BiCO2

Biodiversität und Kohlenstoffspeicherung in Wäldern unterschiedlicher Nutzungsintensität
  • © Max Fornfeist

    Ziele

    In Wäldern sind bedeutende Mengen an Kohlenstoff gespeichert. Durch die Bindung von Kohlenstoff in Form von Holz und organischer Bodensubstanz ist die Speicherung in Wald-Ökosystemen eine wichtige Kohlenstoffsenke in Zeiten des Klimawandels.
    Für die Leistungs- und Zukunftsfähigkeit von Wäldern ist es daher von großer Bedeutung, ihre Funktion als Kohlenstoffsenke bei Bewirtschaftungsentscheidungen ebenso zu berücksichtigen wie ihre Lebensraumfunktion, weshalb eine nachhaltige und naturnahe Waldbewirtschaftung beim Erhalt dieser Leistungsfähigkeit des Waldes eine zentrale Rolle spielt.
    Ziel des Projektes ist eine synoptische Betrachtung des Kohlenstoffhaushalts und der Biodiversität – ober- und unterirdisch – um die vielfältigen Funktionen des Waldes diesbezüglich richtig einschätzen und Fehlentwicklungen vorbeugen zu können. Die geplanten Untersuchungen sollen dazu beitragen, die Leistungsfähigkeit von Wäldern in Hinsicht auf verschiedene Faktoren, wie dem Zusammenhang von Nutzungsintensität, Biodiversität und Kohlenstoffspeicher, besser beurteilen zu können.

  • © Ute Hamer

    Neuigkeiten - Abschlussarbeiten

    Themen für Abschlussarbeiten (BSc, MSc) und Forschungsprojekte

  • © Theresa Klein-Raufhake

    Methoden

    Die Untersuchungen konzentrieren sich auf die vier in NRW und bundesweit flächenmäßig bedeutsamsten Standorttypen und Waldgesellschaften:
    1) Buchenwälder (stark) saurer Standorte (Untersuchungsgebiet: Arnsberger Wald)
    2) Buchenwälder (mäßig) nährstoffreicher Standorte (Untersuchungsgebiet: Eggevorberge)
    3) Eichen-Hainbuchenwälder wechselfeuchter Standorte (Untersuchungsgebiet: Münsterland)
    4) Eichen-Mischwälder bodensaurer Standorte (Untersuchungsgebiet: Niederrhein)
    In jedem der vier Untersuchungsgebiete werden systematisch 50 Probekreise eingerichtet, auf denen die zentralen Untersuchungen des Projekts durchgeführt werden. Die folgenden Daten werden auf allen 200 Flächen erhoben:

    • oberirdische Kohlenstoffvorräte
    • unterirdische Kohlenstoffvorräte (Humusauflagen und Mineralboden 0-60 cm Tiefe)
    • Mikrohabitate
    • Waldentwicklungsphasen
    • Biomasse (lebend / Totholz)
    • Standort- und Bodendaten

    - bodenphysikalische und -chemische Basisparameter (z.B. Bodenart, Lagerungsdichte, pH-Wert, C/N)

    - bodenmikrobiologische Parameter (Kohlenstoff (C), Stickstoff (N) und Phosphor (P) in der mikrobiellen Biomasse)

    - funktionelle Biodiversität unterirdisch: Kinetiken extrazellulärer hydrolytischer Enzyme im C-, N- und P-Kreislauf, Aktivität von Oxidasen und Peroxidasen

    • Biodiversität unterirdisch

    - Regenwürmer
    - Collembolen

    • Biodiversität oberirdisch

    - Brutvögel
    - Käfergemeinschaften
    - Flechten und Moose
    - Vegetation

    © Theresa Klein-Raufhake

    Ein weiterer Fokus liegt auf der Untersuchung von Rückegassen. Letztere sind durch den Einsatz schwerer Erntemaschinen im speziellen von Bodenverdichtung betroffen. Die damit einhergehenden Bodenstruktur- und Bodenchemieveränderungen beeinträchtigen Lebensgemeinschaften und deren Stoffumsatzleistungen mit Folgen für Streuabbau und Humusbildung und wirken sich auf die Bodenfruchtbarkeit aus.
    In jedem Untersuchungsgebiet werden Rückegassen ausgewählt, auf denen vegetationskundliche Aufnahmen und insbesondere bodenphysikalische, bodenchemische und boden(mikro)biologische Detailuntersuchungen erfolgen werden.

    Zusätzlich soll der Einfluss von Bodenbearbeitungsmaßnahmen untersucht werden. Bisher ist nur wenig dazu bekannt, wie sich der großflächige Einsatz von Forstmulchern oder Forstfräsen in Kahlschlags- oder Kalamitätsflächen auf den Kohlenstoff- und Nährstoffhaushalt sowie die Biodiversität der Waldböden auswirkt. Der Schwerpunkt der Untersuchungen liegt im Münsterland.

    © Ute Hamer
  • © Ute Hamer

    Akteure

    Das Projekt findet unter der Federführung der NABU Naturschutzstation Münsterland und in Zusammenarbeit mit dem Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen und dem Institut für Landschaftsökologie (ILÖK) der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) statt. Gefördert wird das Forschungsprojekt vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit mit Mitteln des Waldklimafonds.

    Die Projektpartner haben bereits von 2014-2018 ein gemeinsames Projekt in der Förderkulisse des Waldklimafonds umgesetzt: "Fit für den Klimawandel"

    © bmel/bmu
    © Wald und Holz NRW
    © Waldklimafonds
    © NABU Naturschutzstation Münsterland
    © ILÖK
    © WWU
  • Veröffentlichungen

    Publikationen und Tagungsbeiträge

    • Elmer, M., Bieker, D., Greiving, K., Tecker, A., Brinkert, A., Hölzel, N. & Linnemann, B. (2018): Monitoring und Begleitforschung von Feuchtwäldern. AFZ-DerWald Nr. 2/2018: 19-21.
    • Greiving, K., Brinkert, A., Wertebach, T.-M., Elmer, M., Bieker, D., Linnemann, B. & Hölzel, N. (2018): Kohlenstoffvorräte in Feuchtwäldern der Westfälischen Tiefebene. AFZ-DerWald Nr. 2/2018: 22-24.
    • Linnemann, B., Elmer, M., Tecker, A., Greving, K., Bieker, D., Hochhäuser, H.-P., Wälter, T., Wertebach, T.-M. & Hölzel, N. (2018): Fit für den Klimawandel – Anpassung von Feuchtwäldern an den Klimawandel. Natur und Landschaft 93: 562-568.

    © Ute Hamer