Neuerscheinungen

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Marion Bönnighausen, Marie Epping (Hg.): Begegnung mit Kunst. Interdisziplinäre Perspektiven auf ästhetische Erfahrungsprozesse, transcript: Bielefeld, 2026, ISBN: 978-3-8376-7955-7

Wie gestaltet sich eine Begegnung mit Kunst? Die Beiträger*innen nähern sich dieser Frage interdisziplinär und versammeln unterschiedliche Perspektiven auf Modi der Wahrnehmung, des Erlebens und der Erfahrung von Kunst. Aus den Bereichen Architektur, Bildende Kunst, Film, Fotografie, Hörspiel, Literatur, Musik und Theater kommend, thematisieren sie die künstlerische Materialität, die Rolle von Affektivität und Atmosphäre, Körperlichkeit und Leiblichkeit, Beobachtung und Immersion sowie Bewegung und Bewegtwerden und eröffnen so grundlegende kunstspezifische Dimensionen einer Begegnung mit Kunst als ästhetischem Erfahrungsprozess.

Professor Dr. Marion Bönnighausen

Marie Epping

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Irina Wutsdorff: "Das 19. Jahrhundert gehört Russland!". Kulturelle Selbstreflexion zwischen literarischem und philosophierendem Modus, Brill: Göttingen, 2026, USBN: 978-3-7705-7109-3

Die Studie verfolgt die Überlappung von literarischem und philosophierendem Diskurs in der russischen kulturellen Selbstreflexion des 19. Jahrhunderts. Nicht nur den Romanen des Realismus Tolstojs und Dostoevskijs wurde und wird in der Innen- wie Außenwahrnehmung oft eine besondere philosophische Dimension zugeschrieben – bereits in dem (späten) romantischen Prosa-Zyklus "Russkie noči" ("Russische Nächte") von Vl. Odoevskij wird Philosophie im Modus der Literatur verhandelt. Anhand exemplarischer Werke der Romantik und des Realismus geht die Studie in diskursanalytisch und poetologisch angelegten Lektüren dem Wechselverhältnis von Literatur und Philosophie in der russischen Kultur des 19. Jahrhunderts nach: Was bedeutet es für das Verständnis von Literatur, wenn ihr bevorzugt die Reflexion geschichts-, moral- und nicht zuletzt religionsphilosophischer Fragen zugeordnet wird? Und wie wird gerade mit dieser ‚anderen‘ Diskursanordnung immer wieder eine russische Besonderheit begründet?

Prof. Dr. Irina Wutsdorff

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Philipp Kamps, Alexandra L. Zepter (Hg.): KI – Körper – Didaktik. Leibliche Dimensionen sprachlichen und literarischen Lernens mit KI, Frank & Timme: Berlin, 2026 (Literatur – Medien – Didaktik, Band 23), ISBN: 978-3-7329-1230-8

Welche Bedeutung haben Körper, Wahrnehmung und Emotionen für sprachliches und literarisches Lernen unter den Bedingungen generativer Künstlicher Intelligenz? Dieser Frage widmet sich der didaktisch ausgerichtete Sammelband unter anderem aus der Perspektive von Kognitionswissenschaft, Leibphänomenologie und Medientheorie. Die Beiträge untersuchen, wie sich der Umgang mit Sprache und Literatur durch KI verändert und welche Rolle die leiblichen und sozialen Voraussetzungen menschlichen Lernens dabei spielen. Im Mittelpunkt stehen unter anderem Unterschiede zwischen menschlicher und künstlicher Kognition, der Status KI-generierter Texte und Bilder im Vermittlungsprozess sowie körperliche und emotionale Reaktionen auf Chatbots. Untersuchungen zu digitaler Schriftlichkeit, Lesetraining und literarischem Schreiben eröffnen darüber hinaus didaktische Perspektiven für die Grundschule und die Sekundarstufen. Der Band ist im Open Access frei zugänglich.

Dr. Karl Philipp Kamps

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Davor Beganović: Zwischen Karneval und Existentialismus. Literatur und Kultur im Jugoslawien der sechziger Jahre, FF press: Zagreb, 2025/26, ISBN: 978-953-379-276-7 (PDF)

Davor Beganović betrachtet in dieser Studie die jugoslawischen Kultur der 1960er Jahre als die eines langen Jahrzehnts: Ab den späten 50er Jahren bis in die frühen 70er Jahre zeigen sich, in Absetzung sowohl vom lange Zeit prägenden Paradigma der Avantgarde als auch von dem des (sozialistischen ) Realismus, zwei divergierende Tendenzen, nämlich einerseits eine Hinwendung zum Modell des Existentialismus, andererseits zu dem des Karnevals. Diese Entwicklung manifestierte sich zunächst in der bildenden Kunst mit der Gründung der Gruppe Mediala 1954 und entwickelte sich dann weiter in der Literatur, im Film, insbesondere in jener Strömung, die unter dem Namen "Schwarze Welle" in die Filmgeschichte eingegangen ist, sowie in der Philosophie. Diese Tendenzen blieben jedoch nicht auf den kulturellen Bereich beschränkt. Eines der bedeutendsten politischen Ereignisse im Jugoslawien der späten 1960er Jahre war die Studentenrevolte. In ihren öffentlichen Auftritten nahm sie häufig eine karnevaleske Form an, während sie ihre ideologische Grundlage in der Aneignung von Ideen der Praxis-Gruppe fand, die ihrerseits in engem Zusammenhang mit den Grundsätzen existenzialistischer Philosophie stand. Gerade diese Politisierung der Kultur der 1960er Jahre führte schließlich aber auch zu ihrem Niedergang – als Folge der kompromisslosen Abrechnung des Bundes der Kommunisten Jugoslawiens mit ihren Protagonisten. Insbesondere Filmschaffende wurden Opfer einer neuen Rigidität in der jugoslawischen Kulturpolitik. Um den rebellischen Geist der Studierenden zu besänftigen, wurde für sie als eine Art Kompromisslösung das Belgrader Studentische Kulturzentrum etabliert.  Unter dessen Dach gründete sich die Grupa šest ("Gruppe Sechs"), mit der die Kultur der "langen Sechziger" endet. Marina Abramović ging aus dieser Gruppe hervor, löste sich jedoch bald von ihr, ging ihren eigenen Weg und wandte sich anderen Bühnen zu. So markierte ihre Performance Thomas Lips / Lips of Thomas auf besondere Weise das Ende einer Epoche, die von den Diskursen des Karnevals und des Existenzialismus geprägt war.

Dr. Davor Beganović

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Davor Beganović: Anatomija otpora imperiju. Ogledi o ukrajinskoj književnosti [Anatomie des Widerstands gegen das Imperium. Essays zur ukrainischen Literatur], Fraktura: Zaprešić, 2026, ISBN: 9789533589756 

Davor Beganović hat sich, als Slavist und Literaturwissenschaftler, vor allem aber als ein aufmerksamer Leser, im Angesicht von Russlands Aggression gegen die Ukraine und des Leids, das das ukrainische Volk infolgedessen ertragen muss, auf ein Forschungsabenteuer durch die historischen und zeitgenössischen Landschaften der ukrainischen Literatur eingelassen. Werk für Werk, von der Lyrik und Prosa der klassischen Moderne bis hin zu Texten von Autorinnen und Autoren, die heute unter Bomben oder im Exil schreiben, begegnen uns Lesja Ukrajinka und Valerjan Pidmohylnyj ebenso wie Serhij Zhadan und Jurij Andruchovych sowie Lana Lux und Andrij Ljubka. Vor unseren Augen wechseln die Schrecken des Krieges, Verbrechen, Repressionen, familiäre und intime Dramen mit gelegentlichen Momenten der Freiheit. Wir erfahren von den Schicksalen der Schriftsteller, ihrer Werke und ihrer Figuren und entdecken dabei nach und nach, dass die ukrainische Literatur in ihrer Mehrsprachigkeit, Multikulturalität und vielfältigen Polyphonie nicht nur über eine außergewöhnliche integrative Kraft verfügt und nicht lediglich auf äußere gesellschaftliche Zwänge reagiert, sondern zugleich eine kleine Weltliteratur darstellt.

Dr. Davor Beganović

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Christoph Strosetzki, María Victoria Curto Hernández (Hg.): Harmony and Rhythm of the Univers. Interdisciplinary Explorations from 1500 to the Present, University of Rochester Press: Martlesham, 2026, ISBN: 9781648251962

Harmony and Rhythm of the Universe: Interdisciplinary Explorations from 1500 to the Present brings together physicists, astronomers, neuroscientists, mathematicians, musicians, historians, and theologians in a richly interdisciplinary dialogue. From Pythagoras and Plato to Kepler and Einstein, from Renaissance Europe to modern neuroscience, this volume traces how two deceptively simple concepts have proven endlessly generative – capable of connecting the movements of celestial bodies to the rhythms of the human heartbeat, and the proportions of a cathedral façade to the intervals of a musical scale.

Prof. Dr. Christoph Strosetzki

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Britta Herrmann, Sebastian Bernhardt (Hg.): Hörspiel der Weimarer Republik. Neue Perspektiven, Frank &Timme GmbH: Berlin, 2026, ISBN: 978-3-7329-1177-6

Das Hörspiel war ein innovatives und populäres Massenmedium der Weimarer Republik – tausende Produktionen wurden von 1924 bis 1932 gesendet. Zwischen avantgardistischen Experimenten und Unterhaltungsrundfunk entstanden Lehrstücke, Theater-Adaptationen, Klangcollagen, Funkopern, politische Stücke, erste True-Crime-Produktionen, Serien, Features, Soundscapes, Kinderhörspiele und vieles mehr. Bis 1930 hatten sich alle bis heute gängigen narrativen Formen herausgebildet. Da nur wenige akustische Aufzeichnungen aus der Frühzeit des Hörspiels existieren, ist vieles immer noch zu erforschen: Wie wurden Grenzen zwischen Realität und Fiktion aufgebrochen? Wie setzte sich das Medium zu sich selbst in Szene? Welche Funktion hatte es für die Literaturvermittlung und die literarische Ästhetik der Moderne? Wie wurden zeitgenössische Themen und Ereignisse reflektiert? Die Schwerpunkte des Bandes liegen auf Fragen zur Geschichte und ­Dokumentation des frühen Hörspiels sowie zu seinen akustischen Ästhetiken und Materialitäten.

Prof. Dr. Britta Herrmann

Prof. Dr. Sebastian Bernhardt

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Manon Yvonne Schutz: Sleep, Beds, and Death in Ancient Egypt. Studies on the Bed as a Female Entity, Otto Harrassowitz GmbH & Co. KG: Wiesbaden, 2026, ISBN: 978-3-447-12429-4       

Sleep is inevitable. Yet, while sleep unites all human beings, the when, where, how, with whom, and how long can vary significantly from time to time, place to place, family to family and often depends on the capabilities of those affected. Nonetheless, there are certain aspects that can be encountered everywhere: the wish to feel safe while sleeping and the related hope of getting up again the next morning. For this reason, people spare no effort to create a sleeping place that protects them literally and symbolically, with the bed often at the very center.
Using various two- and three-dimensional types of evidence, the study by Manon Yvonne Schutz tests modern preconceptions and deconstructs them where necessary, before reconstructing the term ‘bed’ from the ancient Egyptian perspective. A major focus lies on the object as a representation of the mother goddess, who embraces and protects the deceased sleeper during the night and actively helps him or her to wake up and be reborn in the morning. Ultimately, this volume tells a (not THE) story of the ancient Egyptian bed which, at its core, is a tale about the shared fears and hopes of humankind.

Dr. Manon Yvonne Schutz

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Sacha Alsancakli, Philip Bockholt (Hg.): Texts as Living Objects. Dhayls and Knowledge Transmission in the Islamic World, Brill: Leiden, 2026, ISBN: 978-90-04-76380-7

Texts as Living Objects brings together nine contributions on dhayls (supplements) and textual transmission in the Islamic world. Integrating case studies of texts in Arabic, Persian, Turkish, and Samaritan Hebrew, and spanning a wide geographical and chronological scope, the volume proposes a renewed definition and understanding of dhayls as cultural and historical phenomena.
Rather than examining supplementation in isolation, the volume also considers other forms of textual modification, such as commentary and translation, with which the production of supplements often overlapped. This approach underscores the dynamic yet persistent nature of authorship and knowledge production in the Islamic world and sheds light on the remarkable stability and cohesiveness of a plurisecular written production and its cultural milieu. 

Prof. Dr. Philip Bockholt

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Tetyana Dagovych: Erzählungen im Gerichtssaal. Literarisierte Narration in russischen Plädoyers 1864–1917, J.B. Metzler: Berlin, Heidelberg, 2026, ISBN: 978-3-662-73175-8

Im reformierten Gericht des späten Russischen Reichs konnten spannende literarisierte Erzählungen mehr bewirken als Gesetze. Begünstigt wurde dies durch die Form des Geschworenengerichts sowie durch einige originelle Justiznormen. Dieses Buch analysiert herausragende Plädoyers der Epoche und zeigt, wie Anwälte mithilfe narrativer Techniken und literarischer Verfahren die Rechtsprechung nachhaltig beeinflussten – bis hin zu spektakulären Freisprüchen trotz nachgewiesener Täterschaft. Narrative Strategien konnten dabei zum Schutz Benachteiligter und zur Bereicherung der Literatur beitragen, aber gleichzeitig faktische Impunität ermöglichen.

Tetyana Dagovych

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Alexander Brosch: Die Kaiserinwitwe im China der Späteren Han-Dynastie: Gesellschaftlicher Status und Regentschaftspraxis, OSTASIEN Verlag: Großheirath, 2026, ISBN-13: 978-3-911262-16-3

Während Frauen in der männerdominierten Welt der Späteren Han-Dynastie in ihren Möglichkeiten zum Aufstieg in Machtpositionen großen Einschränkungen unterworfen waren, bot ihnen ein Teil der konfuzianischen Konzeptionen von Familie Wege, dennoch großen Einfluss auszuüben. So verpflichtete der gesellschaftliche Kernwert der kindlichen Pietät Söhne dazu, ihren Müttern auch noch im Erwachsenenalter mit Gehorsamkeit bis hin zur Unterwürfigkeit zu begegnen. Umso mehr galt dies, sobald eine Mutter durch den Tod ihres Gatten zum Familienoberhaupt aufstieg. Die gesellschaftliche Fundierung der Stellung der Kaiserinwitwe sowie die Praxis der Regentschaftsausübung sind mithin die Themen, die das vorliegende Buch behandelt.

Dr. Alexander Brosch

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Yue Gao: Lehrbuch Wirtschaftschinesisch, Buske: Hamburg, 2026, ISBN: 978-3-96769-253-2

Dieses Lehrwerk vermittelt mit moderner Didaktik nützliche Begriffe und Ausdrucksweisen aus der chinesischen Wirtschaftssprache.

  • Niveaustufe B2/C1 des Europäischen Referenzrahmens
  • Für Unterricht und Selbststudium geeignet
  • Vermittlung konkreten und anwendungsspezifischen Vokabulars

Dr. Gao Yue 高岳

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Irina Wutsdorff (Hg.): Intellektuelles Prag im 19. und 20. Jahrhundert. Bd. 26. Prag im | Feuilleton | in Prag, Böhlau: Köln, 2026, ISBN: 978-3-412-53367-0

Im Prag des 19./20. Jahrhunderts treten deutsch(sprachig)e und tschechisch(sprachig)e Kultur in Austausch und Abgrenzung zueinander. Als Ort dieser Prozesse untersucht der Band das Feuilleton: Das vielfach von Selbstreflexivität und spielerischen Formen geprägte feuilletonistische Schreiben sucht insbesondere Detailbeobachtungen ein Signum der Zeit abzugewinnen. Wenn in Feuilletons die Erfahrungen der Moderne in besonderem Maße verdichtet sind und sich diesen kleinen Texten insofern eine Kulturpoetik der Moderne ablesen lässt, gilt dies für die spezifische Situation in Prag und die dort anzutreffenden unterschiedlichen Positionierungen umso mehr. Das Mit-, In-, Neben- und Gegeneinander von Deutschen und Tschechen in der Stadt Prag der Zeit tritt im Feuilleton besonders deutlich zutage.

Prof. Dr. Irina Wutsdorff

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Sebastian Bernhardt (Hg.): Unterrichtshilfen für den Literaturunterricht, Frank & Timme: Berlin, 2026, IBAN: 978-3-7329-1237-7

Unterrichtshilfen sind aus dem schulischen Alltag nicht wegzudenken: Handreichungen zu Romanen, vorgeplante Unterrichtseinheiten, Aufgabensammlungen oder auch Planungsunterstützung durch KI helfen Lehrkräften bei der Strukturierung ihres Unterrichts. Sie sind zudem eine Inspirationsquelle für Aufgaben, Stundenplanungen und auch Prüfungsvorbereitungen. Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, diese Materialien kritisch zu sichten: Sind die Zugriffe stimmig? Welche Blicke auf Literatur bieten sie an? Inwiefern sind Ziele klar formuliert und dem jeweiligen Gegenstand angemessen? Die Beiträge in diesem Band gehen diesen Fragen nach und bieten Impulse für das kritische Arbeiten mit den Materialien. Ziel ist die Professionalisierung von Lehramtsanwärter:innen sowie die Unterstützung erfahrener Lehrkräfte. Darüber hinaus bieten die Beiträge neue Perspektiven für die literaturdidaktische und bildungstheoretische Forschung.

Prof. Dr. Sebastian Bernhardt

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Sebastian Bernhardt (Hg.): Literatur in Lehrwerken für den Deutschunterricht, Frank & Timme: Berlin, 2026, IBAN: 978-3-7329-1156-1

Schulbücher und Lehrwerke sind ein fester Bestandteil des Deutschunterrichts, angepasst an Lehrplan und Curriculum des jeweiligen Bundeslandes. Sie helfen Lehrkräften beim Strukturieren des Unterrichts. Speziell für den Literaturunterricht bieten sie Primärtexte mit Aufgaben, Kontextualisierungen und Informationen an. Gerade für den Umgang mit Literatur bestehen jedoch besondere Anforderungen an Lehrwerke, denn Literatur ist kein herkömmlicher Lerngegenstand. Eine große Herausforderung besteht bereits darin, einen zu verschulten Blick auf Literatur zu verhindern. Zudem stellen sich Fragen nach Gestaltung, Textauswahl, didaktischer Aufbereitung und sachlicher Korrektheit. Die Beiträge in diesem Band untersuchen Lehrwerke von der Grundschule bis zur Oberstufe auf ihren Umgang mit Literatur. Sie bieten Impulse für Studierende, angehende und erfahrene Lehrkräfte sowie für Studienseminare und für die Lehrwerks- und Bildungsforschung.

Prof. Dr. Sebastian Bernhardt

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Anna Isabell Wörsdörfer: Serielles Erzählen und kollektive Identitäten. Narrative Konstruktionen kulturellen Bewusstseins in aktuellen spanischen und lateinamerikanischen TV- und Streaming-Serien, Schüren: Marburg, 2026, ISBN: 978-3-7410-0488-9

Die in der kulturwissenschaftlichen Fernsehforschung verortete und literatur- mit medienwissenschaftlichen Ansätzen kombinierende Monographie untersucht die spanische und lateinamerikanische TV- und Streaming-Serie der letzten zwölf Jahre auf ihre narrativen Vermittlungsstrategien und die ihr inhärenten Mechanismen kollektiver Identitätsbildung. Diese Doppelperspektive fußt auf der Grundbeobachtung, dass die beiden komplementären Prinzipien von Serialität – Wiederholung und Innovation, das heißt statische Wiederkehr und dynamische Variation – sowohl für den seriellen Erzählvorgang als auch für die Entwicklung kulturellen Bewusstseins innerhalb des kollektiven Gedächtnisses konstitutiv sind. Geleitet wird die Untersuchung von der These, dass in der audiovisuellen Serie ein innerer Zusammenhang zwischen beiden Kategorien konstruiert wird und somit eine enge Verzahnung von discours- und histoire-Ebene besteht, sodass eine systematische Analyse nur in der Zusammenschau von Form- und Inhaltsstrukturen erfolgen kann. Aufgrund ihres medien- und kulturspezifischen Kontexts von Narration und kollektiver Identitätsstiftung erweist sich gerade die im globalen Vergleich durch die Forschung (trotz der jüngsten Netflix- Erfolge von Las chicas del cable und La casa de papel) weiterhin vernachlässigte spanischsprachige Serie als ergiebiges, neue Erkenntnisse versprechendes Analysefeld.

PD Dr. Anna Isabell Wörsdörfer

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Philip Bockholt: Türkische Übersetzungen aus dem Arabischen und Persischen. Akteure, Adaption und Rezeption in der Frühen Neuzeit, De Gruyter Brill: Boston, 2026, ISBN: 978-3-1191-4379-0

Übersetzungen von Geschichtswerken und Ratgeberliteratur ins Türkische im Anatolien der Frühen Neuzeit gehen auf die Absicht muslimischer Eliten zurück, sich die auf Arabisch und Persisch abgefassten Traditionen des Islams zu eigen zu machen und sich selbst hierdurch mit diesen zu verbinden. Vorliegende Studie versteht Übersetzung als kulturelle Praxis und wesentlichen Bestandteil des innerislamischen Wissenstransfers in einer Zeit, die im östlichen Mittelmeerraum durch Prozesse der osmanischen Reichsbildung, Ausprägung lokaler Wissenskulturen und Multilingualität in Form der drei Sprachen (elsine-i s̱elās̱e) islamischer Gelehrsamkeit gekennzeichnet ist. Ausgehend vom jeweiligen Handschriftenbefund ausgewählter Werke analysiert Philip Bockholt Akteure (Übersetzer, Auftraggeber und Leserschaft) sowie inhaltliche Adaption und Rezeption zeitgenössischer Übersetzungsvorgänge. Behandelt werden hierbei u.a. Fragen nach der Existenz von Mehrfachübersetzungen, dem Selbstverständnis von Übersetzern oder der soziokulturellen Verortung der Leser eines Werkes, wobei neben dem Text eines Werkes auch in Abschriften vorhandene Angaben zum Produktions- und Zirkulationskontext ausgewertet werden. Die Untersuchung von Übersetzungsvorgängen aus dem Arabischen und Persischen ins Türkische verbindet so die getrennt voneinander ablaufenden Forschungsdiskurse der Fächer Arabistik, Iranistik, Islamwissenschaft und Turkologie.

Dr. Philip Bockholt

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Wolf Dietrich, Volker Noll: Einführung in die spanische Sprachwissenschaft. Ein Lehr- und Arbeitsbuch. 8., neu bearbeitete und erweiterte Auflage, ESV: Berlin, 2026, ISBN: 978-3-503-24159-0

Das Buch bietet einen Überblick über das Spanische als romanische Sprache und seine Verbreitung in der Welt, es erörtert Grundbegriffe der allgemeinen Sprachwissenschaft, verfolgt zentrale Fragestellungen in ihrer Geschichte und stellt die wichtigsten sprachlichen Phänomene des Spanischen von heute vor. Weitere Themengebiete sind die Entwicklung des Spanischen in Europa und die Herausbildung des amerikanischen Spanisch.

Prof. Dr. Wolf Dietrich

Prof. Dr. Volker Noll

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Sebastian Bernhardt (Hg.): Literaturunterricht in den Sekundarstufen zwischen Themenorientierung und Ästhetik, Frank & Timme GmbH: Berlin, 2025, ISBN: 978-3-7329-1205-6

Literatur beruht auf eigenen Prinzipien und Normen. Sie ist fiktional, hat aber trotzdem immer einen Bezug zur Wirklichkeit. Deshalb verhandeln literarische Texte und fiktionale Medien auch regelmäßig Schlüsselprobleme ihrer Gegenwart. Dabei eröffnen sie Konfliktfelder und ermutigen zur philosophischen Reflexion. Mithilfe ästhetischer Verfremdung laden Literatur und Medien so zu einem differenzierten Blick auf die Welt ein. Entsprechend bietet sich der Einsatz literarischer Medien im Unterricht der Sekundarstufen an, um auf ungewohnten Wegen an Themen heranzuführen. Die Beiträge in diesem Band demonstrieren anschaulich, wie Literatur erfolgreich in der Schule genutzt werden kann. Sie beweisen zudem, dass Literatur und Medien im Schulunterricht verwendet werden können, ohne ihren Zauber zu verlieren oder zu bloßen Impulsgeber*innen zu werden.

Prof. Dr. Sebastian Bernhardt

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Sebastian Bernhardt (Hg.): Literaturunterricht in der Primarstufe zwischen Themenorientierung und Ästhetik, Frank & Timme GmbH: Berlin, 2025, ISBN: 978-3-7329-1074-8

Wenn Kinderliteratur in der Grundschule zum Einsatz kommt, steht die Leseförderung in der Regel an erster Stelle. Oft geht es aber auch darum, Kinder an Themen heranzuführen, ihre Neugierde zu wecken und sie zum Nachdenken anzuregen. Wie das gelingen kann, steht im Mittelpunkt dieses Bandes. Die Autor*innen greifen dabei durchaus "heikle" Themen auf, darunter Tod und Trauer, Vorurteile, Missbrauch, Umweltbewusstsein oder den Kampf für Kinderrechte. Anhand von konkreten Textbeispielen aus der Kinderliteratur entwickeln sie Perspektiven für einen themenorientierten Literaturunterricht in der Grundschule. Dabei kommt die Literatur trotz aller didaktischen Kniffe sehr wohl in ihrer ganzen Vielfalt und Strahlkraft zur Geltung.

Prof. Dr. Sebastian Bernhardt

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Wolf Dietrich: Gramática da Lingua Geral do Brazil : Manuscrito anônimo de 1750, Universidade de Coimbra No. 69. Transcrição, edição comentada e análise linguística, ULB: Münster, 2025, ISBN: 978-3-8405-0309-2

Die „Língua Geral“ ('allgemeine Sprache') war im kolonialen Brasilien die neben dem Portugiesischen verbreitete Verkehrssprache, die in der ländlichen Bevölkerung, aber auch im städtischen Milieu als Muttersprache, aber auch als Mittlersprache zwischen diesen Kolonisatoren und den Indigenen benutzt wurde. 
Die anonyme Grammatik, die wohl vom Ende des 17. Jahrhunderts stammt in einer Abschrift von 1750 erhalten ist, wird hier zum ersten Mal publiziert und philologisch und linguistisch kommentiert. Sie ist im Zusammenhang mit anderen Dokumenten Grundlage für eine sprachhistorische Untersuchung, in der gezeigt wird, in welchem Maße sich die ursprüngliche indigene Sprache an das Portugiesisch der Umgebung angepasst hat, nicht nur im Wortschatz, sondern vor allem auch lautlich und in den grammatischen und syntaktischen Strukturen. Die Beschreibungssprache ist Portugiesisch, mit einer englischsprachigen Zusammenfassung.

Prof. Dr. Wolf Dietrich

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Annette Kieser: Sekundäre Zentren der Sechs Dynastien. Untersuchungen zu Gräbern am Yangzi-Mittellauf, HARRASSOWITZ: Wiesbaden, 2025, ISBN: 978-3-447-12426-3

Das Yangzi-Mittellaufgebiet war für die Geschichte der Sechs Dynastien (220‒589 n.Chr.) von zentraler Bedeutung. Annette Kieser erweitert und reevaluiert in ihrer Studie durch eine systematische Untersuchung der materiellen Kultur fünf Sekundärer Zentren am Yangzi-Mittellauf (die heutigen Städte Echeng, Wuhan, Xiangyang, Jingzhou und Changsha) das vornehmlich aus Schriftquellen rekonstruierte Bild dieser Region, die bislang meist im Schatten der auf Jiankang ausgerichteten Forschung stand. Als Grundlage hierfür dienen Grabanlagen in den besagten Zentren aus der Zeit der Sechs Dynastien. Das Fundaufkommen wird anhand der Grabungsberichte datentechnisch erfasst, analysiert und unter Berücksichtigung der Schriftquellen in den historischen Kontext gesetzt. Als Referenzmaterial dienen bereits erschlossene Gräber anderer südchinesischer Regionen.

Dr. Annette Kieser

Forschungsprojekt: Untersuchung zu Gräbern der Sechs Dynastien (220-589) am Yangzi-Mittellauf (Provinzen Hubei, Hunan, Jiangxi)

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Thomas Bauer: Die Edelvögel der Fürsten von Hama. Die Futuwwah-Jagd in Syrien, 12. bis 17. Jahrhundert, Ergon Verlag: Baden-Baden, 2025, ISBN: 978-3-98740-219-7

Mehr als 500 Jahre lang betrieb man im Fruchtbaren Halbmond eine bislang unerforschte Trophäenjagd auf 14 festgelegte Vogelarten mit einem Kugeln verschießenden Bogen. In diesem streng geregelten Sport setzt sich die Tradition der Futuwwah fort, des um 1200 durch den Kalifen an-Nāṣir eingeführten "Jungmännertums". Die genannte Form der Jagd fand in zahlreichen literarischen Texten ihren Niederschlag, stieß aber wegen ihres schichtübergreifenden Teilnehmerkreises auch auf Kritik. Im vorliegenden Band werden die ornithologischen, jagdtechnischen und gesellschaftlichen Hintergründe dargestellt und, neben Texten von Ibn Nubātah und anderen, eine Risālah Ṣafiyyaddīn al-Ḥillīs und eine Maqāme aṣ-Ṣafadī al-Barīdīs aus dem 14. Jh. erstmals ediert und übersetzt.

Professor Dr. Thomas Bauer

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Sebastian Fink und Hans Neumann (Hrsg.): Towards a History of Assyriology. Workshop Organized at the 64th Rencontre Assyriologique Internationale, Innsbruck 2018 (Investigatio Orientis 5), Zaphon: Münster, 2025, ISBN: 978-3-96327-246-2

Die in diesem Band versammelten Beiträge basieren auf der Sektion „Towards a History of Assyriology“, die im Juli 2018 im Rahmen des 64. Rencontre Assyriologique Internationale (RAI) in Innsbruck stattfand. Voraussetzung für eine internationale Geschichte der Altorientalistik ist die Aufarbeitung der nationalen Geschichte der Altorientalistik und ihrer internationalen Vernetzung, die auf der Erforschung von Archiven unterschiedlicher Größe und Sprache beruht. Einige der Beiträge erörtern nationale Wissenschaftsgeschichten. Andere Beiträge widmen sich bekannten und weniger bekannten Forscherpersönlichkeiten der Fachgeschichte. Weitere Artikel diskutieren forschungshistorische und ideologische Fragen, die das Fach Altorientalistik/Assyriologie und seine Entwicklung beeinflusst haben.

Prof. Dr. Hans Neumann

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