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Münster (upm/vj/ja)

Öffentliche Lesung in der WWU-Studiobühne am 27. November

Thema "Helden und Außenseiter. Der schwierige Weg zur Demokratie nach 1945" / Projekt im "Studium im Alter"

"Entweder wir werden ein Volk der Demokratie und des Friedens oder wir werden endgültig zermalmt", schrieb KZ-Überlebender Walter Poller als Journalist in der ersten Ausgabe der "Westfälischen Rundschau" nach dem Zweiten Weltkrieg. Doch wie konnten die Deutschen nach 1945 zu Demokraten werden? Welche Rolle spielte dabei der Umgang mit dem Erbe der NS-Zeit? Der mühsame demokratische Neubeginn ist Thema einer öffentlichen Lesung am 27. November, die aus einem Forschungsprojekt beim "Studium im Alter" an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) hervorging. Der Eintritt ist frei.

Die Veranstaltung am kommenden Dienstag ab 20 Uhr in der WWU-Studiobühne, Domplatz 23, erzählt Geschichten vom Neubeginn nach 1945 in Westfalen: neben der von Walter Poller auch solche von ehemaligen Soldaten der Wehrmacht, von jüdischen Überlebenden der Shoa und Lokalpolitikern der ersten Nachkriegsjahre, oder von ganz normalen westfälischen Bürgern.

Zwölf junge Studierende des Centrums für Rhetorik, Kommunikation und Theaterpraxis der WWU tragen vor aus Briefen, Akteneinträgen und Erinnerungen. Die Lesung geht auf das Projekt einer Gruppe von zwölf älteren Studierenden zurück: Zwei Jahre lang untersuchten sie in ihren westfälischen Heimatorten, wie die Nachkriegsgesellschaft mit den ehemaligen Helden und Ausgegrenzten der NS-Zeit umging. Für die Lesung stellten sie besonders aussagekräftige Ausschnitte aus ihren Quellen zusammen. Die Studierenden erarbeiteten daraus schließlich die Lesung.

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