Willkommen
bei der AG Biodiversität und Ökosystemforschung

Die AG Biodiversität und Ökosystemforschung gehört zum Institut für Landschaftsökologie (ILÖK) der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Zur Analyse der Struktur, Funktion und Veränderung terrestrischer Ökosysteme nutzen wir Boden und Vegetation als integrative landschaftsökologische Merkmale. In der Lehre engagieren wir uns in den Bereichen Vegetations- und Standortkunde und der physischen Geographie im Bachelor- und Masterstudiengang Landschaftsökologie sowie in weiteren Studiengängen der Geowissenschaften.

Biodiversität auf unterschiedlichen trophischen Ebenen ist notwendig, um multiple Ökosystemfunktionen zu gewährleisten

Wiesensalbei
© Valentin Klaus

Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuell in der Fachzeitschrift „NATURE“ publizierte Studie, die unter Beteiligung von Prof. Dr. Norbert Hölzel, PD Dr. Till Kleinebecker und Dr. Valentin Klaus von der Arbeitsgruppe Biodiversität und Ökosystemforschung am Institut für Landschaftsökologie durchgeführt wurde. Die münsteraner Gruppe hat zu dieser unter Federführung von Dr. Santiago Soliveres von der Universität Bern durchgeführten Synthese umfangreiche Datensätze beigesteuert, die seit 2009 im Rahmen des DFG Schwerpunktprogramms „Biodiversitäts-Exploratorien“ erhoben wurden (zur deutschen und englischen Pressemitteilung).

Bild
© Geoffrey Kay

Gastvortrag von Geoffrey Kay am 22 August 2016

Die Arbeitsgruppe Biodiversität und Ökosystemforschung lädt herzlich zu einem Gastvortrag von Geoffrey Kay (Australian National University) am 22.08.2016 um 16:00 ein (Raum 513, Geo1-Gebäude):

Scaling the benefits of large-scale conservation programs in agricultural landscapes


Familienereignisse in der AG!

Herzlichen Glückwunsch für die (beinahe) Frischvermählten! Ho und Van haben sich am 16.4.2016 getraut. Wir wünschen dem Brautpaar für ihre gemeinsame Zukunft alles Gute!

Noch mehr Kindernews fürs ILÖK! Am 17.6.2016 ist Lina gesund und munter auf die Welt gekommen.
Herzlichen Glückwunsch für Anne und Wanja - und alles Gute für die Zukunft!

Herzlich Willkommen, Joke! Wir gratulieren Wiebke und Sebastian ganz herzlich zur Geburt
ihres Sohnes am 25.05.2016 und wünschen der kleinen Familie alles Gute!

Niederwälder in Hessen – traditionelle sozio-ökologische Systeme mit hohem Naturschutzwert

Fotos

Birkenholz wartet auf den Abtransport
© Johannes Kamp
  • Traditionelle Grenzzeichen der Haubergsgenossenschaften
    © Johannes Kamp
  • Verschiedene Alterstufen im Birkenwald: hiebreif, gerade geerntet und frühe Regeneration
    © Johannes Kamp
  • Das Birkenreisig verbleibt im Hauberg
    © Johannes Kamp
  • Ca. 10-jähriges Verbuschungsstadium, dominiert von Ginster
    © Johannes Kamp
  • Polykorme (mehrstämmige) Bäume und Heidelbeerteppiche im ältesten Stadium
    © Johannes Kamp
  • Pantherspanner
    © Johannes Kamp
  • Sehr selten: der Große Speerspanner
    © Johannes Kamp
  • Raupe des Wolfsmilch-Ringelspinners...
    © Johannes Kamp
  • ...und ihr bevorzugtes Habitat.
    © Johannes Kamp
  • Aufnahme von Habitatparametern.
    © Johannes Kamp
  • Der gefährdete Braune Eichenzipfelfalter.
    © Johanna Trappe
  • Dukatenfalter.
    © Johannes Kamp
  • Verbleibende ältere Bäume zur Naturverjüngung in der „Eichensavanne”.
    © Johannes Kamp
  • Wachtelweizen-Scheckenfalter – typische Art der Hauberge.
    © Johannes Kamp
  • Fingerhut färbt die Schläge im Sommer.
    © Johannes Kamp
  • Frisches Grün im Juni.
    © Johannes Kamp

Die Biodiversität von nährstoffarmen Offenland-Lebensräumen ist in Mitteleuropa stark zurückgegangen. Gründe dafür sind die Intensivierung der Landwirtschaft, aber auch die Nutzungsaufgabe auf wenig rentablen Standorten. Als zusätzlicher Faktor werden Änderungen in der Waldbewirtschaftung diskutiert: In den vergangenen hundert Jahren sind mitteleuropäische Wälder überall älter, schattiger und kühler geworden. Dies bedeutete viel verlorenes Habitat für lichtliebende Arten früher Sukzessionsstadien.

Niederwälder, also Bestände die nach 15-20 Jahren „auf den Stock gesetzt“ werden und dann neu austreiben, sind in Deutschland fast verschwunden. Eine Ausnahme bilden die noch traditionell in Dorf-Genossenschaften bewirtschafteten „Hauberge“ im nordhessischen Lahn-Dill-Kreis, Eichen-Birken-Wälder mit einer zusammenhängenden Fläche von über 1800 ha. Im Rahmen zweier Bacholarbeiten haben wir dort erstmals die Verbreitung und Häufigkeit von Vögeln, Tag- und Nachtfaltern in Relation zur Vegetationssukzession erfasst. Die ersten Ergebnisse der Geländearbeit zeigen, dass das Gebiet hohe Bestände (ansonsten zurückgehender) Zugvögel beherbergt und einer der letzten Rückzugsräume in Westdeutschland für verschiedene Schmetterlings- und Nachtfalterarten ist.

Weitere Infos: Johannes Kamp

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© Johannes Kamp

Online-Datenbanken zur Tiererfassung – nutzbar für Bestandsmonitoring?

Standardisiertes Monitoring von Tier- und Pflanzenbeständen ist wichtig, um Bestandsabnahmen rechtzeitig zu erkennen und Artenschutzmaßnahmen zu priorisieren. Großräumiges Monitoring ist jedoch teuer und erfordert die Einbindung von vielen erfahrenen Artenkennern. Mit der zunehmenden Etablierung von Smartphone-Apps wachsen online-Datenbanken zur unsystematischen Meldung von Tierbeobachtungen stark an: Citizen-science-Plattformen wie ornitho oder eBird beinhalten inzwischen hunderte Millionen Nachweise. Das große Potenzial dieser Daten für Forschung und Naturschutz wurde früh erkannt, z. B. für die Ermittlungen von Verschiebungen in der Phänologie oder der Routen wandernder Tierarten. Ob die großen Datenmengen auch für die Überwachung von Bestandstrends genutzt werden können, war bisher allerdings unklar.

In einem neuen Artikel in Diversity & Distributions [doi: 10.1111/ddi.12463/full] gehen Johannes Kamp und Kollegen von der britischen RSPB und dem dänischen BirdLife-Partner DOF nun dieser Frage nach. Sie verglichen Bestandstrends von 103 Vogelarten über einen Zeitraum von knapp 30 Jahren aus einem standardisierten Programm mit Trends, die aus den Daten der online-Plattform berechnet wurden. Viele der negativen Bestandentwicklungen spiegelten sich dabei in der Analyse der unsystematisch erhobenen Daten nicht wider – standardisiertes Monitoring ist also nicht so einfach ersetzbar.

The Tea Decomposition Project - It´s Tea Time!

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© Ika Djukic

Seit Anfang des Monats nimmt das ILÖK an dem weltweit agierenden "TeaComposition"- Projekt teil . "TeaComposition" steht unter der Schirmherrschaft der AG Ökosystemforschung & Umwelt-Informationsmanagement des Umweltbundesamtes in Wien und zielt darauf ab, langfristige Streuzersetzungs-dynamiken in unterschiedlichen Lebensräumen zu untersuchen.

Fokus des Projektes wird die Analyse von Kohlenstoffspeicherung und - verlusten in Streu sowie deren Schlüsselfaktoren unter aktuellen und zukünftigen Klimaszenarien weltweit sein. Die Ausbringung der Teebeutel sowie die folgenden Untersuchungen werden unter Zusammenarbeit der Arbeitsgruppen Bodenökologie und Landnutzung sowie Biodiversität und Ökosystemforschung im Rahmen der Biodiversitäts-Exploratorien stattfinden.

Zwei erfolgreiche Promotionen auf einmal!

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Unsere AG gratuliert herzlich unseren beiden Doktoranden Kristin Gilhaus und Immo Kämpf zur erfolgreichen Verteidigung ihrer Dissertationen! Am gleichen Tag wie Elisa Fleischer (AG Klimatologie) verteidigten sie ihre Doktorarbeiten mit den Titeln „Grassland management by year-round grazing – opportunities and constraints“ und „Effects of Land-use Change on Agroecosystems of Western Siberia”.

Forschung an städtischen Grünflächen in der Zeitung der Uni Münster

Forschung an städtischen Grünlandflächen

Die April-Ausgabe der Wissen|Leben (Ausgabe 2, April 2016; Artikel  hier ) befasst sich mit den städtökologischen Untersuchungen, die Valentin H. Klaus zusammen mit Studierenden seit 2012 in Münster durchführt. In unterschiedlichen Abschlussarbeiten wurden dabei die Pflanzendiversität und die sie beeinflussenden Umweltbedingungen in Park-und Grünflächen erfasst. Zudem sind am Aasee Versuchsflächen entstanden, um seltene Arten gezielt anzusäen. (Veröffentlichung im Projekt "Städtisches Grünland").

Teams stehen bereits in den Startlöchern für die Feldsaison 2016

Auf zur Feldsaison 2016

In zwei Wochen starten die Feldteams der Projekte STOCHIO und  ESCAPE der Biodiversitätsexploratorien in die letzte Freilandsaison der laufenden Projektphase.

Beide Teams werden auf Grünlandflächen unterschiedlicher Nutzung im Nationalpark Hainich-Dün und Umgebung (Thüringen) Vegetationsaufnahmen machen und Biomasse beproben. Mit dieser Feldarbeitsetappe werden wir Datensätze zu Nährstoffstoichiometrie, Biodiversität, Produktivität, Störung und Resilienz von Grünland entlang eines Landnutzungsgradienten vervollständigen.

Davert Depesche+ über Naturforscher

Titelblatt Davert Depesche+

Im Rahmen des Projektes „Fit für den Klimawandel “ ist nun die aktuelle Ausgabe der Davert Depesche+ erschienen. Anschaulich wird die Rolle der Uni als wissenschaftliche Begleitung des Projektes dargestellt, ein Frühjahrsblüher vorgestellt sowie zwei „Naturforscher“ porträtiert.

Das Veranstaltungsprogramm des zweiten Quartals und ein Suchspiel für Kinder runden die aktuelle Ausgabe ab. Die Davert Depesche+ wird vierteljährlich herausgegeben und liegt an zahlreichen Stellen im Süden Münsters sowie im Institut aus und ist kostenlos. Außerdem kann sie hier heruntergeladen werden.

Gras und Blüten von nebenan

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Ab 2020 darf in Deutschland für die Rekultivierung von Wiesen in der freien Landschaft nur noch sogenanntes Regio-Saatgut verwendet werden. Dieses Konzept wird nun erstmals von zwei Studien gestützt, an denen unsere Arbeitsgruppe zusammen mit Kollegen vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Halle, der Universität Tübingen und der Technischen Universität München beteiligt war. Mehr

Asynchronie ist für Stabilität entscheidender als Diversität

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© TUM/ Gossner

Die Stabilität einer Tier- oder Pflanzengemeinschaft unter Berücksichtigung äusserer Einflüsse hängt nicht allein von der biologischen Vielfalt ab. Ausschlaggebend ist die Asynchronie  von Populationen über Arten hinweg: je unterschiedlicher die Entwicklung einzelner Arten eines Ökosystems, desto ausgeprägter dessen Stabilität. Zu diesen Ergebnissen sind Wissenschaftler unserer AG unter Federführung von Kollegen der TU München und der TU Darmstadt gelangt und haben sie in "Nature Communications" veröffentlicht.  Ausführliche Pressemitteilungen der Kollegen aus München und Darmstadt.