Neue Veröffentlichungen aus dem Institut

Cover zu Zeitfiktionen. Reflexionen und Funktionen von Zeit in Literatur und Film
© LIT Verlag

Zeitfiktionen. Reflexionen und Funktionen von Zeit in Literatur und Film. Hg. v. Andreas Blödorn und Stephan Brössel. Münster: LIT 2020 (= Reihe Zeit und Text, Bd. 22)

Aktuell wird dem Thema ‚Zeit‘ vonseiten der Medienkulturwissenschaften hohe Aufmerksamkeit beigemessen. Der Band widmet sich Problemkomplexen, die mit ‚Zeit‘ in Verbindung stehen und durch ihre literarische und filmische Verarbeitung überhaupt erst zutage treten, und prüft im Zuge dessen Begriffsinstrumentarien und Analysekategorien. Dabei wird ein historischer Bogen vom ersten Drittel des 19. Jahrhunderts bis in das 21. Jahrhundert gespannt und epochenspezifischen, medienspezifischen und generischen Reflexionen von Zeit und ihrer jeweiligen funktionalen Einbindung in Textzusammenhänge nachgegangen.






Cover zu Jahrbuch der Raabe-Gesellschaft 2019
© De Gruyter

Jahrbuch der Raabe-Gesellschaft 2019. Hg. v. Andreas Blödorn und Madleen Podewski. Berlin/Boston: de Gruyter 2020

Das Jahrbuch dokumentiert wie gewohnt einige der Vorträge, die auf der Jahrestagung 2018 gehalten worden sind (von Hans-Joachim Hahn, Claudio Steiger, Verena Ullmann und Erika Kontulainen). Zudem sind vier weitere Beiträge aufgenommen, die das Spektrum der Fragestellungen um wissensgeschichtliche (Christiane Arndt, Marie-Luise Goldmann) und um medien- und gattungsgeschichtliche (Hans-Joachim Jakob und Benjamin Heller) Akzentsetzungen erweitern. Schließlich führt es mit dem Beitrag von Gerd Biegel die Rubrik „Neues aus dem Archiv“ ein, mit der wir von nun an möglichst regelmäßig Quellenfunde verschiedenster Art präsentieren und der Öffentlichkeit zugänglich machen wollen. Die sei hiermit sogleich um entsprechende Zusendungen – auch in knappen Formen – aufgefordert. Die Raabe-Bibliographie, die über mehrere Jahre hinweg dankenswerter Weise von Lisa Behrendt und Wolfgang Dittrich erstellt wurde, liegt nun in den Händen des Lehrstuhls für Neuere deutsche Literatur und Medien am Germanistischen Institut der Universität Münster. Hier ist vereinbart worden, sich der besseren Übersichtlichkeit halber auf Einträge des jeweils vorhergehenden Berichtsjahres – d. h. für das vorliegende Jahrbuch auf Publikationen aus 2018 – zu beschränken.


Cover zu Echtzeit im Film. Konzepte – Wirkungen – Kontexte
© Verlag Wilhelm Fink

Echtzeit im Film. Konzepte – Wirkungen – Kontexte. Hg. v. Stephan Brössel und Susanne Kaul. Paderborn 2020

Wie lässt sich der Trend zu filmischer Echtzeit analytisch fassen? Wie der Echtzeit-Begriff für eine filmwissenschaftliche Auseinandersetzung heuristisch nutzbar machen? Der Band widmet sich einem Phänomen, das in der jüngeren Filmgeschichte eine Konjunktur erlebt. Im Kern handelt es sich um eine Konvergenz zweier Zeitebenen, die etwa in der Erzähltheorie als Übereinstimmung zwischen der Zeit der Präsentation des Films auf der Leinwand und der in der Fiktion ablaufenden Zeitdauer gefasst wird. Im vorliegenden Band erfährt der Begriff eine breitere Klassifikation, wird in zentrale Konzepte überführt und hinsichtlich seiner Wirkungspotenziale geprüft sowie historisch, kulturell und gattungstheoretisch kontextualisiert. Bereitgestellt werden soll der Filmwissenschaft dadurch ‚Echtzeit‘ als eine fundierte Analysekategorie.





Cover zu Im Kopf von Maxim Biller
© Kiepenheuer&Witsch

Im Kopf von Maxim Biller. Essays zum Werk. Hg. von Kai Sina unter Mitarbeit von Tanita Kraaz. Köln: Kiepenheuer & Witsch 2020.

Maxim Biller schreibt seit dreißig Jahren an einem Werk, dessen Vielstimmigkeit in der deutschsprachigen Literatur nach 1945 ohne Vorbild ist. Es umfasst diverse Gattungen, Stil- und Tonlagen – vom großen Zeitroman über die psychologisch komplexe Erzählung und das kritische Gegenwartstheater bis zur harten, streitbaren Intervention. Unterschiedlichste Traditionen versammeln sich zu einem weltliterarischen Gespräch: Philip Roth und Saul Bellow begegnen Jaroslav Hašek und Franz Kafka, Schreibweisen der internationalen Moderne vereinigen sich mit der literarischen Ästhetik der Nachkriegszeit, die große Weimarer Ära der jüdischen Kritik trifft auf die Schule des New Journalism. Der von Kai Sina herausgegebene Band berücksichtigt das Werk in sämtlichen Facetten und vereint selbst vielfältige Ansätze aus Wissenschaft, Journalismus, Literatur. Um Billers Stil geht es genauso wie um die großen Themen, die sein Werk umkreist: die langen Schatten der deutschen Vergangenheit und der stalinistischen Gewaltherrschaft, um Familiengeheimnisse und das Schicksal der eigenen Biografie. Es ist ein Buch für alle, die Maxim Billers Werk schätzen, aber auch für jene, die einen ersten Einstieg in seine literarische Welt suchen.


Cover zu Prosodie und Konstruktionsgrammatik.
© De Gruyter

Imo, Wolfgang/Lanwer, Jens Philipp (Hg.) (2020): Prosodie und Konstruktionsgrammatik. Berlin; Boston: De Gruyter.

Die Konstruktionsgrammatik ist in den meisten Ausprägungen ein gebrauchsbasiertes Grammatikmodell. Bestandteil des mündlichen Sprachgebrauchs sind immer auch prosodische Gestaltungsmittel. Der Bereich der Prosodie wird in konstruktionsgrammatischen Untersuchungen aber bisher eher stiefmütterlich behandelt. An dieser Forschungslücke setzt der vorliegende Sammelband an: Es wird die Frage gestellt, ob – und wenn ja, inwieweit – prosodische Charakteristika als mehr oder weniger stabile Merkmale sprachlicher Konstruktionen aufgefasst werden können. Die Beiträge des Sammelbandes vereint das Interesse, Möglichkeiten einer konstruktionsgrammatischen Modellierung von Ergebnissen linguistischer Untersuchungen auszuloten, die nur oder auch auf die Ebene der Prosodie abzielen.





Cover zu Hauptweg und Nebenwege
© De Gruyter

Wolfgang F. Bender: Hauptweg und Nebenwege. Studien zu Lessings „Hamburgischer Dramaturgie“, De Gruyter, 2020

Die vorliegenden Studien eröffnen den Blick auf ein vom ,Spaziergänger‘ Lessing akribisch angelegtes Netz von ,Haupt- und Nebenwegen‘, auf die Verflechtung sozialhistorischer, poetologischer und anthropologischer Aspekte seines europäisch orientierten Theaterpanoramas. Er avanciert zum Gewährsmann, dessen Fallanalysen zum theatralen Spiel deutliche Spuren im späteren Diskurs über den Aufgabenbereich des Theaters hinterlassen.

 

 


 

 

 


Cover zu Sich entscheiden
© Wallstein

Martina Wagner-Egelhaaf: Sich entscheiden. Momente der Autobiographie bei Goethe, Göttingen: Wallstein Verlag 2020.

Eine Untersuchung von Goethes entscheidenden Wegpunkten und ihrer Literarisierung in seinen autobiographischen Schriften.

Dass sich der Mensch in der Moderne sehr viel häufiger entscheiden muss als die Menschen früherer Zeiten und dass er größere Entscheidungsspielräume hat, ist eine oft aufgestellte Behauptung. Aber was sind überhaupt die zentralen Lebensentscheidungen des modernen Menschen? Und wie trifft er seine Entscheidungen? Wie souverän oder in sich schlüssig ist sein Entscheiden? Auf der Grundlage philosophischer und soziologischer Entscheidungstheorien geht Martina Wagner-Egelhaaf in ihrer Studie Entscheidenskonstellationen in Goethes autobiographischen Schriften, insbesondere in »Dichtung und Wahrheit«, nach, die zentral in Goethes Lebenslauf waren. Dabei treten vielfältige Situationen und Lebensstationen in den Blick, die eine Entscheidung erforderten: Entscheidungen zum Beruf ebenso wie zur Partnerwahl, Entscheidungen in Religionsfragen, zu Reiseunternehmungen wie auch zum eigenen Werk. Es wird detailliert gezeigt, in welcher Weise diese Entscheidensfelder ineinandergreifen und wie Goethe Entscheidenssituationen in seinen autobiographischen Schriften literarisch gestaltet hat.


Cover zu Goethes Spätwerk / On Late Goethe
© De Gruyter

Kai Sina, David E. Wellbery: Goethes Spätwerk / On Late Goethe. De Gruyter, 2020

So selbstverständlich uns der Begriff des ‚Spätwerks‘ in der allgemeinen Kommunikation über Literatur erscheint, so erstaunlich ist seine weitgehend unreflektierte, zumeist nur intuitive Verwendung im Bereich der Literaturwissenschaft. Dieses Buch fragt nach den Möglichkeiten einer möglichst trennscharfen Konturierung des Phänomens ‚Spätwerk‘. Dabei wird die verbreitete Verwendung des Begriffes als eine von außen herangetragene biographische oder epochale Orientierungsgröße überschritten, um so die ästhetischen Eigengesetzlichkeiten des Phänomens von innen zu erhellen. Als Erkundungsfeld bietet sich das Werk desjenigen Schriftstellers an, das für den im frühen 20. Jahrhundert aufkommenden Spätwerkdiskurs von richtungsweisender Bedeutung ist: das Werk Goethes. Hierfür spricht zudem ein charakteristisches Desiderat: Denn obwohl die Forschung der letzten sechzig Jahre das Goethe'sche Spätwerk in seinen komplexen Schreibweisen bereits weitgehend erschlossen hat, ist die Frage nach seiner Spätzeitlichkeit als einer poetischen Qualität bislang nur gestreift worden. Damit liefert dieses Buch einen problemorientierten Beitrag sowohl zur Goethe-Philologie wie auch zur Literaturwissenschaft im Allgemeinen.


Cover zu Interaktionale Linguistik
© Metzler

Imo, Wolfgang/Lanwer, Jens Philipp (2019): Interaktionale Linguistik. Eine Einführung. Stuttgart: Metzler.

Was zeichnet Sprache aus, die interaktional verwendet wird, beispielsweise in einer Unterhaltung oder einem Chat? Worin unterscheidet sie sich von monologischer Sprache, beispielsweise in einer Rede oder einem Zeitungsartikel? – Dieser Band informiert über alle zentralen Themen der interaktionalen Linguistik. Die Autoren erläutern die theoretischen und methodischen Grundlagen und bieten eine Einführung in die Transkription von Gesprächen. Weitere Kapitel widmen sich z.B. der Syntax, der Semantik, der Prosodie, der Multimodalität von Gesprächen sowie der interaktionalen computervermittelten Schriftlichkeit. - In zweifarbiger Gestaltung mit Definitionen, Abbildungen, zahlreichen Beispielen und Transkripten.








Cover zu Klang – Kunst – Kultur
© Vorwerk 8

Britta Herrmann, Lars Korten (Hg.): Diskurse des Sonalen. Klang – Kunst – Kultur. Berlin: Vorwerk 8, 2019. (Audiotexte: Klang – Kunst – Kultur. Bd. 2.)

Der vorliegende Band schlägt ›Sonalität‹ als Komplementärbegriff zu ›Visualität‹ vor. Er soll einerseits dazu beitragen, sich vom visuellen Paradigma der medienkulturwissenschaftlichen Forschung weiter zu emanzipieren, und andererseits ermöglichen, historische und kulturelle Klangmuster, -praktiken und  Hörerwartungen als Teil eines Dispositivs zu erkennen und zu untersuchen, ohne zugleich bestehende Begriffe der Klangforschung überschreiben zu wollen. Nicht zuletzt eignet sich der Begriff dazu, das Verhältnis von ›Oralität‹ und ›Literalität‹ neu zu bedenken.

 

 

 


Cover zu Diskurse und Texte von Kindern
© Stauffenburg

Uta Quasthoff / Friederike Kern / Sören Ohlhus / Juliane Stude (2019): Diskurse und Texte von Kindern. Praktiken – Fähigkeiten – Ressourcen: Erwerb. Tübingen: Stauffenburg.

Die Studie ist sowohl als Printversion im Stauffenburg Verlag veröffentlicht (ISBN 978-3-95809-524-3) als auch  als frei zugängliche Onlineversion zu finden unter:

http://dx.doi.org/10.17877/DE290R-20360

Die Untersuchung legt einen Beitrag zur sprachwissenschaftlichen, interaktiv fundierten Erwerbsforschung vor, der auf längsschnittlichen mündlichen und schriftlichen Daten von mehr als 30 Grundschulkindern basiert, die über drei Jahre mit gezieltem Blick auf die Verschiedenheiten ihrer Aneignungsprozesse und Erwerbsverläufe beobachtet wurden.  Diese empirischen Perspektiven werden zusammengeführt zu einem erwerbsbasierten theoretischen Konzept von Diskurs- und Textkompetenz.


Cover zu Mythen und Narrative des Entscheidens
© Vandenhoeck & Ruprecht

Martina Wagner-Egelhaaf, Bruno Quast, Helene Basu (Hg.): Mythen und Narrative des Entscheidens, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2019.

Es gibt Mythen des Entscheidens, die immer wieder erzählt werden: die Entscheidung von Adam und Eva im Paradies, vom Baum der Erkenntnis zu essen, das Urteil des Paris, Herakles am Scheideweg oder Buridans Esel, der sich zwischen zwei Heuhaufen nicht entscheiden kann und deshalb zugrunde geht. Der Sammelband untersucht das Verhältnis von Mythos, Narration und Entscheiden. Er setzt in Mythos und Literatur erzählte Entscheidensszenarien in Bezug zu modernen Theorien des Entscheidens und fragt nach ihrer Funktion sowie den Veränderungen in unterschiedlichen historischen und kulturellen Kontexten.

 

 

 


Cover zu Text – Körper – Textkörper
© Synchron

Carla Dauven-van Knippenberg, Christian Moser, Rolf Parr und Martina Wagner-Egelhaaf (Hg.): Text – Körper – Textkörper, Heidelberg: Synchron 2019.

Texte und Körper stehen in einer mehrfachen, nicht nur metaphorischen Beziehung: Literarische Texte bilden vielfach menschliche, tierische, pflanzliche und dingliche Körper ab, und sie tun es mittels der Sprache, die im literarischen Medium zu Schrift wird. Der vorliegende Band geht der Frage nach, wie mittels Sprache und Schrift Körperlichkeit repräsentiert bzw. geschaffen wird. Dabei tritt nicht zuletzt der ‚Körper‘ der Schrift, d.h. die konkrete Materialität der Buchstaben und des Buches als Medium einer literarischen Körperpoetik in den Fokus. Das Spektrum der Beiträge, die das Phänomen ‚verkörperte Texte‘ auf unterschiedliche Weise in den Blick nehmen, umfasst literatur-, sprach-, medien- und tanzwissenschaftliche sowie psychoanalytische Perspektiven.

 

 

 


Cover zu Politische Grenzen – Sprachliche Grenzen?
© De Gruyter

Nicole Palliwoda, Verena Sauer, Stephanie Sauermilch (Hrsg.): Politische Grenzen – Sprachliche Grenzen? Dialektgeographische und wahrnehmungsdialektologische Perspektiven im deutschsprachigen Raum (Linguistik – Impulse & Tendenzen, Band 83). De Gruyter, 2019.

Seit jeher befasst sich die Dialektologie mit Grenzen und Isoglossen sowie mit der Abgrenzung von Dialekten untereinander. Hierbei spielen sowohl natürliche als auch gesetzte Grenzen eine Rolle, das zeigen besonders jüngste Untersuchungen. Der vorliegende Band "Politische Grenzen – Sprachliche Grenzen? Dialektgeographische und wahrnehmungsdialektologische Perspektiven im deutschsprachigen Raum" basiert auf einer gleichnamigen Tagung, die an der Technischen Universität Dresden stattgefunden hat. Ziel des Bandes ist, unterschiedliche Forschungszweige zum Thema "Sprache und Grenze" zusammenzuführen und eine breite synchrone, methodische, strukturelle sowie funktionale Perspektive zu eröffnen. Die folgenden vier Themenschwerpunkte stehen hierbei im Mittelpunkt: Dialektgeographie, Sprachdynamik, Sprachkontakt und Mehrsprachigkeit sowie Wahrnehmungsdialektologie.


Cover zu Handbook of Autobiography/Autofiction
© De Gruyter

Martina Wagner-Egelhaaf (Hrsg.): Handbook of Autobiography/Autofiction, 3 Bde., Bd. 1: Theory and Concepts, Bd. 2: History, Bd. 3: Exemplare Texts. Berlin / Boston: De Gruyter, 2019.

Autobiographical writings have been a major cultural genre from antiquity onwards. In our globalized age, where media and other cultural factors contribute to a rapid transformation of lifestyles, this cultural practice has maintained, even enhanced, its popularity and importance.

By conceiving autobiography in a wide sense that includes memoirs, diaries, self-portraits, autofiction as well as medial transformations of the genre, this three-volume handbook offers an expansive survey of theoretical approaches, systematic aspects, and historical developments in an international and interdisciplinary perspective.The handbook places special emphasis on the modes of self-representation in non-Western cultures and on inter- and transcultural perspectives of the genre.

 


Cover zu Anthropologie und Ästhetik
© Fink Wilhelm GmbH + CompanyKG

Britta Herrmann (Hrsg.): Anthropologie und Ästhetik. Interdisziplinäre Perspektiven. Paderborn 2019.

Die Kategorie des Menschseins wird aufgrund wechselnder Wissensbestände und Orientierungskrisen immer wieder neu bestimmt. Das Ästhetische ist damit eng verbunden. ‚Aisthesis‘ ist erstens eine Form der sinnlichen und empfindenden Wahrnehmung, ein vorrationaler ‚way of worldmaking‘ (Nelson Goodman), der den Bezug des Menschen zu sich und seiner Welt moduliert. Ästhetische Vorstellungen grundieren zweitens aber auch die Idee des Humanen und die Normen menschlicher Handlungsweisen. Und drittens sind ästhetische Erkenntnis- und Ausdrucksformen Teil eines ‚selbstgesponnenen Bedeutungsgewebes‘ (Clifford Geertz) der Kultur, das die Grenzen und das ‚Andere‘ des Menschen bestimmt. Der interdisziplinäre Sammelband vereint aus verschiedenen Fächern und Forschungsperspektiven heraus Einblicke in die Wechselwirkungen zwischen anthropologischen Fragestellungen und ästhetischen Formationen.

Mit Beiträgen von Horst Bredekamp, Steffen Martus, Martin Seel, Christoph Wulf, Elisabeth Timm u.a.


Cover zu Sprache im naturwissenschaftlichen Unterricht
© utb

Sabina Schroeter-Brauss, Verena Wecker, Laura Henrici: Sprache im naturwissenschaftlichen Unterricht. Eine Einführung. Stuttgart 2018.

Dieses Buch zeigt Verfahren der Unterrichtsgestaltung auf, die helfen, sprachliche Probleme bei der Aneignung von Fachinhalten in naturwissenschaftlichen Unterrichtsfächern zu meistern. Studierende sollen dabei in die Lage versetzt werden, den Schwierigkeitsgrad z.B. von Lehrbuchtexten einzuschätzen sowie die sprachlichen Anforderungen von fachlichen Lernzielen und Unterrichtsverfahren zu benennen. Die Einführung wendet sich an Lehrende und Studierende und soll in Seminaren der Fachdidaktiken sowie im Modul Deutsch als Zweitsprache eingesetzt werden. Durch authentische Beispiele werden die Inhalte illustriert. Mit Hilfe von Reflexions- und Anwendungsaufgaben werden die Studierenden zu einer aktiven Auseinandersetzung mit den Inhalten angeregt. 

 

 


Cover zu The Grammatical Realization of Polarity Contrast
© JB

Christine Dimroth, Stefan Sudhoff (Hrsg.): The Grammatical Realization of Polarity Contrast. Amsterdam: John Benjamins 2018.

Die Polarität eines Satzes ist entscheidend für seine Bedeutung. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Sprachen der Welt Mittel entwickelt haben, um diese Bedeutungskomponente hervorzuheben und Aussagen mit negativer und positiver Polarität im Diskurs zu kontrastieren. Die Forschung zu diesem Phänomen hat sich zunächst auf Sprachen wie Niederländisch und Deutsch konzentriert, in denen eine Vielzahl assertiver Partikeln und spezielle Intonationskonturen (Verumfokus) für diese Funktion zur Verfügung stehen. Inzwischen hat sich das Forschungsinteresse auf den Ausdruck kontrastiver Polarität in anderen Sprachen ausgedehnt. Kernfragen betreffen das jeweilige Formenrepertoire und seinen genauen Bedeutungsbeitrag, die Art der evozierten Kontraste und die Interaktion mit Informationsstruktur und Satzart. Der Band versammelt Beiträge mit theoretischem, empirischem und typologischem Schwerpunkt und erweitert das Verständnis von Polarität durch systematische und sprachvergleichende Analysen syntaktischer, semantischer, pragmatischer und prosodischer Aspekte von Polarität.


Cover zu Annette von Droste-Hülshoff Handbuch
© De Gruyter

Cornelia Blasberg, Jochen Grywatsch (Hrsg.): Annette von Droste-Hülshoff Handbuch. De Gruyter 2018

Annette von Droste-Hülshoff (1797–1848) gilt heute als bedeutendste deutschsprachige Autorin des 19. Jahrhunderts. Teile ihres Werks, wie die Judenbuche, der lyrische Zyklus der Haidebilder und einzelne exponierte Gedichte, waren und sind kontinuierlich Gegenstand der wissenschaftlichen Forschung und der öffentlichen Wahrnehmung. Daneben existieren größere Werkkomplexe, denen bisher nur wenig Aufmerksamkeit zuteil geworden ist.

Das Droste-Handbuch hat sich die Neu-Entdeckung des komplexen Oeuvres zur Aufgabe gemacht. Es erschließt das literarische, das musikalische und das Briefwerk von Annette von Droste-Hülshoff durch zahlreiche Einzeltextanalysen und Überblicksartikel in bislang nicht vorhandener Vollständigkeit. Dabei liegt der Fokus darauf, die ästhetische Prägnanz und Modernität der Texte herauszuarbeiten, vor dem Hintergrund der Forschung zu diskutieren und neue Bezugsfelder der Interpretation zu den Marktverhältnissen, den ästhetischen Debatten zwischen Romantik und Vormärz und den zeitgenössischen Wissenschaften aufzutun. Erstmals wird ein umfassendes Kompendium für die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Gesamtwerk Drostes vorgelegt.


Cover zu Reorganising Grammatical Variation
© JBPC

Dammel Antje, Eitelmann Matthias, Schmuck Mirjam: Reorganising Grammatical Variation. Diachronic studies in the retention, redistribution and refunctionalisation of linguistic variants. Amsterdam/Philadelphia: John Benjamins 2018 (Studies in Language Companion Series, SLCS).

With most studies on grammatical variation concentrating on the synchronic
level, a systematic investigation of long-term grammatical variation within the
context of language change, i.e. from a predominantly diachronic perspective,
has largely remained a desideratum. The present volume fills this research
gap by bringing together nine empirically rich bottom-up case studies on
morphological and morphosyntactic variation phenomena in standard and
dialect varieties of Indo-European languages (Germanic, Romance, Greek).
While variation has often been regarded as merely a transitory epiphenomenal
symptom of change, the findings of this volume show that variation is a
resilient feature of human language and answer the question what makes
variation time-stable. Bridging the gap between corpus-based research
on language variation and more theory-driven typological and functional
approaches, the volume is of special interest for all researchers concerned
with interface phenomena seeking to gain a broader understanding of the
mechanisms of linguistic variation and change.


Cover zu Deutschdidaktik Grundschule
© Erich Schmidt Verlag

Anja Pompe, Kaspar H. Spinner, Jakob Ossner: Deutschdidaktik Grundschule. Eine Einführung. Berlin: Erich Schmidt 2018. Reihe: Grundlagen der Germanistik. Hrsg. von Christine Lubkoll, Ulrich Schmitz, Martina Wagner-Egelhaaf, Klaus-Peter Wegera. Zweite, durchgesehene Auflage.

Der vorliegende Band führt in die Didaktik des Deutschunterrichtes in der Grundschule ein. Er vermittelt  die wesentlichen wissenschaftlichen Erkenntnisse zu  den  Grundlagen  und  zu  den  einzelnen  Arbeitsbereichen  des  Unterrichts.  Dabei  wird  immer  der  Bezug  zum  konkreten  Unterrichtshandeln  hergestellt,  häufig  sogar  von  ihm  ausgegangen,  so  dass  die  Leserinnen und Leser die Praxisrelevanz der Fragen und Ausführungen erkennen, die in der Deutschdidaktik und den geisteswissenschaftlichen Bezugsdisziplinen derzeit diskutiert werden.
Der Band gliedert sich – nach einem allgemeinen Teil zu  den  Grundlagen  –  in  Großkapitel  zur  Sprachdidaktik, zur Lese- und Literaturdidaktik und zur Mediendidaktik. Er richtet sich an Studierende in der ersten Ausbildungsphase, an Referendarinnen und Referendare einschließlich  ihrer  Ausbildenden  und  an  alle  Lehrpersonen, die sich über neuere Entwicklungen in der Grundschuldidaktik Deutsch informieren wollen.
Die Einführung berücksichtigt die Sprach-, Literatur- und Mediendidaktik in gleichberechtigter Weise, beschreibt kompakt und klar strukturiert die didaktisch-methodischen Grundlagen für das Unterrichtsfach Deutsch in der Primarstufe, ist anschaulich gestaltet durch Bilder und Grafiken, gewährt eine enge Anbindung an die fach- und erziehungswissenschaftlichen  Bezugsdisziplinen


Cover zu  Rechtsdenken im literarischen Text
© DE GRUYTER

Walter Müller–Seidel. Rechtsdenken im literarischen Text. Deutsche Literatur von der Weimarer Klassik zur Weimarer Republik. Hrsg. und eingeleitet von Gunter Reiß. Berlin/Boston: De Gruyter 2017 (=Juristische Zeitgeschichte. Abt. 6 Recht in der Kunst- Kunst im Recht. Bd. 47) 192 S.

Walter Müller-Seidel (1918 -2010), langjähriger Lehrstuhlinhaber für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Ludwig Maximilians- Universität in München, zählt zu den renommiertesten und einflussreichsten Vertretern seines Faches. Weit über die geisteswissenschaftlichen Grenzen der Germanistik hinaus setzte er sich mit anderen Disziplinen und Denksystemen auseinander, mit den Naturwissenschaften, der Rechts- und Medizingeschichte, versteht sein wissenschaftliche Arbeit interdisziplinär im Kontext sozialer und politischer Handlungsfelder. Energisch hat er sich für die Aufarbeitung der Geschichte der Germanistik eingesetzt. Seine im vorliegenden Band versammelten Arbeiten von Schiller bis zur Weimarer Republik sind im Spannungsfeld von Psychiatrie, Strafrecht und Literatur angesiedelt und Musterbeispiele einer sozialgeschichtlich orientierten Literaturwissenschaft. Sie dokumentieren zugleich wesentliche Elemente einer Mentalitäts- und Ideologiegeschichte der literarischen und rechtlichen Entwicklungen der letzten 200 Jahre. In den jüngeren Abhandlungen wandelt sich die radikale Wissenschaftskritik zum Entwurf eines politischen Handelns, für das er von den Protagonisten, den Gelehrten und literarischen Autoren, nachdrücklich hohe ethische Verantwortlichkeit einfordert.


Cover zu Reichsdramaturgie
© gruyter, lang

Reichsdramaturgie. Kulissen und Choreographien der Macht im NS-Staat. Frankfurt a.M.: Peter Lang 2016, 98 S.

„Reichsdramaturgie“ bezieht sich sowohl auf die Instrumentalisierung des Theaters durch Goebbels, die in der Gleichschaltung von Theater und NS-Alltag endet, als auch auf die Inszenierungsformen des sich als ästhetisches Spektakel präsentierenden faschistischen Staates. „Reichsdramaturgie“ ist also auch eine Chiffre für die totalitäre Massensuggestion.
Die in diesem Buch dargestellten Strukturen und Strategien, die die so genannte „Volksgemeinschaft“ des Dritten Reiches hypnotisierten und hörig machten, bekommen derzeit unvorhergesehene Aktualität und Brisanz.
Rechtsradikale Gewalttaten und nationalistische Demonstrationen im Jahr 2015 lassen die Gespenster einer längst bewältigt geglaubten politischen Vergangenheit wieder aufleben. Rückgriffe auf Denk- und Handlungsmuster der NS-Zeit wie Ausgrenzung und Verfolgung Andersdenkender prägen Teile der deutschen Öffentlichkeit und beginnen, demokratische Übereinkünfte und Grundrechte auszuhebeln.
Bertolt Brechts Mahnung am Schluss seines Hitler-Stücks Arturo Ui bleibt aktuell: „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.“ So ist der vorliegende Essay auch ein Ort der Selbstvergewisserung über die Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit als unverzichtbarer Bestandteil unseres gesellschaftlichen Denkens und Handelns.


Cover zu Inkulturation
© De Gruyter

Inkulturation. Strategien bibelepischen Schreibens in Mittelalter und Früher Neuzeit. Hg. von Bruno Quast und Susanne Spreckelmeier, unter Mitarbeit von Fridtjof Bigalke (Literatur – Theorie – Geschichte 12), Berlin/Boston 2017.

Bibelepisches Erzählen steht in einem polaren Spannungsfeld zwischen heiligem Prätext und poetisch-ästhetischem Anspruch. Die umstrittene Hybridität bibelepischer Texte wird in diesem Sammelband gezielt zum Anlass für eine Revision der bisher weitestgehend vernachlässigten Gattung 'Bibelepik' genommen. Die Beiträge gehen der Frage nach, anhand welcher Strategien bibelepischen Schreibens heilige Texte in Erzählkulturen hinein vermittelt werden und wie sich die Geltungsansprüche von heiligem Text und kulturellem Text zueinander verhalten. Die versammelten Beiträge namhafter Mediävistinnen und Mediävisten bilden mit den jeweils behandelten Werken sowohl die Formvielfalt der Gattung als auch einen Zeitraum vom frühen Mittelalter bis in die Frühe Neuzeit ab. Auf diese Weise leistet der Band einen Beitrag zum Verständnis bibelepischen Erzählens als Kulturleistung, das die Grenzen zwischen weltlichem und religiösem Erzählen ebenso in Frage stellt wie die traditionelle literaturgeschichtliche Einordnung der Gattung, und bietet so vielfältige Anregungen für weiterführende Forschungen.


Cover zu Die ‚engagierte Literatur‘ und die Religion
© De Gruyter

Christian Sieg: Die ‚engagierte Literatur‘ und die Religion. Politische Autorschaft im literarischen Feld zwischen 1945 und 1990. Berlin/Boston 2017 (Studien und Texte zur Sozialgeschichte der Literatur 146).

Wie kann das Politische der ‚engagierten Literatur‘ der Nachkriegszeit gefasst werden? Weder der Verweis auf den Begriff ‚Engagement‘ noch die Auflistung der Diskurse, in denen sich die Nachkriegsliteratur politisch positioniert hat, beantwortet diese Frage. Die vorliegende Studie entwickelt auf der Grundlage von Pierre Bourdieus Feldtheorie einen literatursoziologischen Autorschaftsbegriff und zeigt auf, wie die Inszenierung von Autorschaft der Literatur eine politische Funktion zuschreibt. Für die Legitimation ihrer Literatur greifen ‚engagierte‘ Autorinnen und Autoren in ihren literarischen Texten auf gesellschaftlich anerkannte Kulturmuster zurück. Von der Kirchenkritik der 1950er- bis zur apokalyptischen Rhetorik der 1980er-Jahre beziehen sie sich in diesem Sinne insbesondere auf religiöse Motive, Narrative und Diskurse. Erst die Analyse der von der literaturwissenschaftlichen Forschung bislang lediglich am Rande thematisierten Funktion der Religion für politische Autorschaft erlaubt es, den politischen Gehalt der Nachkriegsliteratur ganz zu erschließen.

Das Buch ist auch als Online-Ressource über den ULB-Katalog abrufbar!


Religion Politik 13 Martin Sieg _umschlag1_
© Ergon

Katharina Martin, Christian Sieg (Hrsg.): Zukunftsvisionen zwischen Apokalypse und Utopie. Würzburg 2016.

Ständig sehen wir die Zukunft kommen: Wir verweisen auf den Klimawandel, sagen den Zusammenbruch der Staatsfinanzen voraus, sprechen im Namen zukünftiger Generationen oder fordern grundsätzliche Reformen der Gesellschaft. Wir nutzen dabei Bilder und Narrative, die eine lange Tradition haben. Zwei historisch bedeutsame und immer noch wirksame Zukunftsentwürfe sind ‚Apokalypse‘ und ‚Utopie‘. Ob Prophet oder Utopist, wer Visionen des Kommenden verkündet, der misst die Gegenwart an einem Bild, dem sie nicht genügt. Es mag dieses Unbehagen an der Gegenwart sein, das dazu motiviert, dem gestenreichen Abschied vom visionären Denken, wie er in den letzten Dekaden vielfach vollzogen worden ist, zu trotzen. Dabei ist die Figuration von Zukunft ein gesellschaftlicher Akt, weil er nicht nur eine kritische Haltung zur Gegenwart zum Ausdruck bringt, sondern zudem eine neue Wahrnehmung derselben ermöglicht. Mit welchen Ideen, Konzepten, Narrativen und durch welche Rhetorik historische und aktuelle Zukunftsvisionen die Gegenwart neu in den Blick nehmen, untersucht dieser Band. Vertreten sind in ihm Texte aus der Ägyptologie, der Archäologie, der Germanistik, der Philosophie, der Geschichts- und der Rechtswissenschaft.

Einleitung


978-3-402-11267-0 G
© Aschendorff

Wilhelm Durandus, Rationale divinorum officiorum. Übersetzung und Verzeichnisse von Herbert Douteil, mit einer Einleitung herausgegeben und bearbeitet von Rudolf Suntrup, 3 Bde., Münster: Aschendorff Verlag 2016 (Liturgiewissenschaftliche Quellen und Forschungen 107).

Das Rationale der Gottesdienste, verfasst von dem Kanonisten und Liturgiker Wilhelm Durandus dem Älteren († 1296) und in zwei Fassungen vom Ende des 13. Jahrhunderts überliefert, ist ein hervorragendes Zeugnis der hochmittelalterlichen Papstliturgie, das durch zahlreiche Hinweise auf alternative lokale Liturgieformen ergänzt wird. Zweifellos darf das in acht Bücher gegliederte umfassende Werk als die wichtigste Liturgieerklärung des Mittelalters gelten; sie beschreibt nicht nur die gesamte Liturgie der Zeit – den Kirchenbau, seine Ausstattung und Weihe, die Liturgen und ihre Gewänder, die Messfeier mit ihren komplexen Riten, die Sakramente, das Stundengebet und die Kalenderberechnung – äußerst genau, sondern erweist sich zugleich als eine Fundgrube für eigene und von den Vorgängern (vor allem von Innozenz III.) übernommene allegorische Liturgiedeutungen; deren Methode wurde aus der mittelalterlichen Bibelallegorese abgeleitet und insbesondere auf die gottesdienstlichen Riten übertragen. Zahlreiche Handschriften und Druckausgaben bezeugen die nachhaltige Rezeption des Textes.
Die Edition auf der Grundlage der kritischen Ausgabe von Anselme Davril und Timothy M. Thibodeau (1995–2000) bietet erstmals eine vollständige deutsche Übersetzung aller acht Bücher des Rationale divinorum officiorum. Durch mehrere Verzeichnisse und ein umfangreiches analytisches Sachregister, das die Übersetzung allen an Denken, Gebräuchen, Kunst, Liturgie, Theologie und Volkskunde Interessierten umfassend erschließt, wird die Übersetzung des lateinischen Textes einem weiten Leserkreis leichter benutzbar.


9783110454291
© De Gruyter

Verena Wecker: Strategien bei der Pluralbildung im DaZ-Erwerb. Eine Studie mit russisch- und türkischsprachigen Lernern. Berlin 2016

Die Pluralbildung im Deutschen gilt aufgrund des Formenreichtums und der zumindest in Teilen geltenden Regelferne als typischer Stolperstein im Erwerb von Deutsch als Zweitsprache.
Während in der Forschung bisher vor allem beleuchtet wurde, in welcher Reihenfolge die Pluralmarkierungen oder die verschiedenen Regularitäten erworben werden, wird in diesem Buch untersucht, welche Strategien Lerner mit Deutsch als Zweitsprache verfolgen, um den Plural zu bilden. Im Rahmen der gebrauchsbasierten Spracherwerbstheorie wird dazu ein Modell entworfen, das zwei aus den morphologie-theoretischen Darstellungen des deutschen Numerussystems ableitbare Strategien umfasst: Die Lerner orientieren sich an Eigenschaften der Singularform, um den Plural zu bilden (source-orientiert) oder sie orientieren sich an einer prototypischen Gestalt einer Pluralform (produktorientiert). Anhand umfangreicher empirischer Daten wird dieses Modell überprüft. Die Ergebnisse der Untersuchung sind sowohl für die morphologische Theoriebildung als auch für die Deutsch als Zweitsprache-Forschung von Belang.


Niederdeutsch Grenzen _strukturen _variationen Cover
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Helmut H. Spiekermann, Line-Marie Hohenstein, Stephanie Sauermilch und Kathrin Weber (Hrsg.): Niederdeutsch: Grenzen, Strukturen, Variation. Wien 2016

Der Band versammelt Beiträge der internationalen Tagung Westfälisch: Geschichte, Strukturen, Perspektiven, die im Oktober 2014 in Münster stattfand. Dabei werden drei Bereiche der Niederdeutschforschung miteinander verknüpft: Neben Fragen zu sprachlichen Grenzen und niederdeutschen Grenzdialekten werden Strukturen des Niederdeutschen aus diachroner und synchroner Perspektive sowie Analysen im Rahmen moderner Variationsforschung vorgestellt. Insgesamt wird ein umfassender Einblick in aktuelle Themen und Methoden der niederdeutschen Sprachgeschichtsforschung und Dialektologie gegeben.Der Band versammelt Beiträge der internationalen Tagung Westfälisch: Geschichte, Strukturen, Perspektiven, die im Oktober 2014 in Münster stattfand. Dabei werden drei Bereiche der Niederdeutschforschung miteinander verknüpft: Neben Fragen zu sprachlichen Grenzen und niederdeutschen Grenzdialekten werden Strukturen des Niederdeutschen aus diachroner und synchroner Perspektive sowie Analysen im Rahmen moderner Variationsforschung vorgestellt. Insgesamt wird ein umfassender Einblick in aktuelle Themen und Methoden der niederdeutschen Sprachgeschichtsforschung und Dialektologie gegeben.


 

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© De Gruyter

Andreas Bittner, Constanze Spieß (Hrsg.): Formen und Funktionen. Morphosemantik und grammatische Konstruktion. Berlin 2016.

Der Band vereinigt Beiträge, die sich der morpho-semantischen Struktur des Deutschen aus funktionaler Sicht, d.h. der Motiviertheit der Interaktion von semantischen und formalen Aspekten bei der grammatischen Strukturbildung, widmen. Im Zentrum steht dabei vor allem die Rolle der morpho-semantischen Kategorien Genus und Numerus bei der Entwicklung und Veränderung des Deklinationssystems, also seiner Deklinations- und Distinktionsklassen. Überprüft wird ihr Potential als Motivierungsinstanzen grammatischer und pragmatischer Kongruenzsysteme. Die Untersuchungen verweisen auf die Relevanz morpho-semantischer Kategorien für eine dynamische, von Variation gekennzeichnete grammatische Strukturbildung des Deutschen, verbinden ihre empirische Fundierung mit Fakten und Erkenntnissen aus Sprachwandel und Spracherwerb, tragen mit ihren Fragestellungen zur morphologischen und Sprachveränderung berücksichtigenden Theoriebildung bei und richten den Fokus neben den linguistischen auch auf didaktische Aspekte des Gegenstands.


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© De Gruyter

Andreas Bittner, Klaus-Michael Köpcke (Hrsg.): Regularität und Irregularität in Phonologie und Morphologie. Diachron, kontrastiv, typologisch. Berlin 2016.

Die Beiträge des Bandes thematisieren an phonologischen und morphologischen Beispielen des Deutschen Regularitäts- bzw. Irregularitätsphänomene aus diachroner, kontrastiver und typologischer Perspektive. Zentrale Fragestellungen sind dabei: Welche Faktoren tragen zu Entstehung und Erhalt von Irregularität bei, welche zu ihrem Abbau? Welche Rolle spielen Sprachkontakt, Variation und Wandel bei der Etablierung irregulärer Teilsysteme? Können Typen von Irregularität ebenenspezifisch unterschieden werden? Wie wirken sich Produktivität, Gebrauchsfrequenz und Ähnlichkeitsrelationen sprachlicher Formen aus? Setzt Irregularität zwingend ein Regelkonzept voraus, liegt also eine Dichotomie "irregulär" vs. "regulär" zugrunde oder ist von unterschiedlichen Graden von Regularität auszugehen? Die Überlegungen und Modellierungen beleuchten nicht nur ein kontroverses Verhältnis von Regularität und Irregularität im Lichte einer dynamischen Sprachauffassung sondern haben auch die Verifikation von grammatischer Theoriebildung in unterschiedlichen Bereichen linguistischer Forschung zum Ziel.


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© Peter Lang Verlag

Netaya Lotze: Chatbots. Eine linguistische Analyse.  Reihe: Sprache – Medien – Innovationen. Frankfurt am Main: 2016.

Die korpuslinguistische sowie konversationsanalytische Studie thematisiert die Mensch-Maschine-Interaktion mit Chatbots. Diese Dialogsysteme sind auch heute noch störungsanfällig und eine Kommunikation ist nur unter äußerst limitierten Bedingungen möglich. Welche Implikationen dies für das Interaktionsverhalten der UserInnen hat, untersucht die Autorin vor dem Hintergrund der Diskussion um künstliche Intelligenz. Chatbots sind im Web bereits weit verbreitet und ihr Dialog-Design dient als Vorbild für moderne Assistenzsysteme. Da in Zukunft künstliche Intelligenzen eine immer größere Rolle spielen werden, legt diese Auseinandersetzung im Hinblick auf interaktives Alignment und Computer-Talk einen Grundstein zur linguistischen Erforschung von Dialogsystemen.


© LIT

Johannes Berning: Vom allmählichen Verschwinden der Didaktik. Reihe: Schreiben - interdisziplinär. Studien. Bd. 9, 2016, LIT Verlag: Berlin.

Die Empirisierung der Deutschdidaktik und in ihrer Folge die Kompetenzorientierung und Standardisierung von Lehren und Lernen an Schulen und Universitäten haben inzwischen zu einem offenkundigen Kollateralschaden geführt, der den Kern didaktischen Denkens und Handelns auf schleichende Weise erodiert. Wenn Inhalte nicht mehr begründet ausgewählt und hinterfragt werden und Methoden das angestrengte Nachdenken über einen Gegenstand ersetzen, dann verschwindet die Didaktik allmählich. Am Beispiel der Schreibdidaktik lässt sich schon heute zeigen, was passiert, wenn das Schreiben immer weniger als Verstehens- und Imaginationsarbeit bzw. als eine ganzheitliche und reflexive Erfahrung betrachtet wird.


© de gruyter

Anna Mühlherr, Heike Sahm, Monika Schausten, Bruno Quast: Dingkulturen. Objekte in Literatur, Kunst und Gesellschaft der Vormoderne. Unter Mitarbeit von Ulrich Hoffmann. Berlin/Boston: De Gruyter 2016 (Literatur – Theorie – Geschichte. 9).

Dinge sind schon seit einiger Zeit zu einem der wichtigsten kulturwissenschaftlichen Forschungsfelder avanciert. Die zwanzig in diesem Band versammelten Aufsätze widmen sich vormodernen Dingkulturen aus archäologischer, ethnologischer, historischer, kunsthistorischer und literaturwissenschaftlicher Perspektive. Der Schwerpunkt liegt auf Erzähltexten, womit zugleich die Brücke zur historischen Narratologie geschlagen wird. Moderne dingtheoretische Ansätze, insbesondere das Konzept der agency und das der Mensch-Ding-Vernetzung sowie gabentheoretische Ansätze werden fruchtbar gemacht und reflektiert. Erstaunliche Dinge, signifikante Sachverhalte, dingtheoretisch aufschlussreiche Texte vom Waltharius bis zu Heinrich Wittenwilers Ring werden analysiert und interpretiert. Die untereinander vielfach vernetzten Beiträge widmen sich den folgenden Themen: 1. Objektbiographien, 2. Dinge als Gabe und weitere Formen von Zirkulation, 3. Funktionen und 4. Bedeutungen von Dingen in literarischen Texten, 5. Artifizialität und Ästhetik. So schlüsselt die Publikation Dimensionen des dingtheoretischen Zugangs auf und zeigt gleichzeitig, wie gewinnbringend die unterschiedlichen Fragerichtungen verknüpft werden können.


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Kordula Schulze, Natalya Tyan, Laura Engelhardt (Hg.): Usbekisch-deutsche Studien IV. Kontakte: Sprache, Literatur, Kultur, Didaktik. Berlin u. a.: LIT Verlag 2016 (Deutsch-usbekische Studien. 5).


Mit diesem Tagungsband erscheinen zum vierten Mal "Usbekisch-deutsche Studien". Die Kooperation zwischen dem Germanistischen Institut der Universität Münster und dem Lehrstuhl für Deutsche Philologie an der Nationalen Universität Usbekistans wird seit 2004 als Germanistische Institutspartnerschaft (GIP) durch den DAAD gefördert. Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Forschungsaktivität verschiedener Universitäts- und Sprachkulturen sowie interkulturelle Aspekte kommen hier zum Ausdruck. Dies entspricht dem weitgefassten Thema der Tagung: "Kontakte: Sprache, Literatur, Kultur, Didaktik".


Julia Bodenburg, Katharina Grabbe und Nicole Haitzinger (Hg.): Chor-Figuren
© Rombach Verlag

Julia Bodenburg, Katharina Grabbe und Nicole Haitzinger (Hg.):
Chor-Figuren. Transdisziplinäre Beiträge, Freiburg i. Br.: Rombach 2016 (Reihe Paradeigmata, Bd. 30).

Mit dem Chor, der ältesten Instanz des antiken Theaters, nimmt der Band eine facettenreiche und transmediale Figur in den Fokus, die sich trotz vielfältiger Transformationen nicht von der Bühne vertreiben ließ und im gegenwärtigen Theater Konjunktur hat. Die Erscheinungsweisen des Chors - als musikalisches Stimmenensemble, formale Anordnung oder chorisches Kollektiv, inszenatorische Herausforderung, zeichenhafte oder akustische Figur im dramatischen Text, bewegter Körper im Raum, Figuration des Politischen oder als Affektinstanz - begreift der Band als Aufforderung zu einer disziplinübergreifenden Neubetrachtung. Literatur-, theater-, tanz- und musikwissenschaftliche Beiträge als provisorische Einheit von verschiedenen Stimmen dokumentieren quasi chorisch aktuelle Forschungspositionen.

Mit Beiträgen von: Sebastian Bolz, Claudia Bosse, Thomas Boyken, Matthias Dreyer, Nils Grosch, Nicole Haitzinger, Ulrike Haß, Momoko Inoue, Monika Meister, Nikolaus Müller-Schöll, Clemens Peck, Carolin Rocks, Lily Tonger-Erk, Ulrike Wels, Bernhard Zimmermann

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Grießbach, Thomas/Lepschy, Annette
Rhetorik der Rede. Ein Lehr- und Arbeitsbuch

Die Vermittlung rederhetorischer Fähigkeiten und Fertigkeiten im Lehr-Lernkontext erfordert eine Vielzahl fachlicher und didaktisch-methodischer Überlegungen und Entscheidungen. Nur die permanente fachliche und didaktisch-methodische Reflexion eines Lehrgegenstands führt zu einer begründbaren und verantwortbaren Lehr-Praxis.
Das Buch versteht sich als „Anleitung zum Lehren von Rederhetorik“ und repräsentiert die langjährigen Lehrerfahrungen der beiden Autoren. Es gibt einen systematischen Überblick über alle Bereiche, die im Rahmen eines rederhetorischen Seminars oder Coachings von Bedeutung sein können. Dies umfasst einerseits die Oberflächenstruktur der Rede: Hier werden Lehreinheiten zur Optik, Akustik und Sprache vorgestellt. Sprechen Und Verstehen 30 Frontcover Klein

Zum anderen wird die Tiefenstruktur der Rede, also die kognitiven, emotiven und voluntativen Aspekte wie Zielklärung, Redestrukturen, Materialaufbereitung, Zielgruppenorientierung, Perspektivenübernahme, Einwirkung auf den Hörer didaktisch-methodisch aufbereitet. Der didaktische Anteil der jeweiligen Kapitel umfasst die Gegenstandsbeschreibung, der methodische Anteil die Übungen zur Erarbeitung.

Die beiliegende DVD enthält eine Vielzahl von Redebeispielen, die im Seminarkontext zur Sensibilisierung und Analyse für oberflächen- und tiefenstrukturelle Aspekte eingesetzt werden kann.

Das Buch richtet sich einerseits an Personen, die bereits in den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Feldern lehren und unterrichten und die ihre Lehrpraxis „auffrischen“ oder reflektieren möchten; andererseits an Personen, die am Beginn einer Lehrtätigkeit stehen oder sich darauf vorbereiten und die nach einer fundierten Didaktik und Methodik der Rederhetorik suchen.


Bahlo Transkriptband Jugendsprache - Kopie
© Verlag Retorika

Bahlo, Nils und Fladrich Marcel (2016): Transkriptband Jugendsprache. Gesprochene Sprache in der Peer-Group. Berlin: Retorika.

Im vorliegenden Transkriptband wurden nach GAT2 transkribierte Audioaufnahmen Jugendlicher aus Berlin zu Forschungs- und Lehrzwecken veröffentlicht. Die Daten stammen aus dem DFG-Projekt "Jugendsprache im Längsschnitt.