Klein, aber eigenständig
Für Studierende, egal welcher Fachrichtung, haben Prüfungen und Klausuren eine zentrale Bedeutung. Die Ergebnisse können Einfluss nehmen auf den weiteren Verlauf des Studiums oder sogar auf die berufliche Zukunft. Hinter jeder Klausur und jedem Examenszeugnis steckt jedoch auch Verwaltungsarbeit. Die Rechtswissenschaftliche Fakultät geht einen eigenen Weg, unabhängig von den großen Prüfungsämtern, denn sie hat ihr eigenes. Mit Bachelor- und Masterabschlüssen verlässt an der Universität Münster ein Großteil der Studierenden die Hochschule. Juristinnen und Juristen schließen ihr Studium jedoch mit dem Staatsexamen ab. Genau dieser Sonderweg ist der Grund für das eigene, seit über 20 Jahren autark arbeitende Prüfungsamt. „Insbesondere aufgrund der Größe des Fachbereichs mit rund 6.000 Studierenden in verschiedenen Studiengängen war es sinnvoll, ein eigenständiges Prüfungsamt zu schaffen“, sagt Amtsleiter Dr. Marcus Schaerff. Der Staatsexamensstudiengang folgt nicht der Bachelor- und Masterstruktur und schließt – der Name sagt es schon – mit einer staatlichen Prüfung ab. Das stelle andere Anforderungen an die Organisation und vor allem an die Verwaltung.
„Unser großer Vorteil ist die Flexibilität: Wenn sich Anforderungen ändern, können wir das in eigenen Prozessen umsetzen“, weiß der Jurist. Es gibt aber auch eine Kehrseite, denn durch die spezifischen Strukturen des Fachbereichs sind die Möglichkeiten, sich mit anderen Prüfungsämtern auszutauschen, wenig gegeben.
Ganz für sich arbeitet das Prüfungsamt trotzdem nicht. Berührungspunkte gibt es dort, wo sich die Welten überschneiden: bei Studierenden aus anderen Fachbereichen, deren Abschlüsse die zentralen Prüfungsämter verwalten, sowie bei der Integration der Prüfungsverwaltung in das Campus-Management-System (CMS). „Hier stimmen wir uns eng ab.“
In den über 20 Jahren seit der Unterteilung der Prüfungsämter hat sich viel getan, vor allem mit Blick auf die Digitalisierung. Und die Arbeit geht weiter: Weit oben auf der Agenda steht die Aufgabe, den Staatsexamensstudiengang in das CMS zu integrieren. „Außerdem treiben wir die Digitalisierung der Prüfungen und ihrer Archivierung weiter voran“, betont Marcus Schaerff. Es wird deutlich: Damit Studierende am Fachbereich erfolgreich sein können, muss auch hinter den Kulissen viel Arbeit geleistet werden.
Autorin: Hanna Dieckmann
Dieser Artikel ist Teil einer Themenseite und stammt aus der Unizeitung wissen|leben Nr. 5, 22. Juli 2026.
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