Neuerscheinung in der Reihe Städteforschung: Band A99

A 99 BiederbeckA 99 Biederbeck
© Böhlau

Soeben ist die Dissertation von André Biederbeck als Band A99 in der Reihe Städteforschung erschienen. Für diese Arbeit wird Dr. André Biederbeck am 18.11.2018 in Dortmund mit dem Ignaz-Theodor-Liborius-Meyer-Preis ausgezeichnet werden.

André Biederbeck
Das Dortmunder Arbeitermilieu 1890-1914. Zur Bedeutung von Räumen und Orten für die Konstituierung einer sozialistischen Identität (Reihe Städteforschung A99), Böhlau:Wien/Köln/Weimar 2018.

Im Wilhelminischen Kaiserreich bildete sich mit der sozialistischen Arbeiterschaft ein Milieu heraus, dessen Existenz einer permanenten Selbstdeutung bedurfte. Großes Gewicht kam dabei den Vereinsorten zu, an denen bei Versammlungen und Festen gesellschaftliche Konflikte wachgehalten und Zukunftsvisionen beschworen wurden. Vereinslokale waren Orte, an denen sich die auf verschiedene Arbeits- und Wohnstätten verteilten Arbeiter(-familien) einer Stadt bzw. Region begegnen und einander bewusst werden konnten. Am Beispiel Dortmunds und seines Umlandes spürt der Band die Knotenpunkte des Vereinslebens auf - u.a. Vereinsgaststätten, Gewerkschaftshaus, Verlagsgebäude - und untersucht deren Relevanz für die Herausbildung einer sozialistischen Identität.

Freitagskolloquium am 16. November 2018

Dr. Colin Arnaud aus Münster hält den nächsten Vortrag im Freitags-Kolloquium zu Problemen vergleichender Städtegeschichte zum Thema:

„Markt – Dom – Rat. Konstituierung und Erfahrung zentraler Räume in den spätmittelalterlichen Städten am Beispiel von Bologna und Straßburg“

Das Stadtzentrum ist heute wie damals von zwei konträren Dynamiken geprägt: Einerseits ist es der Treff- und Sammelpunkt für eine breite Bevölkerung, anderseits ist es so gefragt und umkämpft, dass nur die Reichsten und die Mächtigsten dort ein Gebäude besitzen konnten. Im Vortrag wird der Frage nachgegangen, ob in den spätmittelalterlichen Städten die horizontale oder die vertikale Zentralität überwog. Anhand der Fallbeispiele Bologna und Straßburg werden drei Arten von Zentren berücksichtigt: das wirtschaftliche (zentraler Marktplatz), das religiöse (Kathedral- oder Hauptkirche) und das politische Zentrum (Rathäuser).
Alle Interessierten sind am 16.11.2018 herzlich um 16 Uhr c.t. ins Sitzungszimmer des IStG eingeladen.

Vortragsreihe über Architekten und Entwürfe für Münster

Am Mittwoch, dem 24.10.2018, beginnt in Münster eine dreiteilige Vortragsreihe über Architekten, die das Stadtbild Münsters im 20. Jahrhundert - durch realisierte Projekte wie durch ihre Entwürfe - maßgeblich geprägt haben. So werden u.a. Carl Schirmeyer und die Anlage des Aasees (1920er Jahre), Peter Poelzig und Pläne für den Ausbau Münsters zur Gauhauptstadt in den 1930er/40er Jahren sowie Dieter und Ulrike Kälberer mit dem Bau des Aegidiimarktes (1976-1979) thematisiert.
Weitere Informationen zu den Vorträgen über Stadtbauräte/Architekten und deren Projekte finden Sie in der Münsterischen Zeitung vom 22. Oktober 2018.

THEMEN & TERMINE

Regierungsbaumeister Carl Schirmeyer (1869-1956)

Mittwoch, 24.10.2018
19 Uhr, A2, Aaseeterrassen

Stadtbaurat Peter Poelzig (1906-1981)
Mittwoch, 14.11.2018
19 Uhr, Villa ten Hompel

Dieter und Ulrike Kälberer (*1935/*1936)
Mittwoch, 5.12.2018
19 Uhr, VHS-Forum, Aegidiimarkt



STELLENAUSSCHREIBUNG - Promotionsstelle an der MLU in Halle (Saale)

An der Martin-Luther-Universität in Halle (Saale) ist ab dem 1.2.2019 die Stelle für eine(n) wissenschaftliche(n) Mitarbeiter/in im DFG-Projekt "Index Librorum Civitatum. Verzeichnis der Stadtbücher des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, ein Instrument der historischen Grundlagenforschung" in Teilzeitbeschäftigung (65%) zu besetzen.

Weitere Informationen zur Ausschreibung, auf die sich Interessierte bis zum 30.11.2018 bewerben können, finden Sie unter folgendem Link:

Stellenausschreibung - „Index Librorum Civitatum. Verzeichnis der Stadtbücher des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, ein Instrument der historischen Grundlagenforschung“

Neuerscheinung: Handbuch Landesgeschichte

Cover Handbuch Lg
© De Gruyter

Handbuch Landesgeschichte, hg. v. Werner Freitag, Michael Kißener, Christine Reinle, Sabine Ullmann, Berlin/Boston 2018.

ISBN 978-3-11-035411-9

Das „Handbuch Landesgeschichte“ ist als erstes regionenübergreifendes Handbuch zur deutschen Landesgeschichte neu erschienen. Das Handbuch, das von Ria Hänisch (IStG) redaktionell betreut wurde, stellt Erkenntnisinteressen, Methodologie, Themenfelder und Raumbegriffe landesgeschichtlicher Forschung vor. Dabei werden in einem ersten Schritt übergreifende Fragestellungen sowie die Geschichte des Fachs thematisiert. Im zweiten Teil des Handbuchs richtet sich der Blick auf die verschiedenen methodischen Zugriffe und Gegenstandsbereiche der Landesgeschichte, die an ausgesuchten historischen Räumen in vergleichender Perspektive beschrieben werden.

Das Handbuch wird im Rahmen des 58. Historikertages auf dem „Abend der Landesgeschichte“, der von der Arbeitsgruppe Landesgeschichte des VHD und der Historischen Kommission für Westfalen ausgerichtet wird, am 26.09.2018 im Erbdrostenhof in Münster präsentiert.

Neuerscheinung zur Städtegeschichte

Kommunale Selbsinszenierung
© Chronos Verlag

Kommunale Selbstinszenierung. Städtische Konstellationen zwischen Mittelalter und Neuzeit, hg. v. Martina Stercken und Christian Hesse (Medienwandel – Medienwechsel – Medienwissen 40), Chronos Verlag Zürich 2018.

ISBN 978-3-0340-1435-9

Der von Martina Stercken, Mitglied des Kuratoriums für vergleichende Städtegeschichte, mitherausgegebene Band befasst sich in zeitlich langer und geografisch breiter Perspektive mit kommunalen Selbstinszenierungen, also mit Momenten, in denen die Stadtgemeinde für unterschiedliche Öffentlichkeiten sichtbar gemacht wird. Vorgestellt werden Konstellationen der Zurschaustellung des bürgerlichen Gemeinwesens, die sich auf je eigene Art und Weise der Schriftlichkeit, Bildlichkeit sowie Performativität bedienen und dabei ältere Muster der Vermittlung variieren. Damit nimmt der Band, der Beiträge einer Tagung der Internationalen Kommission für Städtegeschichte 2015 in Zürich versammelt, Formen der Kommunikation in der Stadt und mit ihnen Objekte und Praktiken ins Blickfeld. Werner Freitag hat in diesem Werk einen Beitrag zur „ Inszenierten Stadtwirtschaftspolitik im Spätmittelalter. Marktplatz, Kaufhaus, Straße“ publiziert.

Summerschool: „Urbanität und Industrialisierung in Kleinstädten in Westfalen in Topographie und Kartographie“ - 6.-8. September 2018

Summerschool 2018Summerschool 2018
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Vom 6.-8. September 2018 veranstaltete das IStG eine Summerschool zu „Urbanität und Industrialisierung in Kleinstädten in Westfalen in Topographie und Kartographie“. Organisiert und betreut wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Werner Freitag, Dr. Thomas Tippach, Dr. Daniel Stracke und Tobias Kniep, B. Eng. Die Summerschool vereinte den Themenkomplex „Urbanität in der Industrialisierung in Kleinstädten“ mit der Vermittlung methodischer und technischer Kompetenzen zur historischen Kartografie im Kontext der Digital Humanities.
Insbesondere am Beispiel der sauerländischen Kleinstadt Menden wurde eine definitorische Abgrenzung des Kleinstadtbegriffs im 19. Jahrhundert an Hand verschiedener Aspekte, wie Verwaltung, struktureller ökonomischer Wandel, urbaner Topografie und bürgerlichem Selbstverständnis diskutiert. Eine Einführung in die Geschichte der Uraufnahmen und frühen Flurkarten des 19. Jahrhunderts im Hinblick auf Entstehungszweck, kartografische Präzision und Rezeption, vermittelte Kompetenzen zu einer Quellenkritik historischer Karten. Ergänzt wurde diese Einheit durch einen Überblick über allgemeine Grundbegriffe, Prinzipien und Visualisierungsprobleme der thematischen Kartografie. Eine Einführung in das Potential digitaler Kartografie durch die Verwendung von Geoinformationssystemen (GIS) schloss den theoretischen Teil des Seminars ab.
Ausgestattet mit diesem Handwerkszeug erprobten die Teilnehmer der Summerschool auch selbst die Anwendungsmöglichkeiten von GIS in der historischen Kartografie. Mit Hilfe der Software QuantumGIS wurde die Georeferenzierung und Georektifizierung historischer Karten eingeübt. Die darauf folgende Kartierung metallverarbeitender Industriestandorte in Menden legte die Grundlage für die Erstellung eigener thematischer Karten zur Industrialisierung einer westfälischen Kleinstadt. Hierbei konnte auf die Arbeiten von Wilfried Reininghaus für den Band „Menden (Sauerland)“ des Historischen Atlas westfälischer Städte 8, Münster 2017, zurückgegriffen werden. Abschließend wurden die Teilnehmer angehalten, eigene geschichtswissenschaftliche Fragestellungen zur kleinstädtischen Industrialisierung Mendens zu entwickeln und diese, gestützt durch QGIS, mit Hilfe des zuvor aufbereiteten kartografischen Materials zu beantworten. Diese Verbindung der Vermittlung praktischer Kompetenzen in der digitalen historischen Kartografie mit einem geschichtswissenschaftlichen Thema bot den Teilnehmern nicht nur einen vertiefenden Einblick in einen Teilbereich der Digital Humanities, sondern ermöglichte es ihnen zugleich dessen Potential für die historische Forschung unmittelbar zu erproben.

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