Lehrveranstaltung von Dr. Karsten Igel

Die Übung von Dr. Karsten Igel „Bäuerliches Wirtschaften im spätmittelalterlichen Westfalen im Spiegel der Gertrudenberger Überlieferung“ (Fr., 12-14 Uhr) beginnt am 25. Oktober 2019.

Melanie Althage (SCDH) und Philipp Schneider (IStG) gewinnen Interdisziplinären Corpus Contest

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© SCDH

Beim ersten Interdisziplinären Corpus Contest von InFoDiTex (Universität Heidelberg) und Discourse Lab (Technische Universität Darmstadt), der am 27. September 2019 in Heidelberg stattfand, belegten Melanie Althage (Servive Center for Digital Humanities, Münster) und Philipp Schneider (Institut für vergleichende Städtegeschichte) den ersten Platz. Zweck des Wettbewerbs war es, Nachwuchswissenschaftler*innen aus unterschiedlichen, mit Texten arbeitenden Disziplinen zusammenzubringen. Die Bewerberteams hatten die Aufgabe, anhand des digitalisierten Deutschen Novellenschatzes eigene Forschungsprojekte auszuarbeiten und sich dabei an Methoden aus dem Spektrum der Digital Humanities zu bedienen. Die Studierenden der WWU Münster konnten sich hierbei mit Ihrem Projekt "Topic Modeling und Soziale Netzwerkanalyse zur Kartierung der diskursiven Struktur deutschsprachiger Novellen des 19. Jahrhunderts – Methodische Ansätze des Distant Reading am Beispiel des Deutschen Novellenschatzes" gegen ihre Mitbewerberteams durchsetzen. Der von Melanie Althage und Philipp Schneider beschriebene Ansatz einer Vereinigung von Topic Modeling und Sozialer Netzwerkanalyse zur Untersuchung gesellschaftlicher Diskurse wurde von der interdisziplinär besetzten Jury begeistert aufgenommen. Eine Veröffentlichung des methodischen Ansatzes sowie erster Ergebnisse wird demnächst erfolgen.

Bibliothek des IStG

Am Freitag, dem 4. Oktober 2019, bleibt die Bibliothek des IStG geschlossen. Ab 7. Oktober stehen wir Ihnen wieder wie gewohnt mit unserem Wissenschaftsservice zur Verfügung.

Nachruf - Prof. Dr. Thomas Schilp

Am 28. September 2019 verstarb im Alter von 65 Jahren unser geschätzter Kollege und Kuratoriumsmitglied Prof. Dr. Thomas Schilp.  Die vergleichende Städtegeschichte hat ihm viel zu verdanken. Er war 1981 bei Walter Heinemeyer mit einer Arbeit über die Reichsburg Friedberg im Mittelalter promoviert worden. Ab 1987 war Schilp Mitarbeiter des Stadtarchivs Dortmund, von 2011 bis zum Eintritt in den Ruhestand 2014 Direktor des Archivs. In dieser Funktion hat er eine Vielzahl grundlegender Beiträge zur Dortmunder Stadtgeschichte vorgelegt, zuletzt 2017 gemeinsam mit Stefan Mühlhofer und dem IStG den "Deutschen Historischen Städteatlas: Dortmund". Wir werden ihn in guter Erinnerung behalten – er fehlt.

Gastwissenschaftlerin Prof. Dr. Gabriela Wąs am IStG

Am 1. Oktober 2019 wird Prof. Dr. Gabriela  Wąs von der Universität Wrocław für zwei Monate als DAAD-Stipendiatin ans Institut für vergleichende Städtegeschichte kommen, um das Thema "Frauen in den narrativen und visuellen Quellen der Frühen Neuzeit in Schlesien" zu erforschen.   

Freitags-Kolloquium im Wintersemester 2019/20 - erster Vortrag am 18.10.2019

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© IStG

Den ersten Vortrag im Winter-Semester 2019/20 hält Prof. Dr. Holger Thomas Gräf aus Marburg am 18. Oktober 2019 zum Thema:

Das Arbeitsbuch des Frankfurter Kupferstechers Johann Philipp Thelott (1632-1671) - eine bislang unbekannte Quelle zu den städtischen Netzwerken im Buch- und Verlagswesen nach dem Dreißigjährigen Krieg


Rechnungs- und Arbeitsbücher von Künstlern des 17. Jahrhunderts sind rar; in der Regel war ihnen der Überlieferungszufall selten gnädig. Anders ist dies im vorliegenden Fall: Es handelt sich zwar um ein anonymes Fragment, doch konnte sein Verfasser mittlerweile identifiziert werden. Das sich aus der Analyse dieser Quelle ergebende Personennetzwerk aus Auftraggebern, Geschäftspartnern, Autoren und anderen Künstlern wirft nicht nur Licht auf das Buch- und Verlagswesen nach dem Dreißigjährigen Krieg, sondern es gewährt auch Einblicke in das von Multikonfessionalität und Heterodoxie geprägte geistige und kulturelle Leben in der Mainmetropole während des 17. Jahrhunderts.

Alle Interessierten sind herzlich um 16 Uhr c.t. in das Sitzungszimmer des IStG eingeladen.

IStG-Mitarbeiter in der Leitung der internationalen Atlasarbeitsgruppe

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Foto v.l.n.r.: Ferdinand Opll, Anngret Simms, Daniels Stracke, Katalin Szende, Keith Lilley
© Andras Vadas

Der langjährige Institutsmitarbeiter Daniel Stracke ist am 18. September 2019 anlässlich des diesjährigen Treffens der Atlas Working Group der Internationalen Kommission für Städtegeschichte in Budapest von Ferdinand Opll als dessen Nachfolger in die Leitung der Atlasgruppe berufen worden. Als neuer ‚Convenor‘ wird er gemeinsam mit Katalin Szende (Budapest) und Keith Lilley (Belfast) die Arbeit an den Städteatlanten in zwanzig europäischen Staaten koordinieren. Die Arbeitsgruppe ist auf Initiative von Anngret Simms auch für jene aktiven Mitarbeiter in Atlasprojekten geöffnet worden, die nicht selbst Mitglieder der Internationalen Kommission sind. In Anerkennung seiner Arbeit für den gemeinsamen Europäischen Städteatlas wird nun mit Stracke erstmals ein Nicht-Kommissionsmitglied ins Leitungsgremium berufen.

Die Ernennung von Daniel Stracke unterstreicht die zentrale Position, die das Institut für die in der Atlas Working Group organisierten Städteatlasprojekte einnimmt. Dabei spielt nicht nur eine Rolle, dass die Forschungsbibliothek fast den vollständigen Bestand der seit 1969 publizierten Städteatlanten besitzt, die in vergleichbarer Fülle lediglich in London, Oxford, Berlin, München und Chicago vorliegen. Seit langem prägt das Institut auch mit seinen Tagungen und Workshops die Atlasarbeit und heißt Gastwissenschaftler aus den Partnerprojekten willkommen. Mit seinen Initiativen in den Bereichen digitale Arbeitsmethoden, Interaktive Kartografie und Internetpublikation wird es als wegweisend für die digitale Zukunft der Atlasarbeit wahrgenommen.

Städteatlas Versmold

Versmold ErstauflageVersmold Erstauflage
© Hiko / IStG

Der "Historische Atlas westfälischer Städte. Bd. 12: Versmold", der am 15. Mai 2019 erstmals in Versmold präsentiert worden war, ist bereits 4 Monate nach Erscheinen des Werkes ausverkauft. Dank zahlreicher Veranstaltungen rund um das Stadtjubiläum "300 Jahre Stadtrechte" wurde diese Publikation einem breiten Publikum vorgestellt. In der Bevölkerung ist das Interesse an der eigenen Stadtgeschichte groß, und auch der Ankauf einiger Exemplare durch die städtische Schule für Lehrzwecke trug dazu bei, dass dieser Atlas bereits nach kurzer Zeit vergriffen ist.

Ob es eine Neuauflage geben wird, steht derzeit noch nicht fest. Informationen hierzu geben wir auf diesen Seiten bekannt, sobald wir Genaueres wissen.

Sollten Sie keinen Atlas der Erstauflage erworben haben, aber gerne ein Exemplar der Neuauflage bestellen wollen, dann senden Sie uns eine Mail an: istg@uni-muenster.de!

Freitags-Kolloquium am 12. Juli 2019

Zum Abschluss des Freitags-Kolloquiums im Sommersemester 2019 spricht Prof. Dr. Clemens Zimmermann aus Saarbrücken zum Thema:
Land-Stadt-Beziehungen und die Debatte über "Rurbanität"

Stadt und Land, Urbanität und Ruralität - Die Beziehungen zwischen Stadt und Land sowie Land und Stadt unterliegen starken historischen Wandlungen, die im Vortrag für das 20. Jahrhundert beleuchtet werden sollen. Verschiedene historische Faktoren wirkten auf diese Beziehungen ein: Fortschreitende Urbanisierung und Industrialisierung, der Rückgang der agrarischen Bevölkerung, die Transformation der alten Landgemeinden in suburbane Wohnorte sowie die mediale Durchdringung auch des Landes. Die allgemeine Geschichtswissenschaft hat sich mit dem Thema bislang nur wenig beschäftigt, jedoch stehen Erkenntnisse und Konzepte aus den Nachbardisziplinen zur Verfügung, insbesondere aus der Soziologie und Geographie. Auch das Fach der Mediengeschichte hat sich neuerdings dörflicher Kommunikation, der Bedeutung moderner Massenmedien und den Eigenarten des Mediengebrauchs in ländlichen Räumen zugewandt. In dem Vortrag wird auf diese Prozesse eingegangen und es werden zwei Konzepte vorgestellt, die aus der US-amerikanischen Rural Sociology stammen: Auf „Rurbanität" als Mischtypus, der fast schon zum Regelfall von Siedlungsentwicklung wurde, und auf „Ruralität“, - das, was als „ländlich“ gilt und was in den Medien ständig aktualisiert und inszeniert wird.

Alle Interessierten sind herzlich um 15 Uhr c.t. in das Sitzungszimmer des IStG eingeladen.

Eröffnung der Ausstellung "300 Jahre Stadtrechte in Ravensberg" (30.06.2019 - 09.08.2019)

Vortrag von Sebastian Schröder über Borgholzhausen im 18. Jahrhundert

Am 30. Juni 2019 eröffnet die Stadt Borgholzhausen eine Ausstellung mit dem Titel "300 Jahre Stadtrechte in Ravensberg" - 300 Jahre gemeinsame Geschichte.

1719 wurden die früheren Dörfer, Flecken oder Weichbilder Borgholzhausen, Bünde, Enger, Halle (Westf.), Preußisch Oldendorf, Versmold, Vlotho und Werther (Westf.) durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I. zu Städten erhoben. Die Ausstellung schildert die Ausgangslage und beschreibt die Auswirkungen und Folgen der Stadtrechtsverleihungen und der gleichzeitig durchgeführten Steuerreform. Sie skizziert auch die unterschiedlichen Entwicklungen, die die neuen Städte fortan nahmen. Erstmals widmet sich eine Ausstellung dieser Zeit, der gemeinsamen Geschichte der Orte im Ravensberger Land und den unterschiedlichen historischen Profilen der heutigen Städte in den Kreisen Gütersloh, Herford und Minden-Lübbecke.

Die Eröffnung der Ausstellung findet am Sonntag, 30. Juni 2019, um 11:15 Uhr in der Rathausgalerie, Schulstraße 5, statt. Der Eintritt ist frei.

Begrüßung: Bürgermeister Dirk Speckmann
Einführung in die Ausstellung: Dr. Rolf Westheider
Vortrag von Sebastian Schröder M. A., Institut für vergleichende Städtegeschichte in Münster: "Des Königs neue Stadt: Borgholzhausen in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts"

Dr. Mechthild Black-Veldtrup erhält den Titel einer Honorarprofessorin im Fachbereich 8 Geschichte/Philosophie

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Prof. Dr. Mechthild Black-Veldtrup mit Prof. Dr. Thomas Großbölting
© IStG

Am 24. Juni 2019 wurde Dr. Mechthild Black-Veldtrup vom Dekan des Fachbereichs 8 Geschichte/Philosophie an der WWU, Prof. Dr. Thomas Großbölting, der Titel einer Honorarprofessorin verliehen. Prof. Dr. Werner Freitag würdigte als Laudator die Arbeit von Mechthild Black-Veldtrup, die als Leiterin des Landesarchivs NRW, Abteilung Westfalen, schon seit vielen Jahren durch Seminare und Quellenübungen den intensiven Austausch zwischen Studierenden und dem Landesarchiv pflegt und fördert. In ihrer Antrittsvorlesung zeigte Black-Veldtrup am Beispiel der Urkunden zum Besuch Kaiser Heinrichs III. in Münster im Jahr 1040 eindrucksvoll, welchen Erkenntnisgewinn eine quellenkritische Urkundenanalyse bietet.
Dank des Engagements von Mechthild Black-Veldtrup, die Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des IStG sowie Direktorin des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abt. Münster, und Vorsitzende der Historischen Kommission für Westfalen ist, werden Studierende der Geschichtswissenschaft an der WWU in den sogenannten Hilfswissenschaften geschult und an die Arbeit mit historischen Quellen herangeführt. Mit dem richtigen Werkzeug in den Bereichen Diplomatik, Paläographie, Kodikologie u.v.m. lassen sich kulturwissenschaftliche Überlegungen anstellen und neue stadtgeschichtliche wie auch landesgeschichtliche Erkenntnisse gewinnen. Das Wissen um die reichen Bestände des Landesarchivs NRW und deren adäquate Interpretation gibt Mechthild Black-Veldtrup an die Studierenden des Historischen Seminars weiter – von nun an als Honorarprofessorin. Die Mitarbeiter des IStG gratulieren ihr zu dieser Auszeichnung.

Freitags-Kolloquium am 28. Juni 2019

Im Freitags-Kolloquium am 28. Juni spricht Frau apl. Prof. Dr. Michaela Schmölz-Häberlein aus Bamberg zum Thema:

Judentum und Urbanität im frühneuzeitlichen Franken – ein Widerspruch? Beobachtungen zu den jüdischen Gemeinden im Hochstift Bamberg

Forschungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass sich Existenzbedingungen und Selbstverständnis mitteleuropäischer Juden nicht mit einheitlichen Raum- und Regionsbegriffen fassen lassen. Bis vor kurzem hat sich die Diskussion vor allem auf die Dichotomie von Stadt- und Landjuden beschränkt. Ausgehend von der These Ernst Schuberts, dass es „keine Urbanität in der Welt des fränkischen Judentums im 18. Jahrhundert“ gegeben habe, soll am Beispiel der Residenzstadt Bamberg, zweier Festungsstädte (Kronach und Forchheim), der Amtsstadt Lichtenfels sowie der Landgemeinde Zeckendorf der Frage nachgegangen werden, welche Rolle „Urbanität“ in der Lebenswelt fränkischer Juden des 17. und 18. Jahrhunderts gespielt haben könnte.

Alle Interessierten sind herzlich um 15 Uhr c.t. in das Sitzungszimmer des IStG eingeladen.

Neuerscheinung in der Reihe Städteforschung - A 91 Extra Muros

A 91 Extra MurosA 91 Extra Muros
© Böhlau


Stadt und Umland sind auf vielfältige Weise miteinander vernetzt. Die durch den „Spatial Turn“ in den Sozial- und Geisteswissenschaften eingebrachten Impulse, Geschichte wieder verstärkt in räumlichen Bedingungen zu denken und Veränderungen der Raumwahrnehmung intensiver in den Blick zu nehmen, sind das Anliegen des vorliegenden Bandes. Im Fokus der 24 Beiträge stehen u.a. Fragen zur kartographischen Repräsentation, zur Sozialtopographie vorstädtischer Räume, zu Inklusions- und Exklusionsprozessen sowie zur unterschiedlich starken Ausprägung von Zonen städtischen Einflusses. Beleuchtet werden ausgewählte Städte aus Mittel-, Süd- und Osteuropa und besonders auch Festungsstädte sowie die in diesem Kontext oft wenig beachteten „Kleinen Städte“.

Bibliographische Angaben
Guy Thewes/Martin Uhrmacher (Hg.), Extra muros. Vorstädtische Räume in Spätmittelalter und Früher Neuzeit / Espaces suburbains au bas Moyen Âge et à l’époque moderne (Reihe Städteforschung A 91), Wien/Köln/Weimar 2019.

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© WWU

LWL-Preis für westfälische Landeskunde an Dr. Christof Spannhoff verliehen

Preisverleihung Christof Spannhoff Doerenthe 5juni2019Preisverleihung Christof Spannhoff Doerenthe 5juni2019
v.l.n.r. vorne: Prof. Werner Freitag, Dr. Christof Spannhoff, Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger; Mitte: Karl-Heinz Dingerdissen, Anneli Hegerfeld-Reckert, Gisela Köster; hinten: Dr. Mechthild Black-Veldtrup, Prof. Elisabeth Timm; Arne Strietelmeier
© R. Hänisch / IStG

Am Abend des 5. Juni 2019 ist im Kulturspeicher in Dörenthe der LWL-Preis für westfälische Landeskunde an Dr. Christof Spannhoff verliehen worden.

Zur Begrüßung sprachen Gisela Köster, stellvertretende Landrätin des Kreises Steinfurt, sowie LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger. Prof. Dr. Werner Freitag, wissenschaftlicher Vorstand des IStG sowie Doktorvater des Preisträgers, übernahm die Würdigung. Freitag betonte, dass Christof Spannhoffs langjähriges berufliches wie ehrenamtliches Engagement stets darauf ausgerichtet war, die Geschichte Westfalens – insbesondere die des Nordmünsterlandes – zu erforschen und seine Ergebnisse sowohl für das Fachpublikum wie auch für die interessierte Öffentlichkeit vor Ort zugänglich zu machen. Christof Spannhoff hat neben seiner Tätigkeit in verschiedenen Projekten am IStG (Die deutschen Königspfalzen; Reformation in Westfalen; Bibliographie) ein umfangreiches Spektrum an historischen, sprach- sowie volkskundlichen Schwerpunkten entfaltet, das sich sowohl in seiner eigenen Publikationsreihe (Nordmünsterland. Forschungen und Funde) wie auch in Vorträgen, Ausstellungen und Zeitungsartikeln spiegelt. Erst vor kurzem konnte in dem Kooperationsprojekt von IStG und Historischer Kommission für Westfalen der „Historische Atlas westfälischer Städte. Bd. 11: Lengerich“ erscheinen, für den Christof Spannhoff seine Fachkompetenz und zahlreiche Stunden wissenschaftlicher Forschung im Ehrenamt zur Verfügung gestellt hat, ohne die dieses Werk so nicht zustande gekommen wäre. Um all diese Projekte zu würdigen, hat der Kulturausschuss des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe im Februar 2019 auf Vorschlag des Rates für westfälische Landeskunde beschlossen, den Preis an Dr. Christof Spannhoff zu verleihen. Der Preisträger rundete den offiziellen Teil des Festaktes mit einem wissenschaftlich fundierten Vortrag über frühneuzeitliche Herrschaftslegitimation in Tecklenburg ab.

Die Mitarbeiter des IStG gratulieren Christof Spannhoff zu dieser Auszeichnung und danken ihm für seine Arbeit.

Das Freitagskolloquium am 7. Juni 2019 fällt aus!

Das Freitags-Kolloquium am 7. Juni zum Thema:

Basel und die Eidgenossenschaft. Städtische Bedrohungsszenarien und ihre Bewältigung in einem System kollektiver Sicherheit.

fällt leider krankheitsbedingt aus. Ein Nachholtermin wird im Wintersemester stattfinden.


Publikation "Tatort Domplatz" jetzt wieder erhältlich

Tatort Domplatz CoverTatort Domplatz Cover
© IStG

Die sehr schnell nach ihrer Veröffentlichung vergriffene Publikation "Tatort Domplatz. Der Münster-Plan von 1609 und seine Geschichte(n) - Dokumentation und Faksimile" ist nun - dank der Unterstützung des Stadtarchivs Münster sowie der NRW.BANK -  in zweiter, korrigierter Auflage erhältlich.

Die Präsentation des Bandes findet am 23. Mai 2019, um 18 Uhr, im Stadtarchiv Münster (An den Speichern 8, 48157) im Seminarraum im EG statt.

Nach Grußworten von Dr. Peter Worm (Stadtarchiv) und Dr. Angelika Lampen (IStG) wird Dr. Mechthild Siekmann einen Vortrag halten über eben diese Geschichte(n) um den ältesten erhaltenen Plan der Stadt Münster, die sie 2009 zusammen mit einem interdisziplinär ausgerichteten Team von Wissenschaftlern erforscht hat.

Freitagskolloquium am 24. Mai 2019

Im Freitags-Kolloquium am 24. Mai sprechen Simon Schneider M.A. und Dr. Martin Uhrmacher aus Luxemburg zum Thema:

Die Sozialtopographische Entwicklung der Stadt Luxemburg im 19. und 20. Jahrhundert. Vorstellung erster Forschungsergebnisse und Einbindung in den digitalen historischen Stadtatlas Luxemburgs.

Luxemburg war als Festungsstadt jahrhundertelang in ein militärisches Korsett eingeschlossen. Erst nach 1867 setzte mit der Schleifung der Festung ein Wachstum ein, das die Entwicklung zu einer modernen Hauptstadt ermöglichte. Vor diesem Hintergrund nimmt Simon Schneider Veränderungen in der Sozialtopographie der städtischen Gesellschaft in den Blick. Auf Grundlage sozioökonomischer Quellen untersucht er, wie sich die Sozialstruktur aufschlüsseln und in langer Dauer vergleichen lässt.
Martin Uhrmacher geht im zweiten Teil des Vortrags auf die Einbindung der Forschungsergebnisse in den historischen Stadtatlas Luxemburgs ein, der sich gerade im Aufbau befindet. Dieser wird die städtische Entwicklung seit Beginn des 19. Jahrhunderts in Form von digitalen und interaktiven Karten im Internet darstellen. Fünf Zeitschnitte sind vorgesehen, um die tiefgreifenden Wandlungsprozesse Luxemburgs zu analysieren und zugleich auch spannend und anschaulich zu präsentieren.

Alle Interessierten sind herzlich um 15 Uhr c.t. in das Sitzungszimmer des IStG eingeladen.

Nachruf auf Prof. Dr. Wilhelm Rausch

Wilhelm Rausch
(1927 – 2019)

Am 14. Februar ist in Groß Gerungs im niederösterreichischen Waldviertel Wilhelm Rausch gestorben, ein Ehrenmitglied des Kuratoriums für vergleichende Städtegeschichte.

Er wurde am 14. Jänner 1927 in Wien geboren. Dort wuchs er auf, besuchte die Volksschule, wechselte 1939 auf das Gymnasium, bis er 1944 zum Reichsarbeitsdienst und dann zur Luftwaffe eingezogen wurde. Nach der Matura begann er 1946 ein Studium der Rechtswissenschaften und der Geschichte an der Universität, das ihn schließlich in den 46. Ausbildungskurs des Instituts für österreichische Geschichtsforschung, der Ausbildungsstätte für Archivare in Österreich, führte (1951–1953). Das war eine entscheidende Station. Dort begann seine Mitarbeit an dem großen Quellenwerk der Linzer Regesten, das damals vom Institut mitgetragen wurde. Damit begründete er eine Basis für seine Berufung an das Stadtarchiv Linz 1954. Dort ist er dann geblieben bis zu seiner Pensionierung 1987.

In dieser Zeit hat er die Grundlagen für die Erforschung der Geschichte der Landeshauptstadt Oberösterreichs auf neue Grundlagen gestellt und ihr vielfältige neue Möglichkeiten eröffnet. Dabei blieb es nicht. Er blickte über Linz hinaus, er wurde zu einem der bewegenden Kräfte in der Geschichtswissenschaft Österreichs und man darf mit Fug und Recht behaupten, dass er es war, der die moderne Stadtgeschichtsforschung in Österreich etabliert hat. Das geschah in verschiedenen Anläufen.

... zum vollständigen Nachruf von Prof. Peter Johanek

Präsentation des „Historischen Atlas westfälischer Städte. Bd. 12: Versmold“

Praesentation VersmoldPraesentation Versmold
v.l.n.r.: Prof. Dr. W. Freitag (IStG), Dr. M. Black-Verldtrup (Historische Kommission für Westfalen), Dr. R. Westheider, M. Meyer-Hermann (Stadt Versmold), Th. Kaling (Hiko/IStG), Dr. Th. Tippach (WWU Münster)
© IStG

Am Abend des 15. Mai 2019 wurde im Rathaus der Stadt Versmold der 12. Band des „Historischen Atlas westfälischer Städte“ zur ravensbergischen Stadt Versmold feierlich präsentiert.

Michael Meyer-Hermann, Bürgermeister der Stadt Versmold, begrüßte die zahlreich erschienenen Besucher mit Verweis auf eine Reihe von Veranstaltungen, die derzeit anlässlich „300 Jahre Stadtrechte“ in der Region gefeiert werden. Bereits am 17. April war in Halle (Westfalen) der Verleihung der Akzise an verschiedene Städte der ehemaligen Grafschaft Ravensberg und die damit einhergehende Stadtrechtsverleihung gedacht worden. Dieses Jubiläum bot auch für Versmold die Gelegenheit, sich intensiv mit der eigenen Stadtgeschichte auseinanderzusetzen und sie von Dr. Rolf Westheider, der sich bereits in seiner Dissertation mit dem ‚Aufstieg Versmolds vom Dorf zur Stadt‘ beschäftigt hatte, wissenschaftlich bearbeiten zu lassen. Eine Wanderausstellung zu diesem Thema, die u.a. auch von Sebastian Schröder (IStG) miterarbeitet worden ist, kann aktuell im Rathaus Versmold besichtigt werden.

Prof. Dr. Werner Freitag, der als wissenschaftlicher Vorstand des IStG und als zweiter Vorsitzender der Historischen Kommission für Westfalen das Kooperationsprojekt „Historischer Atlas westfälischer Städte“ repräsentierte, sprach seinerseits Grußworte an die Besucher aus der Versmolder Stadtgesellschaft. Dabei verwies er auf das übergeordnete Projekt der „Europäischen Städteatlanten“, das einen Städtevergleich anhand des einheitlichen Kartenkanons – jeweils basierend auf dem Urkataster des 19. Jahrhunderts – im überregionalen Kontext möglich macht.

Dr. Wolf Westheider, Autor des ‚Städteatlas Versmold‘, präsentierte anschließend die Atlasmappe, die aus einem 27-seitigen, reich bebilderten Textheft und – neben den vier zum gängigen Kanon gehörigen topographischen und administrativen Tafeln – sechs weitere thematische Tafeln zu „Grafschaft Ravensberg“, „Amt Ravensberg“, „Akzise im preußischen Westfalen“, ferner ‚Siedlungsentwicklung und Grundbesitzer in Kirchspiel bzw. Dorfkern Bockhorst‘ sowie „ausgewählte Industriebranchen“ behandeln. Bei seiner Vorstellung der verschiedenen Inhalte des Atlaswerkes ging R. Westheider einerseits auf Besonderheiten der Stadtgeschichte ein (Stichwort: „Vom Leinen zum Fleisch“) und hob immer wieder den Charakter des Kooperationsprojektes hervor, für dessen Gelingen verschiedene Wissenschaftler von IStG, Historischer Kommission für Westfalen und Universität Münster einen Beitrag geleistet haben. Allen Beteiligten sei auch hier noch einmal ein herzlicher Dank ausgesprochen.
Unter dem Motto einer Postkarte vom Anfang des 20. Jahrhunderts, die das Cover des Atlas ziert, durften sich alle Besucher im Anschluss an den Vortragsteil des Abends von der Richtigkeit des Ausspruches überzeugen:
„Pumpernickel, Mettwurst, Bier,
Gibt’s in großen Mengen hier.
Leckeren Schinken nicht vergessen[.]
Kraft gibt solch Westfalenessen“

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