Neue Veröffentlichungen aus dem Institut

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Anja Pompe, Kaspar H. Spinner, Jakob Ossner: Deutschdidaktik Grundschule. Eine Einführung. Berlin: Erich Schmidt 2018. Reihe: Grundlagen der Germanistik. Hrsg. von Christine Lubkoll, Ulrich Schmitz, Martina Wagner-Egelhaaf, Klaus-Peter Wegera. Zweite, durchgesehene Auflage.

Der vorliegende Band führt in die Didaktik des Deutschunterrichtes in der Grundschule ein. Er vermittelt  die wesentlichen wissenschaftlichen Erkenntnisse zu  den  Grundlagen  und  zu  den  einzelnen  Arbeitsbereichen  des  Unterrichts.  Dabei  wird  immer  der  Bezug  zum  konkreten  Unterrichtshandeln  hergestellt,  häufig  sogar  von  ihm  ausgegangen,  so  dass  die  Leserinnen und Leser die Praxisrelevanz der Fragen und Ausführungen erkennen, die in der Deutschdidaktik und den geisteswissenschaftlichen Bezugsdisziplinen derzeit diskutiert werden.
Der Band gliedert sich – nach einem allgemeinen Teil zu  den  Grundlagen  –  in  Großkapitel  zur  Sprachdidaktik, zur Lese- und Literaturdidaktik und zur Mediendidaktik. Er richtet sich an Studierende in der ersten Ausbildungsphase, an Referendarinnen und Referendare einschließlich  ihrer  Ausbildenden  und  an  alle  Lehrpersonen, die sich über neuere Entwicklungen in der Grundschuldidaktik Deutsch informieren wollen.
Die Einführung berücksichtigt die Sprach-, Literatur- und Mediendidaktik in gleichberechtigter Weise, beschreibt kompakt und klar strukturiert die didaktisch-methodischen Grundlagen für das Unterrichtsfach Deutsch in der Primarstufe, ist anschaulich gestaltet durch Bilder und Grafiken, gewährt eine enge Anbindung an die fach- und erziehungswissenschaftlichen  Bezugsdisziplinen


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Walter Müller–Seidel. Rechtsdenken im literarischen Text. Deutsche Literatur von der Weimarer Klassik zur Weimarer Republik. Hrsg. und eingeleitet von Gunter Reiß. Berlin/Boston: De Gruyter 2017 (=Juristische Zeitgeschichte. Abt. 6 Recht in der Kunst- Kunst im Recht. Bd. 47) 192 S.

Walter Müller-Seidel (1918 -2010), langjähriger Lehrstuhlinhaber für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Ludwig Maximilians- Universität in München, zählt zu den renommiertesten und einflussreichsten Vertretern seines Faches. Weit über die geisteswissenschaftlichen Grenzen der Germanistik hinaus setzte er sich mit anderen Disziplinen und Denksystemen auseinander, mit den Naturwissenschaften ,der Rechts- und Medizingeschichte, versteht sein wissenschaftliche Arbeit interdisziplinär im Kontext sozialer und politischer Handlungsfelder. Energisch hat er sich für die Aufarbeitung der Geschichte der Germanistik eingesetzt. Seine im vorliegenden Band versammelten Arbeiten von Schiller bis zur Weimarer Republik sind im Spannungsfeld von Psychiatrie, Strafrecht und Literatur angesiedelt und Musterbeispiele einer sozialgeschichtlich orientierten Literaturwissenschaft. Sie dokumentieren zugleich wesentliche Elemente einer Mentalitäts- und Ideologiegeschichte der literarischen und rechtlichen Entwicklungen der letzten 200 Jahre. In den jüngeren Abhandlungen wandelt sich die radikale Wissenschaftskritik zum Entwurf eines politischen Handelns, für das er von den Protagonisten, den Gelehrten und literarischen Autoren, nachdrücklich hohe ethische Verantwortlichkeit einfordert.


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Reichsdramaturgie. Kulissen und Choreographien der Macht im NS-Staat. Frankfurt a.M.: Peter Lang 2016, 98 S.

„Reichsdramaturgie“ bezieht sich sowohl auf die Instrumentalisierung des Theaters durch Goebbels, die in der Gleichschaltung von Theater und NS-Alltag endet, als auch auf die Inszenierungsformen des sich als ästhetisches Spektakel präsentierenden faschistischen Staates. „Reichsdramaturgie“ ist also auch eine Chiffre für die totalitäre Massensuggestion.
Die in diesem Buch dargestellten Strukturen und Strategien, die die so genannte „Volksgemeinschaft“ des Dritten Reiches hypnotisierten und hörig machten, bekommen derzeit unvorhergesehene Aktualität und Brisanz.
Rechtsradikale Gewalttaten und nationalistische Demonstrationen im Jahr 2015 lassen die Gespenster einer längst bewältigt geglaubten politischen Vergangenheit wieder aufleben. Rückgriffe auf Denk- und Handlungsmuster der NS-Zeit wie Ausgrenzung und Verfolgung Andersdenkender prägen Teile der deutschen Öffentlichkeit und beginnen, demokratische Übereinkünfte und Grundrechte auszuhebeln.
Bertolt Brechts Mahnung am Schluss seines Hitler-Stücks Arturo Ui bleibt aktuell: „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.“ So ist der vorliegende Essay auch ein Ort der Selbstvergewisserung über die Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit als unverzichtbarer Bestandteil unseres gesellschaftlichen Denkens und Handelns.


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Inkulturation. Strategien bibelepischen Schreibens in Mittelalter und Früher Neuzeit. Hg. von Bruno Quast und Susanne Spreckelmeier, unter Mitarbeit von Fridtjof Bigalke (Literatur – Theorie – Geschichte 12), Berlin/Boston 2017.

Bibelepisches Erzählen steht in einem polaren Spannungsfeld zwischen heiligem Prätext und poetisch-ästhetischem Anspruch. Die umstrittene Hybridität bibelepischer Texte wird in diesem Sammelband gezielt zum Anlass für eine Revision der bisher weitestgehend vernachlässigten Gattung 'Bibelepik' genommen. Die Beiträge gehen der Frage nach, anhand welcher Strategien bibelepischen Schreibens heilige Texte in Erzählkulturen hinein vermittelt werden und wie sich die Geltungsansprüche von heiligem Text und kulturellem Text zueinander verhalten. Die versammelten Beiträge namhafter Mediävistinnen und Mediävisten bilden mit den jeweils behandelten Werken sowohl die Formvielfalt der Gattung als auch einen Zeitraum vom frühen Mittelalter bis in die Frühe Neuzeit ab. Auf diese Weise leistet der Band einen Beitrag zum Verständnis bibelepischen Erzählens als Kulturleistung, das die Grenzen zwischen weltlichem und religiösem Erzählen ebenso in Frage stellt wie die traditionelle literaturgeschichtliche Einordnung der Gattung, und bietet so vielfältige Anregungen für weiterführende Forschungen.


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Christian Sieg: Die ‚engagierte Literatur‘ und die Religion. Politische Autorschaft im literarischen Feld zwischen 1945 und 1990. Berlin/Boston 2017 (Studien und Texte zur Sozialgeschichte der Literatur 146).

Wie kann das Politische der ‚engagierten Literatur‘ der Nachkriegszeit gefasst werden? Weder der Verweis auf den Begriff ‚Engagement‘ noch die Auflistung der Diskurse, in denen sich die Nachkriegsliteratur politisch positioniert hat, beantwortet diese Frage. Die vorliegende Studie entwickelt auf der Grundlage von Pierre Bourdieus Feldtheorie einen literatursoziologischen Autorschaftsbegriff und zeigt auf, wie die Inszenierung von Autorschaft der Literatur eine politische Funktion zuschreibt. Für die Legitimation ihrer Literatur greifen ‚engagierte‘ Autorinnen und Autoren in ihren literarischen Texten auf gesellschaftlich anerkannte Kulturmuster zurück. Von der Kirchenkritik der 1950er- bis zur apokalyptischen Rhetorik der 1980er-Jahre beziehen sie sich in diesem Sinne insbesondere auf religiöse Motive, Narrative und Diskurse. Erst die Analyse der von der literaturwissenschaftlichen Forschung bislang lediglich am Rande thematisierten Funktion der Religion für politische Autorschaft erlaubt es, den politischen Gehalt der Nachkriegsliteratur ganz zu erschließen.

Das Buch ist auch als Online-Ressource über den ULB-Katalog abrufbar!


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Katharina Martin, Christian Sieg (Hrsg.): Zukunftsvisionen zwischen Apokalypse und Utopie. Würzburg 2016.

Ständig sehen wir die Zukunft kommen: Wir verweisen auf den Klimawandel, sagen den Zusammenbruch der Staatsfinanzen voraus, sprechen im Namen zukünftiger Generationen oder fordern grundsätzliche Reformen der Gesellschaft. Wir nutzen dabei Bilder und Narrative, die eine lange Tradition haben. Zwei historisch bedeutsame und immer noch wirksame Zukunftsentwürfe sind ‚Apokalypse‘ und ‚Utopie‘. Ob Prophet oder Utopist, wer Visionen des Kommenden verkündet, der misst die Gegenwart an einem Bild, dem sie nicht genügt. Es mag dieses Unbehagen an der Gegenwart sein, das dazu motiviert, dem gestenreichen Abschied vom visionären Denken, wie er in den letzten Dekaden vielfach vollzogen worden ist, zu trotzen. Dabei ist die Figuration von Zukunft ein gesellschaftlicher Akt, weil er nicht nur eine kritische Haltung zur Gegenwart zum Ausdruck bringt, sondern zudem eine neue Wahrnehmung derselben ermöglicht. Mit welchen Ideen, Konzepten, Narrativen und durch welche Rhetorik historische und aktuelle Zukunftsvisionen die Gegenwart neu in den Blick nehmen, untersucht dieser Band. Vertreten sind in ihm Texte aus der Ägyptologie, der Archäologie, der Germanistik, der Philosophie, der Geschichts- und der Rechtswissenschaft.

Einleitung


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Wilhelm Durandus, Rationale divinorum officiorum. Übersetzung und Verzeichnisse von Herbert Douteil, mit einer Einleitung herausgegeben und bearbeitet von Rudolf Suntrup, 3 Bde., Münster: Aschendorff Verlag 2016 (Liturgiewissenschaftliche Quellen und Forschungen 107).

Das Rationale der Gottesdienste, verfasst von dem Kanonisten und Liturgiker Wilhelm Durandus dem Älteren († 1296) und in zwei Fassungen vom Ende des 13. Jahrhunderts überliefert, ist ein hervorragendes Zeugnis der hochmittelalterlichen Papstliturgie, das durch zahlreiche Hinweise auf alternative lokale Liturgieformen ergänzt wird. Zweifellos darf das in acht Bücher gegliederte umfassende Werk als die wichtigste Liturgieerklärung des Mittelalters gelten; sie beschreibt nicht nur die gesamte Liturgie der Zeit – den Kirchenbau, seine Ausstattung und Weihe, die Liturgen und ihre Gewänder, die Messfeier mit ihren komplexen Riten, die Sakramente, das Stundengebet und die Kalenderberechnung – äußerst genau, sondern erweist sich zugleich als eine Fundgrube für eigene und von den Vorgängern (vor allem von Innozenz III.) übernommene allegorische Liturgiedeutungen; deren Methode wurde aus der mittelalterlichen Bibelallegorese abgeleitet und insbesondere auf die gottesdienstlichen Riten übertragen. Zahlreiche Handschriften und Druckausgaben bezeugen die nachhaltige Rezeption des Textes.
Die Edition auf der Grundlage der kritischen Ausgabe von Anselme Davril und Timothy M. Thibodeau (1995–2000) bietet erstmals eine vollständige deutsche Übersetzung aller acht Bücher des Rationale divinorum officiorum. Durch mehrere Verzeichnisse und ein umfangreiches analytisches Sachregister, das die Übersetzung allen an Denken, Gebräuchen, Kunst, Liturgie, Theologie und Volkskunde Interessierten umfassend erschließt, wird die Übersetzung des lateinischen Textes einem weiten Leserkreis leichter benutzbar.


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Verena Wecker: Strategien bei der Pluralbildung im DaZ-Erwerb. Eine Studie mit russisch- und türkischsprachigen Lernern. Berlin 2016

Die Pluralbildung im Deutschen gilt aufgrund des Formenreichtums und der zumindest in Teilen geltenden Regelferne als typischer Stolperstein im Erwerb von Deutsch als Zweitsprache.
Während in der Forschung bisher vor allem beleuchtet wurde, in welcher Reihenfolge die Pluralmarkierungen oder die verschiedenen Regularitäten erworben werden, wird in diesem Buch untersucht, welche Strategien Lerner mit Deutsch als Zweitsprache verfolgen, um den Plural zu bilden. Im Rahmen der gebrauchsbasierten Spracherwerbstheorie wird dazu ein Modell entworfen, das zwei aus den morphologie-theoretischen Darstellungen des deutschen Numerussystems ableitbare Strategien umfasst: Die Lerner orientieren sich an Eigenschaften der Singularform, um den Plural zu bilden (source-orientiert) oder sie orientieren sich an einer prototypischen Gestalt einer Pluralform (produktorientiert). Anhand umfangreicher empirischer Daten wird dieses Modell überprüft. Die Ergebnisse der Untersuchung sind sowohl für die morphologische Theoriebildung als auch für die Deutsch als Zweitsprache-Forschung von Belang.


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Helmut H. Spiekermann, Line-Marie Hohenstein, Stephanie Sauermilch und Kathrin Weber (Hrsg.): Niederdeutsch: Grenzen, Strukturen, Variation. Wien 2016

Der Band versammelt Beiträge der internationalen Tagung Westfälisch: Geschichte, Strukturen, Perspektiven, die im Oktober 2014 in Münster stattfand. Dabei werden drei Bereiche der Niederdeutschforschung miteinander verknüpft: Neben Fragen zu sprachlichen Grenzen und niederdeutschen Grenzdialekten werden Strukturen des Niederdeutschen aus diachroner und synchroner Perspektive sowie Analysen im Rahmen moderner Variationsforschung vorgestellt. Insgesamt wird ein umfassender Einblick in aktuelle Themen und Methoden der niederdeutschen Sprachgeschichtsforschung und Dialektologie gegeben.Der Band versammelt Beiträge der internationalen Tagung Westfälisch: Geschichte, Strukturen, Perspektiven, die im Oktober 2014 in Münster stattfand. Dabei werden drei Bereiche der Niederdeutschforschung miteinander verknüpft: Neben Fragen zu sprachlichen Grenzen und niederdeutschen Grenzdialekten werden Strukturen des Niederdeutschen aus diachroner und synchroner Perspektive sowie Analysen im Rahmen moderner Variationsforschung vorgestellt. Insgesamt wird ein umfassender Einblick in aktuelle Themen und Methoden der niederdeutschen Sprachgeschichtsforschung und Dialektologie gegeben.


 

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Andreas Bittner, Constanze Spieß (Hrsg.): Formen und Funktionen. Morphosemantik und grammatische Konstruktion. Berlin 2016.

Der Band vereinigt Beiträge, die sich der morpho-semantischen Struktur des Deutschen aus funktionaler Sicht, d.h. der Motiviertheit der Interaktion von semantischen und formalen Aspekten bei der grammatischen Strukturbildung, widmen. Im Zentrum steht dabei vor allem die Rolle der morpho-semantischen Kategorien Genus und Numerus bei der Entwicklung und Veränderung des Deklinationssystems, also seiner Deklinations- und Distinktionsklassen. Überprüft wird ihr Potential als Motivierungsinstanzen grammatischer und pragmatischer Kongruenzsysteme. Die Untersuchungen verweisen auf die Relevanz morpho-semantischer Kategorien für eine dynamische, von Variation gekennzeichnete grammatische Strukturbildung des Deutschen, verbinden ihre empirische Fundierung mit Fakten und Erkenntnissen aus Sprachwandel und Spracherwerb, tragen mit ihren Fragestellungen zur morphologischen und Sprachveränderung berücksichtigenden Theoriebildung bei und richten den Fokus neben den linguistischen auch auf didaktische Aspekte des Gegenstands.


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Andreas Bittner, Klaus-Michael Köpcke (Hrsg.): Regularität und Irregularität in Phonologie und Morphologie. Diachron, kontrastiv, typologisch. Berlin 2016.

Die Beiträge des Bandes thematisieren an phonologischen und morphologischen Beispielen des Deutschen Regularitäts- bzw. Irregularitätsphänomene aus diachroner, kontrastiver und typologischer Perspektive. Zentrale Fragestellungen sind dabei: Welche Faktoren tragen zu Entstehung und Erhalt von Irregularität bei, welche zu ihrem Abbau? Welche Rolle spielen Sprachkontakt, Variation und Wandel bei der Etablierung irregulärer Teilsysteme? Können Typen von Irregularität ebenenspezifisch unterschieden werden? Wie wirken sich Produktivität, Gebrauchsfrequenz und Ähnlichkeitsrelationen sprachlicher Formen aus? Setzt Irregularität zwingend ein Regelkonzept voraus, liegt also eine Dichotomie "irregulär" vs. "regulär" zugrunde oder ist von unterschiedlichen Graden von Regularität auszugehen? Die Überlegungen und Modellierungen beleuchten nicht nur ein kontroverses Verhältnis von Regularität und Irregularität im Lichte einer dynamischen Sprachauffassung sondern haben auch die Verifikation von grammatischer Theoriebildung in unterschiedlichen Bereichen linguistischer Forschung zum Ziel.


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Netaya Lotze: Chatbots. Eine linguistische Analyse.  Reihe: Sprache – Medien – Innovationen. Frankfurt am Main: 2016.

Die korpuslinguistische sowie konversationsanalytische Studie thematisiert die Mensch-Maschine-Interaktion mit Chatbots. Diese Dialogsysteme sind auch heute noch störungsanfällig und eine Kommunikation ist nur unter äußerst limitierten Bedingungen möglich. Welche Implikationen dies für das Interaktionsverhalten der UserInnen hat, untersucht die Autorin vor dem Hintergrund der Diskussion um künstliche Intelligenz. Chatbots sind im Web bereits weit verbreitet und ihr Dialog-Design dient als Vorbild für moderne Assistenzsysteme. Da in Zukunft künstliche Intelligenzen eine immer größere Rolle spielen werden, legt diese Auseinandersetzung im Hinblick auf interaktives Alignment und Computer-Talk einen Grundstein zur linguistischen Erforschung von Dialogsystemen.


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Johannes Berning: Vom allmählichen Verschwinden der Didaktik. Reihe: Schreiben - interdisziplinär. Studien. Bd. 9, 2016, LIT Verlag: Berlin.

Die Empirisierung der Deutschdidaktik und in ihrer Folge die Kompetenzorientierung und Standardisierung von Lehren und Lernen an Schulen und Universitäten haben inzwischen zu einem offenkundigen Kollateralschaden geführt, der den Kern didaktischen Denkens und Handelns auf schleichende Weise erodiert. Wenn Inhalte nicht mehr begründet ausgewählt und hinterfragt werden und Methoden das angestrengte Nachdenken über einen Gegenstand ersetzen, dann verschwindet die Didaktik allmählich. Am Beispiel der Schreibdidaktik lässt sich schon heute zeigen, was passiert, wenn das Schreiben immer weniger als Verstehens- und Imaginationsarbeit bzw. als eine ganzheitliche und reflexive Erfahrung betrachtet wird.


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Anna Mühlherr, Heike Sahm, Monika Schausten, Bruno Quast: Dingkulturen. Objekte in Literatur, Kunst und Gesellschaft der Vormoderne. Unter Mitarbeit von Ulrich Hoffmann. Berlin/Boston: De Gruyter 2016 (Literatur – Theorie – Geschichte. 9).

Dinge sind schon seit einiger Zeit zu einem der wichtigsten kulturwissenschaftlichen Forschungsfelder avanciert. Die zwanzig in diesem Band versammelten Aufsätze widmen sich vormodernen Dingkulturen aus archäologischer, ethnologischer, historischer, kunsthistorischer und literaturwissenschaftlicher Perspektive. Der Schwerpunkt liegt auf Erzähltexten, womit zugleich die Brücke zur historischen Narratologie geschlagen wird. Moderne dingtheoretische Ansätze, insbesondere das Konzept der agency und das der Mensch-Ding-Vernetzung sowie gabentheoretische Ansätze werden fruchtbar gemacht und reflektiert. Erstaunliche Dinge, signifikante Sachverhalte, dingtheoretisch aufschlussreiche Texte vom Waltharius bis zu Heinrich Wittenwilers Ring werden analysiert und interpretiert. Die untereinander vielfach vernetzten Beiträge widmen sich den folgenden Themen: 1. Objektbiographien, 2. Dinge als Gabe und weitere Formen von Zirkulation, 3. Funktionen und 4. Bedeutungen von Dingen in literarischen Texten, 5. Artifizialität und Ästhetik. So schlüsselt die Publikation Dimensionen des dingtheoretischen Zugangs auf und zeigt gleichzeitig, wie gewinnbringend die unterschiedlichen Fragerichtungen verknüpft werden können.


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Kordula Schulze, Natalya Tyan, Laura Engelhardt (Hg.): Usbekisch-deutsche Studien IV. Kontakte: Sprache, Literatur, Kultur, Didaktik. Berlin u. a.: LIT Verlag 2016 (Deutsch-usbekische Studien. 5).


Mit diesem Tagungsband erscheinen zum vierten Mal "Usbekisch-deutsche Studien". Die Kooperation zwischen dem Germanistischen Institut der Universität Münster und dem Lehrstuhl für Deutsche Philologie an der Nationalen Universität Usbekistans wird seit 2004 als Germanistische Institutspartnerschaft (GIP) durch den DAAD gefördert. Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Forschungsaktivität verschiedener Universitäts- und Sprachkulturen sowie interkulturelle Aspekte kommen hier zum Ausdruck. Dies entspricht dem weitgefassten Thema der Tagung: "Kontakte: Sprache, Literatur, Kultur, Didaktik".


Julia Bodenburg, Katharina Grabbe und Nicole Haitzinger (Hg.): Chor-Figuren
© Rombach Verlag

Julia Bodenburg, Katharina Grabbe und Nicole Haitzinger (Hg.):
Chor-Figuren. Transdisziplinäre Beiträge, Freiburg i. Br.: Rombach 2016 (Reihe Paradeigmata, Bd. 30).

Mit dem Chor, der ältesten Instanz des antiken Theaters, nimmt der Band eine facettenreiche und transmediale Figur in den Fokus, die sich trotz vielfältiger Transformationen nicht von der Bühne vertreiben ließ und im gegenwärtigen Theater Konjunktur hat. Die Erscheinungsweisen des Chors - als musikalisches Stimmenensemble, formale Anordnung oder chorisches Kollektiv, inszenatorische Herausforderung, zeichenhafte oder akustische Figur im dramatischen Text, bewegter Körper im Raum, Figuration des Politischen oder als Affektinstanz - begreift der Band als Aufforderung zu einer disziplinübergreifenden Neubetrachtung. Literatur-, theater-, tanz- und musikwissenschaftliche Beiträge als provisorische Einheit von verschiedenen Stimmen dokumentieren quasi chorisch aktuelle Forschungspositionen.

Mit Beiträgen von: Sebastian Bolz, Claudia Bosse, Thomas Boyken, Matthias Dreyer, Nils Grosch, Nicole Haitzinger, Ulrike Haß, Momoko Inoue, Monika Meister, Nikolaus Müller-Schöll, Clemens Peck, Carolin Rocks, Lily Tonger-Erk, Ulrike Wels, Bernhard Zimmermann

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Grießbach, Thomas/Lepschy, Annette
Rhetorik der Rede. Ein Lehr- und Arbeitsbuch

Die Vermittlung rederhetorischer Fähigkeiten und Fertigkeiten im Lehr-Lernkontext erfordert eine Vielzahl fachlicher und didaktisch-methodischer Überlegungen und Entscheidungen. Nur die permanente fachliche und didaktisch-methodische Reflexion eines Lehrgegenstands führt zu einer begründbaren und verantwortbaren Lehr-Praxis.
Das Buch versteht sich als „Anleitung zum Lehren von Rederhetorik“ und repräsentiert die langjährigen Lehrerfahrungen der beiden Autoren. Es gibt einen systematischen Überblick über alle Bereiche, die im Rahmen eines rederhetorischen Seminars oder Coachings von Bedeutung sein können. Dies umfasst einerseits die Oberflächenstruktur der Rede: Hier werden Lehreinheiten zur Optik, Akustik und Sprache vorgestellt. Sprechen Und Verstehen 30 Frontcover Klein

Zum anderen wird die Tiefenstruktur der Rede, also die kognitiven, emotiven und voluntativen Aspekte wie Zielklärung, Redestrukturen, Materialaufbereitung, Zielgruppenorientierung, Perspektivenübernahme, Einwirkung auf den Hörer didaktisch-methodisch aufbereitet. Der didaktische Anteil der jeweiligen Kapitel umfasst die Gegenstandsbeschreibung, der methodische Anteil die Übungen zur Erarbeitung.

Die beiliegende DVD enthält eine Vielzahl von Redebeispielen, die im Seminarkontext zur Sensibilisierung und Analyse für oberflächen- und tiefenstrukturelle Aspekte eingesetzt werden kann.

Das Buch richtet sich einerseits an Personen, die bereits in den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Feldern lehren und unterrichten und die ihre Lehrpraxis „auffrischen“ oder reflektieren möchten; andererseits an Personen, die am Beginn einer Lehrtätigkeit stehen oder sich darauf vorbereiten und die nach einer fundierten Didaktik und Methodik der Rederhetorik suchen.


Bahlo Transkriptband Jugendsprache - Kopie
© Verlag Retorika

Bahlo, Nils und Fladrich Marcel (2016): Transkriptband Jugendsprache. Gesprochene Sprache in der Peer-Group. Berlin: Retorika.

Im vorliegenden Transkriptband wurden nach GAT2 transkribierte Audioaufnahmen Jugendlicher aus Berlin zu Forschungs- und Lehrzwecken veröffentlicht. Die Daten stammen aus dem DFG-Projekt "Jugendsprache im Längsschnitt.