Juliane Schopf M.A.

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Kontakt

Westfälische Wilhelms-Universität
Germanistisches Institut
Abteilung Sprachwissenschaft
Schlossplatz 34
D-48143 Münster
Tel. 0251-83 24 186
E-Mail: Juliane Schopf

Sprechstunde

Die Sprechstunde im Wintersemester 2018/19 findet mittwochs von 10-11 Uhr statt.

  • Forschungsinteressen

    • Arzt-Patienten-Kommunikation/Medizinische Kommunikation
    • Interaktionale Linguistik und Gesprächsanalyse
    • Variationslinguistik
    • Deutsch als Fremd- und Zweitsprache
    • Lehrwerk- und Schulbuchforschung
  • Lehre und Gastdozenturen

    "Morphologie" (2 Übungen, WS 2018/2019, WWU Münster)

    "Grammatik der Deutschen Sprache" (Übung, WS 2018/2019, WWU Münster)

    Gastdozentur an der Nationalen Universität Usbekistans Taschkent, Blockseminar zum Thema "Authentische Alltagsinteraktion für die Forschung und Praxis im Bereich DaF und DaZ" (03/2018)

    Gastdozentur an der Xi'an International Studies University (China), Blockseminar zum Thema "Gesprochene Sprache im DaF- und DaZ-Unterricht" (12/2017)

    "Standarddeutsch in Deutschland, Österreich und der Schweiz" (Übung, WS 2017/2018, WWU Münster)

    "Interaktionale Sprache im (DaF-)Unterricht" (Seminar, WS 2017/2018, WWU Münster)

  • Vorträge und Tagungen

    05.05.2018: "Angewandte Gesprächsforschung in der Aus- und Weiterbildung von (nicht-)muttersprachlichen ÄrztInnen". Vortrag im Rahmen des 62. Treffen des Arbeitskreises Angewandte Gesprächsforschung mit dem Rahmenthema "Gesundheitskommunikation" am an der Hochschule für Gesundheit in Bochum.

    26.03.2018: "Gesprochene Sprache im DaF-Unterricht. Zur Didaktisierung von fachwissenschaftlichen Erkenntnissen". Gastvortrag an der Nationalen Universität Usbekistans Taschkent.

    06.03.2018: „Plattform Gesprochenes Deutsch: Eine Ressource zur Vermittlung sprachlicher Interaktion im Deutschunterricht“. Vortrag im Rahmen der Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Linguistische Pragmatik e.V. (ALP) an der Universität Stuttgart [mit Beate Weidner].

    25.01.2018: "Gespräche in der Impfsprechstunde. Analyse einer Gesprächsgattung und ihrer Fachsprache unter Einbezug des DaF-/DaZ-Kontextes". Vortrag im Rahmen des Doktorandenkolloquiums des Promotionskollegs Empirische und Angewandte Sprachwissenschaft Münster.

    13.01.2018: "Plattform Gesprochenes Deutsch - eine Projektvorstellung". Vortrag im Rahmen der 12. Jahrestagung der AG Mündlichkeit des Symposiums Deutschdidaktik (SDD) in Hofgeismar [mit Beate Weidner].

    07.12.2017: "Gesprochene Sprache im DaF- und DaZ-Unterricht". Gastvortrag an der Xi'an International Studies University (China).

    04.11.2016: "Krankheit kann heilsam sein. Medizin, Therapiemethoden und Bedeutung der Krankheit im Zauberberg." Vortrag im Rahmen der Tagung "Krankheit, Leid und Schmerz im Werk Thomas Manns" der Thomas Mann-Gesellschaft Düsseldorf e.V. in Kooperation mit der Heinrich Heine-Universität Düsseldorf.

    Tagungsorganisation

    Juni 2018: Co-Organisation der internationalen Tagung "Gesprochene Sprache in der kommunikativen Praxis - Analysen authentischer Alltagssprache und ihr Einsatz im DaF-Unterricht", 20.-22.06.2018, Münster.

     

  • Promotionsprojekt

    Gespräche in der Impfsprechstunde. Analyse einer Gesprächsgattung und ihrer Fachsprache unter Einbezug des DaF-/DaZ-Kontextes

    Obwohl das Thema Impfen gesellschaftlich, medial und politisch stark präsent ist und einen hohen diskursiven Stellenwert aufweist, sind Impfgespräche bis dato noch nicht linguistisch untersucht worden. Während Arzt-Patienten-Gespräche in anderen Fachbereichen wie beispielsweise der Onkologie (Ditz 2006), Gynäkologie (Neises/Ditz/Spranz-Fogasy 2005) oder Anästhesie (Hansen/Bejenke 2010) bereits eingehend beschrieben wurden, soll die Kommunikation in der Impfmedizin erstmals im vorliegenden Dissertationsprojekt sprachwissenschaftlich analysiert werden.

    Methodisch der Gesprächsanalyse, Gattungsanalyse und Fachsprachenforschung verpflichtet wird anhand eines Korpus von Impfgesprächen aus unterschiedlichen Orten des deutschsprachigen Raumes der Forschungsfrage nachgegangen, wie die GesprächsteilnehmerInnen das Impfgespräch interaktional herstellen und die Impfentscheidung aushandeln. Außerdem ist von Interesse, welchen kommunikativen Herausforderungen ÄrztInnen und PatientInnen in der Impfsprechstunde begegnen und mit welchen sprachlichen Mitteln sie diese lösen. Da die spezifisch impfmedizinische Fachsprache für die Gesprächsgattung von zentraler Bedeutung ist, soll diese auf verschiedenen sprachlichen Ebenen herausgearbeitet und ihre jeweilige Funktion in der Interaktion untersucht werden.

    Vor dem Hintergrund der kürzlich eingeführten Fachsprachenprüfung für ausländische MedizinerInnen werden die Ergebnisse anschließend didaktisiert, sodass Lehr- und Lernmaterialien auf Basis von authentischen Gesprächsdaten für den Bereich der Impfmedizin entstehen, welche die ApprobationsanwärterInnen adäquat auf diese neuartige Prüfungsform vorbereiten und insbesondere auf der Ebene der gesprochenen Sprache schulen. In Form von eLearning- und mLearning-Sequenzen können diese Materialien individuell in der Aus- und Weiterbildung von (nicht-)muttersprachlichen MedizinerInnen eingesetzt werden.

     

    Schlüsselbegriffe: Gesprächsanalyse, Angewandte Gesprächsforschung, Gattungsanalyse, Medizinische Kommunikation, Fachsprachenforschung, Deutsch als Fremd- und Zweitsprache

     

    Literatur

    Becker, Maria (2015): Ärztliche Empfehlungen in Therapieplanungsgesprächen. Eine gesprächsanalytische Untersuchung. Mannheim: Verlag für Gesprächsforschung.

    Betsch, C., Renkewitz, F. & Haase, N. (2013): Effect of narrative reports about vaccine adverse events and bias-awareness disclaimers on vaccine decisions: A simulation of an online patient social network. Medical Decision Making. doi: 10.1177/0272989X12452342. [Epub 2012 Aug 8].

    Böhm, R., Meier, N., Korn, L. & Betsch, C. (2017): Behavioural consequences of vaccination recommendations: an experimental analysis. Health Economics, 26, 66-75.

    Ditz, Susanne (2006): Diagnoseübermittlung, Entscheidungsfindung und präoperatives Aufklärungsgespräch. In: Ditz, S., Diegelmann, C., Isermann, M. (Hrsg.): Psychoonkologie Schwerpunkt Brustkrebs. Stuttgart: Kohlhammer, S.167-174.

    Farhan, Nabeel/ Baumgärtner, Christian (Hg.) (2015): Kommunikation für ausländische Ärzte: Vorbereitung auf den Patientenkommunikationstest in Deutschland. München: Elsevier, Urban & Fischer.

    Günthner, Susanne/Knoblauch, Hubert (1994): Forms are the food of faith". Gattungen als Muster kommunikativen Handelns. In: Kölner Zeitschrift für Psychologie und Sozialpsy- chologie 46 (2), 693723.

    Hansen, Ernil/Bejenke, Christel (2010): Negative und positive Suggestionen in der Anästhesie: Verbesserte Kommunikation mit ängstlichen Patienten bei Operationen. Springer.

    Neises, M./Ditz, S./Spranz-Fogasy, T. (Hg.) (2005): Psychosomatische Gesprächsführung in der Frauenheilkunde. Ein interdisziplinärer Ansatz zur verbalen Intervention. Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft.

    Peters, Tim (2015): „Sie können sich das quasi aussuchen, welches sie nehmen.“ Die interaktionale Aushandlung der therapeutischen Entscheidungsfindung in der medizinischen Ausbildung. Mannheim: Verlag für Gesprächsforschung.

     

  • Projekte

    Plattform Gesprochenes Deutsch - Authentische Alltagsinteraktion für die Forschung und Praxis im Bereich DaF und DaZ

    Gefördert vom Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen

    Laufzeit: 01.03.2017-30.04.2018

    Damit die Integration von Menschen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, in unserer Gesellschaft gelingen kann, ist es unumgänglich, dass die Personen mit derjenigen Gebrauchsweise von Deutsch vertraut gemacht werden, die heutzutage im Alltag verwendet wird. Trotz der sogenannten „kommunikativen Wende“ orientieren sich Lehrwerke im Bereich Deutsch-als-Zweit- und Fremdsprache vorwiegend an den Normen der deutschen Schriftsprache: So weichen die in Lehrbuchdialogen konstruierten Äußerungen noch immer erheblich vom tatsächlichen mündlichen Sprachgebrauch deutscher MuttersprachlerInnen ab. Nicht nur herrscht ein Defizit an authentischem, für den Unterricht aufbereitetem Dialogmaterial, auch im Bereich der praxisorientierten Lehrvorschläge fehlt es an Didaktisierungen von grundlegenden und relevanten Strukturen des gesprochenen Deutsch. Das Projekt nimmt sich dieses Desiderats an und strebt an, eine Internet-Plattform zu entwickeln, auf der eine umfangreiche Datenbank von Gesprächen deutscher MuttersprachlerInnen und Lehrmaterial zum Einsatz im DaF- und DaZ-Unterricht bereitgestellt werden soll. Studentische Hilfskräfte sollen Gespräche in unterschiedlichen informellen wie auch institutionellen Kontexten erheben, in denen verschiedenste kommunikative Handlungen und Gesprächsgattungen enthalten sind. Da das Projekt methodologisch der Interaktionalen Linguistik und der Gesprächsanalyse verpflichtet ist, werden ausschließlich authentische Gespräche als Ton- oder Videodokument aufgezeichnet, die sodann nach einer vereinfachten Version des Gesprächsanalytischen Transkriptionssystems (Selting et al. 2009) transkribiert werden. Dies ermöglicht Nicht-LinguistInnen einen schnellen und unkomplizierten Zugang zu den Daten. Basierend auf den Videodaten und Transkripten soll ein/e wissenschaftliche/r MitarbeiterIn Lehreinheiten erarbeiten, in denen Strukturen des gesprochenen Deutsch (aus dem Bereich der Prosodie, der Syntax, des Lexikons, der sequenziellen Organisation, der Markierung von Nähe und Distanz, der Indizierung von Emotionen und Modalitäten etc.) in einer lernergerechten Form aufbereitet werden. Die erhobenen Gesprächsdaten sollen darüber hinaus auch der DaF- und DaZ-Lehrerausbildung und der Forschung zugänglich sein. So können zukünftige Lehrpersonen im Umgang mit gesprochenen Daten geschult werden und der Interaktionalen Linguistik wird die Möglichkeit geboten, auf Grundlage der Daten neue Erkenntnisse über Sprache-in-Interaktion zu erarbeiten, die dann wiederum der DaF- und DaZ-Didaktik zugutekommen. Das Projekt treibt so die dringend notwendige Verzahnung der sprachwissenschaftlichen Forschung mit der alltäglichen Unterrichtspraxis von DaZ und DaF voran und leistet einen konkreten Beitrag zur Bildungsbeteiligung von MigrantInnen: Nur, wenn ihnen mündliche Sprachkompetenzen vermittelt werden, die sie in die Lage versetzen, situationsadäquat in verschiedenen sozialen Interaktionskontexten zu kommunizieren, können sie die komplexen kommunikativen Anforderungen des Alltags in Deutschland erfolgreich bewältigen und das gesellschaftliche Zusammenleben aktiv mitgestalten.