Stadtanlage mit einem Markt in Form eines „C“s an die ältere Siedlung anschließend. Die bogenförmige Marktseite von 2 Parallelstr. in Bogenform begleitet und von radialen Str. geschnitten. Grundfläche der Neuanlage 400 x 250 m. Das Recht der Befestigung der Stadt 1659 verliehen, aber nicht ausgeführt; keine Stadttore. Mitte der 1930er-Jahre am Stadtrand Errichtung der DAG-Beamtensiedlung (Deutsche Ansiedlungsgesellschaft).
    1800: 150 H. – 1818: 162 Feuerstellen. – 1849: 156 Wohngeb.; 2 Fabrikgeb., Mühlen und priv. Magazine; 110 Ställe, Scheunen und Schuppen. – 1871: 173 Wohngeb. – 1885: 179 Wohngeb.; 426 Haushltg. – 1905: 131 Wohngeb.; 419 Haushltg. – 1925: 239 Wohngeb.; 660 Haushltg. – 1939: 686 Haushltg.
    Um 2000 überwiegend Block- und Einzelbebauung.

    b Markante Gebäude

    Alle im Folgenden gen. Geb. 1945 zerstört: Die Kirche, ein verputzter Saalbau auf Feldsteinsockel von 1825, Neubau an Stelle einer 1668/69 erbauten Fachwerkkirche in Kreuzform. Von dieser blieb der Turm von 1697 an der n Schmalseite der neu erbauten Kirche erhalten, der 1774 stark umgebaut und 1886 nach Brand mit Giebeln und neuem Dach versehen wurde. 1967 wurde die Kirchenruine abgerissen. – Promnitzsches Jagdschloss aus der 1. Hälfte des 18. Jh. mit Mansardendach und Pilastergliederung, später Forstmeisterei. – Zweigeschossiges Rathaus aus dem 19. Jh. mit Mansardendach und zweiachsigem Zwerchhaus zum Markt hin; darüber ein Türmchen. – Apotheke aus der Zeit um 1700.

    c Brände und andere Zerstörungen

    1804: Große Zerstörungen durch ein Boberhochwasser.

  • 6 Die städtische Bevölkerung und das Sozialgefüge

    a Zahl und Herkunft der Bewohner

    1700: 650 Ew. – 1818: 788 Ew. – 1849: 948 Ew. – 1871: 1358 Ew. – 1880: 1537 Ew. – 1890: 1653 Ew. – 1910: 1858 Ew. – 1925: 2040 Ew. – 1939: 1790. Ew.
    1961: 1190 Ew.
    Die ersten Ew. waren überwiegend Handwerker aus Schlesien und Polen.

    c Soziale, konfessionelle, Alters- und Geschlechtsstruktur sowie soziale Bewegungen

    Ca. 1740: 1 Tieglitzer erw. – Erwerbstätige mit Angehörigen ohne Hauptberuf 1939: 15,6 % (227 Pers.) Selbstständige, 6,6 % (95) mithelfende Familienangehörige, 15,4 % (224) Beamte und Angestellte, 62,4 % (906) Arbeiter.
    1849: 915 Ev., 33 Kath. – 1858: 1026 Ev., 28 Kath. – 1871: 1290 Ev., 68 Kath. – 1885: 1497 Ev., 162 Kath., 1 Jude. – 1905: 1451 Ev., 234 Kath., 9 Juden. – 1925: 1711 Ev., 277 Kath., 6 Juden, 2 Bekenntnislose.
    1849: 440 M, 508 F. – 1871: 605 M, 753 F; < 10 J.: 291. – 1885: 717 M, 943 F. – 1895: 782 M, 945 F; 18 einzeln lebende M und 59 einzeln lebende F mit eigener Hauswirtschaft. – 1925: 920 M, 1120 F. – 1939: 818 M, 972 F; < 6 J.: 7,9 %, 6-14 J.: 10,4 %, 14 64 J.: 68,7 %, ≥ 65 J.: 13 %.

    d Bevölkerungsverzeichnisse

    1669-1830: Kb.
    1875-1937: Standesamtsreg. lückenhaft im APZG. – 1875, 1899: Lückenhaft im BLHA. – 1875-89: Lückenhaft im FHL Utah.
    1928: Adressbuch Kr. Sorau.

  • 7 Sprache, Bräuche und Vereine

    a Sprache und Mundart

    Ostmitteldt., niederschles. – 1905: 11 Polnischsprachige und 47 Mehrsprachige.

    c Vereine und polit. Organisationen

    1883: Turnverein „Teutonia“ gegr. – 1920: Sportverein C. gegr. – 1921: Freie Turnerschaft gegr.

  • 8 Die Wirtschaft

    a Wirtschaftliche Entwicklung

    1659: Mit dem Stadtrecht auch Markt- und Meilenrecht, das Recht, Zünfte zu begründen, sowie 2 Jahrmärkte und Wochenmarkt verliehen. – Bis 1700: Günstige Entwicklung, nach Ausbleiben der ev. Kirchgänger aus Schlesien wirtschaftl. Rückgang bzw. Stagnation bis ins 19. Jh., seit Ende des 19. Jh. neuer Aufschwung.
    1786: Hauptnahrung nicht angegeben, Nebengewerbe: Schleichhandel. – 66 Gewerbetreibende und Manufakturisten, darunter 1 Apotheker, 3 Bäcker, 1 Bader, 1 Beutler, 1 Böttcher, 1 Drucker, 7 Fleischer, 5 Krämer, 4 Kürschner, 10 Leineweber, 1 Schlosser, 1 Schmied, 14 Schuster, 1 Seiler, 1 Tischler, 6 Töpfer, 4 Tuchmacher, 1 Weißgerber, 3 Schneider. – 1792: Tuchmanufaktur im Schloss. – 1806: Hauptnahrung nicht angegeben, die Ew. nähren sich durch die Nebengewerbe nur kümmerl. 84 Gewerbetreibende und Manufakturisten, darunter 1 Apotheker, 4 Bäcker, 1 Bader, 1 Barbier, 1 Beutler, 2 Böttcher, 1 Brauer, 1 Färber, 8 Fleischer, 8 Krämer, 3 Kürschner, 9 Leineweber (1 Leinwanddrucker), 1 Schlosser, 2 Schmiede, 6 Schneider, 14 Schuster, 1 Seiler, 2 Tischler, 11 Töpfer, 4 Tuchmacher, 2 Weißgerber. – Nach dem Anschluss an Preußen verlor C., in dem der Schmuggel zeitweilig einträgl. war, die mit der Grenzlage verbundenen Vorteile. Die Garnbleiche am Bober (Bóbr) hatte Anf. des 19. Jh. einige Bedeutung.
    1831: 22 gehende Webstühle in Leinen, 2 Bandstühle mit 7 und 4 Gängen sowie 6 Webstühle als Nebenbeschäftigung zu Leinwand.
    3 Handelsgewerbe mit kaufmänn. Rechten und offenen Läden (Gewürz- und Materialwaren); 1 Handelsgewerbe ohne kaufmänn. Rechte (Krämer).
    Bäcker (3 Meister/2 Gehilfen), Böttcher (2/0), Fleischer (5/2), Gerber (2/0), Grobschmiede (1/0), Handschuhmacher (1/0), 2 auf eigene Rechnung arbeitende Kürschner, Maurer (0/7), Rade- und Stellmacher (2/1), Riemer und Sattler (1/1), Schlosser (1/2), Schneider (8/6), Schuster (13/3), Schwarz- und Schönfärber (2/2), Seiler und Reepschläger (2/0), Tischler (4/2), Töpfer (11/9), Uhrmacher (1/0).
    1849: 41,5 % der Bev. berufstätig (62,9 % im Gewerbe, 10,4 % in Handel und Dienstleistungen und 26,7 % in der Landwirtschaft); im Gewerbe waren tätig: 15,7 % im Baugewerbe (Glaserei 1 Pers., Maurerei 4, Schornsteinfegerei 2, Tiefbau 29, Zimmerei 3), 31,3 % im Bekleidungsgewerbe (Handschuhmacherei 1, Hut- und Putzmacherei 2, Kürschnerei 5, Schneiderei etc. 12, Schusterei 25, Weißnäherei 33), 0,8 % in der chem. Industrie (Licht-, Seifen- und Ölfabrikation 1, Pharmazie 1), 0,4 % im Druckereigewerbe (Bildhauerei, Kupferstecherei 1), 1,2 % in der Eisen-, Stahl- und Metallverarbeitung (Kupferverarbeitung 1, Messing etc. 2), 12,1 % in der Fabrikation von Steinen, Erden, Glas, Keramik (Steingut etc. 30), 5,6 % in der Holz- und Schnitzstoffverarbeitung (Tischlerei 14), 1,6 % in der Lederverarbeitung und Gummifabrikation (Lederverarbeitung 2, Sattlerei 2), 3,6 % in Maschinen- und Werkzeugbau, Feinmechanik, Optik (Maschinenbau etc. 7), 8,4 % in der Nahrungs- und Genussmittelproduktion (Bäckerei 4, Brauerei 3, Brennerei 4, Genussmittel 2, Müllerei 1, Schlachterei 7), 0,4 % in der Papierherstellung (Buchbinderei 1), 18,5 % im Textilgewerbe (Seilerei 2, Weberei 40, Zubereitung etc. 4). – Nach 1870: 2 Leinenspinnereien. – 1880 und 1890: Baumwoll- und Flachsgarnspinnereien, Bleicherei, Töpferei. – Um 1910: Baumwoll- und Flachsspinnerei, Bleicherei, Töpferei. – 1920: Filzfab., Flachsröstanstalt (gegr. 1916), Sägewerke, Spinnereien.
    1939: 14,6 % (212 Pers. mit ihren Angehörigen ohne Hauptberuf) der erwerbstätigten Bev. lebten von Handel und Verkehr, 66,1 % (960) von Industrie und Handwerk, 9 % (131) von der Land- und Forstwirtschaft, 10,3 % (149) von sonst. Berufen. – Land- und forstwirtschaftl. Betriebe mit einer Fläche von: 0,5 bis < 5 ha: 73, 5 bis < 10 ha: 13, 10 bis < 20 ha: 4, 20 bis < 100 ha: 2, ≥ 100 ha: 1.
    Um 1965: Wegen Fehlens von Industrie vor allem Landwirtschaft.

    b Organisationsformen der Wirtschaft

    1880: Vorschussverein vorh. – 1910: Spar- und Darlehenskasse vorh. – Ab 1925: Zweigstelle der Hauptsparkasse Niederlausitz in C.

    c Verkehrseinrichtungen in der Stadt und zum Umland

    1818: C. lag an der Strecke der Karriolpost von Sorau (Żary) nach Naumburg/B. (Nowogród Bobrzański). – 1849: 1 Fracht-, Stadt- und Reisefuhrwerker mit 2 Pferden.

    d Bedeutung der Stadt für ihr Umland

    Um 1800: Zentraler Ort mit lokalen Funktionen ohne regionale Bedeutung

  • 9 Recht, Verwaltung und Verfassung der Stadt

    a Stadtrecht

    1659 Nov. 15: Verleihung des Stadtrechts durch den Landesherren. – 1663: Gründungsprivileg des Ortsherrn, das den Charakter von Neudorf (danach: Dörfel oder Alt-C.) als Dorf aufrechterhielt, aber die Stadtbewohner von Diensten für die Sorauer Herrschaft befreite. – 1831: Einführung der preuß. Städteordnung.
    1945: Verlust des Stadtrechts. – 1988: Mit Naumburg/B. (Nowogród Bobrzański) vereint, seitdem Teil der damals zur Stadt erhobenen Ortschaft Nowogród Bobrzański.

    b Politische und Verwaltungsstrukturen

    Das Stadtprivileg bestimmte, dass Bgm., Richter, Kämmerer, Beisitzer und andere Ratspers. vom Grundherrn zu bestätigen waren. Bgm. und 3 Ratmannen aus den Bg. gewählt. – 1849: 4 Kommunalbeamte. – 1883: 4 Magistratsmitgl., 12 Stadtverordnete. – 1928: Magistrat (Bgm., Beigeordneter, 2 Ratmänner), 13 Stadtverordnete.

    c Gerichtsbarkeit

    Gerichtshoheit herrschaftl., freiwillige und Polizeigerichtsbarkeit vom Rat ausgeübt, bes. Stadtrichter. – 1824: Gerichtsamt C. – 1834: L.- und St.-Gericht Sorau (Żary). – 1849: Kr.-Gericht Sorau. – 1879: Amtsgericht Sorau. – 1880-1913: Gerichtstag erw.
    2018: Amtsgericht Grünberg (Sąd Rejonowy w Zielonej Górze).

    d Wichtige nichtstädtische Ämter und Behörden

    1818: Postwärteramt vorh. – 1849: 1 Zivilbeamter in der allg. Landesverwaltung. – 1874: Standesamt. – 1880: Telegraf und Oberförsterei vorh. – Seit 1895: Telefon. – 1954-72: Sitz der Ortschaft (Gromada) Krzystkowice. –1973 76: Sitz der Gemeinde K.

  • 10 Landesherrschaft und staatliche Zugehörigkeit

    a Stadt- und Landesherren

    Markgraftum Niederlausitz, Mediatstadt der Standesherrschaft Sorau (Żary). – Ab 1765: Kurfürstentum Sachsen. – 1815: Preußen. – 1816-1945: Kr. Sorau.
    1945: Polen. – 1946: Wojewodschaft Breslau (Wrocław), Kr. Sorau. – 1950-98: Wojewodschaft Grünberg (Zielona Góra). – 1954-75: Kr. Sommerfeld (Lubsko). – 1998: Wojewodschaft Lebus (województwo lubuskie), Kr. Grünberg.

    b Kriegsereignisse und Kriegsfolgen

    Ab 1939: Errichtung einer gigant. Chemiefab. der Dynamit AG Nobel zur Sprengstoffproduktion (Tarnname Ulme) auf einem Areal von ca. 2000 ha im Wald bei C., in der Ende 1944 über 5000 Menschen beschäftigt waren. – 1940-43 Dez.: 1 Zwangs-Arbeitslager für Juden, die in der Munitionsfab. arbeiten und Kabel verlegen mussten. – 1943 Juli: Arbeits- und Erziehungslager der SS „Baracken 8“, in dem Leineweberei betrieben wurde. – Ab 1944 (Juni 9 erw.): 1 Frauenarbeitslager für Juden, 1 Außenlager des KZ Groß-Rosen, in dem zeitweilig über 1000 weibl. Häftlinge untergebracht waren, die im Str.- und Eisenbahnbau eingesetzt wurden. Das Lager wurde 1945 Feb. 2 oder 3 evakuiert. Die Produktionsanlagen wurden nach Kriegsende abgebaut.
    1945 Feb. 15: Eroberung durch die Rote Armee, dabei C. zu ca. 50 % zerstört. – 1945 Juni 23: Vertreibung der in C. verbliebenen dt. Bev.

  • 11 Die Wehrverfassung

    a Wehrhoheit und Wehrpflicht

    Wehrhoheit landesherrl. – 1840: Landwehr-Rgt. Nr. 12, Btln. Nr. 3. – 1910: Bezirkskommando Guben.

    b Wehrverbände

    Schützenprivileg der Gf. von Promnitz 1704.

    c Garnison

    1849, 1858, 1905: Keine Militärpers.

  • 12 Die Wahrzeichen

    a Siegel

    Der Siegelstempel von 1670 (38 mm) mit der Umschrift „* BEGVP CHRISTIAN STADT SIEGEL 1670“ zeigte wie das Stadtwappen das Wappen der Gf. von Promnitz.

    b Wappen

    In Silber rechts eine goldene Krone, aus der ein nach links gekehrter, mit einem goldenen linksgekehrten Löwen belegter blauer Adlerflug wächst; links ein schwebender roter Schild mit einem schrägrechtsgestellten, von 2 silbernen Sternen begleiteten silbernen Pfeil. Das Wappen wurde 1659 von den Gf. von Promnitz verliehen.

  • 13 Das Münz- und Finanzwesen

    b Städtischer Haushalt

    1736: Seit dem Rezess zahlte C. der Herrschaft den sog. Silberzins. – 1883: Zuschläge zur Staatsgeb.-, Staatsgrund- und Staatsklassen- und klassifizierten Einkommenssteuer sowie Hundesteuer; Einnahmen: 6227 Mk; Ausgaben: 6727 Mk. – 1911: 190 % der Staatseinkommens- und 200 % der staatl. veranlagten der staatl. veranlagten Geb.-, Gewerbe- und Grundsteuer, ferner Bier-, Brau- oder Braumalzsteuer, Hunde- und Lustbarkeitssteuer; Einnahmen: 36294 Mk; Ausgaben: 35679 Mk; Vermögen: 15728 Mk; Schulden: 29000 Mk; Stiftungsvermögen: 4012 Mk.

  • 14 Das Gebiet der Stadt

    a Stadtfläche

    Um 1659: Ländereien des VW Guskow an die Neubg. überlassen. – 1843: Erweiterung bei Parzellierung des VW. – 1885: 453 ha. – 1905: 452 ha. – 1931: 694,1 ha (Grundsteuerreinertrag pro ha: 4,23 Mk).
    1988: 823 ha.

    d Eingemeindungen

    Wohnplätze 1931: Wohnpl. Am Bhf., Auf der Bleiche (= auf der Scheibe), Bhf. C. (Bober), Oberförstereigehöft C., Forsthäuser C. Nord und Guskow, VW Guskow, Im Rädsch, Lug (= am Lugwege).

  • 15 Das Kirchenwesen

    a Katholische Kirche

    1905: Kspl. Naumburg/B.

    b Reformation, evangelische Kirche und andere Religionsgemeinschaften

    Kirchenkr. Sorau I (Żary). Bis 1668, als die dortige Bartholomäuskirche vom kath. Landesherren Schlesiens den Protestanten weggenommen wurde, zu Naumburg/B. (Nowogród Bobrzański). Ab 1668 Pfarrstelle (Pastor), ab 1669 2. Pfarrstelle (Kompastor), 1741 die Stelle aufgehoben. Die 1688 begonnene Kirche hatte als Grenzkirche für die schles. Protestanten große Bedeutung. Zu ihr gehörten 57 Ortschaften, vor 1740 zahlreiche Taufen und Trauungen schles. Protestanten. Rückgang durch die Gründung der Gnadenkirchen in Sagan (Żagań) und Freystadt (Kożuchów) 1709. – 1938: 1 ev. Pfarrer.

    c Juden

    1925: 7 Juden, zur Gemeinde Sorau (Żary).

  • 16 Sozial-, Versorgungs- und Freizeiteinrichtungen

    a Wohlfahrtspflege

    1751: Apothekenprivileg. – 1849: 1 Apotheke, 3 geprüfte Hebammen. – 1852: Sterbekasse eingerichtet. – 1911: Armenanstalt und Krankenhaus vorh. – 1938: 1 Apotheke; 1 Arzt, 2 Dentisten, 1 Tierarzt.

    b Versorgungseinrichtungen

    Ab 1883: Freiwillige Feuerwehr. – 1911: Feuerlöschanstalt vorh.
    1911: 78 Grundstücke an die Kanalisation angeschlossen.
    Ab 1895: E-Quelle. – 1938: E-Werk vorh.

    c Freizeiteinrichtungen

    1831: 2 Gasthöfe für die gebildeten Stände, 6 Schankwirte. – 1849: 2 Gasthöfe für die gebildeten Stände, 4 Schankwirte. – 1911: 1,03 ha öfftl. Spielplätze. – 1928: 2 Schießsportanlagen, 1 Turn-, Spiel- und Sportplatz, 1 Wintersportanlage. – 1938: 2 Hotels, Waldbad am Bober.

  • 17 Das Bildungswesen

    a Schulen

    Schule bei der Stadtgründung eingerichtet, Neubau 1728. – 1849: 1 Elementarschule. – 1928: Volksschule. – 1929: Einweihung der Neuen Schule.

  • 18 Das Pressewesen

    a Verlage und Druckereien

    1849: 1 Buchbinder.

     

     

  • 19 Literatur zur Stadtgeschichte

    a Bibliografien

    Lehmann, Bibliographie, 1928, S. 117; 1954, S. 62f. – Rister, S. 216.

    c Gesamtdarstellungen

    KDM V 6, Kr. Sorau, 1939, S. 59-65. – DSB 1, S. 516f., 1039. – HOL Niederlausitz 2, 1979, S. 354-356.

  • 20 Die Sammlungen der stadtgeschichtlichen Quellen

    StadtA ab 17. Jh., seit 1945 verschollen.