Willkommen
bei der AG Biodiversität und Ökosystemforschung

Die AG Biodiversität und Ökosystemforschung gehört zum Institut für Landschaftsökologie (ILÖK) der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Zur Analyse der Struktur, Funktion und Veränderung terrestrischer Ökosysteme nutzen wir Pflanzen, Vegetation und Boden als integrative landschaftsökologische Merkmale. In der Lehre engagieren wir uns in den Bereichen Vegetations- und Standortkunde und der physischen Geographie im Bachelor- und Masterstudiengang Landschaftsökologie sowie in weiteren Studiengängen der Geowissenschaften.

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JK
Statuskonferenz

Zwischen Europa und Orient

Fotos

VolkswagenStiftung-Statuskonferenz 'Zwischen Europa und Orient' in Almaty, Kasachstan, April 2018.
© Oleg Lukanowskii
  • Teilnehmende des Baltrak-Projekts.
    © Johannes Kamp
  • Vortrag von Dr. Sarah Robinson.
    © Johannes Kamp
  • Intensive Diskussion.
    © Johannes Kamp
  • Über 50 Poster wurden präsentiert.
    © Johannes Kamp
  • Teilnehmende während eines Workshops.
    © Johannes Kamp
  • Registrierungsteam.
    © Johannes Kamp

Die VolkswagenStiftung unterstützt eine größere Zahl an inter- und transdisziplinären Projekten der Natur- und Sozialwissenschaften in Zentralasien und dem Kaukasus innerhalb der Fördermaßnahme Zwischen Europa und Orient.

In Zusammenarbeit mit unserem kasachischen Partner ACBK organisierten Mitglieder der AG Biodiversität und Ökosystemforschung vom 16. -18. April 2018 eine Statuskonferenz der Fördermaßnahme in Almaty, Kasachstan. Über 130 Teilnehmer präsentierten Ergebnisse aus 16 Projekten. Die Themen reichten von Landnutzungswandel und Naturschutz bis zu Sicherheits-, Mobilitäts- und Gleichstellungsthemen. Ein wiederkehrender Aspekt waren die großen Umwälzungen in der Gesellschaft, die das Ende der Sowjetunion mit sich brachten. Doktoranden wurden Workshops zu wissenschaftlichem Schreiben und Fundraising angeboten. Eine Exkursion ins Tien Schan-Gebirge südlich von Almaty rundete die Veranstaltung ab.

Konferenzprogramm

Konferenzband

Fotos einer Exkursion im Anschluss an die Konferenz

Gratulation!

© TK

Wir beglückwünschen Till Kleinebecker zum Ruf auf eine W3-Professur für Landschaftsökologie und Landschaftsplanung an der Justus-Liebig Universität Gießen (Nachfolge Prof. Annette Otte)!

Gleichzeitig bedanken wir uns für mehr als 10 Jahre angenehmer und produktiver Zusammenarbeit, die stetige Bereithaltung schmackhaftesten Kaffees sowie deine nie versiegende Hilfsbereitschaft, Heiterkeit und Gelassenheit. Wir wünschen einen guten Start an neuer Wirkungsstätte und freuen uns schon auf die weitere Zusammenarbeit!

Artikel über C3-Steppenpflanzen in Faculty of 1000 besprochen

© Immo Kämpf

Kürzlich wurde unser Artikel ‘Quantitative mesophyll parameters rather than whole-leaf traits predict response of C3 steppe plants to aridity’ von Ivanova et al., 2018 erschienen in New Phytologist, in Faculty of 1000 besprochen.

Jaume Flexas und Marc Carriqui sagten in ihrem Kommentar: ...‘This is an enjoyable paper that reminds us that, in a nowadays scientific world dominated by ‘omics’ and technical-based science, it is still possible to produce important scientific knowledge from sound hypothesis-based experiments and observations even using simple perhaps ‘old-fashioned’ methodologies.’

Poster-Preis für Denise Rupprecht

© W. Heim

Bei der gemeinsamen Tagung der beiden größten ökologischen Vereinigungen Europas, BES und GfÖ, Ecology Accros Borders 2017 in Ghent, wurde das Poster von Denise Rupprecht mit dem 2. Preis beim Student Poster Prize ausgezeichnet. Das Poster wurde unter 320 Bewerbern aus ganz Europa von der Jury ausgewählt und mit einem Geldpreis prämiert. Es präsentiert Ergebnisse eines 6-jährigen Weideausschluß-Experiments in Kalkmagerrasen aufgelassener Steinbrüche im Teutoburger Wald.

Rupprecht D, Brinkert A, Gilhaus K, Hölzel N, Jedrzejek B (2017) Sheep and deer grazing as tool for restoration and maintenance of calcareous grasslands: A six-year experiment. Poster, BES, GfÖ, NecoV and EEF Joint Annual Meeting: Ecology Across Borders. Ghent, 11.-14.12.2017 download

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WH

Besuch der Russischen Ornithologen-Tagung

Die Wolga in Twer.
© Wieland Heim
  • Großer Saal der Moscow State University in Twer.
    © Wieland Heim
  • Präsentation von Ergebnissen der Forschung mit Geolokatoren durch Wieland Heimin Twer.
    © Kiyoaki Ozaki
  • Präsentation zu Vogelmonitoring durch Johannes Kamp in Twer.
    © Wieland Heim

Ende Januar nahm eine Delegation unserer Arbeitsgruppe an der 1. Russischen Ornithologen-Konferenz in Twer, Russland, teil. Mehr als 300 OrnithologInnen und VogelbeobachterInnen aus allen Ecken des weiten Landes präsentierten ihre Arbeit.

Wieland Heim zeigte die Bedeutung von Licht-basierten Geolokatoren für die Erforschung der bisher unbekannten Zugwege und Rastplätze von sibirischen Singvögeln auf. Informationen zu deren süd-ostasiatischen Winterquartieren sind die Grundlage für zukünftige Maßnahmen zum Schutz dieser Zugvögel. Johannes Kamp präsentierte einen aktualisierten Bestandstrend für die vom Aussterben bedrohte Weidenammer, und betonte die Notwendigkeit eines landesweiten Monitoring-Systems. Die Weidenammer dient hierbei als flagship species. Beide Vorträge führten zu regem Austausch mit den russischen Kollegen und vielen neuen und für die weitere Arbeit wertvollen Kontakten.

Weitere Vorträge beschrieben den Fortschritt der Kartierungen im europäischen Teil Russlands und Kasachstans für den neuen Europäischen Brutvogelatlas, an welchem auch Mitglieder unserer Arbeitsgruppe mitarbeiten. Für viele Arten sind nun zum allerersten Mal zuverlässige Bestandsschätzungen und Verbreitungskarten verfügbar. Dies ist von globaler Bedeutung, da Russland die größten Populationen zahlreicher Vogelarten beherbergt, welche anderswo selten oder von Bestandseinbrüchen betroffen sind.

erfolgreiche Abschlusskonferenz

Feuchtwälder im Klimawandel – Status und Zukunft

Fachtagung des Waldklimafonds-Projektes „Fit für den Klimawandel“
Flyer-fachtagung-fechtwaelder-im-klimawandel Cover Small
© Fit für den Klimawandel

Am 15. und 16. Februar 2018 fand am Institut für Landschaftsökologie die Abschlusskonferenz des Waldklimafonds-Projektes „Fit für den Klimawandel“ statt. Rund 150 Teilnehmer aus Naturschutz, Forst und Forschung sowie weitere Interessierte haben sich bei Fachvorträgen und Diskussionen über aktuelle Forschungsergebnisse ausgetauscht und gemeinsam einen Ausblick auf die Zukunft der Eichenwälder geworfen. Zum Abschluss wurden Exkursionen in die Davert, die Hohe Ward und das Venner Moor durchgeführt.

Dokumentation der Tagung mit Vorträgen, Postern und Exkursionen zum Download

Weitere Berichte finden Sie in einer Pressemitteilung der NABU-Naturschutzstation Münsterland.

Ein Fernsehbeitrag des WDR in der "Lokalzeit Münsterland" vom 15. Februar und ein Interview mit Dr. Britta Linnemann zum Projekt sind bis zum 22. Februar beim WDR abrufbar.

Im Süden von Münster werden seit 2014 Maßnahmen zur Anpassung von Feuchtwäldern an den Klimawandel umgesetzt – in Kombination mit umfangreicher Begleitforschung und Öffentlichkeitsarbeit. Projektpartner sind die NABU-Naturschutzstation Münsterland, der Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen und die Westfälische Wilhelms-Universität Münster.

SASCHA 2011 – 2016

Nachhaltige Landwirtschaft in der Waldsteppe – Ergebnisse des SASCHA Projektes

© Wanja Mathar

Unser interdisziplinäres Forschungsprojekt SASCHA ist mittlerweile abgeschlossen, und die meisten Ergebnisse sind publiziert. Da wissenschaftliche Artikel nicht immer einfach für jedermann zugänglich sind, haben wir die Ergebnisse in einer Broschüre für Stakeholder und alle anderen Interessenten zusammengefasst.

SASCHA war ein gemeinsames Projekt von acht russischen und deutschen Institutionen, mit dem Ziel Werkzeuge für eine nachhaltige Landwirtschaft im Westsibirischen Getreidegürtel bereitzustellen. Die ökonomische und soziale Dimension der Agrarproduktion in Russland wurde mit dem Erhalt von Ökosystemfunktionen und Biodiversität in einer Zeit von wachsender Nachfrage nach Nahrungsmitteln verknüpft.

Die Broschüre ist in englisch und russisch zum Download verfügbar.

#EAB2017

Die AG auf der GfÖ 2017

Fotos

Martin Freitag auf der GfÖ 2017 #EAB2017
© W. Heim
  • Ramona Heim auf der GfÖ 2017 #EAB2017
    © W. Heim
  • Wieland Heim auf der GfÖ 2017 #EAB2017
    © R. Heim
  • Denise Rupprecht auf der GfÖ 2017 #EAB2017
    © W. Heim
  • Johanna Trappe auf der GfÖ 2017 #EAB2017
    © W. Heim

Unsere Arbeitsgruppe war zahlreich vertreten auf der #EAB2017 in Ghent.

Unter dem Titel Ecology Across Borders: Joint Annual Meeting 2017 fand die gemeinsame Jahrestagung der Gesellschaft für Ökologie (GfÖ), der British Ecological Society (BES), der Nederlands-Vlaamse vereniging voor ecologie (NecoV), und der European Ecological Federation (EEF), dem Dachverband der ökologischen Gesellschaften Europas, statt.

Vogelschutz in Russlands fernem Osten

Amur Bird Project Meeting am ILÖK

Am Samstag, den 9. Dezember 2017, fand das Jahrestreffen des Amur Bird Projects am Institut für Landschaftsökologie (ILÖK) in Münster statt. Mehr als 45 Teilnehmer, inklusive Gästen aus Kasachstan und Russland, besuchten 12 Vorträge in drei Themenbereichen. Es wurden Ergebnisse aus der laufenden Forschung im Muraviovka Park und dem Amurgebiet im fern-östlichen Russland vorgestellt, welche ein breites Spektrum zu verschiedenen Aspekten der Ökologie, Habitatnutzung, Biodiversität, Feuereinfluss als auch zu Parasiten, Bestandsveränderungen und Zugwegen von Vögel abdeckten. Dies war das 5. Treffen dieser Art, das bisher größte und das erste in Münster. Dank gilt Norbert Hölzel, Johannes Kamp und den Mitarbeitern des ILÖK für die Ermöglichung dieser Veranstaltung, und natürlich allen Vortragenden, dem Amur Bird Project Team und allen Gästen für ihre Beiträge, welche die Tagung spannend und erfolgreich gemacht haben.

Weltnaturschutzorganisation erklärt Weidenammer zur weltweit vom Aussterben bedrohten Art

Studie mit münsterscher Beteiligung als Grundlage / Dramatische Entwicklung in den vergangenen Jahren
llegal gefangene Weidenammern in China
© Huang Qiusheng

upm - Pressemitteilung der WWU Münster

Die Weltnaturschutzunion (IUCN) hat die Weidenammer jetzt auf der weltweiten Roten Liste gefährdeter Arten auf den Status „vom Aussterben bedroht“ hochgestuft. Der sperlingsgroße, kanariengelbe Singvogel hat eine traurige Entwicklung hinter sich: Noch im Jahr 2000 galt die Weidenammer als „nicht gefährdet“. Seither ist der Bestand mit ursprünglich weltweit Hunderten Millionen Tieren rasant eingebrochen, und die IUCN hat den Status der Gefährdung mehrfach hochgestuft. Die aktuelle Einstufung auf der Roten Liste beruht maßgeblich auf einer Studie aus dem Jahr 2015, an der Landschaftsökologe Dr. Johannes Kamp von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster als Erstautor beteiligt war.

Die Wissenschaftler aus Deutschland, England, Russland, Finnland und Japan hatten damals erstmals nachgewiesen, wie dramatisch der Bestandsrückgang ist. Als Hauptursache identifizierten sie die massive illegale Vogeljagd in China. Über die Studie wurde in zahlreichen Medien weltweit berichtet, und es gab auch Reaktionen aus der Politik: Die chinesische Regierung stufte in einer Gesetzesänderung den Fang und Verzehr kürzlich als Straftat ein und geht inzwischen massiv gegen Wilderer vor. „Die Höherstufung ist ganz sicher keine gute Nachricht“, sagt Johannes Kamp. „Wir haben aber die Hoffnung, dass die damit verbundene Aufmerksamkeit zu besseren Schutzmaßnahmen führt.“

Links zu dieser Meldung

Pressemeldung der IUCN zur aktualisierten Roten Liste (englisch)

Die Weidenammer auf der internationalen Roten Liste

Pressemeldung der WWU Münster von 2015: Globaler Zusammenbruch riesiger Singvogel-Population

aktuelle Pressemitteilung der WWU Münster

Workshop 2050

Zukunftszenarien für Landwirtschaft und Biodiversität in Kasachstan

Workshop zu Zukunftsszenarien für Landwirtschaft und Biodiversität in Kasachstan 15.11.2017
© Alexander Prishchepov
  • Workshop zu Zukunftsszenarien für Landwirtschaft und Biodiversität in Kasachstan 15.11.2017
    © Alexander Prishchepov
  • Workshop zu Zukunftsszenarien für Landwirtschaft und Biodiversität in Kasachstan 15.11.2017
    © Alexander Prishchepov

Szenarien werden ein zunehmend wichtiges Instrument um potentielle Landnutzungsveränderungen zusammenzufassen und zu vergleichen sowie ihren Einfluss auf die Biodiversität abzuschätzen. In Russland haben wir in kleinerem Maßstab bereits erfolgreich mit Szenarien gearbeitet (Publikation). Parallel erarbeiten wir nun im benachbarten Kasachstan, wie die Landwirtschaft hier auf nahezu landesweiter Skala im Jahr 2050 aussehen könnte. Dazu haben Wissenschaftler des BALTRAK-Projektes vom IAMO in Halle, dem Kasachischen Forschungsinstitut TALAP und unserer Arbeitsgruppe am 15.11.2017 in Kasachstans Hauptstadt Astana einen Workshop organisiert. Hier trafen sich politische Entscheidungsträger, Landwirtschaftliche Unternehmen, Experten von internationalen Organisationen wie FAO und UNDP sowie Wissenschaftler kasachischer Universitäten, um in Kleingruppen vier verschiedene Szenarien zu diskutieren. Diese reichten von einer hochintensiven, industrialiserten Landwirtschaft über Zusammenbruch des Systems und Stärkung der Subsistenzsysteme bis hin zu einem "öko"-Szenario mit staatlich subventioniertem klima-freundlichem ökologischem Landbau. Das gemeinsame Überprüfen dieser Szenarien und ihrer Haupt-Einflußfaktoren durch die breit aufgestellte Gruppe von Experten sowie die engagierten Diskussionen eröffneten allen Teilnehmern neue Horizonte.

Neues Paper in New Phytologist

Blattmerkmale von Steppenpflanzen in Anpassung an Trockenheit

© Immo Kämpf

In New Phytologist, einer führenden Zeitschrift in den Pflanzenwissenschaften, ist ein neuer Artikel von Larissa A. Ivanova, Polina K. Yudina, Dina A. Ronzhina, Leonid A. Ivanov und Norbert Hölzel zur Anpassung der Blattmerkmale von C3 Steppen-Pflanzen an Trockenheit erschienen. Das Paper ist ein erstes deutlich sichtbares Ergebnis der Zusammenarbeit unserer Arbeitsgruppe mit einer Gruppe von Pflanzenökophysiologen um Larissa Ivanova und Leonid Ivanov des Botanischen Gartens der Uralischen Abteilung der Russischen Akademie der Wissenschaften in Jekaterinburg. Weitere Arbeiten zur Reaktion von Blattmerkmalen entlang des latitudinalen Klimagradienten in Zentral Eurasien, von der Wüste bis zur Tundra, sind in Vorbereitung.

Ivanova L, Yudina P, Ronzhina D, Ivanov L, Hölzel N (in press) Quantitative mesophyll parameters rather than whole-leaf traits predict response of C3 steppe plants to aridity. New Phytologist [doi:10.1111/nph.14840]

UN-Dekade Biologische Vielfalt

Auszeichnung für das Waldklimafonds-Projekt Davert

Freuen sich über den gelungenen Wald-Klima-Lehrpfad und die Auszeichnung zum UN-Dekade-Projekt (von links): Josef Tumbrinck (Vorsitzender NABU NRW), Andreas Wiebe (Leiter Landesbetrieb Wald und Holz), Heinz-Peter Hochhäuser (Leiter Regionalforstamt Münsterland), Ministerin Christina Schulze Föcking, Dr. Britta Linnemann (Vorstandsvorsitzende NABU-Naturschutzstation Münsterland) und Prof. Dr. Norbert Hölzel (Institut für Landschaftsökologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster)
© Mechthild Wiesrecker, Westfälischer Anzeiger

Die feuchten Wälder im Süden Münsters fit machen für den Klimawandel - das ist das Ziel des Davert-Projektes der NABU Naturschutzstation Münsterland und des Landesbetriebs Wald und Holz NRW, wissenschaftlich begleitet durch die AG Biodiversität und Ökosystemforschung. Für die erfolgreiche Arbeit wurde es jetzt als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet.

Die Begründung der UN-Dekade-Jury: „Das Projekt „Fit für den Klimawandel“ entwickelt, erprobt und realisiert in vorbildlicher Weise Maßnahmen für eine naturnahe Anpassung von Wäldern feuchter Standorte an Klimaveränderungen und kommuniziert Vorgehen und Resultate in die Öffentlichkeit und Fachkreise.“ Überreicht wurde die Urkunde durch NRWs Umweltministerin Christina Schulze Föcking am 20. Oktober 2017 anlässlich der Feierlichkeiten zur Eröffnung des Wald-Klima-Lehrpfads und zum 20-jährigen Jubliäum der NABU Naturschutzstation Münsterland.

UN-Dekade-Website Projektvorstellung
Pressemitteilung der NABU Naturschutzstation Münsterland
Projektseite Fit für den Klimawandel

Feldarbeit in Zentralkasachstan

Zurück aus der Hungersteppe

Spuren der Beweidung in der Hungersteppe.
© Viktoria Wagner
  • Patch-interpatch-distance-Messungen in ungestörter, von den Zwergsträuchern Salsola arbusculiformis und Artemisia terrae-albae dominierter Vegetation der nördlichen Wüste südlich von Schesqasghan
    © L. Ivanov
  • Salzvegetation mit der dominierenden C4-Pflanze Anabasis salsa in der nördlichen Wüste südlich von Schesqasghan.
    © N. Hölzel
  • Ein Teil des russisch-kasachisch-deutschen Teams vor dem Küchen-/Labor-Zelt in der nördlichen Wüste südlich von Schesqasghan.
    © N. L. Ivanov
  • Photosynthesemessungen an Artemisia terrae-albae, einer dominanten Art zentralasiatischer Wüsten.
    © N. Hölzel
  • Ökophysiologinnen bei der Arbeit im Labor-Zelt.
    © N. Hölzel
  • Offensichtlicher Beweidungseinfluss auf unseren Flächen.
    © N. Hölzel
  • Vegetation der nördlichen Wüste mit Dominanz von Salsola arbusculiformis und großen, trockenen Blättern des Wilden Rhabarbers (Rheum tataricum).
    © N. Hölzel
  • Kochen im Bulli bei stürmischem Wetter in der nördlichen Wüste.
    © L. Ivanov
  • Frühstück mit dem obligatorischen Kasha (Brei).
    © L. Ivanov
  • Das Labor-/Küchenzelt: am Abend beliebter Rückzugsort vor den Mücken.
    © L. Ivanov
  • Bodenprobennahme in überweideten Plots in der Wüstensteppe nördlich von Qysylschar.
    © N. Hölzel
  • Vegetationsquadrate entlang von Transekten in stark überweideter Wüstensteppe nördlich von Qysylschar.
    © N. Hölzel
  • Zeltlager in der Wüstensteppe mit fleckenhaften Vegetationsmustern.
    © N. Hölzel
  • Unsere nördlichsten Plots: unbeweidete Trockensteppe dominiert von Federgrass (Stipa lessingiana, S. capillata) und Schwingel (Festuca valesiaca) nahe Korgalzhyn.
    © N. Hölzel
  • Das ganze Team, etwas erschöpft nach zwei Wochen in Wüste und Steppe.
    © L. Ivanov

Im Frühsommer diesen Jahres startete eine von unserer AG organisierte Expedition in die Hungersteppe (Betpak Dala) Zentralkasachstans, um entlang eines steilen klimatischen Gradienten über 350 km von der nördlichen Wüste bis in die Trockensteppe Daten zum Einfluss der Beweidung auf Biodiversität und 'Ecosystem Services' in Trockengebieten zu gewinnen. Die Untersuchungen sind Teil der BIODESERT Studie, koordiniert von Fernando T. Maestre vom Dryland Ecology and Global Change Lab an der Rey Juan Carlos University (URJC), Madrid, Spanien. Neben Norbert Hölzel und Frederike Velbert aus unserer AG waren Salza Palpurina und Viktoria Wagner von der Masaryk University, Brno, Tschechien, sowie Tatyana Siderova (Botanikerin) und Asel Esengalyeva (Bachelorstudentin) von unserer Partnerorganisation ACBK (Association for the Protection of Biodiversity of Kazakhstan) an den Untersuchungen beteiligt. Begleitet wurde unsere Expedition von einer Gruppe von fünf russischen Öko-Physiologen der Uralischen Abteilung der Russischen Akademie der Wissenschaften in Jekaterinburg unter der Leitung von Larissa Ivanova.

Untersucht wurden Beweidungs-Gradienten in drei Gebieten, die jeweils die Vegetationszonen nördliche Wüste, Wüstensteppe und Trockensteppe repräsentieren. Die Probennahme erfolgte nach einem standardisierten Protokoll, bei dem unter anderem 1000 Punktmessungen, 100 Vegetationsquadrate und Pflanzenmerkmale erhoben sowie Dung- und Bodenproben gesammelt wurden. Zur absolvierung des umfangreichen Programms arbeiteten wir pro Probefläche mit 5 Personen durchschnittlich einen ganzen Tag (8-10h). Parallel haben unsere Russischen Kollegen aus Jekatarienburg ökophysiologische Untersuchungen an den dominanten Pflanzenarten der jeweiligen Vegetationstypen durchgeführt, unter anderem vor-Ort-Messungen der Photosyteseleistung und Blatt-Merkmale. Zusätzlich wurden umfangreiche Blattproben für spätere Analysen im Labor entnommen und bis zur Weiterverarbeitung eingefroren. Im Rahmen der BIODESERT Studie, die den Weideeinfluss in Trockenlebensräumen weltweit erforscht, werden unsere Daten die einzigen aus der Region des zentralen Eurasiens sein, dem größten zusammenhängenden Trockengebiet der Welt. Zwischenzeitlich sind unsere Boden- und Pflanzenproben aus Kasachstan gut in Madrid angekommen, wo sie im Labor weiter analysiert werden. Ein Ziel der Studie ist es, Schwellenwerte der Degradation von Trockenökosystemen durch Beweidung zu definieren. Erste Ergebnisse werden im kommenden Jahr erwartet. Unsere Bilder geben einen kleinen Eindruck von der Geländearbeit in abgelegenen Gebieten und unter teilweise widrigen Bedingungen.

Feuer in Fern Ost

Erfolgreiche Feldarbeiten am Amur

Fotos

beringte Bandammer
© Arend Heim
  • Umweltbildung in der Beringungsstation des Amur Bird Project
    © Arend Heim
  • Flussaue der Seja
    © Arend Heim
  • Blühende Feuchtwiesen im Muraviovka Park
    © Arend Heim
  • Illegal gepflügte Felder im Naturschutzgebiet
    © Arend Heim
  • Singende Weidenammer
    © Arend Heim

Die Feuchtgebiete am Mittellauf des Amur zählen zu den Hotspots global gefährdeter Biodiversität.  Seit 2011 widmet sich das Amur Bird Project unter Leitung von Wieland Heim der Erforschung der bedrohten Vielfalt. Auch in diesem Jahr war ein Team von Freiwilligen und Studenten der Universität Münster drei Monate lang vor Ort. Besonders erfreulich war der Rückfang von im Vorjahr mit Geolokatoren ausgestatteten Vögeln - erstmals können nun die Zugwege ostasiatischer Singvogelarten analysiert werden.

Neben den langjährigen Monitoringprojekten stand in diesem Jahr unter anderem der Einfluss von Feuer auf die Habitatwahl und Rückkehrrate der Weidenammer im Fokus. Erste Ergebnisse konnten bereits während der Tagung der European Ornithologist´s Union vom 18.-22.08.2017 in Turku/Finnland vorgestellt werden. Was die alljährlichen Brände für Veränderungen in der Diversität von Pflanzen und Vögeln verursachen, wurde erneut von Ramona Fitz untersucht. Ein Feuer-Verlierer ist das seltene Mandschurensumpfhuhn – erst kürzlich konnten wir den bisher unbekannten Gesang dieser heimlichen Art beschreiben.

Wir hoffen auch in Zukunft unsere Arbeiten in Zusammenarbeit mit dem Muraviovka Park fortführen zu können.

Hoch oben im Norden

Geländearbeit in der Waldtundra West-Sibiriens

Fotos

Geländearbeit nahe Nadym 2017
© Denis Bazyk
  • Geländearbeit nahe Nadym 2017
    © Ramona Fitz
  • Geländearbeit nahe Nadym 2017
    © Ramona Fitz
  • Geländearbeit nahe Nadym 2017
    © Denis Bazyk
  • Geländearbeit nahe Nadym 2017
    © Denis Bazyk

Einige unserer Studenten sind zur Zeit in der Nähe von Nadym, West-Sibirien, unterwegs, wo im Rahmen einer entstehenden Kooperation mit russischen Partnern ein zweiwöchiger Gelände-Kurs stattfindet.

Hier in der russischen Waldtundra unterstützen die TeilnehmerInnen Ramona Fitz bei ihrer Geländearbeit für Untersuchungen zu den Effekten von Rentierbeweidung und Feuer auf das Ökosystem. Zur Gruppe gehören auch Studenten und Wissenschaftler der russischen Universtität Tyumen, dem Scientific Research Centre of the Arctic in Nadym und dem Interregional Expedition Center "Arctic" in Jamal. Zur Zeit sind die TeilnehmerInnen damit beschäftigt, Proben von Vegetation, plant functional traits, Biomasse und Boden entlang eines Gradienten der Feuer-Historie der Flächen zu sammeln.

Wir hoffen, dass dies ein Grundstein für eine langfristige Zusammenarbeit mit den Russischen Partner in ihrer Gelände-Station hoch oben im Norden West-Sibiriens ist.

Pressemitteilung der University of Tyumen

Nachwuchspreis

Förderpreis der FlorSoz für Martin Freitag

Förderpreis der FlorSoz 2017 - Werner Härdtle gratuliert Martin Freitag, der den Förderpreis für NachwuchsautorInnen der Floristisch-soziologischen Arbeitsgemeinschaft 2017 erhällt. Görlitz, Juni 2017
© FlorSoz

Auf der Jahrestagung 2017 der Floristisch-soziologischen Arbeitsgemeinschaft in Görlitz im Juni hat Martin Freitag den Förderpreis für Nachwuchsautoren/-innen der FlorSoz erhalten.
Der Preis wurde ihm für seine in Tuexenia veröffentlichte Bachelorarbeit 'Floristic composition and environmental determinants of pine forests in the hemiboreal zone of Western Siberia' [doi:10.14471/2015.35.017] verliehen.
Herzlichen Glückwunsch!

Austausch in der Aue

Britische Kollegen besuchen Stromtalwiesen am hessischen Oberrhein

Fotos

Die Exkursionsgruppe in der Aue, Kühkopf-Knoblochsaue, Juni 2017
© Mike Dodd - Floodplain Meadows Partnership
  • Erläuterungen von Norbert Hölzel, Riedwiesen von Wächterstadt, Juni 2017
    © Mike Dodd - Floodplain Meadows Partnership
  • Die lokalen Experten erläutern das Landschaftsmodell mit Überflutungsfunktion, Kühkopf-Knoblochsaue, Juni 2017
    © Mike Dodd - Floodplain Meadows Partnership
  • Cirsium tuberosum (Knollen-Kratzdistel), Riedwiesen von Wächterstadt, Juni 2017
    © Mike Dodd - Floodplain Meadows Partnership
  • David Gowing mit Valeriana in der Aue, Lampertheimer Altrhein, Juni 2017
    © Mike Dodd - Floodplain Meadows Partnership
  • Galium wirtgenii und Galium album, Bruderlöcher, Juni 2017
    © Mike Dodd - Floodplain Meadows Partnership
  • Floodplain meadows group in den Riedwiesen von Wächterstadt, Juni 2017
    © Mike Dodd - Floodplain Meadows Partnership
  • Die Exkursionsgruppe bestimmt schwierige Arten, Bruderlöcher, Juni 2017
    © Mike Dodd - Floodplain Meadows Partnership

Anfang Juni waren Kollegen des britischen „Floodplain Meadows Partnership“ („Auenwiesen Partnerschaft“) unter Leitung von Professor David Gowing in den Stromtalwiesen am hessischen Oberrhein zu Besuch.

Der Riedstädter Projektleiter Matthias Harnisch und Norbert Hölzel, langjährig in den Renaturierungsprojekten aktiv, führten die Besucher durch ursprüngliche Stromtalwiesen in den Naturschutzgebieten sowie alte und junge Renaturierungsmaßnahmen zur Neuanlage von Stromtalwiesen und eines Auwaldes. Die britischen Gäste zeigten sich beeindruckt vom Artenreichtum und der Diversität der Stromtalwiesen und den seit zwanzig Jahren durchgeführten, erfolgreichen Renaturierungsmaßnahmen.

Einen ausführlichen Artikel gibt es auf den Seiten der Stadt Riedstadt.

Ehrendoktorwürde für Norbert Hölzel

Prof. Dr. Norbert Hölzel hat die Ehrendoktorwürde der Universität Tyumen, Russland, erhalten.
© UT/Denis Zinoviev
  • Prof. Dr. Norbert Hölzel hat die Ehrendoktorwürde der Universität Tyumen, Russland, erhalten.
    © UT/Denis Zinoviev
  • Prof. Dr. Norbert Hölzel hat die Ehrendoktorwürde der Universität Tyumen, Russland, erhalten.
    © UT/Denis Zinoviev

Prof. Dr. Norbert Hölzel hat eine Ehrendoktorwürde der Universität Tyumen, Russland, erhalten. Die westsibirische Hochschule ehrt ihn damit unter anderem für sein langjähriges Engagement in der deutsch-russischen Forschungskooperation.

Pressemitteilung der WWU
Pressemitteilung der University of Tyumen

AG-Ausflug

Frühjahr in der Eifel

Fotos

© J. Kamp
  • © V.H. Klaus
  • © D. Rupprecht
  • © J. Karthäuser
  • © J. Kamp
  • © D. Rupprecht
  • © J. Kamp
  • © N. Hölzel
  • © N. Hölzel

Am vergangenen Sonntag machte sich ein Großteil der Arbeitsgruppe auf in die Eifel, um bei schönstem Sonnenschein gemeinsam Küchenschellen und Narzissen zu bewundern und den Tag zu genießen.

neues Paper in Global Change Biology

Post-sovietischer Landnutzungswandel begünstigt Kohlenstoffspeicherung in Böden

Humus-rich Chernozem soils in the forest steppe zone of Western Siberia store more than 20 kg of organic carbon per m². Photo: T-M Wertebach
© T-M Wertebach

Ein Artikel unserer Arbeitsgruppe, der sich mit den Auswirkungen des langfristigen Brachfallens von Ackerland im Zuge des post-sowjetischen Landnutzungswandels auf die Kohlenstoffspeicherung in  Böden West-Sibiriens beschäftigt, ist kürzlich in Global Change Biology online erschienen. Der Artikel basiert auf einem einzigartigen Datensatz mit mehr als 470 Probepunkten verteilt über drei Testgebiete und stratifiziert nach Landnutzungstypen, der im Rahmen des SASCHA-Projektes erhoben wurde. Unsere breiten empirischen Befunde belegen eindeutig, daß aufgegebenes Ackerland in Russland derzeit als klimarelevante Senke von atmosphärischem Kohlenstoff fungiert. Die Untersuchungen wurden in enger Kooperation mit Kollegen der Hochschule Osnabrück und der Tyumen State University in West-Sibirien durchgeführt.

Bild: Humus-reiche Chernozeme in der Waldsteppen-Zone West-Sibiriens speichern mehr als 20 kg organischen Kohlenstoff pro m². Photo: T-M Wertebach

Wertebach T-M, Hölzel N, Kämpf I, Yurtaev A, Tupitsin S, Kiehl K, Kamp J, Kleinebecker T (in press) Soil carbon sequestration due to post-Soviet cropland abandonment: Estimates from a large-scale SOC field inventory. Global Change Biology [doi:10.1111/gcb.13650]

Spotlight zu 'Genetics and Restoration' im Journal of Applied Ecology

Dachversuch Geo1 Ag Holzel Bild3
© WWU/Karola Heveling/AG Hölzel

In der aktuellen Ausgabe des Journal of Applied Ecology findet sich ein Spotlight zu 'Genetics and Restoration' auf das zusammefassend in einem blog Artikel von Ryan Sadler von der University of Toronto eingegangen wird.
Alle fünf Spotlight-Artikel, inklusive zweier Artikel mit Beteiligung unserer Arbeitsgruppe, sind zur Zeit frei online verfügbar.

Bucharova A, Michalski S, Hermann J-M, Heveling K, Durka W, Hölzel N, Kollmann J, Bossdorf O (2017) Genetic differentiation and regional adaptation among seed origins used for grassland restoration: lessons from a multispecies transplant experiment. Journal of Applied Ecology 54 (1): 127–136 [doi: 10.1111/1365-2664.12645]
Durka W, Michalski SG, Berendzen KW, Bossdorf O, Bucharova A, Hermann JM, Hölzel N, Kollmann J (2017) Genetic differentiation within multiple common grassland plants supports seed transfer zones for ecological restoration. Journal of Applied Ecology 54 (1): 116–126 [doi: 10.1111/1365-2664.12636]

Erfolgreicher DFG Folgeantrag

Arbeitgruppen des ILÖK können Störungs- und Ansaatexperiment ESCAPE fortführen

ESCAPE at work - Valentin H. Klaus
© Valentin H. Klaus

Auch in der neuen Antragsphase des DFG Schwerpunktprogramms 1374 „Exploratorien zur funktionalen Biodiversitätsforschung“ (03/2017-03/2020) konnten Dr. Ute Hamer (AG Bodenökologie und Landnutzung), Dr. Till Kleinebecker und Prof. Dr. Norbert Hölzel (beide AG Biodiversität und Ökosystemforschung) erfolgreich einen gemeinsamen Antrag platzieren. In enger Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Markus Fischer und Dr. Daniel Prati von der Uni Bern wird im Rahmen des bewilligten Vorhabens die wissenschaftliche Begleitung des in der letzten Projektphase angelegten umfangreichen Störungs- und Ansaatexperiments (SADE) fortgeführt. Die von Dr. Valentin Klaus als Postdoc koordinierten Begleituntersuchungen gehen u.a. der Frage nach wie sich die experimentellen Manipulationen durch Störung und Ansaat auf die pflanzliche Diversität, die Produktivität, den Nährstoffrückhalt und den Abbau organischer Substanz entlang eines Landnutzungsgradienten auswirken. Wie bereits in der letzten Projektphase sollen auch diesmal wieder Studierende mit Projekten und Abschlussarbeiten intensiv in Forschungsarbeiten integriert werden.
ESCAPE Projektseite

Fachwissen für die Öffentlichkeit

Stunde der Wintervögel

Blaumeise Gross Nabu Frank Derer
© Frank Derer / Nabu.de

Am vergangenen Wochenende fand die siebte bundesweite NABU-Zählaktion "Stunde der Wintervögel" statt. Viele Vogelfreunde haben sich eine Stunde Zeit genommen und die Vögel in Garten oder Park beobachtet und notiert.
Warum die Aktion ein Frühwarnsystem für Veränderungen in der Vogelwelt sein kann, und warum dieses Jahr wenige Vögel an den Vogelhäuschen im Garten beobachtet werden, erläuterte Johannes Kamp in der Presse.
WDR Lokalzeit Münsterland 06.01.2017 Verfügbar bis 13.01.2017
Spiegel online 05.01.2017, ZEIT online 05.01.2017, WN online 06.01.2017
Infos zur "Stunde der Wintervögel" beim NABU

Agriculture, Ecosystems & Environment

Sonderausgabe zu Beweidung in Offenlandschaften in Europa

Pferde Von Hinten
© Kristin Gilhaus

Ein von Péter Török, Sabine Tischew, Rudy van Diggelen und Norbert Hölzel editierter Sonderband der Zeitschrift Agriculture, Ecosystems & Environment zur Beweidung von Offenlandlebensräumen in Europa ist nun erschienen. Insgersamt 17 Beiträge beschäftigen sich mit konzeptionellen und angewandten Themen der Beweidung hinsichtlich Biodiversität und Ökosystemfunktionen, Tiergesundtheit sowie der Nachhaltigkeit von Agrarumweltmaßnahmen.
Agriculture, Ecosystems & Environment, Volume 234 (October 2016) Special Issue: Grazing in European open landscapes: how to reconcile sustainable land management and biodiversity conservation?

im hohen Norden West-Sibiriens

Winterreise in die Tundra der Jamal-Halbinsel

Fotos

Rentier-Bullen verlieren die Haut der frischen Geweihsprossen. Nach China verkaufte Bastgeweihe sind derzeit eine neue und wesentliche Einnahmequelle für die Rentierherden der Nenzen.
© Norbert Hölzel
  • Konferenzthema
    © Norbert Hölzel
  • Der Shuttlebus der Tundra: MI 8 Helikopter aus Sowietzeit - alt, aber vertrauenswürdig und zuverlässig.
    © Norbert Hölzel
  • “Tschums”, die traditionellen Zelte der Nomaden mit Rentierfell, hölzerne Transport-Schlitten und eine Satellitenantenne.
    © Norbert Hölzel
  • Nenzen-Kinder, etwas überrascht vom Besuch in ihrem Camp.
    © Norbert Hölzel
  • Rentiere in der Strauch-Tundra der südlichen Jamal-Halbinsel.
    © Norbert Hölzel
  • Erster, etwas frostiger Besuch in der winterlichen Tundra.
    © Norbert Hölzel
  • Ein nagelneues Rentier-Schlachthaus aus Finnland in der Jamal-Tundra: 320 Tonnen Rentierfleisch werden jährlich nach Deutschland und in andere europäische Länder exportiert.
    © Norbert Hölzel

Auf Einladung der Regierung des Autonomen Kreises der Jamal-Nenzen im hohen Norden West-Sibiriens nahmen Norbert Hölzel und Ramona Fitz an einer internationalen Konferenz zur "Verhinderung der Verbreitung von Tierseuchen in Zeiten des Klimawandels" teil, die vom 9. bis 11. November 2016 in Salekhard am Polarkreis stattfand.

Die Konferenz stand in direktem Zusammenhang mit dem ersten Ausbruch von Milzbrand (Anthrax) in Jamal seit 1940. Im Juli 2016 starben 2.400 Rentiere und ein 12 Jahre alter Junge einer Rentier-Hirtenfamilie der Nenzen an der Infektionskrankheit. Der Milzbrand-Ausbruch wurde sehr wahrscheinlich durch die außergewöhnlich warmen Witterungsbedingungen im Sommer 2016 ausgelöst, wobei durch das besonders tiefe Auftauen des Permafrostes offenbar persistente Milzbrandsporen freigelegt wurden. Russische und internationale Experten auf dem Gebiet der Rentierhaltung, Veterinärwissenschaft und Beweidungsökologie diskutierten, wie solche Ausbrüche unter den aktuellen Klimaveränderungen zukünftig vermieden, kontrolliert und gemanagt werden können.

Jamal ist die letzte Hochburg der Rentier-Hirten weltweit. Mehr als 14.000 indigene Nenzen pflegen immer noch die nomadische Lebensweise und halten derzeit ca. 750.000 Rentiere. Während einer Helikopter-Exkursion in die Tundra der südlichen Jamal-Halbinsel gewannen die Konferenzteilnehmer einen Einblick in die Besonderheiten der regionalen Rentierhaltung und das nomadische Leben der Nenzen. Für Deutschland ist die Region nicht zuletzt aufgrund ihrer reichen Erdgasvorkommen von besonderer Bedeutung.

Implementierung von Forschungsergebnissen

Treffen in China zu Schutzmaßnahmen für die global bedrohte Weidenammer

Fotos

Eine neues Poster soll die Verbraucher auf das Thema aufmerksam machen.
© BirdLifeAsia
  • Gruppenbild
    © Simba Chan
  • Anmeldung an der Sun Yat Sen University
    © Johannes Kamp
  • Teilnhemer aus China und Hongkong
    © Johannes Kamp
  • Brainstorming zu Schutzmaßnahmen
    © Johannes Kamp
  • Über Prioritäten abstimmen kann auch Spaß machen
    © Johannes Kamp
  • Entwicklung zukünftiger Forschungsschritte
    © Johannes Kamp

2015 waren Mitglieder unserer Arbeitsgruppe daran beteiligt, den dramatischen Rückgang der Weidenammer - zuvor einer der häufigsten Vögel Nordeuropas und Asiens - zu dokumentieren und als eine Hauptursache den massenhaften Fang der Art zu Speisezwecken in den chinesischen Durchzugsgebieten aufzudecken.
[the guardian, upm 06/2015, upm 07/2015]

Vom 2.-4. November 2016 wurde nun in Guangzhou, China von Birdlife International, Sun Yat Sen University und der Hongkong Birdwatching Society ein Workshop organisiert. Vertreter aus allen Ländern, in denen sich die Weidenammer während der Brutsaison und im Winter aufhält - von Russland und China bis Myanmar und Thailand - haben aktuelle Populationstrends und Gefährdungen vorgestellt. Es wurde viel Wert gelegt auf eine Prioriätenbildung der Schutzmaßnahmen, wie eine bessere Durchsetzung rechtlicher Schritte gegen illegalen Fang und die Sensibilisierung der Konsumenten. Große Hoffnungen auf einen höheren Schutzstatus für die Weidenammer werden in ein in 2017 in China neu zu genehmigendes Naturschutzgesetz gesetzt. Spannende multinationale Kooperationen in Forschung und Schutz wurden beschlossen.

Zusammenfassung des Workshops auf der Seite der Bonner Konvention (CMS): www.cms.int/es/node/10782

Biodiversity and Conservation

Sonderausgabe zur Ökologie der paläarktischen Steppen

Steppe
© Johannes Kamp

Eine Sonderausgabe der Zeitschrift Biodiversity and Conservation zur Ökologie der paläarktischen Steppen ist nun erschienen.
Insgesamt acht Artikel sind mit Beteiligung unserer Arbeitsgruppe entstanden, darunter ein Übersichtsartikel und Artikel zu den Ergebnissen aus den Projekten in Russland (SASCHA) und Kasachstan (BALTRAK).
Biodiversity and Conservation Volume 25, Issue 12 (November 2016) - Special Issue: Palaearctic Steppes: Ecology, Biodiversity and Conservation. Edited by Jürgen Dengler, Didem Ambarlı, Johannes Kamp, Péter Török, Karsten Wesche

Neuerscheinung

'North Sea Region Climate Change Assessment' als Buch erschienen

Hoelzel 2016 North Sea Region Climate Change Assessment
© SpringerOpen

Im Rahmen des 'North Sea Region Climate Change Assessment' (NOSCCA) hat Prof. Norbert Hölzel gemeinsam mit Prof. Thomas Hickler (Senckenberg Biodiversity and Climate Research Centre (BiK-F) und  Goethe Universität Frankfurt) und Prof. Lars Kutzbach (CEN, Universität Hamburg) als Lead-Autoren ein Kaptiel zu den Auswirkungen des Klimawandels  auf terrestrische Ökosysteme im Nordseeraum verfasst.
Initiiert vom Institut für Küstenforschung am Helmholtz-Zentrum Geesthacht haben Wissenschaftler aus allen Anrainerstaaten der Nordsee im NOSCCA-Bericht den aktuellen Stand des Wissens über Klimaveränderungen und deren Auswirkungen auf die ganze Region zusammengefasst. Dabei wurden sowohl gegenwärtige als auch zukünftige Veränderungen auf die Nordsee, Seen und Flüsse und die Atmosphäre als auch auf marine und terrestrische Ökosysteme und sozioökonomische Sektoren wie zum Beispiel Küstenschutz oder Fischerei betrachtet. Der NOSCAA-Bericht wurde von mehr als 30 Leitautoren und vielen weiteren Fachautoren unter Aufsicht eines wissenschaftlichen Beirats erstellt und einem unabhängigen Review-Verfahren unterzogen. Der Bericht ist nun bei Springer als Buch mit freiem digitalen Zugriff (Open Access) erschienen.

Hölzel N, Hickler T, Kutzbach L, Joosten H, van Huissteden J, Hiederer R (2016) Environmental Impacts - Terrestrial Ecosystems. In: Quante M, Colijn F (eds.) North Sea Region Climate Change Assessment. Regional Climate Studies, Part III, pp 341-372 [doi:10.1007/978-3-319-39745-0_11] freier Zugang mit Open Access