• Anmeldeverfahren für die Lehrveranstaltungen des Sommersemesters 2021

    Das Anmeldeverfahren für die Lehrveranstaltungen des Sommersemesters 2021 ist abgeschlossen. Die Ergebnisse des Vergabeverfahrens sind über das System SESAM abrufbar.

    Wer als auswärtige/r Bewerber*in im Master of Education zugelassen wurde und noch Seminarplätze belegen muss, kann sich an die Fachschaft Germanistik wenden, die eine spezielle Beratung anbietet.

    Ausführliche Informationen zum Anmeldeverfahren und zur Seminarplatzvergabe finden sich hier.

  • Neues DFG-Projekt untersucht Entscheidensszenen im frühneuhochdeutschen Prosaroman

    Ab April 2021 werden im Rahmen des DFG-Projekts „Entscheiden im Prosaroman des 15. und 16. Jahrhunderts“ unter der Leitung von Prof. Dr. Bruno Quast Entscheidensszenen im frühneuhochdeutschen Prosaroman erforscht.

    Versteht man ‚Entscheiden‘ in Abgrenzung von den sozial- und wirtschaftswissenschaftlich geprägten decision sciences nicht als mentalen, rationalistischen und routinehaften Akt, sondern als soziales, durch kulturelle Semantiken und Narrative geprägtes Handeln, dann ist Entscheiden zwischen sich ausschließenden Alternativen keineswegs die Regel, sondern die Ausnahme. Entscheiden als Sprung über den „Graben der Ungewißheit“ (LÜBBE) markiert vielfach biografische Wendepunkte und stellt epochenübergreifend einen attraktiven Erzählgegenstand dar. Im vormodernen volkssprachlichen Roman geraten aus der Perspektive des Entscheidens Lebenswegentscheidungen (Berufswahl, Heirat), monologisch verhandelte Gewissenskonflikte (Dilemmata), Gerichtsprozesse und -urteile sowie göttliches und schicksalhaftes Entscheiden (z. B. durch das Los) in den Blick. Literatur tradiert spezifische Entscheidensnarrative, diskutiert Handlungsspielräume des Individuums gegenüber transzendenten Mächten (Gott, Fortuna) und reflektiert gesellschaftlich präferierte Formen kollektiver und individueller Konfliktlösung.

    Das Projekt ist in drei Unterprojekte gegliedert. Neben dem Einsatz religiösen Entscheidenswissens im Prosaroman (Prof. Dr. Bruno Quast) werden auch Entscheidensszenen im historischen Wandel (Dr. Susanne Spreckelmeier) sowie das Erzählen von Entscheiden im Werk Jörg Wickrams (Tim Meyer, M. A.) untersucht. Voraussichtlich im Wintersemester 2022/23 sollen zudem eine thematisch anschließende Vortragsreihe und ein korrespondierender Workshop Ergebnisse der Projektarbeit diskutieren.

  • Franziska Nebeling, Projektleiterin Dr. Anna-Maria Balbach, Vera Talpos, Nadine Schlump und Kooperationspartner Jan Oliver Rüdiger vom Leibniz-Institut für deutsche Sprache untersuchten sprachliche Spuren der Corona-Pandemie in Radiopredigten.
    © WWU - Anna-Maria Balbach

    Katholiken reden anders über Corona als Protestanten

    Studie belegt konfessionsspezifischen Sprachwandel in Beiträgen des Hörfunksenders „1live“

    Die Corona-Pandemie wirkt sich laut einer Studie der Universität Münster unterschiedlich auf evangelische und katholische Radiobeiträge des WDR-Jugendsenders „1live“ aus. Vor einem Jahr, am 16. März 2020, trat in Nordrhein-Westfalen der erste Lockdown in Kraft. Auch Gottesdienste in Präsenz wurden ausgesetzt. Welche sprachlichen Spuren das in der Verkündigungssendung „Kirche in 1live“ vor allem im Wortschatz hinterlässt, haben jetzt Sprachwissenschaftlerinnen der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster untersucht. Die Ergebnisse werden in Kürze im Herder-Verlag veröffentlicht.

    „Die Texte zeigen einen konfessionsspezifischen Wandel durch die Coronakrise“, betont Projektleiterin Dr. Anna-Maria Balbach vom Germanistischen Institut der WWU. Zwar hätten beide Konfessionen Hoffnung und Trost spendende Themen aufgegriffen. Die evangelischen Autoren hätten dies jedoch seltener mit einem Coronabezug verknüpft als die katholischen. Ein  eindrückliches Beispiel dafür geben der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Studie zufolge die Begriffe Zeit, Tag und Jahr. Während die evangelischen Autoren sie vorrangig als Zeitangaben in ihrem eigentlichen Sinne benutzten, verwendeten katholische Autoren sie häufig zur Umschreibung der aktuellen Situation, etwa in der Formulierung ‚in dieser verrückten Zeit‘ oder ‚sollte es in einem halben Jahr immer noch so schlimm sein‘.

    In den evangelischen Radioverkündigungen würden andere Wörter in einem neuen Corona-Kontext gebraucht. Anna-Maria Balbach nennt beispielsweise das Wort ‚Freiheit‘, bei der momentan vor allem darauf hingewiesen werde, dass sie eingeschränkt sei. „Das Wort ‚Gott‘, das am häufigsten verwendete Nomen in evangelischen Radiopredigten, taucht dagegen kein einziges Mal in einem thematisch auf Corona ausgerichteten Beitrag auf.“

    Eine Beobachtung, die sich aktuell in vielen Medien zeige, bestätigen die Forscherinnen konfessionsübergreifend auch für ihr Textkorpus. „Plötzlich dominierten Wörter das Vokabular, die zuvor kaum oder gar nicht vorkamen, etwa ‚Hamsterkäufe‘“, berichtet Anna-Maria Balbach. Zudem gab es mehrere Wortschöpfungen wie beispielsweise ‚Quarantänelifestyle“. Erstmals beobachteten die Wissenschaftlerinnen zudem Vulgarismen wie ‚Scheiß‘ oder ‚ist kacke‘ im Wortschatz der Radioverkündigungen.

    Hintergrund und Methode

    Die Sprachwissenschaftlerinnen haben 118 katholische und evangelische Radioverkündigungen aus der ersten Coronawelle von März bis Juli 2020 analysiert und mit den Beiträgen aus den Vorjahren verglichen. Untersucht wurde vor allem die Frequenz bestimmter Formulierungen und grammatischer Muster. Die coronabezogene Studie ist Teil des Forschungsprojekts „Sprache und Konfession 500 Jahre nach der Reformation“. Insgesamt wurden in dem Projekt über 10.000 Radiopredigten verschiedener Sender aus den Jahren 2014 bis 2020 erfasst und für computergestützte linguistische Analysen aufbereitet. Kooperationspartner ist Computerlinguist Jan Oliver Rüdiger vom Leibniz-Institut für Deutsche Sprache (IDS) in Mannheim.

  • Radio-Interview mit Dr. Netaya Lotze auf BR 2

    Am Donnerstag, dem 15.04.2021, um 9:05 läuft ein sehr interessantes Interview, das die Journalistin Marie Schoeß mit Frau Dr. Lotze geführt hat, bei "Radio Wissen" auf BR 2 (Bayrischer Rundfunk). Es geht um Auswirkungen der vermehrten Interaktionen mit Künstlichen Intelligenzen im Alltag auf ihre User*innen aus psycho- und sozio-linguistischer Perspektive. Dabei werden Prognosen für eine Zukunft, in der Künstliche Intelligenz eine immer größere Rolle spielen wird, kritisch diskutiert.

    Einfach reinhören oder später den Podcast abrufen!

Veranstaltungen

  • Germanistik im Beruf (Workshop und Übung)

    Im kommenden Sommersemester hat „Germanistik im Beruf“ (Workshop und Übung) das Schwerpunktthema „Bibliotheken und Archive“.

    Bibliotheken und Archive gehören neben Museen, Schulen und Universitäten zu den Institutionen, die das Gedächtnis einer Kultur verwalten, aber auch bearbeiten. Es handelt sich also um ein Berufsfeld, mit dem ein Fach wie Germanistik, das sich als Kulturwissenschaft versteht, notwendigerweise immer schon zu tun hat. Als Workshop-Gäste eingeladen sind Vertreterinnen besonders fachnaher Institutionen: Dr. Ariane Ludwig (Goethe- und Schiller-Archiv, Weimar) sowie Dr. Viola Voß (Bibliotheksdienste der ULB Münster). Der Workshop findet statt am 21.05.2021, 14-18 Uhr.

    Zugleich ist der Workshop Bestandteil der Übung „Germanistik im Beruf“ (dienstags, 10-12 Uhr) – wobei der Workshop selbst natürlich unabhängig von der Übung besucht werden kann. Für die Übung kann man sich im Rahmen der BOK oder der Allgemeinen Studien in HIS-LSF anmelden.

    „Special Guest“ der Übung ist Laura Marie Pohlmann, die als studentische Hilfskraft in der Bibliothek des Germanistischen Instituts und als Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Deutschen Literaturarchiv Marbach gearbeitet hat und im Augenblick an der Universität Osnabrück eine Doktorarbeit zum Thema „Das Quellenrepertorium als Archivpublikation“ schreibt. Frau Pohlmann wird als Vorbereitung des Workshops einen ersten praxisbezogenen Einblick ins Thema geben.

    Die Übung versteht sich zugleich als Intensivkurs im berufspraktischen Schreiben: Ein professioneller Online-Redakteur begleitet das Verfassen von Textformaten wie Bericht und Portrait oder Interview. Veröffentlicht werden die Texte, die alle die jeweiligen Inhalte des Workshops dokumentieren, auf dem Germanistik-im-Beruf-Blog und – wenn möglich – auch in den Westfälischen Nachrichten.

    © Germanistisches Institut

    Alternativ können Sie das Plakat als PDF herunterladen.

  • Beiträge für das 12. Berliner Hörspielfestival

    Die Forschungsstelle Phonopoetik des Germanistischen Instituts macht auf das 12. Berliner Hörspielfestival aufmerksam, das vom 12.-15. August 2021 in der Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, 10557 Berlin und als Livestream auf der Webseite und den Social-Media-Kanälen stattfindet. Einsendungen von frei produzierten Hörstücken sind sehr erwünscht, der Einsendeschluss ist der 28. März 2021. Alle weiteren (Teilnahme-)Informationen sind hier zu finden.

Neue Veröffentlichungen aus dem Institut

  • Anja Binanzer, Jana Gamper und Verena Wecker (Hrsg.): Prototypen – Schemata – Konstruktionen

    Anja Binanzer, Jana Gamper und Verena Wecker (Hrsg.): Prototypen – Schemata – Konstruktionen. Untersuchungen zur deutschen Morphologie und Syntax. Berlin: De Gruyter 2021.

    Die Termini Prototyp, Schema und Konstruktion bezeichnen drei zentrale Konzepte, anhand derer im Rahmen funktional-kognitiv ausgerichteter Grammatiktheorien die mentale Repräsentation grammatischer Strukturen und Relationen modelliert wird. In diesem Band werden diese Konzepte durch neue linguistische Analysen zur Morphologie und Syntax des Deutschen aus anwendungsbezogenen Disziplinen wie der Spracherwerbs-, Sprachverarbeitungs- und Sprachwandelforschung unter der Anwendung eines breiten methodischen Spektrums, das von der Analyse authentischer Texte und Gesprächsdaten über Korpusanalysen hin zu experimentellen Künstwörtertests und Eye-Tracking-Experimenten reicht, überprüft und eröffnen damit neue Erkenntnisse zur Modellierung kognitiver Mechanismen der Organisation sprachlichen Wissens aus funktional-kognitiver Perspektive.

    Der Band ist als Open-Access-Publikation erschienen und kann über die folgende Seite aufgerufen werden: https://www.degruyter.com/document/doi/10.1515/9783110710595/html

    Zur Liste der Neuveröffentlichungen aus dem Institut.

  • Udo Friedrich, Ulrich Hoffmann, Bruno Quast (Hrsg.): Anthropologie der Kehre

    Udo Friedrich, Ulrich Hoffmann, Bruno Quast (Hrsg.): Anthropologie der Kehre. Figuren der Wende in der Literatur des Mittelalters. Berlin, Boston: de Gruyter 2020 (Literatur – Theorie – Geschichte. 21).

    Der Band untersucht Figuren der Wende sowohl in ihren kulturellen Ausprägungen und historischen Entwicklungen als auch in ihren poetologischen Konfigurationen. Ausgehend von der Kehre als epistemischer Figur über Modellierungen religiöser Konversion bis hin zu literarischen Modellen der Umkehr erstreckt sich ihre Wirkungsgeschichte in ganz verschiedenen Feldern. Die Wende erweist sich dabei als eine elementare Form der Orientierung.

    Der Begriff der Wende impliziert eine ihm inhärente Bipolarität, insofern eine Grenze zugleich auch als Ausgang figuriert. Narratologisch markiert die Kehre in einem Handlungsgefüge insofern eine Grenze, als sie das Ende einer narrativen Sequenz an einen neuen Anfang bindet, der mit der Figur einer Rückorientierung verbunden ist. Die literarische Inszenierung des kulturellen Narrativs der conversio kann das Narrativ selbst in den Mittelpunkt rücken, etwa den Moment der Nichtentschiedenheit (Krisis), der wohl als konstitutiv für den Wendeprozess anzusetzen ist, aber nicht zwingend zur Darstellung kommen muss. Als ebenso wichtig erweisen sich die verschiedenen Diskursrahmen, in die Figuren der Wende eingespannt werden können.

    Der Band kann im Uni-Netz über die Seite des Verlags aufgerufen werden: https://www.degruyter.com/view/title/580444?rskey=43CZnS&result=1

    Zur Liste der Neuveröffentlichungen aus dem Institut.

Stellen, Praktika, Austauschprogramme

  • Lehrkräfte auf Honorarbasis für „Deutschsommer Münster“ gesucht

    Für die Zeit vom 5.-23.7.2021 werden im Rahmen des Deutschsommers Münster Lehrkräfte auf Honorarbasis gesucht. Es handelt sich um eine Sprachfördermaßnahme (Schriftsprache und Grammatik, aber auch freies Sprechen, Hörverstehen, kreatives Schreiben u.v.m.) für Kinder des 3. Schuljahres. Die teilnehmenden Kinder beherrschen die deutsche Sprache umgangssprachlich gut, haben aber individuellen Förderbedarf. Das intensive Deutschtraining (bis zu 5 Stunden am Tag) soll sie dazu befähigen, ihr kognitives und schulisches Potential noch besser auszuschöpfen. Weitere Informationen finden sich hier.

  • Projektseminar im Sommersemester 2021

    Einführung in den Förderunterricht in Deutsch als Fremd- und Zweitsprache mit anschließender einjähriger Unterrichtstätigkeit an Schulen in den Kreisen Warendorf und Coesfeld

    In diesem Seminar werden Sie darauf vorbereitet, Förderunterricht in Deutsch als Zweitsprache (DaZ) oder Fremdsprache (DaF) an Grundschulen, verschiedenen Schultypen der Sek. I sowie Berufskollegs zu erteilen. Die Unterrichtstätigkeit wird mit 15,- Euro pro Unterrichtsstunde vergütet. Darüber hinaus erhalten Sie ein Zertifikat, das die erworbenen theoretischen und praktischen Kompetenzen bescheinigt. Die Lehrtätigkeit kann als Berufsfeldpraktikum angerechnet werden.

    Weitere Informationen können der PDF-Datei entnommen werden.