Limnologie, Gewässerentwicklung, Wasserrahmenrichtlinie

- ein Forschungsschwerpunkt der AG Angewandte Landschaftsökologie und Ökologische Planung
© Ines Lober / Benjamin Kupilas

Wir interessieren uns für die Auswirkungen anthropogener Stressoren (z.B. Klimawandel und Landnutzung) auf unsere Gewässerökosysteme sowie für das Management und den Erhalt von Biodiversität und Funktion der Systeme angesichts des globalen Wandels. Unsere Forschung verbindet Freiland- und Laborarbeit, experimentelle Studien (Manipulation in Mesokosmen) sowie die Auswertung vorhandener Datensätze.

  • Team

    Dr. Friederike Gabel & Dr. Benjamin Kupilas (Teamleitung)

    Prof. Dr. Tillmann Buttschardt
    Dr. Friederike Gabel
    Dr. Benjamin Kupilas

    Studierende

     

  • DGL Tagung 2023: Plastik in Binnengewässern – Quellen, Transport und Auswirkungen

    Bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Limnologie (DGL) bieten Katrin Wendt-Potthoff und Friederike Gabel eine Session zu Plastik in Binnengewässern – Quellen, Transport und Auswirkungen an.

    Plastik wird zunehmend in der wissenschaftlichen Gemeinschaft und in der Öffentlichkeit als Umweltproblem wahrgenommen. Besonderes Augenmerk gilt dem Mikroplastik, das von Organismen aufgenommen werden kann, wegen seiner großen Oberfläche Schadstoffe adsorbieren kann und damit möglicherweise weitreichende ökologische Konsequenzen hat. Viele Seen und Flüsse enthalten Plastikpartikel, aber die unterschiedlichen Transportmuster und mögliche Wirkungen auf limnische Organismen sind unzureichend verstanden. Es ist unter anderem noch wenig darüber bekannt, wie aquatische Organismen auf Plastik und seine Additive reagieren, welche Effekte die Aufnahme von Mikroplastik auf die Physiologie von aquatischen Organismen hat und welche Effekte in der Nahrungskette auftreten können. Die Session soll dazu beitragen, einen aktuellen Wissensaustausch zu den methodischen Untersuchungsansätzen, den Quellen und Senken und den biologischen Wirkungen von (Mikro)plastik im limnischen Milieu zu ermöglichen und Ansätze für weitergehende Forschungen aufzuzeigen.

    Zudem tragen zahlreiche Studierende aus den Studiengängen Landschaftsökologie und Wasserwissenschaften in Köln vor oder liefern Beiträge:

    • Yara Kobbe: Totholz in urbanen Gewässern: Auswirkungen von Totholzersatzstrukturen auf die Makrozoobenthos-Besiedlung
    • Joachim Rikus: Durchlässe als teilendes Element? Uferverbau hat keinen Einfluss auf Unterschiedlichkeit der Makrozoobenthos-Zönose
    • Hanna Schlüter und Fiete Winkelmann: Das Potential renaturierter Fließgewässer gegenüber klimawandelbedingten Stressoren
    • Verena Haupt: Quantitative und qualitative Analyse eines auf Mulchfolien wachsenden Biofilms als Nahrungsquelle für Physa fontinalis – Unterschiede zwischen konventionellen und Biokunststoffen
    • Henrike Jägel: Polyvinylchlorid-Mikroplastikpartikeln als Adsorbens für Kupfer und die Auswirkungen der Exposition auf Asellus aquaticus
    • Maike Kuhls: Influence of water quality and polymer type on the oxygen production and consumption of plastic associated biofilms
    • Isabell Bußmann: Auswirkungen von Polyamidpartikeln und dem Herbizid Terbuthylazin auf das Wachstum und die Entwicklung von Egeria densa
    • Theresa Sodenkamp: Auswirkungen von PET in Kombination mit Diclofenac auf Asellus aquaticus
  • Bericht über Mikroplastikuntersuchungen in den Rieselfeldern in der Lokalzeit Münsterland

    © WDR

    Die Lokalzeit Münsterland des WDR berichtete am 17.7.23 über die Mikroplastikuntersuchungen in den Rieselfeldern von Münster. Das Team um Dr. Friederike Gabel (ILÖK) und Prof. Dr. Bodo Philipp (Institut für Molekulare Mikrobiologie und Biotechnologie) untersuchte das Vorkommen und die Verteilung von Mikroplastik im Vogelparadies der Rieselfelder. Dabei zeigte sich eine sehr deutliche aber heterogene Belastung durch Mikroplastik. Welche Auswirkungen dies auf die dort lebenden Tiere hat, bedarf noch weiterer Forschung.

    Zu dem Bericht geht es hier.

  • © B. Kupilas

    Mesokosmenanalage an der Münsterschen Aa wieder in Betrieb

    Nach den Experimenten in 2020 steht unsere Mesokosmen Anlage diesen Sommer wieder an der Münsterschen Aa um das Potential renaturierter Fließgewässer gegenüber klimawandelbedingten Stressoren zu untersuchen. Im Fokus stehen dabei sowohl die steigende Wassertemperatur als auch zunehmende Niedrigwasserperioden, welche vor allem im landwirtschaftlich geprägten Münsterland eine große Rolle spielen. Dazu werden die insgesamt 32 Mesokosmen mit Makrozoobenthos-Gemeinschaften besiedelt, um anhand der Veränderungen der Artenzusammensetzung über die Zeit die Auswirkungen von Wassertemperatur und Niedrigwasser zu untersuchen.

  • Abschlussarbeit zu vergeben: Biodiversität in Uferrandstreifen

    Uferrandstreifen entlang von Gewässern stellen wichtige Habitate für den Erhalt und Schutz der Biodiversität dar. Sie werden zudem häufig als Management Maßnahme im landwirtschaftlichen Raum implementiert – häufig fehlt jedoch Wissen darüber wie ein optimaler Uferrandstreifen gestaltet werden muss um positive Effekte für die Artenvielfalt bei gleichzeitiger Berücksichtigung von limitierter Flächenverfügbarkeit zu balancieren. Im Sommer 2022 wurden im Rahmen eines Forschungsprojektes in Norwegen Proben von verschiedenen Organismengruppen (z.B. Spinnen und Laufkäfer) gesammelt. Im Sommersemester und/oder Wintersemester sollen die am ILÖK gelagerten Proben nun untersucht und ausgewertet werden. Es besteht die Möglichkeit für parallele Abschlussarbeiten mit dem jeweiligen Fokus auf unterschiedliche Gruppen.
    Wer Interesse hat, melde sich bitte bei Dr. Benjamin Kupilas (benjamin.kupilas@wwu.de).

  • Projekte

    EUfMa - Gewässerentwicklung erheblich veränderter Fließgewässersysteme

    MikroPlaTaS - Mikroplastik in Talsperren u. Staubereichen: Sedimentation, Verbreitung, Wirkung

    Interview zur Renaturierung von Fließgewässern