Herzlich Willkommen bei der AG Ökohydrologie und Stoffkreisläufe!

Die Arbeitsgemeinschaft Ökohydrologie und Biogeochemie  gehört zum Institut für Landschaftsökologie (ILÖK) der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

Die Aufklärung von Wasser- und Stoffkreisläufen in Mooren und Oberflächengewässern steht im Mittelpunkt der international ausgerichteten Forschungen des Arbeitsbereiches. Zu diesem Zweck quantifizieren wir über hydrologische Ansätze Stoffflüsse und identifizieren und charakterisieren biogeochemische und geochemische Prozesse mit Hilfe chemisch-analytischer Methoden. Mathematische Simulationsmodelle und statististische Verfahren werden unterstützend eingesetzt um das Verhalten der untersuchten Systeme herauszuarbeiten. Das gewonnene Prozess- und Systemverständnis nutzen wir um die Auswirkungen von Umweltveränderungen auf Moore und Oberflächengewässer auf verschiedenen räumlichen und zeitlichen Maßstäben abzuschätzen und zu prognostizieren. 

Konkret untersuchen wir:

  • kurz- und langfristige Auswirkungen von Dürre und Überflutung auf Kohlenstoff, Schwefel – und Eisenumsetzungen in Mooren,
  • Effekte langfristiger Stickstoffdeposition, erhöhter Temperaturen, oder Renaturierungsmaßnahmen nach Nutzung oder Abtorfung auf die Kohlenstoff- und Stickstofffestlegung in Mooren,
  • Auswirkungen des Grundwasserzustroms auf Stoffumsetzungen in sauren Restseen des Braunkohletagebaus und ihre chemische Beschaffenheit,
  • Redoxprozesse von Huminstoffen und deren Bedeutung für anaerobe Respiration und Spurengasflüsse in wassergesättigten Systemen
  • Steuerungsmechanismen der Sequestration von Kohlenstoff in Seen und Gasaustausch mit der Atmosphäre.

Aktuelles aus der Arbeitsgruppe:

Moorminuten
© Katharina Blaurock und Lisa Kaule

Podcast Moorminuten an der Universität Bayreuth

Das Bayreuther Zentrum für Ökologie und Umweltforschung (BayCEER) an der Universität Bayreuth hat eine Podcast Serie zum Thema Moore herausgegeben, Moorminuten, gefördert durch AQUAKlif / bayclif (Bayerisches Netzwerk für Klimaforschung)

Klaus-Holger Knorr bei der Aufnahme des Podcasts
© Sophie Pieoer

Klaus-Holger Knorr im Podcast der WWU

Moore - die unbekannten Klimaretter

In einem Podcast der WWU in der Reihe Nachhaltigkeit spricht Klaus-Holger Knorr über die Bedeutung der Moore in der Diskussion über den Klimawandel, ihre Bedrohung, ihr Wert und Möglichkeiten sie zu schützen und zu renaturieren.

Prof. Dr. Klaus-Holger Knorr mit Sode und Moorbohrer
© WWU-MünsterView

Die Bedeutung der Moore für das Weltklima

In der Arbeitsgruppe Ökohydrologie und Stoffkreisläufe forschen wir an der Bedeutung der Moore für Treibhausgasflüsse und Kohlenstoffspeicherung. Dabei beleuchten wir auch Ansätze zur Renaturierung der in Deutschland oft stark degradierten und drainierten Moore und die Bedeutung von auftauendem Permafrost für Moore der hohen Breiten. Dies wurde im Zuge der Klimadiskussion nun von der  WWU Pressestelle mit einem Artikel aufgeriffen. Wir freuen uns darüber, dass Moore verstärkt in den Fokus der gegenwärtigen Diskussionen kommen.

Klaus-Holger Knorr und Svenja Agethen auf einer Untersuchungsfläche im Moor
© K.-H. Knorr

Dr. Svenja Agethen mit dem Dissertationspreis der Fakultät ausgezeichtet

Svenja Agethen, ehemalige Doktorandin der Arbeitsgruppe Ökohydrologie und Stoffkreisläufe, wurde für ihre herausragende Arbeit mit dem Dissertationspreis des Rektorats für die beste Dissertation in der Fakultät Geowissenschaften ausgezeichnet. Wir gratulieren dazu und freuen uns auf eine weitere spannende Zusammenarbeit mit ihr und ihrem neuen Arbeitgeber.
Ihre Arbeit beschäftigte sich mit Treibhausgasflüssen aus landwirtschaftlich vorgenutzten, abgetorften Mooren nach der Renaturierung. Entwässerte Moore sind signifikante Kohlendioxid Quellen. Nach Wiedervernässung wachsen jedoch meist untypische, leicht zersetzbare Pflanzen, die im wassergesättigten Torf zu hoher Methanbildung führen können. Durch die starke Treibhauswirkung von Methan stehen wiedervernässte Moore daher im Verdacht das Klima zunächst stärker zu erwärmen als entwässerte Moore. Durch Untersuchungen auf detaillierter Prozessebene konnte Svenja Agethen zeigen, dass Wiedervernässung nicht nur den verbleibenden Torf konserviert, sondern dass verschiedene Mechanismen auch übermäßige Methanbildung bremsen. Die Arbeit relativiert somit den Ruf renaturierter (Hoch)Moore als „Hotspots“ von Treibhausgasemissionen.

Leitfaden zur Vermehrung von Bulttorfmoosen

Leitfaden zur Vermehrung von Bulttorfmoosen DBU
© DBU/Hölzel et al

Bulttorfmoose sind von zentraler Bedeutung für das Ökosystem Hochmoor. Wie Untersuchungen zum Renaturierungserfolg zeigen, kommt es vielfach auch nach über 30 Jahren nicht zur Etablierung von Bulttorfmoosen. Als wesentliche Ursache hierfür ist Ausbreitungslimitierung infolge anthropogener Habitatfragmentierung sowie einer generell geringen Bedeutung der generativen Vermehrung bei Bulttorfmoosen zu nennen.
Das Institut für Landschaftsökologie hat in einem Gemeinschaftsprojekt mit der Stiftung Lebensraum Moor und dem Substrathersteller Gramoflor GmbH & Co. KG, einen Leitfaden zur Vermehrung von Bulttorfmoosen für Renaturierungszwecke erstellt um diese gezielt in Renaturierungsflächen einbringen zu können. Im Rahmen des mit Mitteln der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten Projekts, wurden verschiedene Vermehrungsverfahren auf künstlich bewässerten Gewächshaustischen erprobt und beispielhaft ins Freiland übertragen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sind jetzt in einem von Norbert Hölzel , Till Kleinebecker , Klaus-Holger Knorr , Peter Raabe und Gabriela Gramann erstellten Leitfaden erschienen. Dieser Leitfaden richtet sich vor allem an Akteure im Moorschutz und in der Hochmoorrenaturierung.

Weiterführende Links:
Stiftung Lebensraum Moor