Aktuelles

  • Wichtiger Hinweis zum Workshop von Herrn Milo Rau

    Der Workshop am 12.12.2019 und  13.12.2019 von Herrn Milo Rau findet nicht wie angegeben in der Johannisstr. 8-10 statt, sondern wurde in den Raum VSH 118 des vom-Stein-Hauses verlegt.

  • Milo Rau übernimmt Poetik-Dozentur am Germanistischen Institut

    Milo Rau, der zur Zeit wohl avancierteste, umstrittenste und einflussreichste europäische Dramatiker, Autor und Regisseur (geb. 1977), wird im Wintersemester 2019/20 die nunmehr zum dritten Mal vergebene Poetik-Dozentur am Germanistischen Institut der Universität Münster übernehmen. Teil dieser Dozentur ist eine Poetikvorlesung (drei Abende), eine öffentliche Lesung aus eigenen Texten, ein Workshop für Studierende sowie ein Künstlerabend in Kooperation mit weiteren Künstlerinnen und Künstlern. Milo Rau steht für eine neue Form des politischen Theaters, das soziale Phantasien realisiert, herkömmliche dramatische Formate sprengt und auf provokative Weise in die politische Wirklichkeit ausgreift. Seine Stücke wurden u.a. beim Theatertreffen Berlin, auf dem Festival d’Avignon, der Biennale di Venezia und den Wiener Festwochen aufgeführt. Zu den bekanntesten Produktionen gehören, Hate Radio (2011), die Moskauer Prozesse (2013), das Kongo-Tribunal (2015) und Die Wiederholung (2018). Derzeit ist Milo Rau Intendant des NTGent. Er hat zahlreiche Preise erhalten wie den Schweizer Theaterpreis (2014), den Preis des Internationalen Theaterinstituts (ITI) (2016), den 3sat-Preis (2017), den Peter Weiss-Preis (2017) sowie 2019 den Europe Prize Theatrical Realities. Rau ist zudem Autor verschiedener Schriften wie „Was tun? Kritik der postmodernen Vernunft“ (2013), „Althussers Hände“ (2015) und „Globaler Realismus“ (2018).

    Weitere wichtige Informationen finden Sie hier.

  • Forschungsprojekt zum Thema Sprache und Konfession erhält Förderung von der DFG

    Die Germanistin Dr. Anna-Maria Balbach forscht über Sprachdifferenzen zwischen Katholiken und Protestanten in der Gegenwart / DFG fördert das Projekt mit 315.000 Euro

    Katholisch oder evangelisch? Spielt das heute, 500 Jahre nach der Reformation und in Zeiten intensiver ökumenischer Zusammenarbeit, überhaupt noch eine Rolle? Die Frage nach der Konfession interessiert heute doch kaum noch jemanden, oder? Offensichtlich doch, denn die jugendlichen Hörerinnen und Hörer des jungen Radiosenders 1live des WDR stellen sich genau diese Frage, wenn die Kurzverkündung Kirche in 1live beginnt: Handelt es sich um einen katholischen oder um einen evangelischen Beitrag? Die "richtige" Konfession während der Sendung zu erraten, daraus ist ein beliebtes Spiel geworden.

    Dr. Anna-Maria Balbach, Wissenschaftlerin am Germanistischen Institut der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU), wollte es genauer wissen: Insgesamt 112 Studierenden legte sie die Radiopredigten des Jugendsenders 1live in Textform vor. Sie sollten erraten, welche Predigt katholisch und welche evangelisch ist und die Gründe angeben, warum sie die jeweilige Konfession vermuten. "Die Auswertung zeigte, dass die Studierenden zu rund 70 Prozent richtig lagen", so Balbach über das Ergebnis der Umfrage. "Sie vermuteten eine katholische Radiopredigt, wenn das Thema ernsthafter, der Text eher moralisch geprägt und die Sprache religiös ausgerichtet ist, also Wörter wie beispielsweise 'Gott', 'Kirche', 'Jesus' oder 'Ostern' vorkommen. Prägt ein sehr jugendlicher Sprachduktus den Beitrag und handelt es sich um ein Thema, das nur im weitesten Sinne etwas mit Religion zu tun hat, tippten sie eher auf einen Beitrag der evangelischen Kirche."

    Und tatsächlich: In einer Vorstudie konnte Balbach feststellen, dass die Sprache in katholischen Verkündigungen deutlich mehr religiöses Vokabular enthält als in den protestantischen Predigten. Zudem fand sie Hinweise darauf, dass Katholiken anders über Gott sprechen als Protestanten. Sie geht davon aus, dass die unterschiedliche Sprachgestaltung der Radiopredigten auf ein voneinander abweichendes Gottesbild verweist, das auch heute noch gültig ist.

    "Die beiden Themen 'Sprache' und 'Religion/Konfession' haben mich schon immer interessiert. Daher habe ich auch Germanistik und Katholische Theologie studiert“, erzählt Balbach. "Ich wollte dem Zusammenhang von Religion, Sprache und Gesellschaft nachgehen. Je tiefer ich in beide Fächer eingetaucht bin, umso klarer wurde mir, wie eng verbunden Religion und Sprache tatsächlich sind." In ihrer Dissertation, entstanden am WWU-Exzellenzcluster Religion und Politik, konnte sie nachweisen, dass sich die konfessionellen Streitigkeiten der Frühen Neuzeit auf die Sprache der Menschen auswirkten. Katholiken und Protestanten wählten teilweise verschiedene Varietäten des Deutschen, um sich mittels der Sprache von der verhassten anderen Konfession abzugrenzen. "Das ging so weit, dass Katholiken andere Formulierungen und sogar andere Schreibweisen von Wörtern auf den Inschriften ihrer Grabsteine wählten", erklärt Balbach. Das Bedürfnis der sprachlichen Abgrenzung führte zu bestimmten katholischen und evangelischen Sprachgebrauchsdifferenzen auf lexikalischer, syntaktischer und textstruktureller Ebene, die sich bis ins späte 18. Jahrhundert nachweisen lassen. Doch was ist aus diesen Sprachdifferenzen geworden?

    In Bezug auf die Gegenwartssprache stellt Balbach eine große Forschungslücke fest. Linguistische Untersuchungen zum Thema gibt es nicht. In ihrem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt "'Denn deine Sprache verrät Dich…' – Sprache und Konfession 500 Jahre nach der Reformation", will sie in den nächsten sechs Jahren intensiv nach konfessionellen Besonderheiten in Ausschnitten der Gegenwartssprache suchen. Das moderne Format der öffentlichen Glaubensverkündigung in Radiobeiträgen hält sie als Untersuchungsgegenstand für besonders geeignet, zumal diese sowohl in der germanistischen als auch in der theologischen Forschung bislang kaum beachtet wurden. Balbachs Hypothese: Auch heute noch – 500 Jahre nach der Reformation und nach dem nicht nur theologischen, sondern auch sprachmächtigen Wirken Martin Luthers – gibt es konfessionelle Sprachgebrauchsdifferenzen. "Daraus resultiert ein konfessionstypischer Stil, in dem religiöses, kommunikatives Handeln gestaltet ist", so Balbach. "Das möchte ich mittels eines Mixed-Method-Ansatzes aus quantitativen und qualitativen Verfahren von der Themenwahl, der Textstruktur über die Syntax und Wortbildung bis hin zur Lexik nachweisen."

    Dr. Anna-Maria Balbach

    Anna-Maria Balbach: Sprache und Konfession: Frühneuzeitliche Inschriften des Totengedächtnisses in Bayerisch-Schwaben. Dissertation Münster. Würzburg: Ergon-Verlag 2014 (Religion und Politik 9).

Veranstaltungen

  • Forschendes Lernen ermöglichen

    © Germanistisches Institut

Neue Veröffentlichungen aus dem Institut

  • Martina Wagner-Egelhaaf, Bruno Quast, Helene Basu (Hg.): Mythen und Narrative des Entscheidens, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2019.

    Neu erschienen ist von Martina Wagner-Egelhaaf, Bruno Quast, Helene Basu (Hg.): Mythen und Narrative des Entscheidens, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2019.

    Es gibt Mythen des Entscheidens, die immer wieder erzählt werden: die Entscheidung von Adam und Eva im Paradies, vom Baum der Erkenntnis zu essen, das Urteil des Paris, Herakles am Scheideweg oder Buridans Esel, der sich zwischen zwei Heuhaufen nicht entscheiden kann und deshalb zugrunde geht. Der Sammelband untersucht das Verhältnis von Mythos, Narration und Entscheiden. Er setzt in Mythos und Literatur erzählte Entscheidensszenarien in Bezug zu modernen Theorien des Entscheidens und fragt nach ihrer Funktion sowie den Veränderun

    Zur Liste der Neuveröffentlichungen aus dem Institut.

  • Carla Dauven-van Knippenberg, Christian Moser, Rolf Parr und Martina Wagner-Egelhaaf (Hg.): Text – Körper – Textkörper, Heidelberg: Synchron 2019.

    Neu erschienen ist von Carla Dauven-van Knippenberg, Christian Moser, Rolf Parr und Martina Wagner-Egelhaaf (Hg.): Text – Körper – Textkörper. Heidelberg: Synchron 2019.

    Texte und Körper stehen in einer mehrfachen, nicht nur metaphorischen Beziehung: Literarische Texte bilden vielfach menschliche, tierische, pflanzliche und dingliche Körper ab, und sie tun es mittels der Sprache, die im literarischen Medium zu Schrift wird. Der vorliegende Band geht der Frage nach, wie mittels Sprache und Schrift Körperlichkeit repräsentiert bzw. geschaffen wird. Dabei tritt nicht zuletzt der ‚Körper‘ der Schrift, d.h. die konkrete Materialität der Buchstaben und des Buches als Medium einer literarischen Körperpoetik in den Fokus. Das Spektrum der Beiträge, die das Phänomen ‚verkörperte Texte‘ auf unterschiedliche Weise in den Blick nehmen, umfasst literatur-, sprach-, medien- und tanzwissenschaftliche sowie psychoanalytische Perspektiven.

    Zur Liste der Neuveröffentlichungen aus dem Institut.

Stellen, Praktika, Austauschprogramme