Freitags-Kolloquium am 09.12.2022: Neue Stadtgeschichten II: Quellen

Domplatz 20-22 | Fürstenberghaus Vorlesungssaal F33 | 14 bis 18 Uhr

Am Freitag, 9. Dezember 2022, findet das dritte Freitagskolloquium des Wintersemesters statt. Unter dem Titel "Neue Stadtgeschichten II: Quellen" werden die folgenden Vorträge gehalten:

Sabine Kittel (Gelsenkirchen): Eine Stadt erzählt sich selbst. Gelsenkirchen in unterschiedlichen Perspektiven
Seit 1948 gab das Stadtamt für Wirtschaftsförderung und Presse in Gelsenkirchen vierzehntägig die „Gelsenkirchener Blätter“ heraus, drei Jahre später begann das Amt zusätzlich mit der jährlichen Produktion eines Stadtfilms. Beide Projekte waren dazu da, die politische, kulturelle und gesellschaftliche Entwicklung der Ruhrgebietsstadt zu dokumentieren. Ihre bildlichen Darstellungen von Gelsenkirchen sind für die Stadtgeschichte heute immens wertvoll. Doch sollte nicht vergessen werden, dass sowohl die „Gelsenkirchener Blätter“ als auch die „Stadtfilme“ einer Marketing-Idee folgten und Ausdruck der gewünschten Selbstdarstellung der Stadt waren, die lebendig, modern und aufwärtsstrebend erscheinen sollte. Der Vortrag erläutert die Fallstricke dieser hochinteressanten zeitgeschichtlichen Quellengruppe und stellt die Aktivitäten der Heimatvereine und deren Veröffentlichungen zur Seite.

Alexandra Bloch Pfister (Münster): Quellen und Archive am Beispiel verschiedener westfälischer Stadtgeschichten
Auch bei modernen Stadtgeschichten sind schriftliche Quellen unverzichtbar. Sie stellen die Forschenden aber vor andere Herausforderungen als Quellen vergangener Jahrhunderte. Zusätzlich eröffnet der Einbezug von Berichten noch lebender Zeitzeugen neue Darstellungsebenen. Beide Aspekte werden am Beispiel westfälischer Stadtgeschichten erörtert.

Alexander Kraus (Wolfsburg): Lebendige Stadtgeschichte. Von der Bedeutung alternativer Überlieferungen jenseits des Kommunalarchivs
Stadtarchive gelten gemeinhin und auch in ihrer Selbstwahrnehmung nicht selten als „historisches Gedächtnis“ einer Kommune. Doch stellt sich angesichts der zentralen Bestände die Frage, ob sie diesem Anspruch auch gerecht werden (können). Zahlreiche gesellschaftliche und kulturelle Wandlungsprozesse, insbesondere, wenn sie ‚von unten‘ angestoßen werden, finden meist erst mit Verspätung Aufnahme in die Verwaltungsprozesse und demnach in die kommunale Überlieferung. Am Beispiel der Stadtgeschichte Wolfsburgs in den Wirtschaftswunderjahren stehen solche Überlieferungslücken wie auch Strategien zu ihrer Schließung im Fokus des Vortrags.

Alle Interessierten sind ab 14 Uhr herzlich in den Raum F33 des Fürstenberghauses eingeladen!

Aufzeichnungen des Freitagskolloquiums vom 18.11. bei YouTube

Die Aufzeichnungen des letzten Freitagskolloquiums "Neue Stadtgeschichten I: Stadtgeschichtsschreibung" vom 18. November sind jetzt bei YouTube öffentlich zugänglich.

Link zum YouTube-Kanal des IStG

Sie finden dort folgende Vorträge:

Christoph Lorke (Münster): Die "kleine Heidestadt" auf dem Sprung zur Großstadt: Potentiale und Herausforderungen einer moderenen Stadtgeschichtsschreibung am Beispiel der Stadt Gütersloh

Stefan Mühlhofer (Dortmund): Auf dem Weg zu einer neuen Stadtgeschichte zu Dortmund

Silas Gusset (Basel): Stadtgeschichte Basel: zwischen Forschung und Vermittlung

Kürzere Öffnungszeiten Bibliothek am Donnerstag 17.11.2022

Liebe Nutzerinnen und Nutzer,
die Bibliothek des Instituts für vergleichende Städtegeschichte bleibt am Donnerstag, 17.11.2022, auf Grund einer Veranstaltung zwischen 12 Uhr und 14:30 Uhr  geschlossen.
Vielen Dank für Ihr Verständnis und einen guten Start in die Woche!

Sitzung Arbeitskreis Historische Kartographie

© istg

Die diesjährige Sitzung des Arbeitskreises Historische Kartographie findet am Donnerstag, dem 17.11.2022, im IStG statt.

Das Programm als PDF-Datei

Freitags-Kolloquium am 18.11.2022: Neue Stadtgeschichten I: Stadtgeschichtsschreibung

Domplatz 20-22 | Fürstenberghaus Vorlesungssaal F33 | 14 bis 18 Uhr

Am Freitag, 18. November 2022 findet das zweite Freitagskolloquium des Wintersemesters statt. Unter dem Titel "Neue Stadtgeschichten I: Stadtgeschichtsschreibung" werden die folgenden Vorträge gehalten:

Christoph Lorke (Münster): Die "kleine Heidestadt" auf dem Sprung zur Großstadt: Potentiale und Herausforderungen einer moderenen Stadtgeschichtsschreibung am Beispiel der Stadt Gütersloh
Von der ostwestfälischen Provinz- oder auch der „kleinen Heidestadt“ hin zu einer rasant wachsenden und prosperierenden Großstadt mit vielfältigen globalen Bezügen: Die Geschichte Güterslohs nahm seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges in vielerlei Hinsicht einen durchaus anderen Verlauf als andere Städte vergleichbarer Größe. Der Vortrag diskutiert die Potentiale und Herausforderungen, die sich mit der Erforschung der jüngeren Gütersloher Stadtgeschichte verbinden.

Stefan Mühlhofer (Dortmund): Auf dem Weg zu einer neuen Stadtgeschichte zu Dortmund

Silas Gusset (Basel): Stadtgeschichte Basel: zwischen Forschung und Vermittlung
Zurzeit wird in Basel eine neue mehrbändige Darstellung der Stadtgeschichte erarbeitet, mit neuen Forschungsperspektiven und zugleich auf ein breites Publikum ausgerichtet. Was muss das Konzept beinhalten, damit es beiden Ansprüchen gerecht wird – dem Forschungs- und dem Vermittlungsanspruch? Ein Werkstattbericht aus Band 8 (1960–2020).


Alle Interessierten sind ab 14 Uhr herzlich in den Raum F33 des Fürstenberghauses eingeladen!

Aufzeichnung des Freitagskolloquiums bei YouTube online

Die Aufzeichnungen des letzten Freitagskolloquiums zur Koelhoffschen Chronik vom 28. Oktober sind jetzt bei YouTube öffentlich zugänglich.
Link zum YouTube-Kanal des IStG
Sie finden dort folgende Vorträge:

Prof. Dr. Carla Meyer-Schlenkrich - Einführung.

Alina Ostrowski, B.A. - „dat si got vri wil haven” - Untersuchungen zum Selbstverständnis der Stadt Köln im Spiegel der Cronica van der hilliger Stat van Coellen.

Dr. des. Paul Schweitzer-Martin - Lage für Lage zum gedruckten Buch: Der Produktionsprozess der Koelhoffschen Chronik.

Nils Foege, M.A. - „quid observatu necesse sit in accommodatione librorum externis personi.“ Bibliothekszugang und -nutzung in der Kölner Kartause um 1500

Prof. Dr. Sita Steckel - Die Verehrung des Heiligen Bruno in der Koelhoffschen Chronik, in der Stadt Köln und im Kartäuserorden

Verleihung des Ignaz-Theodor-Liborius-Meyer-Preises an Dr. Anna Krabbe

Dr. Anna Krabbe
© IStG

Der „Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abt. Paderborn e.V.“ hat am 23. Oktober 2022 in Soest den Ignaz-Theodor-Liborius-Meyer-Preis an Dr. Anna Krabbe verliehen.
Der Preis, der seit 1991 Arbeiten junger Historiker zur Landesgeschichte Ost- und Südwestfalens auszeichnet, wurde in diesem Jahr an Anna Krabbe für Ihre Dissertation „Inseln in der evangelischen Stadt? Religiöse Gemeinschaften in Soest und Herford 1521–1609“ vergeben. In einer festlichen Zeremonie im Rittersaal des Burghofmuseums Soest sprachen der Vereinsdirektor Dr. Andreas Neuwöhner und der Bürgermeister der Stadt Soest Dr. Eckhard Ruthemeyer zur Begrüßung. Nach der Laudatio des Doktorvaters Prof. Dr. Werner Freitag und einer wunderbaren musikalischen Rahmung durch Ivo Kanz (Flügel) und Irina Kichakova (Geige) stellte Anna Krabbe ihre Arbeit vor. In dieser ging sie der Frage nach, wie sich das Zusammenleben der religiösen Gemeinschaften in den Städten Soest und Herford nach Einführung der Reformation gestaltete. An verschiedenen Aspekten (z.B. Seelsorge, Schulwesen, Armenfürsorge, topographische Einbindung oder Nachbarschaftspflege) konnte sehr eindrücklich nachgewiesen werden, dass die Klöster und Stifte noch lange in die Stadtgemeinschaft integriert blieben. Die seit Jahrhunderten bestehenden Zuständigkeiten wurden erst allmählich aufgegeben bzw. umdefiniert, sodass sich neue Formen der Koexistenz von altgläubigen und reformierten Religionsgemeinschaften mit der Stadtgesellschaft bilden konnten.

Anna Krabbe war Gastwissenschaftlerin am IStG, wobei ihre Forschungen durch das Präses D.-Karl-Koch Stipendium der Evangelischen Kirche von Westfalen und durch das Alois-Schröer-Stipendium der Katholisch-Theologischen Fakultät der WWU gefördert wurden.

Bibliographische Angaben:
Anna Krabbe, Inseln in der evangelischen Stadt? Religiöse Gemeinschaften in Soest und Herford 1521–1609 (Westfalen in der Vormoderne 34), Aschendorff Verlag Münster 2021.


Forschungsstipendium des IStG: Gastwissenschaftlerin Hanna Wichmann

Hanna Wichmann von der Universität Rostock hat für ihr Dissertationsprojekt das Forschungsstipendium des IStG erhalten und forscht vom 1.10. bis 31.12.2022 in der Institutsbibliothek zum Thema: "Emotionen und soziale Beziehungen in nord‐ und südalpinen Familienbüchern des 14. und 15. Jahrhundert". Am 16.11.2022 wird sie hierzu einen Vortrag im Kolloquium "Frühe Neuzeit" halten.
 

Institutsbibliothek am Tag der Deutschen Einheit geschlossen

Liebe Besucher*innen,
am Tag der Deutschen Einheit, 03.10.2022, bleibt die Bibliothek des IStG geschlossen!
Vielen Dank für Ihr Verständnis und einen guten Start ins (lange) Wochenende!

Nachholtermin aus dem Sommersemester 2022

Freitags-Kolloquium am 28.10.2022 zur Koelhoffschen Chronik

Domplatz 20-22 | Fürstenberghaus Vorlesungssaal F5 | 14 bis 18 Uhr

Am Freitag, 28. Oktober 2022 findet das Freitags-Kolloquium zur Koelhoffschen Chronik statt. Im Sommersemester musste der Termin krankheitsbedingt ausfallen, jetzt freuen wir uns auf die folgenden Vorträge:

Prof. Dr. Carla Meyer-Schlenkrich (Münster), Einführung

Alina Ostrowski, B.A. (Passau), „dat si got vri wil haven” - Untersuchungen zum Selbstverständnis der Stadt Köln im Spiegel der Cronica van der hilliger Stat van Coellen
Der Vortrag widmet sich dem in der Chronik vermittelten Verständnis Kölns als Freier Reichsstadt und als Heiliger Stadt. Anhand des Zusammenspiels dieser beiden Aspekte städtischen Selbstverständnisses wird dargelegt, wie der Verfasser der Chronik die Heiligkeit der Stadt nutzt, um weltliche Ansprüche zu legitimieren. Dabei wird auch Einblick in ausgewählte Textpassagen sowie deren paratextuelle Gestaltung gewährt.

Dr. des. Paul Schweitzer-Martin (München), Lage für Lage zum gedruckten Buch: Der Produktionsprozess der Koelhoffschen Chronik
Dieser Vortrag untersucht die Herstellung der über 700 Seiten starken Kölner Chronik aus Perspektive der Buchdruckgeschichte. Dabei sollen verschiedene Aspekte wie das Layout, der Satz und die Illustrationen in den Blick genommen werden. Gleichzeitig wird gefragt, welche Rückschlüsse diese auf den Herstellungsprozess erlauben, da nur wenige Quellen Einblicke in die Produktion dieser Inkunabel erlauben.

Nils Foege, M.A. (Münster), „quid observatu necesse sit in accommodatione librorum externis personi.“ Bibliothekszugang und -nutzung in der Kölner Kartause um 1500
Jüngere Forschungen haben den Verfasser der „Koelhoffschen Chronik“ im Umfeld der Kölner Kartause und ihrer reichhaltigen Bibliothek verortet und damit ein neues Licht auf die noch immer ungeklärte Frage nach dessen Identität geworfen. Daran anknüpfend beleuchtet der Vortrag, wie und unter welchen Bedingungen die Benutzung der Bibliothek der Kölner Kartause um 1500 überhaupt Außenstehenden offen stand: Kann in ihr eine Art öffentliche „Stadtbibliothek“ gesehen werden oder muss der unbekannte Verfasser über besondere Beziehungen zur Kölner Kartause verfügt haben bzw. ein Ordensmitglied gewesen sein? Hierzu werden Überlegungen und Ergebnisse präsentiert, die im Rahmen der Masterarbeit des Referenten erarbeitet wurden.

Prof. Dr. Sita Steckel (Münster), Die Verehrung des Heiligen Bruno in der Koelhoffschen Chronik, in der Stadt Köln und im Kartäuserorden
Ein klares Interesse der Koelhoffschen Chronik gilt der Darstellung der Kölner Heiligen als Individuen, die mit der Stadt selbst in Verbindung standen. So wird etwa der seit dem Hochmittelalter als Heilige verehrte Bruno, der Gründer des Kartäuserordens, in besonderer Weise als Sohn der Stadt Köln reklamiert - was unter anderem auf Anleihen aus der kartäusischen Geschichtsschreibung in der Chronik hindeutet. Wie ein genauerer Blick zeigt, wurde jedoch in der Stadt Köln und im Kartäuserorden ein durchaus unterschiedliches Bild Brunos gepflegt, sodass sich die Koelhoffsche Chronik als ein interessantes Verbindungsglied erweist.

Alle Interessierten sind ab 14 Uhr herzlich in den Vorlesungssaal F5 des Fürstenberghauses eingeladen!
 
 

2. Werkstattgespräch: Effekte konfessioneller und religiöser Vielfalt

Dienstag, 6. September 2022 | 10.00 bis 17.00 Uhr | im JurGrad (Picassoplatz 3, 48143 Münster)
© EViR Muenster

Das Käte Hamburger Kolleg "Einheit und Vielfalt im Recht" veranstaltet seit 2021 in Kooperation mit dem IStG Werkstattgespräche zum Thema "Gesellschaftliche Diversität und Phänomene rechtlicher Einheit und Vielfalt in der vormodernen Stadt".

Das 2. Werkstattgespräch "Effekte konfessioneller und religiöser Vielfalt" findet am Dienstag,  6. September 2022 | 10.00 bis 17.00 Uhr | im JurGrad (Picassoplatz 3, 48143 Münster) statt. Wir laden hierzu herzlich ein und bitten um Anmeldung bei Nadine Zielinski unter info.evir@uni-muenster.de

Die als Miniserie angelegte Reihe von drei Werkstattgesprächen befasst sich mit dem Wechselverhältnis von gesellschaftlicher Diversität in der vormodernen Stadt und Phänomenen von Vielfalt und Einheit im Recht. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass bestimmte Formen rechtlicher Vielfalt Ausdruck gesellschaftlicher Diversität sind, die sich in der rechtlichen Sonderstellung oder Andersbehandlung bestimmter Gruppen (im positiven wie negativen Sinne) immer wieder neu konstituiert. Im Spannungsfeld rechtlicher Einheit und Vielfalt zeigt sich letztlich der Umgang einer Gesellschaft mit ihrer eigenen Heterogenität. Deutlich wird dies etwa in Gestalt von Minderheitenrechten oder in der Exemtion, also der rechtlichen Herausnahme bestimmter Personen oder Gruppen aus einem Jurisdiktionsbereich. Gleichwohl schlägt sich gesellschaftliche Diversität keineswegs immer in rechtlicher Pluralität nieder. Es stellt sich daher erstens die Frage, unter welchen Umständen welche sozialen und kulturellen Unterschiede innerhalb von Stadtgesellschaften zu rechtlicher Pluralisierung führen. Welche rechtlichen Modelle im Umgang mit gesellschaftlicher Diversität oder postulierter Gleichheit lassen sich in verschiedenen Städten oder auch Stadttypen ausmachen?

Zudem ist herauszustellen, dass die rechtliche Sonderstellung bestimmter Personengruppen oder Gemeinschaften keineswegs in allen Teilbereichen des Rechts gleich war, sondern sich je nach Rechtsbereich unterscheiden konnte. Hier ansetzend interessieren wir uns zweitens für die Frage, welche Rechtsgebiete besonders leicht zugänglich für die Einschreibung oder aber Aufhebung sozialer Differenz waren und welche Unterschiede hier mit Blick auf verschiedene Stadttypen (etwa Reichsstädte, Handels-, Land- oder auch Residenzstädte) oder überregional verschieden ausgeprägte Konstellationen von gesellschaftlicher Diversität (etwa mit Blick auf religiöse/ konfessionelle, sprachliche oder ethnische Vielfalt) ausgemacht werden können.

Für den Zusammenhang von gesellschaftlicher Diversität, Vielfalt und Einheit im Recht in der vormodernen Stadt besonders interessant sind schließlich Phasen beschleunigten Wandels, etwa im Zusammenhang mit oder als Folge von Migrationsprozessen, wirtschaftlichen Auf- und Abschwüngen oder innerstädtischen Unruhen und Aufständen. Hiervon ausgehend wollen wir drittens diskutieren, welche Rolle das Recht in diesen Fällen als Mittel für die Verarbeitung, Ausblendung oder aber Verfestigung gesellschaftlicher Diversität spielte. Welche traditionellen rechtlichen Bevorzugungen und Benachteiligungen wurden überschrieben und welche neu eingeführt?

Diesen generellen Fragen soll in den drei Werkstattgesprächen mit einem phänomenologisch fokussierten Zugriff nachgegangen werden. Im ersten Gespräch lag der Schwerpunkt auf dem Handel als Faktor für Formen von Rechtsvielfalt und Rechtsvereinheitlichung. Im zweiten geht es nun um Auswirkungen konfessioneller oder religiöser Vielfalt in der Stadt auf Formen von Rechtsvielfalt und Rechtsvereinheitlichung. Im dritten soll schließlich in systematischer Hinsicht nach der Korrelation von Stadttypen und Formen von Rechtsvielfalt und/oder Rechtseinheit gefragt werden.

Programm

10.00 Uhr
Begrüßung und Vorstellungsrunde

10.15 Uhr
Olga Kozubska (L’viv/Münster) | Urban Religious Communities in Magdeburg Law Privileges

11.15 Uhr
Kaffeepause

11.30 Uhr
Iryna Klymenko (München) | Rechtlicher Umgang mit gesellschaftlicher Diversität in der frühneuzeitlichen Stadt in Zeiten religiöser Umwälzungen. Der Fall von L'viv um 1600

12.30 bis 14.00 Uhr
Pause

14.00 Uhr
Nikolas Funke (Münster) | Militärische Besatzung, Konfessionelles Zusammenleben und rechtliche Pluralität: Wesel 1614-1629

15.00 Uhr
Kaffeepause

15.15 Uhr
Benjamin Seebröker (Münster) | Zur Abwesenheit konfessioneller Marker in den Strafverfolgungsakten zu Gewaltdelikten in den Städten Lancashires (ca. 1730-1830)

16.15 bis 17.00 Uhr
Abschlussdiskussion und Verabschiedung
Kommentator:innen
Hans-Jürgen Bömelburg (Gießen)
Birgit Emich (Frankfurt am Main)
Ulrike Ludwig (Münster)

Deutscher Historischer Städteatlas Magdeburg

Zusammenfassung des Workshops auf Youtube verfügbar
© Ditmar Pauke

Am 30. Juni 2022 lud das Stadtarchiv Magdeburg in den Gartensaal des Gesellschaftshauses Magdeburg zum Workshop "Auf dem Weg zum Historischen Städteatlas Magdeburg" ein.

Nach einer Begrüßung und Einführung ins Thema durch PD Dr. Christoph Volkmar (Magdeburg) stellten Dr. Angelika Lampen (Münster) und Dr. Thomas Tippach (Münster) die Reihe des Deutschen Historischen Städteatlas und das Institut für vergleichende Städtegeschichte vor. Dr. Henning Steinführer (Braunschweig) berichtete über die nachhaltigen Wirkungen des Historischen Städteatlas von Braunschweig, den er im Jahr 2013 gemeinsam mit dem IStG bearbeitet hatte. Dr. Jens Kunze (Magdeburg) sprach über die Kartensammlung des Stadtarchivs als Quelle für den Historischen Städteatlas, bevor Dr. Matthias Lerm (Magdeburg) die Bedeutung des Historischen Städteatlas für die Stadtplanung aufzeigte. Felix Maron (Leipzig) und PD Dr. Christoph Volkmar (Magdeburg) befassten sich in ihrem Vortrag mit dem Rentzplan von 1552 und die Vermessung der vormodernen Metropole. Zum Höhepunkt des Workshops konnte die Freischaltung des ersten Online-Moduls des Deutschen Historischen Städteatlas durch Dr. Daniel Stracke (Münster) vorgenommen werden. Das Publikum zeigte sich beeindruckt von den Darstellungsmöglichkeiten der digitalen Karten, die öffentlich im Portal Städtegeschichte einsehbar sind.

Das Magdeburger Monatsmagazin "m hoch 3" hat diesen Workshop mit Kameras begleitet und eine Zusammenfassung auf YouTube bereitgestellt.



 

Bibliothek am Freitag 15.07.2022 geschlossen

Liebe Nutzerinnen und Nutzer,
die Bibliothek des Instituts für vergleichende Städtegeschichte bleibt am Freitag, 15.07.2022 geschlossen.
Vielen Dank für Ihr Verständnis und einen guten Start ins Wochenende.

Forschungsaufenthalt in der Bibliothek des IStG

Dr. Jana Vojtíšková, Hradec Králové mit dem historischen Atlas böhmischer Städte - Vysoké Mýto
© Deike Terhorst

Einen Monat lang war Dr. Jana Vojtíšková aus Hradec Králové in Tschechien am IStG zu Gast, um ihre Arbeiten an ihrem Buch über böhmische frühneuzeitliche Städte mit internationaler Literatur zu vertiefen. Die umfangreiche Fach-Bibliothek des IStG bot ihr dazu die besten Voraussetzungen und so traf man Dr. Vojtíšková in der Regel umgeben von zahlreichen Büchern an ihrem Arbeitsplatz im Institut an. Als Mitautorin historischer Atlanten böhmischer Städte - Polička, Jaroměř, Vysoké Mýto una Dvůr Králové nad Labem - freute sich Dr. Vojtíšková vor allem über den persönlichen Erfahrungsaustausch mit dem Atlas-Team des IStG. Nach zwei Jahren der Pandemie war der Besuch auch für die Mitarbeiter*innen des Instituts eine erfreuliche Abwechslung!

Sollten Sie Interesse an einem Forschungsaufenthalt am IStG haben, sprechen Sie uns bitte an! E-Mail IStG

Freitags-Kolloquium am 1. Juli findet nicht statt

Termin wird auf das Wintersemester verschoben

Krankheitsbedingt kann das Freitags-Kolloquium am 1. Juli leider nicht stattfinden.
Der Workshop wird auf das Wintersemester verschoben, wir informieren Sie rechtzeitig.

Gastwissenschaftler*innen am IStG!

Mitarbeiter*innen im Projekt „HOUSe“, v.l.n.r.: Dr. Wiesława Duży, Warschau; Dr. Daniel Stracke, Münster; Anna-Lena Schuhmacher, Münster; Michał Słomski, M.A., Warschau
© Ria Haenisch

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des IStG freuen sich, seit einigen Wochen wieder Gastwissenschaftler*innen im Haus begrüßen zu können.

Seit 12.05. ist Dr. Philip Hoffmann-Rehnitz für verschiedene Projektarbeiten am IStG zu Gast.

Darüber hinaus durften und dürfen wir wieder einige Gäste aus dem europäischen Ausland am IStG begrüßen, die hier v.a. für die Projekte HOUSe und HISMaComp forschen!

01.06.-30.06.2022
Dr. Jana Vojtíšková, Hradec Králové; Thema: "Mittelalterliche und frühneuzeitliche Städtegeschichte  –  böhmische frühneuzeitliche Städte"

15.05.-28.05.2022
Michał Słomski, M.A., Warschau; Thema: "HOUSe - Geschichte der spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen (Klein-)Städte; Räum(e) der Stadt in vorindustrieller Zeit"

17.05.-20.05.
Dr. Wiesława Duży, Warschau; Projekt: "HOUSe und HiSMaComp"


 

Termin kann krankheitsbedingt nicht am 1. Juli stattfinden!

Workshop wird auf das Wintersemester 2022 verschoben

Die Koehlhoffsche Chronik

Am Freitag, 1. Juli war der dritte und letzte Workshop im Freitags-Kolloquium im Sommersemester 2022 geplant. Krankheitsbedingt kann dieser nun leider nicht am 1. Juli stattfinden und wird auf das Wintersemester 2022/2023 verschoben.

Die Vorträge und Diskussionen werden Die Koehlhoffsche Chronik in den Fokus nehmen. 

Prof. Dr. Carla Meyer-Schlenkrich (Münster), Einführung

Alina Ostrowski, B.A. (Köln), „dat si got vri wil haven” - Untersuchungen zum Selbstverständnis der Stadt Köln im Spiegel der Cronica van der hilliger Stat van Coellen
Der Vortrag widmet sich dem in der Chronik vermittelten Verständnis Kölns als Freier Reichsstadt und als Heiliger Stadt. Anhand des Zusammenspiels dieser beiden Aspekte städtischen Selbstverständnisses wird dargelegt, wie der Verfasser der Chronik die Heiligkeit der Stadt nutzt, um weltliche Ansprüche zu legitimieren. Dabei wird auch Einblick in ausgewählte Textpassagen sowie deren paratextuelle Gestaltung gewährt.

Dr. des. Paul Schweizer-Martin (München), Lage für Lage zum gedruckten Buch: Der Produktionsprozess der Koelhoffschen Chronik
Dieser Vortrag untersucht die Herstellung der über 700 Seiten starken Kölner Chronik aus Perspektive der Buchdruckgeschichte. Dabei sollen verschiedene Aspekte wie das Layout, der Satz und die Illustrationen in den Blick genommen werden. Gleichzeitig wird gefragt, welche Rückschlüsse diese auf den Herstellungsprozess erlauben, da nur wenige Quellen Einblicke in die Produktion dieser Inkunabel erlauben.

Nils Foege, M.A. (Münster), „quid observatu necesse sit in accommodatione librorum externis personi.“ Bibliothekszugang und -nutzung in der Kölner Kartause um 1500
Jüngere Forschungen haben den Verfasser der „Koelhoffschen Chronik“ im Umfeld der Kölner Kartause und ihrer reichhaltigen Bibliothek verortet und damit ein neues Licht auf die noch immer ungeklärte Frage nach dessen Identität geworfen. Daran anknüpfend beleuchtet der Vortrag, wie und unter welchen Bedingungen die Benutzung der Bibliothek der Kölner Kartause um 1500 überhaupt Außenstehenden offen stand: Kann in ihr eine Art öffentlich „Stadtbibliothek“ gesehen werden oder muss der unbekannte Verfasser über besondere Beziehungen zur Kölner Kartause verfügt haben bzw. ein Ordensmitglied gewesen sein? Hierzu werden Überlegungen und Ergebnisse präsentiert, die im Rahmen der Masterarbeit des Referenten erarbeitet wurden.

Prof. Dr. Sita Steckel (Münster), Die Verehrung des Heiligen Bruno in der Koelhoffschen Chronik, in der Stadt Köln und im Kartäuserorden
Ein klares Interesse der Koelhoffschen Chronik gilt der Darstellung der Kölner Heiligen als Individuen, die in besonderer Weise mit der Stadt selbst in Verbindung standen. So wird etwa der seit dem Hochmittelalter als Heilige verehrte Bruno, der Gründer des Kartäuserordens, in besonderer Weise als Sohn der Stadt Köln reklamiert - was unter anderem auf Anleihen aus der kartäusischen Geschichtsschreibung in der Chronik hindeutet. Wie ein genauerer Blick zeigt, wurde jedoch in der Stadt Köln und im Kartäuserorden ein durchaus unterschiedliches Bild Brunos gepflegt, so dass sich die Koelhoffsche Chronik als ein interessantes Verbindungsglied erweist.
 

Workshop "Auf dem Weg zum Historischen Städteatlas Magdeburg"

Donnerstag, 30. Juni 2022 im Gartensaal des Gesellschaftshauses Magdeburg
© Stadtarchiv Magdeburg

Zur Vorstellung und Diskussion erster Forschungsergebnisse sowie zur Weiterentwicklung neuer Ideen und Ansätze veranstaltet das Stadtarchiv Magdeburg am 30. Juni 2022 im Gartensaal des Gesellschaftshauses Magdeburg einen Workshop. Neben der Vorstellung des Projekts und Vorträgen zu speziellen Themen des Atlasses ist auch die offizielle Freischaltung der Internetpräsentation mit ersten Forschungsergebnissen zum Deutschen Historischen Städteatlas geplant.

Die Landeshauptstadt Magdeburg ist seit 2021 Partner im Projekt „Deutscher Historischer Städteatlas“, das seit 2006 vom Institut für vergleichende Städtegeschichte an der Universität Münster (IStG) bearbeitet wird.

Der Deutsche Historische Städteatlas macht Formen der Stadtentstehung und urbaner Raumentwicklung beispielhaft anschaulich. Von den ersten Siedlungen bis in die Gegenwart wird die Entwicklung nach internationalen Standards im Kartenbild visualisiert. Der Atlas umfasst historische Stadtpläne, Umlandkarten, Stadtansichten, Themen- und Entwicklungskarten sowie ein Textheft. Er erscheint zugleich als Großformatdruck für den Buchhandel und als interaktives Online-Modul. Digital aufbereitete Karten machen komplexe Zusammenhänge anschaulich, Überblendungen lassen die Stadtwerdung erkennbar werden. So entsteht eine neue Informationsbasis für Vorhaben der Stadtplanung, aber auch für Schulprojekte, Stadtmarketing oder Info-Apps.

Das Workshop-Programm

13.00 Uhr
PD Dr. Christoph Volkmar (Magdeburg): Begrüßung und Einführung

Dr. Angelika Lampen (Münster) / Dr. Thomas Tippach (Münster): Der Deutsche Historische Städteatlas

14.00 Uhr
Dr. Henning Steinführer (Braunschweig): Der Historische Städteatlas von Braunschweig. Ein nachhaltig wirkendes Projekt

Dr. Jens Kunze (Magdeburg): Die Kartensammlung des Stadtarchivs als Quelle für den Historischen Städteatlas

15.00 Uhr
Kaffeepause

15.30 Uhr
Dr. Matthias Lerm (Magdeburg): Zur Bedeutung des Historischen Städteatlas für die Stadtplanung

Felix Maron (Leipzig) / PD Dr. Christoph Volkmar (Magdeburg): Die Vermessung einer vormodernen Metropole. Der Rentzplan von 1552

16.30 Uhr
Dr. Daniel Stracke (Münster) / Oliver Rathmann (Münster): Freischaltung eines Online-Moduls

Den Flyer des Programms können Sie hier herunterladen

Bibliothek an Fronleichnam und Brückentag geschlossen

Liebe Nutzerinnen und Nutzer,
die Bibliothek des Instituts für vergleichende Städtegeschichte bleibt an Fronleichnam und am darauffolgenden Brückentag geschlossen.
Vielen Dank für Ihr Verständnis und einen guten Start ins Wochenende.

Weitere Meldungen

Weitere Meldungen des IStG finden Sie in unserem Archiv.